Mit Rosenkranz & Schabmadonna – Religiöse Alltagsbegleiter der Neuzeit im Dialog | Ausstellung

Religionen blicken auf das, was jenseits der sichtbaren Welt liegt. Die meisten Gläubigen erhoffen sich von ihnen aber auch Hilfe bei Problemen des Alltags. Im christlichen Europa realisierten sich diese Hoffnungen lange in „geistlichen Hausapotheken“: Ohne feste Regeln zusammengestellt, beinhalteten sie bis ins 20. Jahrhundert hinein religiöse und religionsinspirierte Objekte, von denen man sich Linderung bei körperlichen, aber auch seelischen Leiden versprach. Die Ausstellung „Mit Rosenkranz & Schabmadonna. Religiöse Alltagsbegleiter der Neuzeit im Dialog“ veranschaulicht, welche Art von Objekten diesem Zweck dienen konnten.
Viele von ihnen waren unmittelbar mit dem Christentum verbunden – doch bei weitem nicht alle: Andachtsbilder konnten sich Seite an Seite mit in Schlangenblut getränkten Seidenfäden finden. „So eigenwillig die Zusammensetzung geistiger Hausapotheken heute scheinen mag: Wäre es nicht auch als säkularer Mensch bisweilen schön, in einen solch universalen Arzneischrank greifen zu können?“, schreibt Kuratorin Louise Zbiranski im Veranstaltungsflyer. Dass diese Hoffnungen bis heute faszinieren, zeigt die weltliche hausapotheke, der zeitgenössischen Künstlerin Eva Ulm, die Teil der Ausstellung ist und die mit den historischen Stücken in Dialog tritt. Die Ausstellung, die durch das LOEWE-Zentrum „Dynamiken des Religiösen“ und die DFG-Kollegforschungsgruppe „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“ gefördert wurde, wurde von der Wissenschaftsplattform „Schnittstelle Religion“ organisiert, deren Koordinatorin Zbiranski war. Die wissenschaftliche Leitung obliegt den Geschichtswissenschaftlerinnen Prof. Birgit Emich und Prof. Xenia von Tippelskirch.
Eröffnung: 12. Mai, 17:00 Uhr
Zeit: Dienstag, 12. Mai, bis Freitag, 31. Juli, montags – freitags 8:00 – 22:00 Uhr
Ort: Historisches Seminar im IG-Farben-Gebäude, 3. OG