In einem Beitrag behauptet die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Ausgabe vom 3. Januar 2018 (S.7), eine Studentin der Goethe-Universität habe nach einem Fall sexueller Belästigung seitens eines Dozenten bei den zuständigen universitären Stellen Hilfe erbeten, sei jedoch stattdessen mit Drohungen konfrontiert worden. Der Gleichstellungsbeauftragten wird zudem vorgeworfen, sie habe den Wunsch nach Beratung verweigert.

Dazu äußert sich das Präsidium der Goethe-Universität wie folgt:

Sexualisierte Diskriminierung und sexuelle Gewalt werden an der Goethe Universität aufs schärfste verurteilt. Mit Bestürzung nimmt die Universität daher wahr, dass dennoch vereinzelte Angehörige Grenzen verletzen. Solche Handlungen werden selbstverständlich geahndet. Gerade deswegen engagiert sich die Goethe-Universität schon seit vielen Jahren, um eine Hochschulkultur zu etablieren, in der Diskriminierung thematisierbar und kritisierbar ist. Dieses Engagement ist unter anderem in der im Frühjahr 2017 veröffentlichten Broschüre „Grenzen Wahren – Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an der Hochschule“ dokumentiert.

Von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt Betroffenen stellt die Universität ein entsprechendes Beratungsangebot zur Verfügung. Eine der zentralen Anlaufstellen ist die universitäre Gleichstellungsbeauftragte. Im von der FAZ dargestellten Fall wird fälschlicherweise der Anschein erweckt, die Goethe-Universität bzw. die Gleichstellungsbeauftragte seien im vorliegenden Fall untätig geblieben. Dies ist definitiv unzutreffend. Ebenso unzutreffend sind die beiden der Gleichstellungsbeauftragten in den Mund gelegten Äußerungen. Sie implizieren, Beratungen zu sexualisierter Diskriminierung würden abgelehnt oder geringgeschätzt, wenn sie nicht auf einer Vergewaltigung beruhen, oder es sei mit Konsequenzen gedroht worden, wenn die Öffentlichkeit verständigt würde. Diese Aussagen sind nie gefallen und entsprechen auch nicht der Haltung und Arbeitsweise der Gleichstellungsbeauftragten.

Vielmehr hat die Gleichstellungsbeauftragte entsprechend des definierten Beratungsprozesses alle in solchen Fällen üblichen Schritte unternommen, um den Fall – auch in Kooperation mit anderen Stellen der Universität und dem Präsidium – so rasch wie möglich aufzuklären und angemessene Konsequenzen zu ziehen: Dem entsprechenden Dozenten wurde im Sommer 2017 der Lehrauftrag entzogen. Darüber hinaus wurde der Stipendiengeber des Dozenten benachrichtigt und ist ebenfalls tätig geworden. Dass die schriftliche Entschuldigung des Dozenten nicht an die Betroffenen gesandt wurde, liegt darin begründet, dass sie auch in mittelbarer Weise keinen Kontakt mehr mit ihm haben wollten und dies der Gleichstellungsbeauftragten so mitgeteilt hatten. Auch die „Untätigkeit“ der Gleichstellungsbeauftragten nach der ersten Konsultation im Dezember 2016 entsprach dem Wunsch der Studentin, zunächst die Exkursion und die Notengebung abwarten zu wollen. Das nächste Gespräch erfolgte dann im Frühjahr 2017.

Die Goethe-Universität verwahrt sich daher entschieden gegen den Vorwurf, sie habe diesen Fall verschleppt oder unsachgemäß behandelt. Vielmehr ist es bei solch schweren Beschuldigungen zunächst zwingend erforderlich, im Gespräch mit allen beteiligten Seiten ein möglichst umfassendes Bild des Sachverhalts zu erlangen. Eine solche Prüfung ist zeitaufwändig und personalintensiv. Als eine Recht und Gesetz unterstehende öffentliche Einrichtung ist die Goethe-Universität sogar verpflichtet, ggf. auch in Kooperation mit den zuständigen Organen der Rechtspflege, solche Vorwürfe stets mit der nötigen Sorgfalt zu prüfen und Vorverurteilungen zu vermeiden. Dies ist auch im vorliegenden Fall geschehen.

Die Goethe-Universität bedauert es, dass inzwischen selbst angesehene Medien unbewiesene Behauptungen ohne weitere Prüfung abdrucken.