{"id":10185,"date":"2016-11-01T12:52:08","date_gmt":"2016-11-01T11:52:08","guid":{"rendered":"http:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=10185"},"modified":"2016-11-01T12:52:08","modified_gmt":"2016-11-01T11:52:08","slug":"im-portraet-die-johannes-gutenberg-uni-in-mainz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/studium\/im-portraet-die-johannes-gutenberg-uni-in-mainz\/","title":{"rendered":"Im Portr\u00e4t: Die Johannes Gutenberg-Uni in Mainz"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-10194 size-full\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz01.jpg\" alt=\"blog_unireport_rmu-mainz01\" width=\"750\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz01.jpg 750w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz01-300x140.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p>\n<p><em><strong>Die Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz (JGU) kann auf eine lange Tradition verweisen \u2013 und ist doch eine junge dynamische Hochschule. Mit vielen Neu- und Umbauten r\u00fcstet sie sich f\u00fcr die neuen Herausforderungen. Ein Besuch bei einer der drei Rhein-Main-Universit\u00e4ten (RMU).<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Wer zurzeit den Campus der JGU besucht, st\u00f6\u00dft zuerst einmal auf eine gro\u00dfe Baustelle mit Absperrungen und Umleitungen im Eingangsbereich: F\u00fcr die neue Verkehrsanbindung wird n\u00e4mlich gerade eine Stra\u00dfenbahntrasse gebaut. Die neue Linie zwischen Campus und Innenstadt soll den sch\u00f6nen Namen \u201eMainzelbahn\u201c tragen. Nicht, dass die Uni im Augenblick noch schlecht erreichbar w\u00e4re. Buslinien steuern vom Mainzer Hauptbahnhof den wenige Kilometer westlich der Innenstadt gelegenen Campus im Minutentakt an.<\/p>\n<p>Die JGU ist eine klassische Campus-Uni \u2013 fast alle F\u00e4cher sind hier an einem Ort vertreten, die Medizin liegt quasi um die Ecke. Auf dem Campus finden sich Studierendenwohnheime und Kinderbetreuungseinrichtungen, Sportst\u00e4tten und Kultureinrichtungen, Restaurants und Caf\u00e9s, ebenso ein Botanischer Garten. \u201eDie N\u00e4he zur Mainzer Innenstadt ist ein gro\u00dfer Vorteil\u201c, betont Universit\u00e4tspr\u00e4sident Prof. Georg Krausch: \u201eDas Zentrum einer sehr lebenswerten Stadt mit gerade einmal 200.000 Einwohnern, in der jeder f\u00fcnfte studiert \u2013 wenn man die Fachhochschulen mit dazurechnet \u2013, ist fu\u00dfl\u00e4ufig erreichbar.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10196\" aria-describedby=\"caption-attachment-10196\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz03.jpg\" data-dt-img-description=\"Michelangelos Moses in der modernen Bibliothek des GeorgForster-Geb\u00e4udes. Foto: Hartmann\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-10196\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz03-300x208.jpg\" alt=\"Michelangelos Moses in der modernen Bibliothek des Georg Forster-Geb\u00e4udes. Foto: Hartmann\" width=\"300\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz03-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz03.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-10196\" class=\"wp-caption-text\">Michelangelos Moses in der modernen Bibliothek des Georg Forster-Geb\u00e4udes; Foto: Hartmann<\/figcaption><\/figure>\n<p>In der Stadt der kurzen Wege finden Studierende viele Kneipen und ein breites Kulturangebot. Und wer mag, kann sich auch in die ber\u00fchmte Mainzer Fassenacht st\u00fcrzen.\u201c Wer hier Karneval oder Fasching sage, werde erst einmal streng korrigiert, bemerkt augenzwinkernd der geb\u00fcrtige Offenbacher, seit 2007 Pr\u00e4sident der Uni Mainz. \u201eUnd wer Gro\u00dfstadtleben haben m\u00f6chte, ist schon in einer halben Stunde mit der S-Bahn in Frankfurt.\u201c<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt stellt die N\u00e4he zur Goethe-Universit\u00e4t und auch zur TU Darmstadt f\u00fcr Krausch einen strategischen Vorteil im h\u00e4rter werdenden Wettbewerb von Hochschulen und Regionen dar. Er betont jedoch in diesem Zusammenhang ausdr\u00fccklich: \u201eIch sehe unsere RMU-Allianz nicht allein im Kontext der Exzellenzstrategie. Wir haben bislang immer gut daran getan, unsere Zukunftskonzepte auch unabh\u00e4ngig von Wettbewerben zu entwickeln\u201c, betont der Mainzer Unipr\u00e4sident.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10203\" aria-describedby=\"caption-attachment-10203\" style=\"width: 208px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz08-2.jpg\" data-dt-img-description=\"Erst seit der Wiedergr\u00fcndung im Jahre 1946 der Namensgeber der Universit\u00e4t: Johannes Gutenberg, B\u00fcste im Eingangsbereich (r.); Foto: Frank\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-10203\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz08-2-208x300.jpg\" alt=\"Erst seit der Wiedergr\u00fcndung im Jahre 1946 der Namensgeber der Universit\u00e4t: Johannes Gutenberg, B\u00fcste im Eingangsbereich (r.); Foto: Frank\" width=\"208\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz08-2-208x300.jpg 208w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz08-2.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 208px) 100vw, 208px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-10203\" class=\"wp-caption-text\">Erst seit der Wiedergr\u00fcndung im Jahre 1946 der Namensgeber der Universit\u00e4t: Johannes Gutenberg, B\u00fcste im Eingangsbereich; Foto: Frank<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Allianz k\u00f6nne gemeinsam viel bewegen: \u201eBei der Einwerbung von Sonderforschungsbereichen k\u00f6nnen wir auf viel mehr Ressourcen als bei einer Einzelbewerbung zur\u00fcckgreifen, gerade auch mit Blick auf die zahlreichen au\u00dferuniversit\u00e4ren Institute in der Region.\u201c St\u00e4rken k\u00f6nnen gezielt geb\u00fcndelt und komplement\u00e4re Profile gemeinsam weiterentwickelt werden. Mainz und Frankfurt, gro\u00dfe Volluniversit\u00e4ten, aber jeweils ohne Ingenieurswissenschaften, profitierten beispielsweise von der Expertise ihres Partners in Darmstadt, der seinen Schwerpunkt im Bereich Technik hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber auch f\u00fcr die Lehre sieht Krausch perspektivisch gro\u00dfe Chancen: \u201eKleine F\u00e4cher wie die Afrikanistik, die an einer Uni ein Nischendasein fristen, k\u00f6nnen sich im Verbund \u00fcber ein breiteres Spektrum an Lehrveranstaltungen behaupten.\u201c Und auch die universit\u00e4ren Verwaltungen k\u00f6nnten sich austauschen und ihre Ressourcen b\u00fcndeln: Beispielsweise k\u00f6nnten die Gleichstellungsreferate gemeinsam an grundlegenden Texten arbeiten. \u201eDie Erfahrung des ersten RMU-Jahres ist: Da sprie\u00dft bereits einiges! Wenn dies auch einer m\u00f6glichen Bewerbung f\u00fcr die Exzellenzstrategie zugutekommt \u2013 umso besser!\u201c<\/p>\n<h3>Campus der baulichen Gegens\u00e4tze<\/h3>\n<p>Krausch und seine Pr\u00e4sidiumskollegen haben ihre B\u00fcros gewisserma\u00dfen im \u201emilit\u00e4rischen\u201c Teil des Campus: Es handelt sich dabei um eine im Jahre 1939 gebaute Luftwaffenkaserne, deren Reste die franz\u00f6sische Milit\u00e4rregierung f\u00fcr die Neugr\u00fcndung der Uni im Jahre 1946 als geeignet ansah. Eine vielleicht ungew\u00f6hnliche Standortentscheidung.<\/p>\n<p>Aber die historische Bausubstanz der 1477 gegr\u00fcndeten und 1798 von den franz\u00f6sischen Besatzern formell aufgehobenen Universit\u00e4t war im Krieg zerst\u00f6rt worden. Heute stehen die Geb\u00e4ude der Kaserne unter Denkmalschutz und wirken mit ihren neoklassizistischen Elementen durchaus repr\u00e4sentativ. \u201eEtwas verschachtelt sind die Geb\u00e4ude schon\u201c, lacht Vizepr\u00e4sident Prof. Wolfgang Hofmeister, f\u00fcr Forschung und Bauangelegenheiten zust\u00e4ndig, \u00fcber die etwas eigenwillig anmutende Architektur im Innern.<\/p>\n<p>Doch die Uni wei\u00df den Nukleus des Campus, der mit den trutzigen T\u00fcrmen und Tordurchfahrten eine mittelalterliche Atmosph\u00e4re ausstrahlt, durchaus zu sch\u00e4tzen: So ist die Alte Mensa die gute Stube der Uni und wird f\u00fcr gro\u00dfe und repr\u00e4sentative Veranstaltungen genutzt. Zu beiden Seiten ihrer Freitreppe laden gem\u00fctliche Studentencaf\u00e9s mit Au\u00dfenbereichen zum Verweilen ein. Das Forum universitatis, der alte Exerzierplatz, im Augenblick noch als Parkplatz genutzt, soll zuk\u00fcnftig gegebenenfalls zu einem Park mit Aufenthaltswert umgebaut werden.<\/p>\n<p>Abgesehen von den Kasernengeb\u00e4uden im \u00f6stlichen Teil des Gel\u00e4ndes ist die Campus-Architektur von einer sehr gro\u00dfen Heterogenit\u00e4t gepr\u00e4gt. Neben Neubauten wie dem Georg Forster-Geb\u00e4ude mit einer spektakul\u00e4ren Bibliothek, in der ein m\u00e4chtiger Abguss des Moses von Michelangelo \u00fcber den riesigen B\u00fcchersaal wacht (s. Foto), begegnet einem allerorten der f\u00fcr Universit\u00e4ten sehr typische Funktionalismus der 60er- und 70er-Jahre.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10200\" aria-describedby=\"caption-attachment-10200\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz07.jpg\" data-dt-img-description=\"Abguss-Sammlung: Die JGU besitzt eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von Gipsabg\u00fcssennach ber\u00fchmten Meisterwerken der griechischen wie r\u00f6mischen Bildhauerkunst. Foto: Hartmann\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-10200\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz07-300x208.jpg\" alt=\"Abguss-Sammlung: Die JGU besitzt eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von Gipsabg\u00fcssen nach ber\u00fchmten Meisterwerken der griechischen wie r\u00f6mischen Bildhauerkunst. Foto: Hartmann\" width=\"300\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz07-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz07.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-10200\" class=\"wp-caption-text\">Abguss-Sammlung: Die JGU besitzt eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von Gipsabg\u00fcssen nach ber\u00fchmten Meisterwerken der griechischen wie r\u00f6mischen Bildhauerkunst; Foto: Hartmann<\/figcaption><\/figure>\n<p>Darunter aber auch Schmuckst\u00fccke wie die \u201eMuschel\u201c, ein mittlerweile renoviertes H\u00f6rsaalgeb\u00e4ude, das mit seiner eleganten Dachkonstruktion an die \u201eSchwangere Auster\u201c in Berlin erinnert. Aber auch einige Flachbauten, die sehns\u00fcchtig auf ihren Abriss zu warten scheinen, fallen bei der Campusbegehung ins Auge: \u201eAn einigen dieser baracken\u00e4hnlichen Geb\u00e4ude findet sich sogar noch der Hinweis: erbaut mit Mitteln des Marshall-Plans\u201c, erz\u00e4hlt schmunzelnd Wolfgang Hofmeister und biegt passenderweise in den Hanns-Dieter-H\u00fcsch-Weg ein.<\/p>\n<p>Doch der Mineraloge betont auch: \u201eDas Land hat einiges in den Ausbau des Campus investiert.\u201c Bis 2020 werden voraussichtlich insgesamt ungef\u00e4hr eine Milliarde Euro verbaut worden sein. Gerade wurde die Grundsteinlegung f\u00fcr das BioZentrum gefeiert, danach stand das Richtfest f\u00fcr ein Erweiterungsgeb\u00e4ude des Philosophicums an. Zudem soll mit Sanierungsma\u00dfnahmen der in die Jahre gekommene Campus nicht nur aufgeh\u00fcbscht werden, sondern auch eine St\u00e4rkung des Uniprofils erfolgen:<\/p>\n<p>So wird beispielsweise das Studierendenwohnheim Inter I entkernt und zum Medienhaus umgebaut, wovon Universit\u00e4t und Hochschule Mainz gleicherma\u00dfen profitieren. Denn Mainz ist eine Medienstadt, das Institut f\u00fcr Publizistik eines der gr\u00f6\u00dften seiner Art in Deutschland. Beim imposanten Panoramablick aus dem Senatssaal, der sich in der obersten Etage des naturwissenschaftlichen Institutsgeb\u00e4udes befindet, schaut man dann gleich auch in Richtung S\u00fcdwesten, mit dem Lerchenberg und dem ZDF-Sendezentrum; Richtung Nordosten sieht man \u00fcber das Landesstudio des S\u00fcdwestrundfunks hinweg auf das Rheintal und den Taunus.<\/p>\n<p>Hofmeister weist den Besucher auf eine teilweise unbebaute Fl\u00e4che im Zentrum des Campus hin, die einmal die \u201eneue gr\u00fcne Mitte\u201c werden soll: Hier k\u00f6nnten sich um attraktiv gestaltete Gr\u00fcnfl\u00e4chen Einrichtungen zum Thema Information gruppieren. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Eine L\u00f6sung f\u00fcr die Zentralbibliothek mit ihrem ebenso ber\u00fchmten wie maroden B\u00fccherturm steht noch aus \u2013 das mag der Frankfurter Hochschul\u00f6ffentlichkeit vertraut vorkommen (steht der Baubeginn der neuen Zentralbibliothek am Campus Westend auch noch in den Sternen).<\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; line=&#8220;false&#8220; animation=&#8220;fadeIn&#8220;]<\/p>\n<h3>Die Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz (JGU)<\/h3>\n<p><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz05.jpg\" data-dt-img-description=\"Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz; Foto: Hartmann\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10198 alignleft\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz05-300x208.jpg\" alt=\"Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz; Foto: Hartmann\" width=\"200\" height=\"138\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz05-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz05.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"wp-caption-dd\">Die Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz (JGU) z\u00e4hlt rund 33.000 Studierende und etwa 8860 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (davon rund 520 Professorinnen und Professoren) in ihren mehr als 150 Instituten und Kliniken. Sie geh\u00f6rt zu den zw\u00f6lf gr\u00f6\u00dften deutschen Universit\u00e4ten und ist die einzige Volluniversit\u00e4t in Rheinland-Pfalz.<\/p>\n<p class=\"wp-caption-dd\">Die Universit\u00e4t ist in 10 Fachbereiche gegliedert: Katholische Theologie und Evangelische Theologie; Sozialwissenschaften, Medien und Sport; Rechts- und Wirtschaftswissenschaften; Universit\u00e4tsmedizin; Philosophie und Philologie; Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft; Geschichts- und Kulturwissenschaften; Physik, Mathematik und Informatik; Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften sowie Biologie.<\/p>\n<p class=\"wp-caption-dd\">Deutschlandweit einmalig ist die Integration einer Kunsthochschule und einer Hochschule f\u00fcr Musik in die Universit\u00e4t. Fast alle Institute und Einrichtungen sind auf dem Hauptcampus ans\u00e4ssig, au\u00dferhalb befinden sich die Universit\u00e4tsklinik sowie der Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaften mit Sitz in Germersheim. In der Exzellenzinitiative des Bundes konnte die JGU den Exzellenzcluster \u201ePrecision Physics, Fundamental Interactions and Structure of Matter\u201c (PRISMA) und die Graduiertenschule \u201eMaterials Science in Mainz\u201c (MAINZ) einwerben, mit F\u00f6rdermitteln in H\u00f6he von insgesamt rund 50 Millionen Euro.<\/p>\n<p><strong>\u00bb<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.uni-mainz.de\" target=\"_blank\">www.uni-mainz.de<\/a><\/p>\n<p>[\/dt_call_to_action]<\/p>\n<h3>Breit aufgestellt und gut vernetzt \u2013 die Arch\u00e4ologie<\/h3>\n<p>Wenn man das Philosophicum, ein n\u00fcchtern-funktionales Geb\u00e4ude aus den 60er-Jahren, betritt, denkt man nicht unbedingt an arch\u00e4ologische Sammlungen. Doch davon sind mehrere im Hause untergebracht und werden auch bei F\u00fchrungen und Sonderausstellungen gerne gezeigt. \u201eM\u00f6glicherweise hat man als Vertreter eines historischen Faches durchaus auch ein Faible f\u00fcr alte und geschichtstr\u00e4chtige Geb\u00e4ude, wie man sie oft als Museen vorfindet\u201c, gibt Prof. Heide Frielinghaus zu.<\/p>\n<p>Aber entscheidend seien R\u00e4ume, Ausstattung und Funktionalit\u00e4t der Geb\u00e4ude. Die Arch\u00e4ologin zeigt Besuchern, darunter nicht wenige Schulklassen, gerne die beiden Sammlungen der Klassischen Arch\u00e4ologie: die Original- und die Abguss-Sammlung. Beide sind auch f\u00fcr den Lehrbetrieb extrem wichtig, betont Frielinghaus: \u201eDie Studierenden k\u00f6nnen anhand dreidimensionaler Objekte Dinge lernen; die allein mithilfe zweidimensionaler Abbildungen in B\u00fcchern nur eingeschr\u00e4nkt vermittelbar sind.\u201c<\/p>\n<p>Wer Arch\u00e4ologie studieren m\u00f6chte, m\u00fcsse eine sehr gro\u00dfe Begeisterung mitbringen: Denn die H\u00fcrden seien allein im Hinblick auf Latinum und Graecum nicht gering, betont Frielinghaus. Oftmals best\u00fcnden bei Erstsemestern irrige Vorstellungen: Der mit Schaufel bewaffnete Forscher in der Ausgrabungsst\u00e4tte sei aber nur ein Aspekt der Arch\u00e4ologie; der Umgang mit lange bekannten Objekten und die Arbeit in der Bibliothek seien ebenso wichtige Bestandteile.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10197\" aria-describedby=\"caption-attachment-10197\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz04.jpg\" data-dt-img-description=\"Das Georg Forster-Geb\u00e4ude. Foto: Hartmann\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-10197\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz04-300x208.jpg\" alt=\"Das Georg Forster-Geb\u00e4ude. Foto: Hartmann\" width=\"300\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz04-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz04.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-10197\" class=\"wp-caption-text\">Das Georg Forster-Geb\u00e4ude; Foto: Hartmann<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wer sich auf das Fach einlasse, erschlie\u00dfe sich ein Wissensgebiet, das keineswegs verstaubt sei, sondern durchaus auch auf Fragen unserer heutigen Gegenwart potenzielle Antworten geben k\u00f6nne. \u201eBeispielsweise spielten Ein- und Auswanderungswellen in verschiedenen antiken Kulturen immer wieder eine gro\u00dfe Rolle; zu schauen, wie die Menschen damals damit umgegangen sind, kann ein wertvoller Beitrag f\u00fcr unsere heutigen Diskussionen sein.\u201c<\/p>\n<p>Heide Frielinghaus kam nach dem Studium in Bochum und Heidelberg und weiteren Stationen unter anderem in Athen und Wien 2007 nach Mainz. Und nach wie vor ist sie vom Arbeitsumfeld dort begeistert: \u201eDas Spektrum in der Arch\u00e4ologie ist so nur an wenigen Standorten in Deutschland zu finden\u201c, schw\u00e4rmt Frielinghaus. F\u00fcnf arch\u00e4ologische Disziplinen sind hier vertreten: neben der Klassischen Arch\u00e4ologie die Vor- und Fr\u00fchgeschichte, die Christliche Arch\u00e4ologie\/ Byzantinische Kunstgeschichte, die Vorderasiatische Arch\u00e4ologie und die Biblische Arch\u00e4ologie.<\/p>\n<p>\u201eEntscheidend ist aber auch das Umfeld hier in Mainz: Mit dem RGZM, dem R\u00f6misch- Germanischen Zentralmuseum, haben wir den perfekten Kooperationspartner gleich vor der T\u00fcr, mit dem sogar ein gemeinsamer Studiengang auf die Beine gestellt wurde: Arch\u00e4ologische Restaurierung.\u201c Auch wenn Frielinghaus die Forschungs- und Museumslandschaft \u00fcber die Stadtgrenzen von Mainz hinaus betrachtet, sieht sie ein ausgezeichnetes Umfeld f\u00fcr Kooperationen.<\/p>\n<p>Ende 2015 haben arch\u00e4ologisch arbeitende Einrichtungen im Gebiet Rhein-Main mit VARM \u2013 \u201eVerbund Arch\u00e4ologie Rhein Main\u201c \u2013 einen Verbund initiiert, in dem sich Mitglieder der drei Rhein-Main-Universit\u00e4ten Mainz, Frankfurt und Darmstadt, aber ebenso des RGZM und der R\u00f6misch-Germanischen Kommission, von Landesdenkmal\u00e4mtern und Museen zusammengefunden haben.<\/p>\n<p>Im Rahmen des RMU-Verbundes, der ebenfalls Ende letzten Jahres unterzeichnet wurde, ermuntern die Hochschulleitungen ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sich noch st\u00e4rker mit den Partnerunis zu vernetzen und Projekte gemeinsam zu stemmen. \u201ePraktikumspl\u00e4tze konnten wir im Rahmen von RMU bereits uni\u00fcbergreifend vermitteln. Zu w\u00fcnschen ist, dass wir auch neue Aufbau-Studieng\u00e4nge entwickeln, die die Region noch attraktiver machen, die aber eine einzelne Uni gar nicht stemmen k\u00f6nnte\u201c, sagt die Arch\u00e4ologin.<\/p>\n<h3>\u00bbL\u00e4uft doch alles einigerma\u00dfen\u00ab \u2013 das entspannte Studieren in Mainz<\/h3>\n<p>Seit Ende letzten Jahres gibt es die Allianz der drei Rhein- Main-Unis, die Resonanz war bundesweit sehr gro\u00df, wie auch Unipr\u00e4sident Krausch betont. Aber haben auch die Studierenden in Mainz diesen Verbund schon wahrgenommen? \u201eIch glaube eher nicht\u201c, vermutet Siglinde Brahmst. Die Studentin am Institut f\u00fcr Erziehungswissenschaft sitzt in Mainz im Hochschulrat, war vorher lange Mitglied im Senat und in verschiedenen Senatsaussch\u00fcssen und Berufungskommissionen.<\/p>\n<p>Das Interesse an RMU w\u00e4re allerdings gr\u00f6\u00dfer, vermutet sie, wenn die Studierendenwerke noch besser zusammenarbeiten w\u00fcrden. \u201eMit dem RMV-Ticket kann man ja bereits alle Hochschulen erreichen, aber man m\u00fcsste mit der Mainzer Mensa-Card auch in Frankfurt essen gehen k\u00f6nnen und umgekehrt.\u201c Auch gemeinsame Angebote im Sportbereich h\u00e4lt sie f\u00fcr sehr sinnvoll. Siglindes j\u00fcngerer Br\u00fcder Jonathan studiert Rechtswissenschaften in Mainz.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10199\" aria-describedby=\"caption-attachment-10199\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz06.jpg\" data-dt-img-description=\"Schwergewichte in der Hochschulpolitik: Siglinde und JonathanBrahmst. Foto: Frank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-10199\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz06-300x208.jpg\" alt=\"Schwergewichte in der Hochschulpolitik: Siglinde und Jonathan Brahmst. 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Er w\u00fcnscht sich aber vor allem eine Verbesserung der Studienbedingungen.<\/p>\n<p>Attraktiv sei Mainz zum Studieren, aber die Mieten seien kaum g\u00fcnstiger als in Frankfurt. Beide begr\u00fc\u00dfen die RMU-Allianz, sehen dagegen den zunehmenden bundesweiten Wettbewerb der Hochschulen eher kritisch. \u201eEine solide Grundfinanzierung f\u00e4nden wir besser\u201c, erg\u00e4nzt Siglinde; sie verstehen aber ihren Hochschulpr\u00e4sidenten, der seine Hochschule f\u00fcr die Konkurrenz fit machen m\u00fcsse. \u201eDie Bewerbung bindet nat\u00fcrlich Ressourcen, die man auch f\u00fcr andere Dinge einsetzen k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p>Gleichwohl sehen beide auch positive Effekte: \u201eDas Gutenberg Lehrkolleg zur F\u00f6rderung der Lehrkompetenz ist sicherlich ein gutes \u201aNebenprodukt\u2018 der Exzellenzinitiative.\u201c Siglinde und Jonathan sind keine politischen Hardliner, die den dauerhaften Clinch mit der Hochschulleitung suchen. Eher Pragmatiker, wie \u00fcberhaupt in Mainz die Studis Hochschulpolitik weniger ideologisch betreiben als in Frankfurt, sch\u00e4tzt Jonathan.<\/p>\n<p>Er ist aber mit seinen Kommilitonen auch nicht ganz zufrieden, w\u00fcnscht sich mehr Engagement: \u201eDie Unterfinanzierung der Universit\u00e4ten in Rheinland-Pfalz ist schon ein brisantes Thema. Wir hatten im Fr\u00fchjahr Probleme mit dem B\u00fccherturm, an die Lehrb\u00fccher kam man nur sehr umst\u00e4ndlich heran. Aber ein Protest hat sich nicht geregt.\u201c Jonathan studiert Jura auf Staatsexamen, seine Schwester ist eine der letzten Diplom-Studierenden ihres Faches.<\/p>\n<p>Vielleicht hat sich mit der Bologna-Reform ein neuer Studierendentypus etabliert? Sie geben zu, dass ihre langj\u00e4hrige hochschulpolitische Bet\u00e4tigung viel Zeit beansprucht hat und in einer anderen Studienstruktur vielleicht gar nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Die meisten Studierenden in Mainz d\u00e4chten heute eher in die Richtung: \u201eL\u00e4uft doch alles einigerma\u00dfen hier, wof\u00fcr denn protestieren?\u201c Siglinde und Jonathan \u2013 das Geschwisterpaar wird nicht mehr lange das Gesicht der Mainzer Studierendenschaft sein, denn beide stehen kurz vor dem Abschluss ihres Studiums.<\/p>\n<p>Wie schauen sie auf ihre Zeit in Mainz zur\u00fcck, w\u00fcrden sie die Uni Studieninteressierten empfehlen? \u201eAbraten w\u00fcrde ich sicherlich keinem, hier zu studieren; meinen Bruder habe ich ja auch hierhingeholt\u201c, sagt Siglinde und lacht. Durchaus ein Lob der Uni, vielleicht etwas nordisch unterk\u00fchlt \u2013 die Brahmsts stammen n\u00e4mlich aus Kiel.<\/p>\n<p><strong><em>Dieser Artikel ist in der <\/em><\/strong><a href=\"http:\/\/www.unireport.info\/63574937\/Unireport_5-16.pdf\" target=\"_blank\"><strong><em>Ausgabe 5.16 (PDF-Download)<\/em><\/strong><\/a><strong><em> des UniReport erschienen.<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz (JGU) kann auf eine lange Tradition verweisen \u2013 und ist doch eine junge dynamische Hochschule. 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