{"id":11728,"date":"2016-12-15T10:54:27","date_gmt":"2016-12-15T09:54:27","guid":{"rendered":"http:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=11728"},"modified":"2016-12-15T10:54:27","modified_gmt":"2016-12-15T09:54:27","slug":"im-portraet-die-technische-universitaet-darmstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/studium\/im-portraet-die-technische-universitaet-darmstadt\/","title":{"rendered":"Im Portr\u00e4t: Die Technische Universit\u00e4t Darmstadt"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_11729\" aria-describedby=\"caption-attachment-11729\" style=\"width: 750px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11729 size-full\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_cover.jpg\" alt=\"Der H\u00f6rsaal des Maschinenhauses. Das Geb\u00e4ude diente bis 2001 als Kraftwerk des Campus Stadtmitte. Foto: Thomas Ott\" width=\"750\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_cover.jpg 750w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_cover-300x180.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11729\" class=\"wp-caption-text\">Der H\u00f6rsaal des Maschinenhauses. Das Geb\u00e4ude diente bis 2001 als Kraftwerk des Campus Stadtmitte. Foto: Thomas Ott<\/figcaption><\/figure>\n<p><em><strong>Die Technische Universit\u00e4t Darmstadt, eine der drei Rhein-Main-Universit\u00e4ten (RMU), widmet sich nicht nur in den ingenieurs- und naturwissenschaftlichen F\u00e4chern innovativen L\u00f6sungen f\u00fcr gesellschaftliche Herausforderungen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Die TU Darmstadt verf\u00fcgt \u00fcber zwei Hauptstandorte: den im S\u00fcdosten der Stadt gelegenen Campus \u201eLichtwiese\u201c und den Campus \u201eStadtmitte\u201c. Strenggenommen ist der letztgenannte kein Campus, denn die Geb\u00e4ude der TU verteilen sich \u00fcber Darmstadts \u00fcberschaubaren Innenstadtkern und pr\u00e4gen diesen ganz erheblich.<\/p>\n<p>Jung und doch traditionsreich: Das Stadtschloss, das gerade grundsaniert wird, das Alte Hauptgeb\u00e4ude, aber auch das zum H\u00f6rsaal umgebaute ehemalige Maschinenhaus sind mit ihren historischen Fassaden wirkliche Hingucker in einer stark vom Krieg zerst\u00f6rten Stadt. Wie an vielen Universit\u00e4ten wurde aber auch in Darmstadt in den 1960er und -70er Jahren pragmatisch-n\u00fcchtern gebaut, wovon viele Geb\u00e4ude wie die Mensa zeugen.<\/p>\n<p>Aber auch neue architektonische Impulse werden gesetzt: Die neue Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek, deren Form an ein kleingeschriebenes \u201eb\u201c erinnert, hat mit ihrer luftigen und zugleich neo-klassischen Architektur eine Baul\u00fccke gef\u00fcllt und somit neue urbane Pl\u00e4tze zum Verweilen entstehen lassen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11752\" aria-describedby=\"caption-attachment-11752\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-11752\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_04.jpg\" alt=\"blog_unidarmstadt_04\" width=\"350\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_04.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_04-300x208.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11752\" class=\"wp-caption-text\">Altes Hauptgeb\u00e4ude der Technischen Universit\u00e4t Darmstadt.<\/figcaption><\/figure>\n<p>In Darmstadts Zentrum spielt die Technische Universit\u00e4t aber nicht nur in baulicher Hinsicht eine tragende Rolle. \u201eOhne die vielen studentisch initiierten Konzerte, Lesungen und Partys w\u00e4re in der Stadt kulturell deutlich weniger los\u201c, findet Julian Haas. Der Informatikstudent sitzt im Senat und war einige Jahre auch im AStA-Vorstand t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Darmstadt sei eine richtige Studentenstadt, denn immerhin gebe es, ber\u00fccksichtigt man auch die Immatrikulierten der Hochschule Darmstadt, mehr als 42.000 Studierende in der gut 150.000 Einwohner z\u00e4hlenden Stadt, betont Haas. Man studiere also gerne in Darmstadt, aber: Die Ruhe und Beschaulichkeit in der Stadt k\u00f6nne nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass die Wohnungssuche kein einfaches Unterfangen sei.<\/p>\n<p>Zwar seien die Mieten nicht so hoch wie in Frankfurt, aber g\u00fcnstig k\u00f6nne man in Darmstadt auch nicht mehr wohnen, beklagt Haas. In seinem Studienfach, der Informatik, seien zudem die Vorlesungen \u00fcberlaufen, und das Betreuungsverh\u00e4ltnis sei auch nicht optimal, merkt er kritisch an. Das d\u00fcrfte im Jahre 1877 noch anders gewesen sein: Mitten in der Zeit der Industriellen Revolution, in der an vielen Orten vorausschauend auf technisch orientierte Hochschulen gesetzt wurde, wurde die damalige Technische Hochschule Darmstadt gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>1882 wird Erasmus Kittler hier der weltweit erste Professor f\u00fcr Elektrotechnik. Verglichen mit geschichtstr\u00e4chtigen Universit\u00e4ten wie der Uni Heidelberg ist die TU Darmstadt sicherlich keine alte Hochschule. Jedoch wird auch hier Tradition gro\u00dfgeschrieben, wei\u00df Pressesprecher J\u00f6rg Feuck zu berichten. Der studierte Politologe und langj\u00e4hrige Redakteur der Frankfurter Rundschau hat pr\u00e4gende Erfahrungen mit dem Logo gemacht:<\/p>\n<p>Die Bildmarke der Universit\u00e4t, der Kopf der Athene, sollte vor ein paar Jahren leicht modifiziert werden. Doch geh\u00f6riger Protest unter den Hochschulangeh\u00f6rigen, so Feuck, bewies, dass das Logo in der alten Form beibehalten werden sollte. \u201eIch habe das im Endeffekt als erfreulich und als klares Bekenntnis empfunden, dass man sich sehr mit dem Logo identifiziert und es pflegen m\u00f6chte.\u201c<\/p>\n<h3><strong>Erste autonome Universit\u00e4t Deutschlands<\/strong><\/h3>\n<p>Mit dem 2004 vom Hessischen Landtag einstimmig beschlossenen \u201eTU Darmstadt-Gesetz\u201c hat die TU Darmstadt auch in der j\u00fcngsten Vergangenheit reichlich Aufmerksamkeit im In- und Ausland erzeugt:<\/p>\n<p>Als erste autonome Universit\u00e4t in Deutschland wurde sie bundesweit richtungsweisend f\u00fcr \u00e4hnliche Modelle. Der Mathematiker Professor Dr. Hans J\u00fcrgen Pr\u00f6mel, seit 2007 Pr\u00e4sident der TU, macht deutlich: \u201eWir haben in den vergangenen 12 Jahren einen intensiven Lernprozess erlebt: Man kann als Hochschule nicht einfach einen Schalter umlegen und ist dann autonom. Autonomie muss man lernen und aktiv leben. Und dieser Bewusstseinswandel hat die gesamte Universit\u00e4t erfasst.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_11746\" aria-describedby=\"caption-attachment-11746\" style=\"width: 242px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-11746\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_03-208x300.jpg\" alt=\"Der Informatiker Prof. Dr. Jan Peters entwickelt zusammen mit seinem Team Lernalgorithmen f\u00fcr humanoide Roboter. Foto: Katrin Binner\" width=\"242\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_03-208x300.jpg 208w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_03.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 242px) 100vw, 242px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11746\" class=\"wp-caption-text\">Der Informatiker Prof. Dr. Jan Peters entwickelt zusammen mit seinem Team Lernalgorithmen f\u00fcr humanoide Roboter. Foto: Katrin Binner<\/figcaption><\/figure>\n<p>Er betont die Selbstverantwortung der Universit\u00e4t f\u00fcr Entscheidungen, die fr\u00fcher das Ministerium in Wiesbaden traf. Vor allem die Personalautonomie sei ein wichtiges Instrument, um die Universit\u00e4t auf zukunftstr\u00e4chtige und spannende Forschungsfelder vorzubereiten. \u201eWir haben die Autonomie beispielsweise daf\u00fcr genutzt, um ein Zentrum f\u00fcr Cognitive Science zu gr\u00fcnden. Zugleich mussten wir selber daf\u00fcr Sorge tragen, woher wir die Stellen f\u00fcr die neuen Professuren nehmen.\u201c<\/p>\n<p>Auch im Bereich Bauen manifestiert sich die Eigenverantwortung der Universit\u00e4t: Seit Pr\u00f6mels Amtsantritt wurden ca. 450 Millionen Euro in neue Geb\u00e4ude und Umbauten investiert. \u201eWir haben entschieden, an welchen Stellen wir das Geld investieren und welche Geb\u00e4ude uns f\u00fcr Forschung, Lehre und den Zuwachs an Lernzentren wichtig sind.\u201c Allein die neue Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek (ULB) hat 73 Millionen Euro gekostet.<\/p>\n<p>Neue Strukturen und insbesondere ein mit Personal stark aufgestocktes Baudezernat waren notwendig, um die neuen Aufgaben administrativ zu bew\u00e4ltigen. Auch an anderer Stelle wurden neue Governance-Ebenen etabliert: Ein eigenes Referat Qualit\u00e4tsmanagement sorgt f\u00fcr das Monitoring der Leistungen und Zielsetzungen etwa der Fachbereiche und der Verwaltung.<\/p>\n<h3><strong>Interdisziplinarit\u00e4t: Geist und Technik mit vereinten Kr\u00e4ften<\/strong><\/h3>\n<p>Wie wirbt Uni-Pr\u00e4sident Pr\u00f6mel gegen\u00fcber Studieninteressierten f\u00fcr seine Universit\u00e4t? \u201eAn der TU besch\u00e4ftigen wir uns mit wichtigen Zukunftsfeldern, in denen k\u00fcnftig mehr Arbeitspl\u00e4tze entstehen als wegfallen\u201c, sagt Pr\u00f6mel wie aus der Pistole geschossen. Wer Wegweisendes \u00fcber Industrie 4.0 oder Digitalisierung erfahren wolle, der sei an der TU Darmstadt richtig. Zugleich werde die Bedeutung einer Gr\u00fcnderkultur im Sinne von Entrepreneurship und Mut zum Umsetzen von Forschungsergebnissen in Innovationen den Studierenden f\u00e4cher\u00fcbergreifend vermittelt.<\/p>\n<p>\u201eMit unseren l\u00e4ngst zum Vorzeigemodell gewordenen f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Projekten in der Studieneingangsphase geben wir etwa den angehenden Ingenieuren an die Hand, dass es mehr als Ingenieurswissen bedarf, um die gesellschaftlichen Herausforderungen zu meistern.\u201c Wichtig sei es, sich die Grundlagen der Naturwissenschaften zu erarbeiten, aber ebenso, die Zusammenarbeit und den Austausch mit den Geistes- und Sozialwissenschaften zu suchen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11745\" aria-describedby=\"caption-attachment-11745\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11745\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_02-300x208.jpg\" alt=\"Das Atrium der Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek (UL B) Stadtmitte, die 2012 er\u00f6ffnet wurde. Foto: Katrin Binner\" width=\"350\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_02-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_02.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11745\" class=\"wp-caption-text\">Das Atrium der Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek (ULB) Stadtmitte, die 2012 er\u00f6ffnet wurde. Foto: Katrin Binner<\/figcaption><\/figure>\n<p>Interdisziplinarit\u00e4t, so Pr\u00f6mel, sei an einer mittelgro\u00dfen Uni leichter umzusetzen: \u201eDie Durchl\u00e4ssigkeit zwischen den F\u00e4chern ist erfahrungsgem\u00e4\u00df gr\u00f6\u00dfer.\u201c Wie ist nun aber das Verh\u00e4ltnis von Geistes- und Sozialwissenschaften zu den technischen F\u00e4chern, gibt es da nicht bestimmte f\u00e4cherspezifische Reibungen? Pr\u00f6mel konzediert, dass die Geisteswissenschaften schon eine gewisse \u201eSchutzzone\u201c ben\u00f6tigten, da sie auch beim Einwerben von Drittmitteln aufgrund der Volumina der ausgeschriebenen Programme nicht so stark seien wie Ingenieurwissenschaften.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist der Pr\u00e4sident der TU Darmstadt aber davon \u00fcberzeugt, dass sich die Geistes- und Sozialwissenschaften auch an einer Technischen Universit\u00e4t anerkannt und eingebunden f\u00fchlen. \u201eEin Beispiel ist das neue Feld der Digital Humanities: Da befinden sich unsere Geisteswissenschaftler in einem sehr guten Austausch mit unserer gro\u00dfen Informatik.<\/p>\n<p>Und auch im Verbund mit unseren RMU-Partneruniversit\u00e4ten Frankfurt und Mainz hat dieser Ansatz riesige Potenziale\u201c, unterstreicht Pr\u00f6mel. Julian Haas, der selber Informatik studiert, ist da etwas skeptischer. Er w\u00fcnscht sich eine st\u00e4rkere Ber\u00fccksichtigung der eher kleinen Geistes- und Sozialwissenschaften auch bei der Mittelvergabe:<\/p>\n<p>\u201eAuch die technischen F\u00e4cher sollten noch mehr Bereitschaft daf\u00fcr zeigen, sich von einer rein technischen Denkweise zu l\u00f6sen und sich auch f\u00fcr ethische Fragestellungen zu \u00f6ffnen\u201c, w\u00fcnscht sich Haas. Seine Hoffnung setzt er auch auf die RMU-Allianz: Wenn F\u00e4cher \u00fcber Universit\u00e4tsgrenzen hinweg kooperieren, k\u00f6nnte Darmstadt beispielsweise von den breiter aufgestellten Geistes- und Sozialwissenschaften in Frankfurt profitieren.<\/p>\n<h3><strong>Auch der Roboter muss lernen \u2026<\/strong><\/h3>\n<p>Von den Studierendenzahlen her ist der Fachbereich Informatik der gr\u00f6\u00dfte an der TU Darmstadt. Und auch im Hinblick auf die Forschung gibt es hier einige Leuchtt\u00fcrme zu besichtigen. Im Alten Hauptgeb\u00e4ude experimentieren Nachwuchswissenschaftler aus dem Fachgebiet \u201eIntelligente autonome Systeme\u201c von Professor Jan Peters in modernen Labors mit Robotertechnologie. Zwar geht es hier prim\u00e4r nicht darum, Humanoide zu entwickeln, wie sie zum Beispiel als \u201eTerminatoren\u201c in der Science Fiction schon lange unterwegs sind.<\/p>\n<p>M\u00f6gen diese fiktionalen Roboter einem Wissenschaftler nur ein m\u00fcdes L\u00e4cheln ins Gesicht zaubern, so geht die Forschung durchaus Wege, die erstaunlich sind: In Darmstadt arbeitet man augenblicklich an Weiterentwicklungen jener Roboter, die nur programmierte und damit feststehende Bewegungen ausf\u00fchren k\u00f6nnen. F\u00fcr Asimo, den wohl bekanntesten Humanoiden, kann ein Stein auf seinem Weg schon zum un\u00fcberwindbaren Hindernis werden.<\/p>\n<p>Das Zauberwort lautet hier \u201eLernen\u201c: Dr. Elmar R\u00fcckert und seine Kollegen wollen den Robotern n\u00e4mlich beibringen, wie sie lernen. Denn gerade mittelst\u00e4ndische Unternehmen ben\u00f6tigen keine Fertigungsroboter, die wie bei der Autoproduktion eine klar definierte Bewegung ausf\u00fchren, sondern intelligente und anpassungsf\u00e4hige Varianten. Das kann bedeuten, dass dem Roboter beim Zusammenbau eines M\u00f6belst\u00fccks Bewegungen \u00fcber eine vom Menschen bediente Kamera vorgegeben werden, aus denen er dann selbstst\u00e4ndig die notwendigen Abl\u00e4ufe zusammensucht.<\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; line=&#8220;true&#8220; style=&#8220;1&#8243;]<\/p>\n<h4><strong>Die Technische Universit\u00e4t Darmstadt<\/strong><\/h4>\n<p>Die Technische Universit\u00e4t Darmstadt z\u00e4hlt zu den mittelgro\u00dfen Universit\u00e4ten in Deutschland; sie geh\u00f6rt dem Universit\u00e4tsverbund technischer Universit\u00e4ten an (TU9) an. Sie hat rund 26.300 Studierende, 4 700 Mitarbeiter, davon \u00fcber 300 Professoren.<\/p>\n<p>Die TU Darmstadt war 2007 und 2012 in der Exzellenzinitiative des Bundes erfolgreich, heute werden eine Graduate School of Computational Engineering \u201eBeyond Traditional Sciences\u201c und eine Graduiertenschule f\u00fcr Energiewissenschaft und Energietechnik gef\u00f6rdert. Zus\u00e4tzlich ist die TU Darmstadt am Exzellenzcluster \u201eDie Herausbildung normativer Ordnungen\u201c der Goethe-Universit\u00e4t beteiligt. Auch im Rahmen der Hessischen LOEWE-Initiative werden verschiedene Zentren und Schwerpunkte an der TU Darmstadt gef\u00f6rdert. 2015 wurden insgesamt 154 Millionen Drittmittel eingeworben.<\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t hat sechs Profilbereiche definiert: Cybersicherheit; Internet und Digitalisierung; Teilchenstrahlen und Materie; Thermo- Fluids und Interfaces; Energiesysteme der Zukunft; Vom Material zur Produktinnovation.<\/p>\n<p><strong>\u00bb <\/strong><a href=\"http:\/\/www.tu-darmstadt.de\" target=\"_blank\">www.tu-darmstadt.de<\/a><\/p>\n<p>[\/dt_call_to_action]<\/p>\n<p>Selbst von \u201eArtgenossen\u201c k\u00f6nnen im Darmst\u00e4dter Labor Roboter lernen, wenn sie beim Tischtennisspielen gegeneinander antreten. Und auf einer weiteren Entwicklungsstufe hat der Roboter sozusagen gelernt, wie er lernen kann und sich flexibel neuen Situationen anpasst, wie es k\u00fcnftig auch auf sensiblen Feldern wie der Pflege in Altenheimen einmal notwendig werden kann. Dass Lernen immer auch eine spielerische Seite hat, merken Besucher des Roboterlabors sp\u00e4testens dann, wenn sie gegen einen Roboter beim Strategiespiel \u201eTic Tac Toe\u201c antreten m\u00fcssen:<\/p>\n<p>Wenn der Roboterarm den ersten Zug get\u00e4tigt hat, ist es schwer, noch gegen ihn zu gewinnen. \u201eBislang sind die Roboter noch semi-autonom\u201c, betont R\u00fcckert; man sollte, so der Forscher, auf den Fortschritt, den die Technologie in den n\u00e4chsten Jahren machen wird, nicht mit Schreckensszenarien reagieren. \u201eKognitive F\u00e4higkeiten, wie sie der Mensch in den ersten Lebensjahren entwickelt, zu erwerben ist f\u00fcr einen Roboter nach wie vor sehr schwierig.\u201c<\/p>\n<p>Jedoch sieht R\u00fcckert durchaus die Notwendigkeit, dass die Politik in der Zukunft ein Regelwerk festschreiben sollte. \u201eIch denke nicht, dass ein Roboter jeden Beruf ersetzen sollte.\u201c Jedenfalls kann sich R\u00fcckert nicht vorstellen, dass ein intelligenter und autonomer Roboter sogar ein Team leiten kann \u2013 das sehen in den technikverliebten USA manche Forscher bereits anders.<\/p>\n<h3><strong>Digital, aber nicht papierlos \u2026<\/strong><\/h3>\n<p>Die M\u00f6glichkeiten digitaler Datenverarbeitung und Kommunikation erscheinen schier unbegrenzt. Doch auf dem Weg ins digitale Zeitalter lauern auch Fallstricke, sind Prinzipien des Datenschutzes und der Datentransparenz zu beachten. Ein Feld, auf dem analoge Medien k\u00fcnftig von digitalen abgel\u00f6st werden k\u00f6nnen, ist das Wahlverfahren. Anstatt sein Kreuzchen auf einem Papierzettel zu machen, k\u00f6nnte der W\u00e4hler doch auch am Computer seine Stimme abgeben.<\/p>\n<p>Dass dies nicht ganz so einfach ist, wie es klingt, kann Dr. Jurlind Budurushi, Mitarbeiter im Fachgebiet Security, Usability, Society (SECUSO) anschaulich erl\u00e4utern: Jeder W\u00e4hler muss etwa bei Kommunalwahlen auch ohne technisches Vorwissen seine individuell abgegebenen Stimmen \u00fcberpr\u00fcfen k\u00f6nnen. Das bedeutet: Die digital eingegebenen Daten m\u00fcssen gewisserma\u00dfen auch au\u00dferhalb des Systems gecheckt werden k\u00f6nnen, es bedarf also eines papiernen Ausdrucks.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11744\" aria-describedby=\"caption-attachment-11744\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11744\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_01-300x208.jpg\" alt=\"Das Eingangsgeb\u00e4ude karo 5 der TU Darmstadt am Karolinenplatz. In der Glasfassade spiegelt sich das Hessische Landesmuseum Darmstadt. Foto: Jan-Christoph Hartung\" width=\"350\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_01-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_UniDarmstadt_01.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11744\" class=\"wp-caption-text\">Das Eingangsgeb\u00e4ude karo 5 der TU Darmstadt am Karolinenplatz. In der Glasfassade spiegelt sich das Hessische Landesmuseum Darmstadt. Foto: Jan-Christoph Hartung<\/figcaption><\/figure>\n<p>Warum nun \u00fcberhaupt an dem digitalen Wahlverfahren EasyVote forschen, wenn der \u201eMedienbruch\u201c, also ein hybrides Verfahren, das analog und digital verbindet, unvermeidlich ist? Betrachtet man das Hessische Kommunalwahlgesetz, dann gibt es gute Gr\u00fcnde daf\u00fcr: Denn dieses erscheint dem Au\u00dfenstehenden zuerst einmal als sehr komplex. Man kann panaschieren, d. h. seine Stimmen an die Bewerber verschiedener Parteien verteilen, aber auch kumulieren, d. h. einzelnen Kandidaten bis zu drei Stimmen geben, und die beiden M\u00f6glichkeiten miteinander kombinieren.<\/p>\n<p>Das digitale Wahlsystem kann den W\u00e4hler aktiv unterst\u00fctzen, den \u00dcberblick \u00fcber bereits vergebene und noch m\u00f6gliche zu vergebende Stimmen zu behalten, indem es auf Fehler oder sich aufhebende Konstellationen aufmerksam macht. Die Forscher fanden in einer Studie heraus, dass dadurch die Zahl der ung\u00fcltigen Wahlzettel signifikant verringert werden k\u00f6nnte. Ob Verfahren wie EasyVote einmal bei Wahlen zum Einsatz kommt, ist noch nicht ganz klar. Budurushi vermutet, dass junge W\u00e4hler digitalen Stimmverfahren gegen\u00fcber offener sind.<\/p>\n<p>Dass man in Deutschland einmal von zuhause aus auf elektronischem Weg seine Stimme abgeben wird, stellt f\u00fcr ihn eine Alternative zur Briefwahl dar, nicht jedoch einen Ersatz f\u00fcr das traditionelle Wahllokal: \u201eEin Wahllokal ist zugleich so etwas wie eine gesch\u00fctzte Zone und ein \u00f6ffentlicher Ort, und gerade das ist ja f\u00fcr eine Wahl nicht ganz unwichtig.\u201c<\/p>\n<h3><strong>Wenn die Kaffeemaschine gehackt wird \u2026<\/strong><\/h3>\n<p>Wenn \u00fcber die Sicherheit von digitalen Ger\u00e4ten gesprochen wird, denkt man meist an Rechner, Laptops und Smartphones, vielleicht manchmal auch an Bordcomputer im intelligenten, vernetzten Auto. Der neueste Trend ist die Digitalisierung von Alltagsger\u00e4ten: Kaffeemaschinen, T\u00fcrschl\u00f6sser oder Heizungs-Thermostate k\u00f6nnen \u00fcber winzige Chips mit dem Internet verbunden werden. Sch\u00e4tzungen gehen davon aus, dass in ein paar Jahren weltweit bis zu 20 Milliarden solcher internettauglicher Ger\u00e4te im Einsatz sein werden.<\/p>\n<p>Cybersecurity, kurz \u201eCYSEC\u201c, hei\u00dft der junge Profilbereich, in dem die TU Darmstadt ihre Forschungsaktivit\u00e4ten in IT- Sicherheit b\u00fcndelt. Hier werden auch die Sicherheitsrisiken des \u201eInternet der Dinge\u201c, im Englischen kurz und knapp \u201eIoT\u201c, untersucht. Der Informatiker Markus Miettinen erkl\u00e4rt im IoT Security Lab, warum hier gewaltige Sicherheitsl\u00fccken klaffen: \u201eDie Hersteller solcher Alltagsger\u00e4te sind nat\u00fcrlich keine IT-Experten und gehen daher recht sorglos mit dem Einbau von Chips um, die den Anschluss ans Internet erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Damit k\u00f6nnen die Ger\u00e4te aber potenziell von au\u00dfen gehackt werden.\u201c Miettinen und das Team des Security Lab arbeiten daran, dass Sicherheitsl\u00fccken in IoT-Ger\u00e4ten vom System automatisch erkannt werden. Der Nutzer kann dann beispielsweise die Firewall-Einstellungen \u00e4ndern. W\u00fcnschenswert w\u00e4re ebenso, dass die f\u00fcr solche Fragen sensibilisierten Kunden den Druck auf die Hersteller erh\u00f6hen, damit diese mehr Sorgfalt bei der Anbindung ihrer Ger\u00e4te ans Internet walten lassen.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler bezeichnen dieses Feld als \u201eprivacy by design\u201c. Vorerst betreiben die Darmst\u00e4dter Informatiker in diesem Bereich Grundlagenforschung \u2013 der wohl nicht aufzuhaltende Boom des IoT verleiht ihrer Forschung ein hohes Ma\u00df an Relevanz. Die \u201egehackte Kaffeemaschine\u201c mag heute vielleicht noch nach einem schlechten Witz klingen, doch sollte sich die Gesellschaft rechtzeitig auf Sicherheitsl\u00fccken von weit gr\u00f6\u00dferer Tragweite einstellen \u2026<\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;plain&#8220; style=&#8220;1&#8243; line=&#8220;false&#8220;]<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-10195\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz02.jpg\" width=\"200\" height=\"138\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz02.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/blog_unireport_rmu-mainz02-300x208.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><strong>Im Portr\u00e4t: Die Johannes Gutenberg-Uni in Mainz<\/strong><\/p>\n<p>Die Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz (JGU) kann auf eine lange Tradition verweisen \u2013 und ist doch eine junge dynamische Hochschule. Mit vielen Neu- und Umbauten r\u00fcstet sie sich f\u00fcr die neuen Herausforderungen. Ein Besuch bei einer der drei Rhein-Main-Universit\u00e4ten (RMU). <a href=\"http:\/\/tinygu.de\/3nsr\">Weiterlesen \u00bb<\/a><\/p>\n<p>[\/dt_call_to_action]<\/p>\n<p><strong><em>Dieser Artikel ist in der <\/em><\/strong><a href=\"http:\/\/www.unireport.info\/64338801\/Unireport_6-16.pdf\" target=\"_blank\"><strong><em>Ausgabe 6.16 (PDF-Download)<\/em><\/strong><\/a><strong><em> des UniReport erschienen.<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Technische Universit\u00e4t Darmstadt, eine der drei Rhein-Main-Universit\u00e4ten (RMU), widmet sich nicht nur in den ingenieurs- und naturwissenschaftlichen F\u00e4chern innovativen L\u00f6sungen f\u00fcr gesellschaftliche Herausforderungen. 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