{"id":11770,"date":"2017-01-05T15:00:29","date_gmt":"2017-01-05T14:00:29","guid":{"rendered":"http:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=11770"},"modified":"2017-01-05T15:00:29","modified_gmt":"2017-01-05T14:00:29","slug":"bioinformatiker-muessen-beide-sprachen-sprechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/studium\/bioinformatiker-muessen-beide-sprachen-sprechen\/","title":{"rendered":"\u00bbBioinformatiker m\u00fcssen beide Sprachen sprechen\u00ab"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_11773\" aria-describedby=\"caption-attachment-11773\" style=\"width: 750px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11773 size-full\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_ur_bioinformatik.jpg\" alt=\"Die Gruppe \u00bbMolekulare Bioinformatik\u00ab von Prof. Ina Koch, mit Bachelor-, Master-, Promotions-Studierenden, Postdocs, technischen Kr\u00e4ften und Sekret\u00e4rin.\" width=\"750\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_ur_bioinformatik.jpg 750w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/blog_ur_bioinformatik-300x140.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11773\" class=\"wp-caption-text\">Die Gruppe \u00bbMolekulare Bioinformatik\u00ab von Prof. Ina Koch, mit Bachelor-, Master-, Promotions-Studierenden, Postdocs, technischen Kr\u00e4ften und Sekret\u00e4rin.<\/figcaption><\/figure>\n<p><em><strong>Der Bachelor of Science Bioinformatik: Wer sp\u00e4ter mit computergest\u00fctzten Methoden aktuelle Forschungsaufgaben in der Biologie und Medizin l\u00f6sen m\u00f6chte, f\u00fcr den ist dieser Studiengang das Richtige.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Die Goethe-Universit\u00e4t bietet ein ideales Umfeld: Sie ist forschungsstark in Biologie, Mathematik und Medizin, umgeben von Forschungseinrichtungen wie dem Paul-Ehrlich- oder Max-Planck- Institut sowie gro\u00dfen Pharmaunternehmen wie Sanofi und Merck.<\/p>\n<p>\u201eIn den 90er Jahren war unser Fach eine Kreuzung aus zwei Wissenschaften. Heute ist die Bioinformatik, \u00e4hnlich wie die Biochemie, eine sehr eigenst\u00e4ndige Disziplin\u201c, macht Ina Koch, Professorin f\u00fcr Bioinformatik, gleich zu Beginn deutlich. Sie ist eine von zwei Professoren des kleinen, aber zukunftstr\u00e4chtigen Studiengangs. \u201eZwischen beiden Wissenschaften sind Grenzgebiete entstanden, die weder der einen noch der anderen Disziplin zuzurechnen sind.\u201c Ziel des Studiums sei es, die Sprachen beider Disziplinen zu verstehen, um mit computergest\u00fctzten Methoden Probleme der Biologie zu l\u00f6sen. \u201eEin Bioinformatiker spricht sowohl die Sprache des Informatikers als auch des Mediziners oder Biologen und kann zwischen ihnen vermitteln.\u201c<\/p>\n<p>2001 wurde der Diplom-Studiengang in Frankfurt aus der Taufe gehoben. An der Goethe-Universit\u00e4t gibt es bisher zwei unbefristete Bioinformatik-Professuren, Ingo Ebersberger am FB 15 und Ina Koch am FB 12 und zwei befristete Bioinformatik-Professuren, Franziska Matth\u00e4us am FIAS und FB 15 und Kathi Zarnack am BMLS und FB 15. Da der Studiengang am Institut f\u00fcr Informatik angesiedelt ist, geh\u00f6ren Lehrende wie Studierende zu den letzten Nutzern des Campus Bockenheim und regelm\u00e4\u00dfigen Pendlern zum Campus Riedberg. Das geh\u00f6rt zu den wenigen Minuspunkten, die die recht begeisterten Bioinformatiker zu nennen bereit sind. Denn: Welche Rolle die Auswertung von Daten in den Lebenswissenschaften spielen kann, das leuchtet jedem ein, der schon einmal Dokumentationen \u00fcber medizinische Forschung angeschaut hat.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens im Masterstudium geht es dann auch um Fragestellungen wie: Welche Mutationen in Genomen sind krankheitserregend? Woran erkennt man den Unterschied zwischen einem gesunden und einem kranken Stoffwechsel? Welche chemischen Reaktionen von Proteinen sorgt f\u00fcr Wechselwirkungen zwischen Genen? Ganz zu Beginn des Bachelor-Studiums besuchen Erstsemester noch die gleichen Vorlesungen wie reine Informatiker oder Biologen, aber schon im zweiten Semester stehen spezielle Bioinformatikveranstaltungen auf dem Plan.<\/p>\n<p>Die sechs Semester Regelstudienzeit sind vollgepackt mit Pflichtmodulen. \u201eDaher lassen wir unseren Studierenden gro\u00dfe Freiheit beim Wahlpflichtmodul. Das kann von Sport bis Sprachen gehen\u201c, sagt Ina Koch, die zugleich Studiengangorganisatorin und wissenschaftliche Leiterin ist. Spa\u00df und Freude am Studium h\u00e4tten viele, \u201eweil man bei uns sehr frei denken darf\u201c. \u201eDer Andrang ist gro\u00df f\u00fcr ein Spezialfach\u201c, sagt Koch stolz.<\/p>\n<p>Der Numerus Clausus der letzten Jahre im Zweierbereich stellt keine allzu gro\u00dfe H\u00fcrde dar. \u201eAber Mathematik und Informatik muss man m\u00f6gen\u201c, so die Professorin. Schlie\u00dflich braucht man gewisse analytische F\u00e4higkeit, um Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten in den Unmengen von Daten zu erkennen, die in Biologie und Medizin anfallen. \u201eDaf\u00fcr lernt man bei uns Algorithmen und das Programmieren.\u201c<\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; style=&#8220;1&#8243; line=&#8220;false&#8220;]<\/p>\n<h3><strong>Drei Fragen an Fachschaftsvertreter Marcus Kessler<\/strong><\/h3>\n<p><em><strong>Was muss man f\u00fcr Bioinformatik mitbringen?<\/strong> <\/em><\/p>\n<p>Erstaunlicherweise gar nicht mal so viel! Eine der h\u00e4ufigsten Fragen, die uns neue Studierende stellen, ist, ob man bereits programmieren k\u00f6nnen muss. Dies ist nicht notwendig, da viele unserer Studierenden keine Vorkenntnisse haben und das Programmieren von Grund auf im Studium lernen. F\u00fcr sehr viel wichtiger als eine Menge Vorwissen halte ich Enthusiasmus \u2013 Biologie, Mathematik und Chemie sowie das Arbeiten mit dem Computer sollten einem angehenden Bioinformatiker schon liegen.<\/p>\n<p><strong><em> Was stellt sich im Studienverlauf anders dar, als man vielleicht vorher dachte?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Viele neue Bioinformatik-Studierende haben am Anfang ihres Studiums \u00fcberhaupt keine Vorstellung davon, was Bioinformatik \u00fcberhaupt ist, und manche finden dann leider bald heraus, dass sie kein Interesse an dem Fach besitzen. Also hier erstmal eine kurze Zusammenfassung, wie ich pers\u00f6nlich die Bioinformatik an der Goethe-Uni sehe: in der Bioinformatik werden biologische Daten mithilfe eines Computers analysiert, simuliert und ausgewertet. Als das traditionellste Thema w\u00fcrde ich die Gensequenzanalyse nennen, jedoch gibt es auch andere Gebiete, die in Frankfurt gelehrt werden, wie die Proteinstrukturbestimmung, die Neurobiologie, die Zellbiologie und andere. Eher au\u00dferhalb des Fokus der Bioinformatik hingegen sind Dinge wie Bionik, in der zur L\u00f6sung technischer Probleme L\u00f6sungsans\u00e4tze aus biologischen Systemen verwendet werden.<\/p>\n<p><em><strong>Was spricht f\u00fcr Bioinformatik in Frankfurt?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Der Bachelorstudiengang ist gut aufgebaut mit einem fordernden, aber machbaren Arbeitsaufwand und einer guten Mischung in jedem Semester aus F\u00e4chern der Biologie, Informatik und Bioinformatik. Es gibt \u00fcber das Studium mehrere Laborpraktika mit Themen wie Genetik, Zellbiologie oder Sequenzanalyse, die eine willkommene Abwechslung in den Studienalltag bringen. Der Masterstudiengang ist im Vergleich zu anderen Hochschulen sehr offen aufgebaut, so dass man sich als Studierender gut aussuchen kann, in welche Richtung man sich spezialisieren m\u00f6chte. Wer sich \u00fcber das Studium hinaus engagieren m\u00f6chte, dem wird in der Fachschaft die M\u00f6glichkeit gegeben, sich aktiv am Aufbau des Studiengangs zu beteiligen \u2013 unsere Professoren haben sich sehr oft aktiv daf\u00fcr eingesetzt, dass die Stimme der Studierenden geh\u00f6rt und ihre Meinung in wichtigen Entscheidungen mit einbezogen wird.<\/p>\n<p>[\/dt_call_to_action]<\/p>\n<h3><strong>Mischung aus zwei Wissenschaften<\/strong><\/h3>\n<p>Dass Leonard Feist nach dem Abitur auf den kleinen Studiengang der Goethe-Universit\u00e4t aufmerksam wurde, verwundert nicht, wenn man seine Leistungskurse kennt: Biologie und Informatik. Bis heute bereut er seine Wahl nicht, wei\u00df aber, dass die Mischung aus zwei Wissenschaften nicht jedermanns Sache ist: \u201eIm biologischen Teil muss man sehr viel auswendig lernen, im informatischen Teil hingegen r\u00e4tselartige, logische Problemstellungen l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Gegens\u00e4tzlicher geht es kaum und viele ehemalige Kommilitonen sind mit einem der beiden Bereiche nicht klargekommen und haben dann in ein Studium des anderen Bereichs gewechselt.\u201c Er selbst m\u00f6chte erstmal die vielen Facetten der Bioinformatik besser kennenlernen, \u201edamit ich mir ein Bild davon machen kann, welche mir dauerhaft am besten gef\u00e4llt\u201c. Besonders spannend und faszinierend findet er schon jetzt die Erschaffung von k\u00fcnstlichen neuronalen Netzen und hofft auf Vertiefung im Masterstudium, das er, \u201ewie in den Naturwissenschaften \u00fcblich\u201c, auf den Bachelor setzen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens im Master spezialisieren sich die Studierenden durch Wahlpflichtf\u00e4cher in Bioinformatik, Mathematik, Medizin, Chemie, Physik oder Mathematik und ein Forschungspraktikum, \u201edas man problemlos im Ausland absolvieren kann\u201c. Auch die Studierenden in Frankfurt seien sehr international aufgestellt. \u201eWegen unserer Chinesen, die extra Deutsch gelernt haben, um bei uns zu studieren, verzichten wir im Bachelor-Studiengang noch auf Veranstaltungen in Englisch\u201c, sagt Koch.<\/p>\n<p>Die Literatur sei aber zu 90 Prozent englisch. Bachelorstudent Johannes Gabele wird wie die meisten seiner Kommilitonen \u201eh\u00f6chstwahrscheinlich den Master Bioinformatik beginnen.\u201c 80 Prozent setzen sogar auf den Master noch eine Promotion, \u201edenn Bioinformatik ist immer forschungsorientiert \u2013 sogar in der Industrie\u201c, sagt die Professorin. Johannes Gabele kann der Gedanke an viele weitere Semester an der Uni nicht schocken:<\/p>\n<p>\u201eMein Studium ist bunter als gedacht. Die Einsatzm\u00f6glichkeiten sind derart vielf\u00e4ltig, dass ich immer wieder neue entdecke.\u201c Den jungen Mann aus dem Vordertaunus faszinieren gleich mehrere Themen: \u201eNeurobiologie, wo riesige Netzwerke untersucht werden und Software ben\u00f6tigt wird, um alle Daten analysieren und verarbeiten zu k\u00f6nnen. Proteine und Gene, die untersucht und anhand Mustern und Funktionen verglichen, aber auch modifiziert werden.<\/p>\n<p>Und Netzwerke als reines informatisches Fachgebiet.\u201c Die Berufschancen f\u00fcr Absolventen sind gut: \u201eIn der Forschung gibt es nat\u00fcrlich vor allem befristete Stellen, so dass wir die besten Absolventen an die Industrie verlieren\u201c, bedauert Ina Koch. Sehr interessiert seien neben den gro\u00dfen Pharma-Unternehmen auch junge Biotech-Firmen. \u201eDie gro\u00dfen Zentren f\u00fcr Bioinformatik in Deutschland sind M\u00fcnchen und Berlin.<\/p>\n<p>Aber auch wir in Frankfurt haben ein perfektes wissenschaftliches Umfeld\u201c, ist Ina Koch \u00fcberzeugt. Auch wenn manche Studierende \u00fcber den st\u00e4ndigen Wechsel zwischen Campus Bockenheim und Campus Riedberg st\u00f6hnen: \u201eDie Wege bei uns zwischen den Fachbereichen sind kurz und man kennt sich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>[Autorin: Julia Wittenhagen]<\/em><\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; style=&#8220;1&#8243; line=&#8220;true&#8220;]<\/p>\n<p><strong>Weitere Infos \u00fcber das Fachgebiet<\/strong><br \/>\n<strong>\u00bb<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.informatik.uni-frankfurt.de\/index.php\/de\/studierende-studiengaenge\/studierende-studiengaenge-bioinformatik.html\">www.informatik.uni-frankfurt.de<\/a><br \/>\n<strong>Webseite des deutschen Fachverbandes Fachgruppe Bioinformatik \u2013 FaBI:<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.bioinformatik.de\">www.bioinformatik.de<\/a> (Studienangebote, Stellen, j\u00e4hrliche Fachtagung)<\/p>\n<p>[\/dt_call_to_action]<\/p>\n<p><strong><em>Dieser Artikel ist in der <\/em><\/strong><a href=\"http:\/\/www.unireport.info\/64338801\/Unireport_6-16.pdf\" target=\"_blank\"><strong><em>Ausgabe 6.16 (PDF-Download)<\/em><\/strong><\/a><strong><em> des UniReport erschienen.<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bachelor of Science Bioinformatik: Wer sp\u00e4ter mit computergest\u00fctzten Methoden aktuelle Forschungsaufgaben in der Biologie und Medizin l\u00f6sen m\u00f6chte, f\u00fcr den ist dieser Studiengang das Richtige. 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