{"id":17998,"date":"2017-07-28T13:37:24","date_gmt":"2017-07-28T11:37:24","guid":{"rendered":"http:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=17998"},"modified":"2017-07-28T13:37:24","modified_gmt":"2017-07-28T11:37:24","slug":"die-physik-der-zeitreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/forschung\/die-physik-der-zeitreise\/","title":{"rendered":"Die Physik der Zeitreise"},"content":{"rendered":"<p><em><strong><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-18040\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/blog_fofra-vogel2.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/blog_fofra-vogel2.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/blog_fofra-vogel2-300x208.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>Zeitreisen sind ein beliebtes Thema der Science-Fiction. Doch sind sie physikalisch \u00fcberhaupt m\u00f6glich? Physiker und Wissenschaftskommunikator Sascha Vogel erl\u00e4utert diese Frage am Beispiel der Hollywood-Filme \u00bbZur\u00fcck in die Zukunft\u00ab und \u00bbInterstellar\u00ab.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Obwohl wir sie t\u00e4glich erfahren, messen und manchmal auch vergessen, ist die Zeit eines der am wenigsten verstandenen Konstrukte der Physik. Hat sie eine Richtung? Und falls ja, kann man sie umkehren, wie man einen Film r\u00fcckw\u00e4rts laufen lassen kann? Wie meistens in der Physik, muss man erst einige andere Fragen beantworten, bevor man sich mit Zeitreisen und anderen spannenden Ph\u00e4nomenen befassen kann.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst m\u00fcssen wir kl\u00e4ren, was Zeit eigentlich ist. Dar\u00fcber haben sich schon die gro\u00dfen griechischen Philosophen Gedanken gemacht. Wir steigen aber etwas sp\u00e4ter bei Isaac Newton und Gottfried Wilhelm Leibniz ein, die eine wilde Debatte \u00fcber das Wesen der Zeit gef\u00fchrt haben. F\u00fcr Newton waren Zeit und Raum reale, physikalisch beschreibbare Gr\u00f6\u00dfen. Er sah sie als eine Art Container, der alle anderen realen Objekte des damals noch etwas kleineren Universums enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Leibniz behauptete dagegen, die Zeit sei nichts weiter als eine gedankliche Konstruktion. Ohne auf die Details der Diskussion weiter ein zugehen, halten wir hier fest: Newtons Sichtweise hat die wissenschaftliche Gemeinschaft letztendlich \u00fcberzeugt. Ein sehr wichtiges Detail in Newtons Beschreibung der Zeit war, dass er sie als absolut definierte. Genau wie der Raum, der sich nicht \u00e4ndert, was auch darin passiert, ist in der Newton\u2019schen Mechanik auch die Zeit unabh\u00e4ngig von der restlichen Physik. Und das stimmt mit unserer t\u00e4glichen Erfahrung durchaus \u00fcberein.<\/p>\n<h3>Auftritt Einstein und seine Relativit\u00e4tstheorie<\/h3>\n<p>Ein paar Jahrhunderte sp\u00e4ter r\u00fcttelte Albert Einstein an diesem Weltbild mit seiner speziellen Relativit\u00e4tstheorie. In seiner Arbeit \u00bbZur Elektrodynamik bewegter K\u00f6rper\u00ab stellt er die absolute Zeit und den absoluten Raum infrage und setzt an deren Stelle ein neues Postulat: Es gibt eine Maximalgeschwindigkeit, n\u00e4mlich die Lichtgeschwindigkeit, und sie ist in allen Bezugsystemen gleich gro\u00df. Wie Einstein darauf kam, mit dem vertrauten Verst\u00e4ndnis von Raum und Zeit zu brechen, k\u00f6nnen wir am besten durch Gedankenexperimente verstehen, wie sie auch Einstein machte.<\/p>\n<p>Stellen wir uns vor, wir stehen an einem Bahngleis und ein Zug f\u00e4hrt mit 300 km\/h an uns vorbei. Vom Gleis aus betrachtet rasen der Fahrgast im Zugrestaurant und sein Kaffee mit 300 km\/h an uns vorbei. Dagegen wird der Mann im Zug sagen, dass er in Ruhe ist, ebenso wie die Kaffeetasse vor ihm. Dass der Zug sich bewegt, merkt er im Idealfall nur, wenn der Kaffee bei einer starken Bremsung \u00fcberschwappt. Solange der Zug mit gleichbleibender Geschwindigkeit f\u00e4hrt, kann der Fahrgast bei heruntergelassenen Rollos nicht wissen, ob er sich bewegt oder am Bahngleis steht.<\/p>\n<p>Dies ist noch nicht verwunderlich und vollkommen vereinbar mit der klassischen Mechanik. Wenn nun ein Junge im Zug einen Ball mit 10 km\/h in Fahrtrichtung wirft, dann sieht der Beobachter am Gleis den Ball mit 310 km\/h fliegen \u2013 die Geschwindigkeit des Balls plus die Geschwindigkeit des Zugs. Was passiert aber, wenn wir nachts im Schlafwaggon das Licht anmachen? Auf den ersten Blick sollte sich die Geschwindigkeit des Lichts ja auch einfach mit der Geschwindigkeit des Zugs addieren.<\/p>\n<p>Die experimentelle Messung zeigt aber, dass sich das Licht sowohl f\u00fcr den Beobachter am Gleis als auch f\u00fcr den Beobachter im Zug mit der gleichen Geschwindigkeit von 299.792.458 m\/s bewegt! Und hier bricht das allt\u00e4gliche Weltbild zusammen. Warum kommen die 300 km\/h des Zugs nicht obendrauf? Die genaue Erkl\u00e4rung w\u00fcrde den Rahmen dieses Beitrags sprengen.<\/p>\n<p>Merken sollten wir uns, dass aus dem Grundpostulat der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie \u2013 es gibt keine gr\u00f6\u00dfere Geschwindigkeit als die Lichtgeschwindigkeit \u2013 viele spannende (und manchmal auch lustige) Effekte resultieren. Hier seien insbesondere die Zeitdilation und L\u00e4ngenkontraktion genannt. \u00bbAnschaulich\u00ab bedeutet dies, dass bewegte Uhren langsamer gehen und mit Lichtgeschwindigkeit fliegende B\u00e4lle zu einem Pfannkuchen plattgedr\u00fcckt werden. Auf \u00e4hnliche Effekte kommen wir am Ende des Artikels noch zu sprechen.<\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; line=&#8220;false&#8220; style=&#8220;1&#8243; animation=&#8220;fadeIn&#8220;]<\/p>\n<p><strong>Auf den Punkt gebracht<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Zeitreisen werfen nicht nur kausale und logische Probleme auf, sondern auch physikalische.<\/li>\n<li>Lassen wir die Zeit r\u00fcckw\u00e4rts laufen, gibt es leichte Probleme mit der Zeitumkehrvarianz und einen Widerspruch zum zweiten Hauptsatz der Thermodynamik.<\/li>\n<li>Science-Fiction-Filme wie \u00bbInterstellar\u00ab veranschaulichen die verr\u00fcckten Effekte der Relativit\u00e4tstheorie auf Zeit und Raum. Erstaunlicherweise konnten aus den Berechnungen f\u00fcr den Film neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/dt_call_to_action]<\/p>\n<h3>Zur\u00fcck in die Zukunft<\/h3>\n<p>Wenden wir dieses Wissen auf Hollywood-Filme an, stellen wir fest: Hier geht\u2019s mit der Zeit manchmal drunter und dr\u00fcber. Nehmen wir \u00bbZur\u00fcck in die Zukunft\u00ab als Beispiel \u2013 hier fahren Doc Brown und Marty McFly mit einem DeLorean als Zeitmaschine in die Vergangenheit, um wichtige Ereignisse zu verhindern. Allen Paradoxien zum Trotz, die wir hier mal gro\u00dfz\u00fcgig ignorieren wollen (Stichwort: Kann man in der Vergangenheit seine eigenen Eltern oder gar sich selbst t\u00f6ten?), schauen wir uns mal an, was passiert, wenn man die Zeit tats\u00e4chlich umdreht.<\/p>\n<p>Hierzu m\u00fcssen wir zwei Fragen beantworten. Hat die Zeit \u00fcberhaupt eine Richtung? Und die zweite, damit zusammenh\u00e4ngende Frage: W\u00e4re es physikalisch \u00fcberhaupt ein Problem, r\u00fcckw\u00e4rts in der Zeit zu reisen oder genauer, steht eine Umkehr der Zeitrichtung in Widerspruch zu den physikalischen Gesetzen? Starten wir mit der ersten Frage: Hat die Zeit eine ausgezeichnete Richtung, die man praktisch erleben kann?<\/p>\n<p>Hier kommt die Thermodynamik ins Spiel. Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Aquarium, das in der Mitte durch eine Scheibe getrennt ist. In die linke H\u00e4lfte sch\u00fctten Sie eine blaue, in die rechte H\u00e4lfte eine gelbe Fl\u00fcssigkeit. Und nun entfernen Sie die Scheibe. Die beiden Fl\u00fcssigkeiten vermischen sich und insgesamt ergibt sich eine gr\u00fcne Fl\u00fcssigkeit. Das ist ein relativ einfacher Prozess, der in der Zeit vorw\u00e4rts l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser r\u00fcckw\u00e4rts abl\u00e4uft, ist quasi gleich null. Physikalisch sagt man, dass der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik gilt: Ein System strebt immer den Zustand mit der h\u00f6chsten Entropie an. Da es hierzu einen wunderbaren Artikel im gleichen Heft gibt, wird hierauf verwiesen und wir k\u00f6nnen uns gleich der zweiten Frage widmen (siehe Roger Erb: \u00bbWarum die Zeit nicht r\u00fcckw\u00e4rts l\u00e4uft\u00ab, Seite 10).<\/p>\n<h3>D\u00fcrfen wir die Zeit wenigstens theoretisch umkehren?<\/h3>\n<p>In der theoretischen Physik l\u00e4uft die zweite Frage unter dem Begriff der Zeitumkehrinvarianz. Mathematisch bedeutet dies nichts anderes, als dass man jedes Mal, wenn eine Zeit (t) in einer Gleichung auftaucht, eine negative Zeit (\u2013 t) daraus macht. Wenn dies nichts an den Gleichungen und der Physik \u00e4ndert, spricht man von einer Zeitumkehrinvarianz, also einer Symmetrie unter der Richtung der Zeit.<\/p>\n<p>Gleiche Symmetrien kann man auch f\u00fcr andere Gr\u00f6\u00dfen aufstellen. Besonders relevant ist in diesem Kontext die Transformation der Raumspiegelung oder Parit\u00e4tstransformation, was bedeutet, dass wir das Vorzeichen vor der Raumkoordinate umkehren. Eine weitere Symmetrie ist die Vertauschung von positiver und negativer Ladung, die Ladungsumkehrinvarianz. Es gibt viele Theorien, die einzelne der oben genannten Symmetrien erf\u00fcllen, so ist z. B. die Klassische Mechanik invariant unter Zeitumkehr.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-18039 alignright\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/blog_fofra-vogel1.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/blog_fofra-vogel1.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/blog_fofra-vogel1-300x208.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>Ginge es nur um die klassische Mechanik, dann w\u00e4re es physikalisch erstmal kein grundlegendes Problem, die Zeit umzudrehen. Anschaulich kann man sich das mit einem einfachen Experiment machen. Filmen Sie mal einen Billardsto\u00df von oben und schauen sich das Video umgekehrt an. Auch wenn es manchmal etwas lustig aussehen k\u00f6nnte, an sich spricht mechanisch nichts dagegen, dass der Prozess r\u00fcckw\u00e4rts abl\u00e4uft. Spannend wird es, wenn man allgemeine Aussagen treffen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>So hat man im Laufe der Jahre immer wieder physikalische Beispiele gefunden, die nicht invariant unter den verschiedenen Vertauschungen sind. Schon in der Physik des Elektromagnetismus findet man F\u00e4lle, in denen ein Experiment unterschiedliche Ausg\u00e4nge hat, wenn man links und rechts miteinander vertauscht. Auch gibt es Beispiele daf\u00fcr, dass man Ladungen nicht einfach austauschen darf. Lange dachte man, dass wenigstens die Symmetrie der Zeitrichtung allgemeing\u00fcltig ist.<\/p>\n<p>Aber das widerlegten 2012 Forscher am BABARExperiment in den USA, als sie Zerf\u00e4lle von sogenannten B-Mesonen untersuchten. Diese \u00e4u\u00dferst kurzlebigen Teilchen entstehen bei energiereichen St\u00f6\u00dfen in Teilchenbeschleunigern und unterliegen einer extrem kurzreichweitigen Kraft, der schwachen Wechselwirkung. Die Forscher konnten messen, dass die Richtung der Zeit bei der Wechselwirkung dieser Teilchen durchaus eine Rolle spielt.<\/p>\n<p>Allgemeing\u00fcltig f\u00fcr alle physikalischen Theorien ist bis heute die sogenannte CPT-Symmetrie, die gleichzeitige Vertauschung von Ladung, Parit\u00e4t und Zeitrichtung (Charge, Parity, Time). Sie besagt, dass ein Universum, welches in der Zeit r\u00fcckw\u00e4rts l\u00e4uft, vollst\u00e4ndig raumgespiegelt ist und in dem alle Ladungen vertauscht sind, physikalisch vollkommen \u00e4quivalent zu unserem w\u00e4re. Aber wir m\u00fcssen tats\u00e4chlich alles umdrehen, nicht nur die Zeit.<\/p>\n<h3>Physikalische und logische Probleme von Zeitmaschinen<\/h3>\n<p>So haben wir das Problem, dass die Zeitreise in die Vergangenheit uns zumindest in leichte physikalische Probleme bringen w\u00fcrde, insbesondere die schwache Wechselwirkung w\u00fcrde anders aussehen. Hier k\u00f6nnte man allerdings mutig sagen, dass wir dies erstmal ignorieren. Wir bauen unsere Zeitmaschine und hoffen, dass der Rest schon schiefgeht. Allerdings m\u00fcssen wir noch an anderer Stelle aufpassen.<\/p>\n<p>Wie schaffen wir es eigentlich, dass die Zeit \u00fcberall zur\u00fcckgedreht wird au\u00dfer in der Zeitmaschine (bzw. dem DeLorean) selbst? Wenn wir ein biologisches System, welches der Mensch nun mal ist, in der Zeit zur\u00fcckdrehen, dann w\u00fcrden sich die Insassen entsprechend auch verj\u00fcngen, bis zum Zeitpunkt, dass S\u00e4uglinge aus dem Auto krabbeln.<\/p>\n<p>Von daher k\u00f6nnen wir aus verschiedenen Gr\u00fcnden physikalisch nach aktuellem Kenntnisstand ausschlie\u00dfen, dass der DeLorean mit oder ohne Fluxkompensator in die Vergangenheit reist. Damit haben wir nat\u00fcrlich auch ein anderes Problem, n\u00e4mlich, dass im 1986er-Star-Trek die Wale doch nicht gerettet werden k\u00f6nnen, aber das ist eine ganz andere Geschichte \u2026<\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; line=&#8220;false&#8220; style=&#8220;1&#8243; animation=&#8220;fadeIn&#8220;]<\/p>\n<h3><strong>Wurmloch<\/strong><\/h3>\n<p>Ein Wurmloch ist ein theoretisches Konstrukt, welches in den L\u00f6sungen der Einstein- Gleichungen auftaucht. Salopp kann man sagen, dass zwei Raumzeitpunkte auf kurzem Wege \u00fcber eine zus\u00e4tzliche Dimension miteinander verbunden werden, obwohl sie tats\u00e4chlich weit weg voneinander liegen. Dies kann man sich anschaulich machen, indem man einen Papierstreifen nimmt, die beiden Endpunkte markiert und sie dann \u00fcbereinander h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Durch die Hinzunahme einer zus\u00e4tzlichen, in diesem Fall dritten, Dimension ist die Entfernung geringer geworden. Durch Quantenfluktuationen k\u00f6nnten auf mikroskopischen Skalen die Voraussetzungen f\u00fcr ein solches Konstrukt existieren, aber nicht alles, was in Gleichungen existiert, muss auch in der Natur realisiert sein \u2026<\/p>\n<p>[\/dt_call_to_action]<\/p>\n<h3>Schwarze L\u00f6cher und andere Unw\u00e4gbarkeiten<\/h3>\n<p>Nun gibt es aber auch Drehbuchschreiber in Hollywood, die zu gr\u00f6\u00dferen Sternen greifen. In diesem Fall sogar deutlich gr\u00f6\u00dferen Sternen, n\u00e4mlich Schwarzen L\u00f6chern, Neutronensternen und Wurml\u00f6chern. So geschehen im Film \u00bbInterstellar\u00ab von Christopher Nolan. Hier reisen einige Menschen in Kryo-Kammern zu fremden Planeten, die sie durch ein Wurmloch erreichen, welches gl\u00fccklicherweise in unserer Galaxie aufgetaucht ist.<\/p>\n<p>Durch das Wurmloch gereist, landen unsere Helden in einer anderen Galaxie, in deren Mitte sich ein riesiges Schwarzes Loch mit einer Masse von mehreren Millionen Sonnenmassen befindet. Auf den Planeten, die das Schwarze Loch umkreisen, gibt es allerlei lustige Effekte. Beispielsweise wird behauptet, dass die Zeit auf dem Planeten in der N\u00e4he des Schwarzen Lochs deutlich langsamer abl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Eine Stunde auf dem Planeten sei gleichzusetzen mit sieben Jahren im Raumschiff, welches sich weit weg vom Planeten befindet. Was erstmal unglaublich klingt, ist physikalisch tats\u00e4chlich vollkommen plausibel: In der N\u00e4he von gro\u00dfen Massen vergeht die Zeit tats\u00e4chlich langsamer. Dies ist eine der Folgen der allgemeinen Relativit\u00e4tstheorie und ist experimentell best\u00e4tigt. Nicht unerw\u00e4hnt bleiben sollte, dass der Film ein Bild des Schwarzen Lochs zeichnet, das wissenschaftlich vollkommen korrekt berechnet wurde.<\/p>\n<p>Als die wissenschaftlichen Berater berechneten, wie das Schwarze Loch aussehen muss, haben sie sogar neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen \u2013 da sag noch einer, Hollywood- Filme seien unn\u00fctz! [3] Am Ende des Films fliegt der furchtlose Pilot durch ein Schwarzes Loch. Wie schon er\u00f6rtert, vergeht die Zeit in der N\u00e4he des Schwarzes Lochs immer langsamer, bis man den sogenannten Ereignishorizont erreicht.<\/p>\n<p>Dies ist der Punkt, an dem die Anziehungskraft des Schwarzen Lochs so stark ist, dass selbst das Licht der Gravitation nicht mehr entkommen kann. Die Zeit bleibt komplett stehen. Und das ist auch der Moment, an dem die Wissenschaft nicht mehr weiter wei\u00df. Die Physik jenseits dieses Ereignishorizonts ist bis heute nicht verstanden und es gibt viele Theorien, was passieren k\u00f6nnte. Aber hier werden wir wohl noch einige Zeit brauchen, um zu verstehen, was dort vor sich geht \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>[Autor: Dr. Sascha Vogel]<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Dieser Artikel ist in der <\/em><\/strong><a href=\"http:\/\/www.forschung-frankfurt.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Ausgabe 1.2017 des Wissenschaftsmagazins Forschung Frankfurt<\/em><\/a><strong><em> erschienen.<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeitreisen sind ein beliebtes Thema der Science-Fiction. Doch sind sie physikalisch \u00fcberhaupt m\u00f6glich? 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