{"id":1931,"date":"2015-12-03T12:17:07","date_gmt":"2015-12-03T11:17:07","guid":{"rendered":"http:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=1931"},"modified":"2016-01-10T22:00:35","modified_gmt":"2016-01-10T21:00:35","slug":"justitia-amplificata-gerechtigkeit-steht-im-fokus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/forschung\/justitia-amplificata-gerechtigkeit-steht-im-fokus\/","title":{"rendered":"\u00bbJustitia Amplificata\u00ab: Gerechtigkeit steht im Fokus"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1944\" aria-describedby=\"caption-attachment-1944\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/blog_unireport_forschungkoll.jpg\" data-dt-img-description=\"Am Forschungskolleg Humanwissenschaften:(v. l. n. r., vorne) Antoinette Scherz, Rainer Forst, Alasia Nuti, Val\u00e9rie Bignon; (v. l. n. r., hinten) Iris Koban, Nathan Adams, Melissa Williams, Isaac Taylor, Matthias Lutz-Bachmann. Foto: Dettmar\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1944\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/blog_unireport_forschungkoll-300x200.jpg\" alt=\"Am Forschungskolleg Humanwissenschaften: (v. l. n. r., vorne) Antoinette Scherz, Rainer Forst, Alasia Nuti, Val\u00e9rie Bignon; (v. l. n. r., hinten) Iris Koban, Nathan Adams, Melissa Williams, Isaac Taylor, Matthias Lutz-Bachmann. 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Die Gruppe untersucht Theorien der Gerechtigkeit und ihre praktischen Implikationen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft f\u00f6rdert die Arbeit der interdisziplin\u00e4r angelegten Kolleg-Forschergruppe.<\/p>\n<p>Diese vernetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Karrierestufen. Was ist Fairness, und wer legt das fest? Wer gibt wem das Recht, Grenzen zu schlie\u00dfen und Menschen mit Waffengewalt zu hindern, die Grenze zu \u00fcberschreiten? Wer darf dar\u00fcber entscheiden, welchem Staat Schulden erlassen werden oder nicht und warum? Dar\u00fcber haben sich wahrscheinlich angesichts der t\u00e4glichen Nachrichten \u00fcber Krisen in der Welt schon etliche Menschen Gedanken gemacht.<\/p>\n<p>Wer Antworten sucht, landet schnell beim Thema Gerechtigkeit. Diesem Schl\u00fcsselgriff widmet sich an der Goethe-Universit\u00e4t die Kolleg- Forschergruppe \u201eJustitia Amplificata\u201c (JA). Sie besteht seit 2009, die DFG-F\u00f6rderung l\u00e4uft bis 2018. Ausgehend von zeitgen\u00f6ssischen Gerechtigkeitstheorien gehen die Wissenschaftler im Kern der Frage nach, \u201ewie die urspr\u00fcnglich auf Nationalstaaten bezogenen Theorien im globalen Zeitalter ver\u00e4ndert oder revidiert werden m\u00fcssen\u201c, erl\u00e4utert Rainer Forst, Professor f\u00fcr Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universit\u00e4t.<\/p>\n<p>Forst hat die Forschergruppe gemeinsam mit seinem Kollegen Stefan Gosepath initiiert, der inzwischen an der Freien Universit\u00e4t Berlin lehrt. Seit dem Wechsel Gosepaths hat JA eine Dependance an der Spree. Das Team wird durch exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen erweitert, die f\u00fcr vier bis f\u00fcnf Jahre an der Goethe-Universit\u00e4t arbeiten. Der Blick der Wissenschaftler geht \u00fcber die Grenzen von Staaten und Nationen hinaus. \u201eNachdenken \u00fcber transnationale Gerechtigkeit\u201c, benennt Forst den Fokus ihrer Arbeit.<\/p>\n<p>Dazu l\u00e4dt JA regelm\u00e4\u00dfig etablierte und j\u00fcngere Wissenschaftler als Fellows ein. Die Gerechtigkeitsforscher kommen aus den USA, Kanada, Gro\u00dfbritannien, Israel, Indien oder China. Die Internationalit\u00e4t befruchtet den Dialog. Im Kolleg wird auch nach Methoden gesucht, \u201eum nicht die ganze Welt nach dem Vorbild des westlichen Nationalstaats zu denken\u201c \u2013 basierend auf der Erkenntnis, dass zum Beispiel das Verst\u00e4ndnis von Freiheit, Menschenrechten oder Demokratie in anderen Kulturen ein anderes sein kann als im Westen.<\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;plain&#8220; line=&#8220;true&#8220; style=&#8220;1&#8243; animation=&#8220;fadeIn&#8220;]<\/p>\n<h4>Ort des Dialogs , Ort des Diskurses<\/h4>\n<p>Austausch \u00fcber Grenzen hinweg im Forschungskolleg\u00a0Humanwissenschaften<\/p>\n<p>Im 2009 in Bad Homburg er\u00f6ffneten Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universit\u00e4t denken international renommierte Wissenschaftler \u00fcber die Prozesse der Ver\u00e4nderung unserer Wirklichkeit im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung nach. Die Forscher sind als Fellows G\u00e4ste des Kollegs, das die Goethe-Universit\u00e4t in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung ins Leben gerufen hat. Sie bleiben bis zu einem Jahr in Bad Homburg. W\u00e4hrend ihres Aufenthalts halten sie \u00f6ffentliche Vortr\u00e4ge und nehmen an Veranstaltungen der Uni teil.<\/p>\n<p>In diesem Semester werden die Gastaufenthalte \u00fcberwiegend vom Exzellenzcluster \u201eDie Herausbildung normativer Ordnungen\u201c und der DFG-Forschergruppe \u201eJustitia Amplificata: Erweiterte Gerechtigkeit \u2013 konkret und global\u201c finanziert. Beide sind wissenschaftliche Partner des Kollegs, mit dem sie fast zeitgleich initiiert wurden. \u201eEs ist ein seltener Gl\u00fccksfall, dass die drei Einrichtungen gemeinsam entstanden sind. Ohne die Infrastruktur des Kollegs h\u00e4tten wir zum Beispiel bei der DFG nicht die Mittel f\u00fcr unsere Forschergruppe einwerben k\u00f6nnen\u201c, sagt Rainer Forst, Professor f\u00fcr Politische Theorie und Philosophie an der Universit\u00e4t, der die Verzahnung der drei<br \/>\nInstitutionen personifiziert: Er geh\u00f6rt dem Direktorium des Kollegs an, spricht f\u00fcr den Exzellenzcluster und ist Kodirektor von Justitia Amplificata.<\/p>\n<p>Matthias Lutz-Bachmann, Professor f\u00fcr Philosophie an der Universit\u00e4t und Wissenschaftlicher Direktor des Kollegs, erl\u00e4utert, dass sich das Kolleg in der Identifizierung und Profilierung neuer, disziplin\u00e4re Grenzen \u00fcberschreitender Forschungsfragen engagiert. Dazu kooperiert es eng mit ausgewiesenen Forschern der Universit\u00e4t und den in der Region Frankfurt\/RheinMain vertretenen Instituten der Max-Planck-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft. \u201eSeit seiner Gr\u00fcndung hat sich das Kolleg als ein Institute for Advanced Studies auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften etabliert. In internationalen Wissenschaftlerkreisen hat es sich einen Namen gemacht als Ort des kreativen wissenschaftlichen Austauschs \u00fcber institutionelle und disziplin\u00e4re Grenzen hinweg.\u201c[\/dt_call_to_action]<\/p>\n<p>Wie das h\u00e4ufig historisch gewachsene Verst\u00e4ndnis von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit Gesellschaften bis in die Moderne beeinflusst, hat Alasia Nuti am Beispiel der Sklaverei in den USA erforscht. Nuti, die in Cambridge promoviert wurde, geh\u00f6rt zu den zahlreichen Nachwuchswissenschaftlerinnen, die Rainer Forst und Stefan Gosepath f\u00fcr das Postdoc- Programm in der JA-Forschergruppe ausgew\u00e4hlt haben. \u201eAlle Nachwuchs-Fellows, die bei uns waren, haben inzwischen Professuren \u00fcbernommen oder sich erfolgreich um weitere Stipendien beworben\u201c, freut sich Forst.<\/p>\n<p>Die Fellows leben und arbeiten abseits des Campus Westend im Haus des Forschungskollegs Humanwissenschaften der Goethe-Universit\u00e4t. W\u00e4hrend die Postdoc-Fellows ihren Schwerpunkt auf erste Forschungsarbeiten legen, nutzen die von JA eingeladenen Senior-Fellows ihren Aufenthalt, um \u2013 wie beispielsweise die kanadische Politikwissenschaftlerin Melissa Williams \u2013 Ver\u00f6ffentlichungen voranzubringen, die im normalen Unialltag oft liegen bleiben.<\/p>\n<p>Die international renommierten Senior-Fellows bleiben bis zu einem Jahr. Oder l\u00e4nger: Der US-Amerikaner Darrel Moellendorf, der 2013 zu Gast war, hat inzwischen als Nachfolger von Stefan Gosepath die Professur f\u00fcr Internationale Politische Theorie an der Goethe-Universit\u00e4t \u00fcbernommen. Die ersten JA-Fellows kamen 2010 nach Bad Homburg, inzwischen stehen 75 Namen auf der Liste \u2013 ein \u201eWho is Who\u201c der internationalen politischen Philosophie.<\/p>\n<p>Das seit der JA-Gr\u00fcndung gewachsene Netzwerk der Fellows \u201eist von unsch\u00e4tzbarem Wert f\u00fcr die Nachwuchsf\u00f6rderung an der Goethe-Uni\u201c, ist Rainer Forst \u00fcberzeugt. Denn die Wissenschaftler sind vielf\u00e4ltig in das Leben der Universit\u00e4t eingebunden, auch durch Lehrveranstaltungen. \u201eVom Erstsemester bis zum Postdoc hat jeder die gro\u00dfe Chance, sich mit den besten Forschern seines Fachs auszutauschen und die Menschen nicht nur \u00fcber B\u00fccher wahrzunehmen, sondern durch Begegnungen\u201c, sagt Forst.<\/p>\n<p>Die Forschergruppe stellt Ergebnisse ihrer Arbeit aber auch auf wissenschaftlichen Konferenzen mit internationalen Partnern wie der Yale University oder der Renmin-Universit\u00e4t Peking zur Debatte. Die Goethe-Universit\u00e4t als internationales Zentrum f\u00fcr Gerechtigkeitsforschung \u2013 Justitia Amplificata ist auf dem Weg ein gutes St\u00fcck vorangekommen. <em>[Autorin: Monika Hillemacher]<\/em><\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;plain&#8220; line=&#8220;true&#8220; style=&#8220;1&#8243; animation=&#8220;fadeIn&#8220;]<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/forschung\/kritisch-und-aufgeschlossen\/\">Interview mit Melissa Williams aus dem UniReport 6-15<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de\">www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.justitia-amplificata.de\">www.justitia-amplificata.de<\/a><\/p>\n<p>[\/dt_call_to_action]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fl\u00fcchtlinge, Schuldenkrise, Diskriminierung. 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