{"id":22708,"date":"2017-10-24T12:43:55","date_gmt":"2017-10-24T10:43:55","guid":{"rendered":"http:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=22708"},"modified":"2017-10-24T14:56:38","modified_gmt":"2017-10-24T12:56:38","slug":"hirnmetastasen-gezielt-behandeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/forschung\/hirnmetastasen-gezielt-behandeln\/","title":{"rendered":"Hirnmetastasen gezielt behandeln"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_22709\" aria-describedby=\"caption-attachment-22709\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-22709\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/blog_Strahlentherapie-300x208.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/blog_Strahlentherapie-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/blog_Strahlentherapie.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-22709\" class=\"wp-caption-text\">\u2022 Hirnmetastasen einer Patientin wurden mithilfe des CyberKnifes mit \u00fcber 100 Einzelstrahlen behandelt. Foto: Universit\u00e4tsklinikum Frankfurt<\/figcaption><\/figure>\n<p><em><strong>Erstmalig fand ein gemeinsames Symposium unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Neurochirurgie und der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Radioonkologie statt. Auf der Veranstaltung unter Frankfurter Leitung wurden innovative Therapien vorgestellt \u2013 unter anderem neuartige Bestrahlungsmethoden, die Hirntumoren gezielt unter weitgehender Schonung des umliegenden Gewebes behandeln.<\/strong><\/em><!--more--><\/p>\n<p>Die Diagnostik und Therapie von Hirntumoren hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Molekulare Signaturen, neue bildgebende Verfahren, innovative Operations- und Bestrahlungstechniken sowie zielgerichtete Medikamente erm\u00f6glichen eine zunehmend auf den individuellen Patienten zugeschnittene Behandlung.<\/p>\n<p>Aufgrund ihrer besonderen Aggressivit\u00e4t stellen Hirnmetastasen jedoch nach wie vor eine gro\u00dfe Herausforderung dar. Auf einem Symposium am 20. Oktober in Frankfurt wurden unter der wissenschaftlichen Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Neurochirurgie (DGNC) und der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Radioonkologie e.V. (DEGRO) nun erstmals gemeinsam L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr diese interdisziplin\u00e4re Herausforderung pr\u00e4sentiert. Titel der Veranstaltung\u00a0war \u201eAktuelle Behandlung zerebraler Metastasen\u201c.<\/p>\n<h3>Hochpr\u00e4zisionsbestrahlung zur gezielten und hochdosierten Metastasentherapie<\/h3>\n<p>Zu den auf dem Symposium diskutierten Behandlungen z\u00e4hlte unter anderem die stereotaktische Hochpr\u00e4zisionsbestrahlung, die sogenannte Radiochirurgie, die eine gezielte Therapie des Tumors bei weitgehender Schonung des gesunden Hirngewebes erm\u00f6glicht. Bei diesem Verfahren wird in nur ein bis drei Sitzungen unter dreidimensional exakter Ziellokalisation eine direkt tumorzerst\u00f6rende (\u201eablative\u201c) Dosis appliziert. Der genaue Zielpunkt wird mit bildgebenden Verfahren \u2013 wie zum Beispiel der Magnetresonanztomographie \u2013 pr\u00e4zise bestimmt. Dieses Verfahren wird bei limitierter Metastasenbildung (typischerweise bei ein bis drei Metastasen) im Gehirn angewandt, wie sie zum Beispiel bei Lungen-, Brust- und b\u00f6sartigem Hautkrebs h\u00e4ufig vorkommt. Eine fr\u00fcher \u00fcbliche Ganzhirnbestrahlung mit nicht selten auftretender Abgeschlagenheit bis zu neurokognitiven Defiziten kann dabei vermieden werden. Die Hochpr\u00e4zisionsstrahlentherapie kommt auch nach mikrochirurgisch entfernten Hirnmetastasen als gezielte Bestrahlung des sogenannten Tumorbetts zum Einsatz, um Lokalrezidive nach alleiniger Operation zu vermeiden.<\/p>\n<h3>Ganzhirnbestrahlung mit Hippocampus-Schonung und simultan integriertem Boost<\/h3>\n<p>Ist aufgrund der numerischen Vielzahl der Hirnmetastasen eine fokussierte Bestrahlung der Einzelmetastasen nicht m\u00f6glich oder sinnvoll, erlauben neue Rotationstechniken zur intensit\u00e4tsmodulierten Strahlentherapie des Ganzhirns eine selektive Schonung des sogenannten Hippocampus als Steuerzentrale des Ged\u00e4chtnisses. Gleichzeitig kann die Dosis im Bereich der Hirnmetastasen erh\u00f6ht werden (sogenannter simultan integrierter Boost), um die Dosisverteilung f\u00fcr den individuellen Patienten zu optimieren.<\/p>\n<h3>Kombination mit molekular-zielgerichteten Substanzen und Immuntherapeutika<\/h3>\n<p>Frankfurt wirkt au\u00dferdem an Studien mit, die neuartige Kombinationstherapien untersuchen. Antik\u00f6rper und Immuntherapien werden gemeinsam mit hochdosierter, hochfokussierter Strahlentherapie bei prim\u00e4ren Hirntumoren und Hirnmetastasen eingesetzt. Durch die Kombination erhofft man sich einen synergistischen Effekt, der die Wirksamkeit der neuen Immuntherapien bzw. Antik\u00f6rpertherapien bzw. der Strahlentherapie verst\u00e4rken soll.<\/p>\n<h3>Einmalige Kompetenzb\u00fcndelung am Frankfurter Hirntumorzentrum<\/h3>\n<p>Die Basis f\u00fcr die bestm\u00f6gliche Patientenversorgung am Standort Frankfurt ist die hohe Expertise und die gro\u00dfe interdisziplin\u00e4re Bandbreite der beteiligten Partner im Bereich von Diagnostik, operativer, medikament\u00f6ser und radiotherapeutischer Therapie und molekularer Hirntumorforschung. Deren B\u00fcndelung an einem Ort sowie die Verf\u00fcgbarkeit neuster Hightech-Verfahren sind einmalig in Hessen und dem Rhein-Main-Gebiet. So kommen zahlreiche moderne Techniken und Pr\u00e4zisionsmethoden wie etwa das radiochirurgische CyberKnife-System hier zum Einsatz. Fachbereich und Klinikum haben zudem \u2013 mit Unterst\u00fctzung der Dr. Senckenbergischen Stiftung und bis 2015 der Hertie-Stiftung \u2013 die strukturelle Entwicklung der Hirntumormedizin durch die Einrichtung einer Professur und eines Instituts f\u00fcr Neuroonkologie an der Schnittstelle der Partnerdisziplinen Neuromedizin und Onkologie gef\u00f6rdert, was ein weiteres Alleinstellungsmerkmal in der Region darstellt. Das Hirntumorzentrum wurde bereits 2013 durch die Deutsche Krebsgesellschaft als einzige universit\u00e4re Einrichtung in Hessen als Neuroonkologisches Zentrum zertifiziert. Im Jahr 2016 erfolgte die Rezertifizierung.<\/p>\n<h3>Hochkar\u00e4tiges Symposium<\/h3>\n<figure id=\"attachment_22710\" aria-describedby=\"caption-attachment-22710\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-22710 size-medium\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/blog_Gruppenfoto-300x208.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/blog_Gruppenfoto-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/blog_Gruppenfoto.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-22710\" class=\"wp-caption-text\">K\u00e4mpfen gegen Hirnmetastasen: (v.l.n.r.) Dr. Robert Wolff, Prof. Markus Meissner, Prof. Volker Seifert, Prof. Claus R\u00f6del und Prof. Friedhelm Zanella. Foto: Uni-Klinik Frankfurt<\/figcaption><\/figure>\n<p>Prominente internationale Experten pr\u00e4sentieren und diskutierten auf dem Symposium am 20. Oktober 2017 in Frankfurt die neusten Behandlungsmethoden und Studienergebnisse im Kampf gegen Hirnmetastasen. Die wissenschaftliche und fachliche Leitung haben die Direktoren der wesentlichen Fachkliniken am Universit\u00e4tsklinikum Frankfurt inne: Prof. Volker Seifert, Klinik und Poliklinik f\u00fcr Neurochirurgie, Prof. Joachim Steinbach, Klinik f\u00fcr Neurologie\/Neuroonkologie, Prof. Claus R\u00f6del, Klinik f\u00fcr Strahlentherapie und Onkologie, und Prof. Friedhelm Zanella, Institut f\u00fcr Neuroradiologie. Co-Organisator ist das Saphir Radiochirurgiezentrum Frankfurt\/Main, welches in enger Kooperation mit der Frankfurter Universit\u00e4tsklinik die GammaKnife und CyberKnife-Radiochirurgie betreibt. Das Symposium war mit 175 Teilnehmern restlos ausgebucht. Zus\u00e4tzlich fand am 21. Oktober 2017, das Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft Stereotaxie der DEGRO in Frankfurt statt, bei dem auch neue Ergebnisse und klinische Studien zur Behandlung von Lungen- und Lebertumoren, einem Spezialgebiet des Universit\u00e4tsklinikums Frankfurt, demonstriert und besprochen wurden.<\/p>\n<p><strong><em>Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kgu.de\/presse-recht\/pressemitteilungen\/article\/2017\/10\/17\/hirnmetastasen-gezielt-behandeln-das-gehirn-und-seine-funktion-schuetzen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung des Universit\u00e4tsklinikums Frankfurt<\/a><\/em><\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstmalig fand ein gemeinsames Symposium unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Neurochirurgie und der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Radioonkologie statt. 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