{"id":23549,"date":"2017-11-27T14:15:11","date_gmt":"2017-11-27T13:15:11","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=23549"},"modified":"2023-02-23T15:21:52","modified_gmt":"2023-02-23T14:21:52","slug":"virtual-reality-im-dienst-der-psychologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/forschung\/virtual-reality-im-dienst-der-psychologie\/","title":{"rendered":"Virtual Reality im Dienst der Psychologie"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image alignleft is-resized wp-image-23552\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/beitragsbild_pm-251-virtual-reality.forfra-2-2017.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-23552\" width=\"376\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/beitragsbild_pm-251-virtual-reality.forfra-2-2017.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/beitragsbild_pm-251-virtual-reality.forfra-2-2017-300x208.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 376px) 100vw, 376px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Bild aus der Datenbank SCEGRAM, die Objekte an ungew\u00f6hnlichen Standorten zeigt. Die Arbeitsgruppe von Melissa V\u00f5 untersucht, wie das Gehirn darauf reagiert.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Aufbau unserer Umwelt folgt bestimmten Strukturen und Merkmalen, die f\u00fcr uns so selbstverst\u00e4ndlich sind, dass wir ihrer kaum bewusst sind. Dieses \u201eSzenenwissen\u201c untersucht die Psychologin Prof. Melissa L\u00ea-Hoa V\u00f5 an der Goethe-Universit\u00e4t \u2013 unter anderem im Virtual Reality-Labor. In der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins \u201eForschung Frankfurt\u201c berichtet die Journalistin Jessica Klapp \u00fcber ihren virtuellen Ausflug nach Italien und erkl\u00e4rt, warum wir die Milch nicht unter dem Bett suchen oder das Kissen in der Badewanne.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn wir einen bestimmten Gegenstand in einer Szene suchen, scheinen wir genaue Vorstellungen dar\u00fcber entwickelt zu haben, welche Objekte wir wo suchen und finden m\u00fcssen\u201c, erkl\u00e4rt Melissa V\u00f5. Bei der Erforschung dieser nat\u00fcrlichen Szenen interessiert sie insbesondere, wie wir unsere Umgebung wahrnehmen. Bei welchen Gegebenheiten merken wir besonders auf? Und an was w\u00fcrden wir uns sp\u00e4ter erinnern? Um das herauszufinden, setzt die Psychologin in ihrem Labor neben Hirnpotenzialmessungen auch Eye-Tracking und Virtual Reality Szenen ein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMit Eye-Tracking messen wir, welche Teile eines Bildes vom Betrachter als interessant oder wichtig befunden werden, wie schnell der Blick auf bestimmte Objekte in Szenen f\u00e4llt und wie lange der Blick dort verweilt\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Dejan Draschkow aus der Arbeitsgruppe von V\u00f5. Wegen der engen Beziehung von Augenbewegung und kognitiven Prozessen ist das Eye-Tracking von gro\u00dfer Bedeutung. Die videobasierten Systeme, die die Forscher verwenden, erfassen die Augenbewegungen mithilfe einer Kamera. Sowohl kopfgetragene, brillen\u00e4hnliche Systeme kommen zum Einsatz als auch Remote-Eye-Tracker, die sich mit einer Kamera und Infrarot-LEDs im Computermonitor befinden. Mit dem mobilen System k\u00f6nnen sich die Versuchspersonen im Raum bewegen, Gegenst\u00e4nde suchen und mit ihnen interagieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Virtual Reality-Headset wird \u00fcber den Computer eine virtuelle 3-D-Welt simuliert, durch die sich der Proband bewegt. Mit simulierten Umgebungen wie einer italienischen Piazza, in deren Mitte unterwartet braune Kisten schweben, pr\u00fcfen die Forscher, ob die Ergebnisse, die sie auf zweidimensionalen Bildschirmen feststellen, auch in einer realit\u00e4tsnahen, dreidimensionalen Umgebung gelten. Sie wollen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten verstehen, mit deren Hilfe Menschen ihre Umwelt aufbauen und mit den Objekten in ihr interagieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erforschung von Szenenwissen im Kindesalter ist eines der Felder, mit denen sich die Arbeitsgruppe sehr intensiv auseinandersetzt. Ziel des Projekts \u201eSCESAM\u201c, das mit der Unterst\u00fctzung von IDeA \u2013 einem interdisziplin\u00e4ren Forschungszentrum \u2013 initiiert wurde, ist es, eventuelle kognitive Defizite wie eine Lese-Rechtschreib-Schw\u00e4che fr\u00fchzeitig zu erkennen und zu behandeln. Mit einem mobilen Forschungslabor finden die Studien direkt vor der KiTa statt: Die Forscher zeigen den Kindern \u201eungrammatische\u201c Bilder, auf denen etwa ein Schuh anstelle eines Topfes auf dem Herd steht, und beobachten die Reaktionen mithilfe einer Eye-Tracking-Kamera. Verh\u00e4lt sich eines unter vielen Kindern anders, interessiert sie, ob ein Zusammenhang zur sprachlichen Entwicklung und dem Aufmerksamkeitsverhalten besteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Bereiche wie die Medizin ziehen Nutzen aus den Ergebnissen. So haben die Forscher Blickbewegungen von Radiologen bei der Betrachtung von R\u00f6ntgenbildern gemessen und untersucht, welche Strategien sie zur Erkennung von Tumoren nutzen und mit welchem Erfolg diese Strategien einhergehen. Ebenso von Bedeutung sind die Forschungsergebnisse bei der Handgep\u00e4ck-Sicherheitskontrolle an Flugh\u00e4fen. Wie entscheiden Mitarbeiter, welche Gep\u00e4ckst\u00fccke n\u00e4her gepr\u00fcft werden m\u00fcssen? Warum wurde ein gef\u00e4hrlicher Gegenstand nicht gefunden? Hat der Kontrolleur nicht auf diesen Bereich geschaut? Oder hat er darauf geschaut, diesen Teil aber nicht f\u00fcr wichtig erachtet?<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich k\u00f6nnten auch Menschen mit Demenz von der Erforschung des Szenenwissens profitieren. Denn V\u00f5 und ihre Mitarbeiter haben herausgefunden, dass die Ged\u00e4chtnisleistung f\u00fcr Bilder in einer Szene zunimmt, wenn die Probanden zuvor einzelne Objekte gesucht und gefunden haben. Bei einem \u00fcberraschenden Ged\u00e4chtnistest schnitten sie deutlich besser ab als Personen, die sich explizit Objekte merken sollten. \u201eDies bedeutet f\u00fcr uns, dass bei der visuellen Suche eine starke Auseinandersetzung mit der Szene stattfindet und sich Objekte besser einpr\u00e4gen\u201c, erkl\u00e4rt die Psychologin.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/cover_FoFra_2017_02_gesamt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-23432\" width=\"248\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/cover_FoFra_2017_02_gesamt.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/cover_FoFra_2017_02_gesamt-212x300.jpg 212w\" sizes=\"(max-width: 248px) 100vw, 248px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em><strong>Journalisten k\u00f6nnen die aktuelle Ausgabe von \u201eForschung Frankfurt\u201c kostenlos bestellen bei Helga Ott, Vertrieb,<\/strong>&nbsp;<a href=\"mailto:ott@pvw.uni-frankfurt.de\">ott@pvw.uni-frankfurt.de<\/a>.<strong>&nbsp;<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Im Internet:<\/strong><a href=\"http:\/\/www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&nbsp;www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de<\/a>.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Forschung Frankfurt abonnieren:<\/strong>&nbsp;<a href=\"http:\/\/tinygu.de\/ff-abonnieren\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/tinygu.de\/ff-abonnieren<\/a><\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Aufbau unserer Umwelt folgt bestimmten Strukturen und Merkmalen, die f\u00fcr uns so selbstverst\u00e4ndlich sind, dass wir ihrer kaum bewusst sind. 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