{"id":30142,"date":"2018-08-06T15:01:41","date_gmt":"2018-08-06T13:01:41","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=30142"},"modified":"2018-08-06T15:01:41","modified_gmt":"2018-08-06T13:01:41","slug":"mit-linguistischem-know-how-zum-sprachfoerderprofi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/forschung\/mit-linguistischem-know-how-zum-sprachfoerderprofi\/","title":{"rendered":"Mit linguistischem Know-how zum Sprachf\u00f6rderprofi"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_30145\" aria-describedby=\"caption-attachment-30145\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-30145\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/blog_UR_Sprachfo\u0308rderprofis.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/blog_UR_Sprachfo\u0308rderprofis.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/blog_UR_Sprachfo\u0308rderprofis-300x208.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30145\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Petra Schulz, Alina Lausecker, Rabea Lemmer (v. l. n. r.). Foto: G\u00e4rtner<\/figcaption><\/figure>\n<p><em><strong>\u00dcber 150 p\u00e4dagogische Fachkr\u00e4fte aus Hessen haben\u00a0sich von wissenschaftlichen Experten der Goethe-Universit\u00e4t f\u00fcr Deutsch als Zweitsprache fortbilden lassen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Im Grunde genommen wei\u00df es jeder: Das Beherrschen der deutschen Sprache gilt als Schl\u00fcssel zu einer gelungenen Integration in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt. Auch wie wichtig es ist, Kinder mit einer nichtdeutschen Muttersprache so fr\u00fch wie m\u00f6glich beim Spracherwerb zu unterst\u00fctzen, ist allgemein bekannt. Und dennoch f\u00fchlen sich viele p\u00e4dagogische Fachkr\u00e4fte bei der allt\u00e4glichen Arbeit mit dem Thema alleine gelassen.<\/p>\n<p>Seit Herbst 2016 bietet die Goethe-Universit\u00e4t zusammen mit dem interdisziplin\u00e4ren Frankfurter Forschungszentrum IDeA (Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk) das Projekt \u201eSprachf\u00f6rderprofis\u201c an. Das Fortbildungsprogramm, das ma\u00dfgeblich vom Stadtschulamt, dem Hessische Kultusministerium und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft finanziert wird, unterst\u00fctzt das p\u00e4dagogische Personal in Kitas und Grundschulen dabei, Kinder, die Deutsch als Zweitsprache lernen, sprachwissenschaftlich fundiert zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Prof. Petra Schulz ist Professorin am Institut f\u00fcr Psycholinguistik und Didaktik der deutschen Sprache und hat die \u201eSprachf\u00f6rderprofis\u201c ins Leben gerufen. \u201eWir als Sprachwissenschaftler forschen dar\u00fcber, wie Sprache als komplexes System funktioniert und wie sie erworben wird\u201c, sagt sie. \u201eMein Anliegen ist, unser Wissen so rasch und ad\u00e4quat wie m\u00f6glich den Akteuren in der Praxis zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind wir als Muttersprachler alle Profis in unserer Sprache, aber um diese sinnvoll und effektiv vermitteln zu k\u00f6nnen, braucht es fundiertes Wissen und erprobte Methoden. Wir als Spracherwerbsforscher und Sprachdidaktiker k\u00f6nnen dieses Wissen liefern.\u201c Das Projekt \u201eSprachf\u00f6rderprofis\u201c ist als f\u00fcnft\u00e4gige Fortbildung konzipiert, die bislang in Frankfurt, Langen, Weilburg, Dillenburg, Lahnau und Fulda angeboten wird.<\/p>\n<p>In den Kursen werden sowohl Erzieherinnen und Erzieher aus Kindertagesst\u00e4tten als auch Lehrkr\u00e4fte an Grundschulen ausgebildet, um eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Kontinuit\u00e4t in der Sprachf\u00f6rderung vor und nach dem Schuleintritt zu gew\u00e4hrleisten. Die P\u00e4dagogen bekommen neben den Grundlagen \u00fcber Spracherwerb, Sprachf\u00f6rderung und Sprachdiagnostik auch praxisnahe Methoden an die Hand, mit denen sie den Sprachstand eines Kindes erkennen und es gezielt f\u00f6rdern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eDie Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, wie sie ihre Sprache so einsetzen k\u00f6nnen, dass es zu dem Sprachstand des Kindes passt und ihm weiterhilft\u201c, sagt Rabea Lemmer, die gemeinsam mit Alina Lausecker als wissenschaftliche Mitarbeiterin das Projekt betreut. Die Kursteilnehmer lernen darauf zu achten, an welche Stelle des Satzes das Kind das Verb setzt oder wie es bereits mit Akkusativ und Dativ umgehen kann.<\/p>\n<p>Daneben \u00fcben die Teilnehmer Methoden ein, um beispielweise mit Fragespielen dem Kind immer wieder grammatikalisch richtige Beispiele anzubieten. Das sprachliche Wissen, das die P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen so erwerben, ist zwar am Bedarf von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache ausgerichtet, kommt letztendlich aber allen Kindern in der Einrichtung zugute.<\/p>\n<p>\u201eTheorie, Praxis und Reflexion sind in den Kursen eng verzahnt und k\u00f6nnen damit direkt in die Praxis \u00fcbertragen werden\u201c sagt Alina Lausecker. \u201eUnsere Kursteilnehmer empfinden es oft als sehr erleichternd, ein Diagnoseinstrumentarium an die Hand zu bekommen, um ein Kind in seinem Spracherwerb besser einsch\u00e4tzen und effektiver f\u00f6rdern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Einige sind danach so motiviert, dass sie den Kurs direkt ihren Kolleginnen und Kollegen weiterempfehlen.\u201c Die Nachfrage nach dem f\u00fcnft\u00e4gigen Fortbildungsprogramm ist gro\u00df: Seit Projektbeginn haben bereits mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Hessen den Kurs abgeschlossen und das Zertifikat als Sprachf\u00f6rderprofi erhalten. Derzeit laufen drei Gruppen parallel, zwei weitere Kurse in Frankfurt starten noch dieses Jahr.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese gibt es noch wenige Restpl\u00e4tze. Das Angebot ist bis Ende des Jahres ausgebucht. Die Fortbildung ist f\u00fcr die Kursteilnehmer kostenlos. Das Projekt l\u00e4uft derzeit bis Dezember 2019. \u201eUnser Wunsch w\u00e4re, dass das Angebot ab dann verstetigt wird und als dauerhafte Anlaufstelle f\u00fcr die Betreuungseinrichtungen in Hessen erhalten bleibt\u201c, sagt Prof. Petra Schulz. \u201eEine Sprache zu lernen braucht Zeit, Geduld und professionelle Begleitung. Wir haben das Knowhow und die Erfahrung, die in der Praxis gebraucht wird.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Melanie G\u00e4rtner <\/em><\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; line=&#8220;true&#8220; style=&#8220;1&#8243; animation=&#8220;fadeIn&#8220;]<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><a href=\"http:\/\/www.sprachfoerderprofis.de\">\u00a0www.sprachfoerderprofis.de<\/a><\/p>\n<p>[\/dt_call_to_action]<\/p>\n<p><em><strong>Dieser Artikel ist in der Ausgabe 4.18 des UniReport erschienen.\u00a0<a href=\"http:\/\/www.uni-frankfurt.de\/72886998\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PDF-Download \u00bb<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber 150 p\u00e4dagogische Fachkr\u00e4fte aus Hessen haben\u00a0sich von wissenschaftlichen Experten der Goethe-Universit\u00e4t f\u00fcr Deutsch als Zweitsprache fortbilden lassen. 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