{"id":3127,"date":"2016-02-01T15:19:01","date_gmt":"2016-02-01T14:19:01","guid":{"rendered":"http:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=3127"},"modified":"2016-02-01T16:07:44","modified_gmt":"2016-02-01T15:07:44","slug":"photonen-spalten-fckw-aber-nur-langsam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/forschung\/photonen-spalten-fckw-aber-nur-langsam\/","title":{"rendered":"Photonen spalten FCKW \u2013 aber nur langsam"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3157\" aria-describedby=\"caption-attachment-3157\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_engel_ballonstart.jpg\" rel=\"attachment wp-att-3157\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3157\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_engel_ballonstart-300x199.jpg\" alt=\"Der Stratosph\u00e4renballon mit dem Luftprobensammler kann 100 kg schwere Messger\u00e4te in h\u00f6hen von 30 km tragen. Foto: A. Engel.\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_engel_ballonstart-300x199.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_engel_ballonstart.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3157\" class=\"wp-caption-text\">Der Stratosph\u00e4renballon mit dem Luftprobensammler kann 100 kg schwere Messger\u00e4te in h\u00f6hen von 30 km tragen. Foto: A. Engel.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Freisetzung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) in die Atmosph\u00e4re ist seit Inkrafttreten des Montreal Protokolls zum Schutz der Ozonschicht im Jahr 1987 reglementiert. Aber die ozonzerst\u00f6renden Gase sind \u00e4u\u00dferst langlebig. Sie k\u00f6nnen erst in der Stratosph\u00e4re, also in H\u00f6hen oberhalb von etwa zehn Kilometern, durch kurzwelliges, energiereiches Sonnenlicht gespalten werden. Messungen der FCKW und ihrer Ersatzstoffe am Institut f\u00fcr Atmosph\u00e4re und Umwelt erlauben es, die Lebenszeiten dieser Substanzen zu bestimmen und damit auch ihr Potenzial, die Ozonschicht zu sch\u00e4digen und zur Klimaerw\u00e4rmung beizutragen. Sie stellen einen wichtigen Beitrag zur Klimaforschung dar.<\/p>\n<p>Wechselwirkungen des Sonnenlichts mit den Gasen der Erdatmosph\u00e4re spielen eine gro\u00dfe Rolle f\u00fcr das Leben auf der Erde. Den gr\u00f6\u00dften Beitrag dazu leistet die kurzwellige UV-Strahlung mit Wellenl\u00e4ngen von weniger als 400 Nanometern. So wird molekularer Sauerstoff (O\u2082) nur von energiereichen Lichtteilchen (Photonen) mit Wellenl\u00e4ngen von kleiner als 240 Nanometern gespalten. Diese Aufspaltung, auch Photolyse genannt, tr\u00e4gt zur Entstehung der sch\u00fctzenden Ozonschicht in der Stratosph\u00e4re bei. Nachdem das Sauerstoffmolek\u00fcl gespalten ist, verbindet sich jedes der beiden Sauerstoffatome mit einem O\u2082-Molek\u00fcl zum Ozon (O\u2083). Ihre maximale Konzentration weist die hierdurch entstehende Ozonschicht in H\u00f6hen zwischen etwa 20 und 30 Kilometern auf. Die Ozonschicht absorbiert schon Strahlung mit Wellenl\u00e4ngen kleiner als 290 Nanometer sehr effektiv. Dadurch sch\u00fctzt sie die Troposph\u00e4re, in der wir leben, vor der kurzwelligen UV-B-Strahlung der Sonne. Wenn die Strahlung wegen eines Lochs oder einer Ausd\u00fcnnung der Ozonschicht vermehrt in die Troposph\u00e4re gelangt, kann dies zu gesundheitlichen Problemen bei Menschen, aber auch zur Sch\u00e4digung von Pflanzen und Tieren f\u00fchren.<\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;normal&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; line=&#8220;true&#8220; animation=&#8220;fadeIn&#8220;]<\/p>\n<h3>Ozonchemie der Troposph\u00e4re<\/h3>\n<p>Die wesentlichen Reaktionen f\u00fcr den Abbau vieler Substanzen, die in die Atmosph\u00e4re emittiert werden, sind sehr \u00e4hnlich den hier f\u00fcr das CO-Molek\u00fcl als Mustersubstanz gezeigten. In den Reaktionsgleichungen wird das Licht als Lichtquant (Photon) einer bestimmten Wellenl\u00e4nge \u03bb beschrieben. Es ist \u00fcblich, die Energie der Photonen als h\u03bd zu schreiben, wobei h f\u00fcr das Planck\u2019sche Wirkungsquantum und \u03bd f\u00fcr die Frequenz steht. M steht hier f\u00fcr einen beliebigen Sto\u00dfpartner, der bei der Reaktion nicht chemisch ver\u00e4ndert wird.<\/p>\n<p><em>Bildung von OH-Radikalen<\/em><br \/>\nO\u2083 + h\u03bd (\u03bb \u2264 310 nm) \u2192\u00a0 O\u2082 + O(<sup>1<\/sup>D)<br \/>\nO(<sup>1<\/sup>D) + H\u2082O \uf0ae\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2192\u00a0 2 OH<\/p>\n<p><em>Ozonbildung beim Abbau CO<\/em><br \/>\nCO + OH + O\u2082\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2192\uf0ae CO<sub>2<\/sub> + HO\u2082<br \/>\nHO\u2082 + NO \uf0ae\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2192\u00a0OH + NO\u2082<br \/>\nNO\u2082 + h\u03bd (\u03bb &lt; 424 nm) \u2192 NO + O<br \/>\nO + O\u2082 + M\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u2192\uf0ae O\u2083 + M<br \/>\n______________________________________<\/p>\n<p>CO + 2O\u2082 + h\u03bd\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u2192\uf06e \uf0ae CO\u2082 + O\u2083<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Times New Roman;font-size: medium\">[\/dt_call_to_action]<\/span><\/p>\n<h3>Das OH-Radikal: Waschmittel der Atmosph\u00e4re<\/h3>\n<p>Die Energie der Photonen, die durch den Filter der Ozonschicht in die erdnahe Troposph\u00e4re gelangt, reicht nicht aus, um die meisten Molek\u00fcle in der Troposph\u00e4re photolytisch zu spalten. Zwei wichtige Ausnahmen hiervon sind das Ozonmolek\u00fcl, welches auch in der Troposph\u00e4re vorkommt und dort photolytisch gespalten werden kann, und das Stickstoffdioxid (NO\u2082). Damit kommt diesen beiden Molek\u00fclen eine Schl\u00fcsselrolle in der Chemie der Troposph\u00e4re zu.<\/p>\n<p>Die photolytische Spaltung von Ozon und die nachfolgende Reaktion der gebildeten angeregten Sauerstoffatome (O(<sup>1<\/sup>D)) mit Wasser ist die Hauptquelle f\u00fcr das OH-Radikal (Graedel, 1994). Dieses sehr reaktionsfreudige Radikal reagiert mit einer Vielzahl von Substanzen, die aus nat\u00fcrlichen und anthropogenen Quellen in die Atmosph\u00e4re gelangen. Hierdurch k\u00f6nnen Substanzen wie Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid (CO), die nicht direkt photolytisch spaltbar sind, in der Troposph\u00e4re abgebaut werden. Bei diesen Reaktionen wird das OH-Radikal zur\u00fcckgebildet [siehe Kasten \u00bbOzonchemie der Troposph\u00e4re\u00ab]. OH-Radikale fungieren also lediglich als Katalysator und k\u00f6nnen in Form einer Kettenreaktion weiterreagieren, bis die Kette \u00fcber Senkenreaktionen f\u00fcr das OH-Radikal unterbrochen wird. \u00dcber Reaktionsmechanismen, die sehr \u00e4hnlich denen f\u00fcr das CO-Molek\u00fcl sind, werden die meisten Substanzen, die in die Atmosph\u00e4re emittiert werden, oxidiert. Hierbei entstehen entweder stabile Endprodukte wie CO\u2082 oder wasserl\u00f6sliche Substanzen, die dann aus der Atmosph\u00e4re ausgewaschen werden k\u00f6nnen. Die Energie f\u00fcr die Oxidation wird in jedem Fall \u00fcber das Lichtquant von der Sonne geliefert.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3153\" aria-describedby=\"caption-attachment-3153\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_ff-engel3.jpg\" rel=\"attachment wp-att-3153\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3153\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_ff-engel3-300x175.jpg\" alt=\"Das Forschungsflugzeug HALO erm\u00f6glicht Messungen in der unteren Stratosph\u00e4re. Foto: A. Engel.\" width=\"300\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_ff-engel3-300x175.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_ff-engel3.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3153\" class=\"wp-caption-text\">Das Forschungsflugzeug HALO erm\u00f6glicht Messungen in der unteren Stratosph\u00e4re. Foto: A. Engel.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Reaktion mit dem OH-Radikal ist der wichtigste Abbauprozess f\u00fcr viele klimasch\u00e4digende Gase, insbesondere das Methan, aber auch f\u00fcr viele teilhalogenierte Kohlenwasserstoffe. \u00c4nderungen in der Photochemie der Troposph\u00e4re und damit in der mittleren Konzentration des OH-Radikals beeinflussen also die Lebenszeit von Methan und anderen Treibhausgasen und haben damit auch eine Auswirkung auf den Treibhauseffekt. Man kann das OH-Radikal als eine Art Waschmittel der Atmosph\u00e4re bezeichnen, weil es am ersten, geschwindigkeitsbestimmenden Schritt der meisten Abbaureaktionsketten beteiligt ist. Andererseits entsteht bei diesem Abbau in Gegenwart von Stickoxiden auch neues Ozon. In der Troposph\u00e4re ist es als Zellgift sch\u00e4dlich f\u00fcr Mensch und Umwelt.<\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; line=&#8220;true&#8220; animation=&#8220;fadeIn&#8220;]<\/p>\n<h3>Auf den Punkt gebracht<\/h3>\n<ul>\n<li>Photochemische Prozesse in der Atmosph\u00e4re sch\u00fctzen unsere Planeten vor energiereicher Strahlung und f\u00fchren zum Abbau vieler Treibhausgase.<\/li>\n<li>FCKW sind \u00e4u\u00dferst langlebig, weil sie erst oberhalb der Ozonschicht, in der Stratosph\u00e4re, von energiereichem Sonnenlicht gespalten werden.<\/li>\n<li>Die photochemischen Lebenszeiten k\u00f6nnen aus Messungen mit Ballons und hochfliegenden Forschungsflugzeugen in der Stratosph\u00e4re bestimmt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Times New Roman;font-size: medium\">[\/dt_call_to_action]<\/span><\/p>\n<h3>Photolytischer Abbau in der Stratosph\u00e4re und atmosph\u00e4rische Lebenszeit<\/h3>\n<figure id=\"attachment_3353\" aria-describedby=\"caption-attachment-3353\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Engel_Grafik_.jpg\" rel=\"attachment wp-att-3353\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3353\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Engel_Grafik_-300x231.jpg\" alt=\"Vertikalprofile verschiedener langlebiger FCKW: F11 (blau): 52 Jahre, F113 (grau): 93 Jahre, F12 (rot): 102 Jahre, F115 (gelb): 540 Jahre.\" width=\"300\" height=\"231\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Engel_Grafik_-300x231.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Engel_Grafik_-768x591.jpg 768w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Engel_Grafik_.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3353\" class=\"wp-caption-text\">Vertikalprofile verschiedener langlebiger FCKW: F11 (blau): 52 Jahre, F113 (grau): 93 Jahre, F12 (rot): 102 Jahre, F115 (gelb): 540 Jahre.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was passiert nun, wenn Substanzen in die Atmosph\u00e4re emittiert werden, die weder wasserl\u00f6slich sind noch mit dem OHRadikal reagieren oder anderweitig in der Troposph\u00e4re abgebaut werden k\u00f6nnen? Solche Substanzen sind sehr langlebig und k\u00f6nnen in die dar\u00fcberliegende Stratosph\u00e4re aufsteigen, in der sich die sch\u00fctzende Ozonschicht befindet. Dort sind die f\u00fcr einen direkten photolytischen Abbau vieler Substanzen n\u00f6tigen h\u00f6heren Photonenenergien, sprich kurzwelligere Photonen, vorhanden. F\u00fcr die FCKW beispielsweise, die urs\u00e4chlich f\u00fcr den anthropogenen Ozonabbau in der Stratosph\u00e4re verantwortlich sind, werden Photonen ben\u00f6tigt, die typischerweise unterhalb von 230 Nanometern liegen. Bei der Photolyse werden dann Chloratome freigesetzt, die das Ozon angreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Berechnungen zeigen, dass zum Beispiel FCKW tats\u00e4chlich erst in der Stratosph\u00e4re photolysiert werden, wobei die Abbaugeschwindigkeiten verschiedener FCKW sich signifikant unterscheiden. FCKW, die langsamer photolytisch gespalten werden, verbleiben dabei l\u00e4nger in der Atmosph\u00e4re undhaben eine l\u00e4ngere Lebenszeit. Die photochemischen Lebenszeiten k\u00f6nnen aus Messungen der verschiedenen Substanzen in der Stratosph\u00e4re bestimmt werden (Laube et al., 2013). Solche Messungen werden am Institut f\u00fcr Atmosph\u00e4re und Umwelt der Goethe-Universit\u00e4t durchgef\u00fchrt [siehe Kasten \u00bbSpurengasmessungen in der Stratosph\u00e4re\u00ab]. Die Lebenszeit ist ein essenzieller Parameter, um die Umweltrelevanz der verschiedenen FCKW zu beurteilen, insbesondere wie schnell sie wieder aus der Atmosph\u00e4re entfernt werden. Substanzen, die leichter photolysiert werden, haben eine k\u00fcrzere Lebenszeit und nehmen dadurch mit der H\u00f6he schneller ab als langlebigere.<\/p>\n<p>Im Rahmen von SPARC (Stratosphere-Troposphere Processes and their Role in Climate), einem der vier Kernprojekte des World Climate Research Programme (WCRP), haben wir die Lebenszeiten der wichtigsten Nicht-CO2-Treibhausgase und ozonzerst\u00f6render Gase neu evaluiert (Engel A. and Atlas E.L. et al., 2013) und neue Referenzwerte f\u00fcr atmosph\u00e4rische Lebenszeiten bestimmt (Ko et al., 2013). Diese Referenzwerte werden f\u00fcr die Berechnung von Treibhausgaspotenzialen und Ozonzerst\u00f6rungspotenzialen verwendet. Sie stellen wichtige Kenngr\u00f6\u00dfen verschiedener Substanzen im Rahmen internationaler Regulierungen von Treibhausgasen und ozonzerst\u00f6renden Substanzen dar (IPCC, 2013; WMO, 2014).<\/p>\n<figure id=\"attachment_3131\" aria-describedby=\"caption-attachment-3131\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_ff-engel1.jpg\" rel=\"attachment wp-att-3131\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3131\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_ff-engel1-300x200.jpg\" alt=\"Start eines Wasserstoff gef\u00fcllten Stratosph\u00e4renballons. Foto: A. Engel.\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_ff-engel1-300x200.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_ff-engel1.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3131\" class=\"wp-caption-text\">Start eines Wasserstoff gef\u00fcllten Stratosph\u00e4renballons. Foto: A. Engel.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bevor das Ozonloch in der Stratosph\u00e4re erstmals beobachtet wurde, wusste man wenig \u00fcber die Abbauprozesse und Lebenszeiten atmosph\u00e4rischer Spurengase. Insbesondere sind die lange Lebenszeit der FCKW und der Abbau in der Stratosph\u00e4re erst sp\u00e4t als globales Problem erkannt worden. Durch die Forschung der letzten Jahrzehnte ist es gelungen,die Abbauprozesse und Mechanismen besser zu quantifizieren. Dieses bessere Verst\u00e4ndnis hat letztendlich einen klaren Zusammenhang zwischen der Emission von FCKW in die Atmosph\u00e4re und Ozonverlusten in der Stratosph\u00e4re gezeigt, was zu der heute sehr strengen Regulierung der FCKW im Rahmen des Montreal-Protokolls gef\u00fchrt hat. Um quantitativ \u00fcberpr\u00fcfen zu k\u00f6nnen, ob das Montreal Protokoll eingehalten wird, ist die nun verbesserte Kenntnis der atmosph\u00e4rischen Lebenszeiten essenziell.<\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; line=&#8220;true&#8220; animation=&#8220;fadeIn&#8220;]<\/p>\n<h3>Spurengasmessungen in der Stratosph\u00e4re<\/h3>\n<p>Spurengasmessungen in der Stratosph\u00e4re werden am Institut f\u00fcr Atmosph\u00e4re und Umwelt (IAU) der Goethe-Universit\u00e4t mithilfe von Gaschromatographie, gekoppelt mit Massenspektrometrie durchgef\u00fchrt. Diese Messungen erlauben es, den photochemischen Abbau von wichtigen Treibhausgasen und ozonzerst\u00f6renden Substanzen zu quantifizieren.<br \/>\nAus H\u00f6hen bis 35 Kilometer k\u00f6nnen Proben mit einem ballongetragenen Luftprobensammler gesammelt und im Labor vermessen werden. Dazu werden am Institut f\u00fcr Atmosph\u00e4re und Umwelt Messtechniken entwickelt, die es erlauben, eine Vielzahl von ozonsch\u00e4digenden und klimarelevanten Spurengasen in den Luftproben zu messen. Hierbei kommt es auf die Nachweisgrenzen (f\u00fcr einige Substanzen bis zu 1 Teilchen auf 10<sup>14<\/sup> Teilchen Luft) und auf hohe Genauigkeiten und Pr\u00e4zision (bis zu 0.2 Prozent f\u00fcr einige Substanzen) an.<\/p>\n<p>Bis 15 Kilometer H\u00f6he k\u00f6nnen die Messger\u00e4te direkt mit Forschungsflugzeugen wie dem neuen deutschen Forschungsflugzeug HALO (High Altitude Long Range Aircraft) in die untere Stratosph\u00e4re gebracht werden. Hierzu wurde in der Arbeitsgruppe ein vollautomatisiertes Gaschromatographie-\/Massenspektrometrie-System entwickelt, welches f\u00fcr den Betrieb auf dem Flugzeug besonders auf schnelle Messungen optimiert wurde.<\/p>\n<p>Ballons und hochfliegende Flugzeuge erm\u00f6glichen die Messung von Spurengasen in der Stratosph\u00e4re, dem Bereich, in dem der photochemische Abbau vieler halogenierter Substanzen durch kurzwellige Solarstrahlung stattfindet.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Times New Roman;font-size: medium\">[\/dt_call_to_action]<\/span><\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; line=&#8220;true&#8220; animation=&#8220;fadeIn&#8220;]<\/p>\n<h3>Der Autor<\/h3>\n<figure id=\"attachment_3142\" aria-describedby=\"caption-attachment-3142\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_ff-engelautor.jpg\" rel=\"attachment wp-att-3142\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3142\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_ff-engelautor-300x200.jpg\" alt=\"Andreas Engel; Foto: U. Dettmar.\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_ff-engelautor-300x200.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/blog_ff-engelautor.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3142\" class=\"wp-caption-text\">Andreas Engel; Foto: U. Dettmar.<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Prof. Dr. Andreas Engel<\/strong>, Jahrgang 1965, studierte Chemie an der RWTH Aachen und promovierte 1993 mit einer Arbeit am Forschungszentrum J\u00fclich an der WTH Aachen. 1995 wechselte er an die Goethe- Universit\u00e4t, wo er 2007 habilitierte und seit 2010 Au\u00dferplanm\u00e4\u00dfiger Professor ist. Seine Forschung basiert gr\u00f6\u00dftenteils auf der Messung von atmosph\u00e4rischen Spurengasen. Er untersucht chemische und dynamische Prozesse in der Stratosph\u00e4re und im Tropopausenbereich sowie in den letzten Jahren auch in der Troposph\u00e4re.<\/p>\n<p>an.engel@iau.uni-frankfurt.de<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.uni-frankfurt.de\/43267299\/AGExperimentelle-Atmosphaerenforschung\" target=\"_blank\">Experimentelle Atmosph\u00e4renforschung<\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Times New Roman;font-size: medium\">[\/dt_call_to_action]<\/span><\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; line=&#8220;true&#8220; animation=&#8220;fadeIn&#8220;]<\/p>\n<h4>Literatur<\/h4>\n<p>1 Engel A. and Atlas E.L.,et al., Inferred Lifetimes from Observed Trace-Gas Distributions, in SP ARC Report N\u00b06 (2013) Lifetimes of Stratospheric Ozone-Depleting Substances, Their Replacements, and Related Species, edited by M. K. W. Ko, P. A. Newman, S . Reimann, and S . E. Strahan, 2013.<\/p>\n<p>2 Graedel, T. E., Chemie der Atmosph\u00e4re: Bedeutung f\u00fcr Klima und Umwelt, Spektrum Lehrbuch, edited by: Crutzen, P . J., and Br\u00fchl, C., Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 1994.<\/p>\n<p>3 IP CC: Climate Change 2013:The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fifth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change ,Cambridge University Press, Cambridge, United Kingdom and New York, NY, USA, 1535 pp., 2013.<\/p>\n<p>4 Ko, M. K. W., Newman, P ., Reimann, S ., Strahan, S . E., Atlas, E. L., Burkholder, J. B., Chipperfield, M., Engel, A., Liang, Q., Mellouki, W., Plumb, R . A., Stolarski, R . S .,and Volk, C. M., Recommended Values for Steady-State Atmospheric Lifetimes and their Uncertainties, in SP ARC Report N \u00b06 (2013) Lifetimes of Stratospheric Ozone-Depleting Substances, Their Replacements, and Related Species, edited by M. K. W. Ko, P . A. Newman, S. Reimann, and S . E. Strahan, 2013.<\/p>\n<p>5 Laube, J. C., Keil, A., B\u00f6nisch, H ., Engel, A., R\u00f6ckmann, T., Volk, C. M., and S turges, W. T., Observation- based assessment of stratospheric fractional release, lifetimes, and ozone depletion potentials of ten important source gases, Atmos. Chem. Phys., 13, 2779-2791, 10.5194\/ acp-13-2779-2013, 2013.<\/p>\n<p>6 WMO: World Meteorological Organization (WMO), Scientific Assessment of Ozone Depletion: 2014, World Meteorological Organization, Global Ozone Research and Monitoring Project-Report N o. 55, 416 pp., Geneva, Switzerland, 2014., 2014.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Times New Roman;font-size: medium\">[\/dt_call_to_action]<\/span><\/p>\n<p>Beitrag aus Forschung Frankfurt 2\/2015 <a href=\"http:\/\/www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de\/59324162\/FoFra_2015_2_Astrophysik_und_Atmosphaere_Photonen_spalten_FCKW_aber_nur_langsam.pdf\" target=\"_blank\">Photonen spalten FCKW<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Freisetzung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) in die Atmosph\u00e4re ist seit Inkrafttreten des Montreal Protokolls zum Schutz der Ozonschicht im Jahr 1987 reglementiert. Aber die ozonzerst\u00f6renden Gase sind \u00e4u\u00dferst langlebig. 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