{"id":37993,"date":"2019-06-13T13:09:46","date_gmt":"2019-06-13T11:09:46","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=37993"},"modified":"2019-06-13T13:09:48","modified_gmt":"2019-06-13T11:09:48","slug":"kleine-faecher-sichtbarer-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/aktuelles\/kleine-faecher-sichtbarer-machen\/","title":{"rendered":"Kleine F\u00e4cher sichtbarer machen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt, Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen und Philipps-Universit\u00e4t Marburg zeigen im kommenden Wintersemester Exzellenz Kleiner F\u00e4cher<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6n, aber\nnutzlos \u2013 ein Vorwurf, dem sich die sogenannten Kleinen F\u00e4cher h\u00e4ufig stellen\nm\u00fcssen. Doch die \u201aKleinheit\u2018 der Kleinen F\u00e4cher ist eher ein Resultat\ninstitutioneller Traditionen, nicht \u2013 wie die Metapher vom \u201eOrchideenfach\u201c\nsuggeriert \u2013 der Abgelegenheit ihrer Gegenst\u00e4nde: F\u00e4cher wie Keltologie,\nSlavistik oder Afrikanistik arbeiten an gesellschaftlich hochrelevanten Themen,\nerweitern unser Wissen \u00fcber ganze Weltregionen und bewahren unser kulturelles\nErbe. Im kommenden Wintersemester werden die Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt, die\nJustus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen und die Philipps-Universit\u00e4t Marburgmit\nden \u201eKleine F\u00e4cher-Wochen\u201c Disziplinen in den Fokus r\u00fccken, deren Exzellenz in\nForschung und Lehre au\u00dferhalb der Fachcommunity zumeist wenig Beachtung findet.\nIn Ausstellungen, Filmvorf\u00fchrungen, Podiumsgespr\u00e4chen, Lesungen,\nTheaterauff\u00fchrungen und anderen Veranstaltungsformaten soll so die\nVielgestaltigkeit der hessischen F\u00e4cherlandschaft sichtbarer gemacht werden.\nDie Hochschulrektorenkonferenz (HRK) f\u00f6rdert die drei Universit\u00e4ten dabei mit\njeweils etwa 50.000 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Begriff\n\u201eKleine F\u00e4cher\u201c werden wissenschaftliche Disziplinen bezeichnet, die nur an\neinzelnen deutschen Hochschulstandorten angeboten und von vergleichsweise\nwenigen Professuren vertreten werden. In der Lehre heben sie sich durch ihre\nStudierendenzahlen von anderen Disziplinen ab. Um die zahlenm\u00e4\u00dfig kleinen\nDisziplinen zu st\u00e4rken, wurden einige von ihnen auf Initiative der hessischen\nLandesregierung vor gut zehn Jahren in regionalwissenschaftlichen Zentren in\nFrankfurt (Ostasien), Gie\u00dfen (Osteuropa) und Marburg (Naher und Mittlerer\nOsten) geb\u00fcndelt. Kleine F\u00e4cher sind besonders in den Geistes- und\nSozialwissenschaften verortet, finden sich aber auch unter den Natur-,\nGesundheits-, Wirtschafts- oder Ingenieurwissenschaften. Sie sind unverzichtbare\nPartner in Forschungsverb\u00fcnden und Lehrkooperationen, liefern einen\nwesentlichen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Diskursen, bieten\nvielf\u00e4ltige Studienm\u00f6glichkeiten und ein breites Feld beruflicher Perspektiven.\nMit den \u201eKleine F\u00e4cher-Wochen\u201c erhalten sie Gelegenheit, aus dem Schatten der\nMassenf\u00e4cher herauszutreten und sich der Hochschul\u00f6ffentlichkeit,\ninteressierten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern sowie Studieninteressierten zu\npr\u00e4sentieren und sich untereinander noch st\u00e4rker zu vernetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Goethe University Frankfurt<\/strong>\n<strong>Frankfurt <\/strong>ist fest in der Metropolregion Rhein-Main verankert. Sie\nbegreift sich als B\u00fcrgeruniversit\u00e4t, die Wissenschaft mit und f\u00fcr die\nGesellschaft betreibt \u2013 eine Gesellschaft, die in Frankfurt durch\nInternationalit\u00e4t und kulturelle Vielfalt gepr\u00e4gt ist. Die geistes-, sprach-\nund kulturwissenschaftlichen Kleinen F\u00e4cher der Goethe-Universit\u00e4t leisten\neinen wichtigen Beitrag zum Verst\u00e4ndnis dieser Vielfalt. Durch Kooperationen\nmit regionalen, nationalen und internationalen Partnern und Einrichtungen aus\nallen gesellschaftlichen Teilbereichen tragen sie zur St\u00e4rkung des\ngesellschaftlichen Bezugs der Wissenschaft, zu transkulturellem Austausch und\ninternationalem Wissenstransfer bei. \u201eDie forschungsstarken Kleinen F\u00e4cher der\nGoethe-Universit\u00e4t besitzen eine hohe Innovationskraft\u201c, f\u00fchrt Professor Dr.\nThomas Betzwieser, Dekan des Fachbereichs Sprach- und Kulturwissenschaften,\naus. \u201eDas soll w\u00e4hrend der \u201eKleinen F\u00e4cher-Woche\u201c f\u00fcr eine breite\n\u00d6ffentlichkeit sicht- und erlebbar werden.\u201c Unter dem Motto \u201eGro\u00dfes Potential!\nDie Kleinen F\u00e4cher der Goethe-Universit\u00e4t\u201c erhalten Interessierten in Workshops\nund Vortr\u00e4gen, Werkstattgespr\u00e4chen und Podiumsdiskussionen Einblick in die\nArbeitsgebiete der kleinen geisteswissenschaftlichen F\u00e4cher. Geplant ist au\u00dferdem\neine \u201eLange Nacht der Kleinen F\u00e4cher\u201c, in der sich Abiturientinnen und\nAbiturienten, Studierende, Hochschulangeh\u00f6rige und interessierte B\u00fcrgerinnen\nund B\u00fcrger bis zum fr\u00fchen Morgen \u00fcber Forschungsthemen, Studienangebote und\nBerufsperspektiven informieren k\u00f6nnen. \u201eDie Goethe-Universit\u00e4t hat mit ihren\nvielen Kleinen F\u00e4chern ein Pfund, mit dem sie wuchern kann\u201c, betont die\nSkandinavistin Dr. Julia Zernack, Professorin am Fachbereich Neuere\nPhilologien. \u201eMit den \u201eKleine F\u00e4cher-Wochen\u201c wollen wir ihr Potential in\nForschung und Lehre innerhalb wie au\u00dferhalb der Universit\u00e4t noch deutlicher\nherausstellen und damit zugleich eine intensivere Zusammenarbeit der Kleinen\nF\u00e4cher untereinander ansto\u00dfen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>An der <strong>Justus-Liebig-Universit\u00e4t\nGie\u00dfen (JLU)<\/strong> beteiligen sich das Gie\u00dfener Zentrum \u00d6stliches Europa (GiZo)\nund acht kulturwissenschaftliche F\u00e4cher zusammen mit dem Herder-Institut f\u00fcr\nhistorische Ostmitteleuropaforschung an den \u201eKleine-F\u00e4cher-Wochen\u201c. Unter dem\nTitel \u201eEuropa \u2013 EinBlick von den R\u00e4ndern\u201c sollen unter der Federf\u00fchrung von\nProf. Dr. Monika Wingender (Institut f\u00fcr Slavistik, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende\nDirektorin des GiZo) h\u00e4ufig als peripher wahrgenommene Ph\u00e4nomene betont und die\nLeistungsf\u00e4higkeit kleiner F\u00e4cher jenseits ihrer engeren Fachzust\u00e4ndigkeit\nherausgestellt werden. Die am Fachbereich 04 \u2013 Geschichts- und\nKulturwissenschaften und Fachbereich 05 \u2013 Sprache, Literatur, Kultur\nangesiedelten kulturwissenschaftlichen F\u00e4cher Alte Geschichte, Gr\u00e4zistik,\nIslamische Theologie, Klassische Arch\u00e4ologie, Latinistik, Osteurop\u00e4ische\nGeschichte, Slavistik sind f\u00fcr die historische und aktuelle Diskussion um\nEuropa besonders relevant. \u201eAlle F\u00e4cher gemeinsam sind f\u00fcr eine moderne\nDiskussion \u00fcber europ\u00e4ische Traditionen und Werte sowie f\u00fcr\nZukunftsperspektiven unentbehrlich\u201c, unterstreicht Prof. Wingender, die sich\nsehr auf das Vorhaben freut, die kleinen F\u00e4cher gemeinsam mit ihren Kolleginnen\nund Kollegen sichtbarer zu machen. Geplant sind unter anderem ein Film mit\nAlumni, Lesungen mit bekannten Schriftstellerinnen und Schriftstellern,\n\u00f6ffentliche Diskussionsveranstaltungen und eine Theaterauff\u00fchrung. Dass die JLU\nsich mit ihrem Antrag durchsetzen konnte, ist f\u00fcr JLU-Pr\u00e4sident Prof. Dr.\nJoybrato Mukherjee ein weiterer Beleg f\u00fcr die Erfolgsgeschichte der\nZentrenbildung in Hessen. \u201eDie Gr\u00fcndung des GiZo und seine strategische\nZusammenarbeit mit dem Herder-Institut in Marburg haben eine einmalige\nosteuropabezogene Forschungslandschaft geschaffen\u201c, sagte Prof. Mukherjee. \u201eIn\nVerbindung mit weiteren kulturwissenschaftlichen kleinen F\u00e4chern verf\u00fcgen wir\nhier \u00fcber ein wichtiges Forschungsnetzwerk mit vielf\u00e4ltigen nationalen und\ninternationalen Partnern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Als traditionsreichste der hessischen Hochschulen verf\u00fcgt die <strong>Philipps-Universit\u00e4t Marburg (UMR)<\/strong> \u00fcber die gr\u00f6\u00dfte Gruppe an Kleinen F\u00e4cher, so forschen und lehren derzeit in 28 \u00fcberwiegend geisteswissenschaftlichen Kleinen F\u00e4chern 34 Professorinnen und Professoren sowie zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Lehrbeauftragte aus den Fachgruppen der au\u00dfereurop\u00e4ischen und europ\u00e4ischen Literatur- und Sprachwissenschaften, der angewandten Sprachwissenschaften, der Geschichtswissenschaften und der Arch\u00e4ologien sowie der Film- und Religionswissenschaft. Unter dem Motto \u201eDie weite Welt vor Ort. Der Beitrag der Kleinen F\u00e4cher zur Internationalisierung der Universit\u00e4t\u201c veranstaltet die UMR ein breitgef\u00e4chertes Aktionsprogramm mit \u00f6ffentlichen und wissenschaftlichen Veranstaltungen. \u201eIn den Kleinen F\u00e4chern ist eine internationale Perspektive oft selbstverst\u00e4ndlich, da f\u00fcr die Zusammenarbeit mit Fachkolleginnen weite Wege zu gehen sind. Damit bringen sie besondere Perspektiven mit an ihre Universit\u00e4ten\u201c, sagt Prof. Dr. Kati Hannken-Illjes vom Institut f\u00fcr Germanistische Sprachwissenschaft der Philipps-Universit\u00e4t, unter deren Federf\u00fchrung die \u201eKleine F\u00e4cher-Wochen\u201c in Marburg stattfinden. Einen H\u00f6hepunkt der \u201eKleine F\u00e4cher-Wochen\u201c in Marburg bildet ein zweiw\u00f6chiges gemeinsames Ausstellungsforum aller beteiligten F\u00e4cher von Altorientalistik bis Wirtschafts- und Sozialgeschichte in der zweiten Novemberh\u00e4lfte 2019. Eine w\u00f6chentliche Vortragsreihe unter Beteiligung von Alumni aus unterschiedlichen und renommierten Berufsfeldern beleuchtet die Kompetenzen und Chancen der Kleinen F\u00e4cher f\u00fcr den internationalen Arbeitsmarkt. Parallel dazu pr\u00e4sentieren sich die Kleinen F\u00e4cher unter anderem mit einer Dokumentarfilmreihe zum Arabischen Fr\u00fchling, mit Podiumsgespr\u00e4chen \u00fcber \u201eInternationale Kooperationen in politisch bewegten Zeiten\u201c oder \u201eLatein und Griechisch im 21. Jahrhundert\u201c sowie mit einem interaktivem, experimentreichen Messetag zum Thema \u201eSprache\/Sprechen\u201c. \u201eIn sehr kurzer Zeit haben sich die Fachvertreterinnen und Fachvertreter so vieler und h\u00f6chst verschiedener F\u00e4cher auf ein spannendes Programm mit Ausstrahlung in die Universit\u00e4t und die Stadt verst\u00e4ndigt. Das beweist einmal mehr, dass Kleine F\u00e4cher international in ihrer Disziplin verankert und vor Ort \u00fcberaus anschlussf\u00e4hig sind\u201c, sagt Prof. Dr. Katharina Krause, Pr\u00e4sidentin der Philipps-Universit\u00e4t. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund\n\u201eKleine F\u00e4cher-Wochen\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die HRK-Vizepr\u00e4sidentin\nf\u00fcr Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs, Transfer und Kooperation, Prof.\nDr. Birgitta Wolff, Pr\u00e4sidentin der Goethe-Universit\u00e4t, sagte: \u201eDie Kleinen\nF\u00e4cher haben aus HRK-Sicht mehr Beachtung verdient, weil sie sich wie zum\nBeispiel die Arabistik oder Afrikanistik oft wissenschaftlich mit Regionen und\n\u201egro\u00dfen\u201c Themen befassen, die f\u00fcr die k\u00fcnftige globale Entwicklung von\nentscheidender Bedeutung sind. Ihre Deutungen und internationalen Kooperationen\nhelfen uns dabei, die Welt in ihrer Komplexit\u00e4t besser zu verstehen und auch\nHerausforderungen wie die Digitalisierung besser meistern zu k\u00f6nnen. Die\n\u201eKleine F\u00e4cher-Wochen\u201c sollen diese lebendige Wissenschaftskultur besser\nsichtbar machen und neugierig machen auf eine Begegnung.\u201c Die HRK engagiert\nsich seit vielen Jahren f\u00fcr die St\u00e4rkung der Kleinen F\u00e4cher und ihre Vernetzung\nauf nationaler und europ\u00e4ischer Ebene. F\u00fcr das F\u00f6rderprogramm antragsberechtigt\nwaren deutsche Hochschulen. <\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\" class=\"has-background has-very-light-gray-background-color\"><strong>Medienkontakte: <\/strong><br><br>Philipps-Universit\u00e4t Marburg<br>Stabsstelle Hochschulkommunikation<br>Tel.: 06421 28-26118<br>E-Mail: <a href=\"mailto:pressestelle@uni-marburg.de\">pressestelle@uni-marburg.de<\/a><br><br>Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen<br>Presse, Kommunikation und Marketing<br>Tel.: 0641 99-12041<br>E-Mail: <a href=\"mailto:pressestelle@uni-giessen.de\">pressestelle@uni-giessen.de<\/a> <br><br>Goethe University Frankfurt <br>PR &amp; Kommunikation<br>Tel.: 069-798-12472<br>E-Mail: <a href=\"mailto:presse@uni-frankfurt.de\">presse@uni-frankfurt.de<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Siehe auch:<\/strong> <em><a href=\"https:\/\/www.hrk.de\/presse\/pressemitteilungen\/pressemitteilung\/meldung\/klein-vielfaeltig-wichtig-kleine-faecher-wochen-an-deutschen-hochschulen-4559\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"&quot;Klein, vielf\u00e4ltig, wichtig: Kleine F\u00e4cher-Wochen an deutschen Hochschulen&quot;, Hochschulrektorenkonferenz (HRK), 13. 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