{"id":44451,"date":"2020-06-05T12:46:00","date_gmt":"2020-06-05T10:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=44451"},"modified":"2024-12-11T10:54:54","modified_gmt":"2024-12-11T09:54:54","slug":"experiment-virtuelles-semester-laeuft-besser-als-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/studium\/experiment-virtuelles-semester-laeuft-besser-als-gedacht\/","title":{"rendered":"Experiment virtuelles Semester l\u00e4uft besser als gedacht"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/blog_UR_Onlinesemester.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-44457\" width=\"650\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/blog_UR_Onlinesemester.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/blog_UR_Onlinesemester-300x208.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><figcaption><em>J\u00fcrgen Wunderlich am heimischen Rechner bei der Vorbereitung der Online-Lehre.<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong><em>Der Online-Lehrbetrieb im Sommersemester \u2013 Eindr\u00fccke, Erfahrungen und Ausblicke von Lehrenden und E-Learning-Experten<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Corona-Krise kam pl\u00f6tzlich, eine l\u00e4ngere Vorbereitungszeit auf eine  rein digitale Lehre h\u00e4tten sich wohl die meisten Lehrenden,  Verwaltungsmitarbeiter und auch Studierenden gew\u00fcnscht. Digitale Medien  sind \u201eselbstverst\u00e4ndlicher Anteil des Studiums\u201c, hei\u00dft es im Leitbild  Lehre von 2017, in dem sich die Goethe-Universit\u00e4t aber prinzipiell als  \u201ePr\u00e4senzuniversit\u00e4t\u201c versteht. <\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Alexander Tillmann, kommissarischer  Leiter von studiumdigitale, der \u201eZentralen eLearning-Einrichtung\u201c an  der Goethe-Universit\u00e4t, betont auch: \u201eUnsere Unterst\u00fctzungsangebote  waren vor der Krise vor allem auf die Integration digitaler Technologien  und Medien in Pr\u00e4senzlehre ausgerichtet.\u201c Das betreffe sowohl die  didaktischen Konzepte und Qualifizierungsangebote als auch die  technischen Dienste. Der pl\u00f6tzliche Lockdown sei in allen F\u00e4chern eine  gro\u00dfe Herausforderung gewesen. Allerdings, betont Tillmann, kann der  gr\u00f6\u00dfte Teil des Lehrangebots im Sommersemester realisiert werden \u2013 \u201edas  hei\u00dft als vollst\u00e4ndig virtuelle Lehre!\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Das liege sicherlich auch an den  Unterst\u00fctzungsstrukturen der Universit\u00e4t mit den Zentren Natur- und  Geisteswissenschaften und dem Methodenzentrum sowie den zentralen  Einrichtungen Interdisziplin\u00e4res Kolleg f\u00fcr Hochschuldidaktik (IKH), dem  Hochschulrechenzentrum (HRZ), der Abteilung Lehre und  Qualit\u00e4tssicherung (LuQ) und studiumdigitale. Hier wurden, in enger  Absprache mit Pr\u00e4sidium und Verwaltung, Task Forces gebildet und sehr  schnell Unterst\u00fctzungsangebote ausgebaut, L\u00f6sungen bereitgestellt und  Beratungen angeboten. \u201eDarauf kann die Universit\u00e4t stolz sein\u201c, betont  Tillmann. Welche Erfahrungen haben aber nun Lehrende gemacht \u2013 auch  jene, die \u00fcber weniger Kompetenzen und Erfahrungen im Bereich der  Online-Lehre verf\u00fcgen? <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Interaktiv statt passiv <\/h3>\n\n\n\n<p>Es war auch f\u00fcr sie ein  Schnellstart ins virtuelle Semester: Carola Kamuff ist Lehrbeauftragte  im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften und mit digitalen Technologien  der Pr\u00e4sentation und Kommunikation durchaus sehr vertraut. Kamuff hat  ein Institut f\u00fcr Finanzmodelle und arbeitet als Trainerin f\u00fcr junge  Analysten. In ihrer Vorlesung \u201eMergers and Acquisitions\u201c geht es um die  Aufgaben eines sogenannten M&amp;A-Beraters bei Unternehmensk\u00e4ufen und  -verk\u00e4ufen. Die Vorlesung war ohnehin nach dem Prinzip des Blended  Learning aufgebaut: ein Teil mit E-Learning-Modulen und ein Teil mit  Pr\u00e4senzveranstaltungen. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch kurz vor Semesterstart musste Kamuff ihre  Planung radikal umbauen, der Lockdown an der Universit\u00e4t erforderte  dies. Nun musste sie das Seminar komplett in den virtuellen Modus  versetzen, daf\u00fcr ben\u00f6tigte sie vor allem auch eine Lizenz f\u00fcr die  Software Zoom, mit der sie bis dato noch nicht gearbeitet hatte. Erst  kurz vor Vorlesungsbeginn konnte sie darauf zur\u00fcckgreifen, doch ihre  Erfahrung mit \u00e4hnlichen Tools lie\u00df das Experiment gl\u00fccken. In der  Online-Vorlesung wechselt Kamuff zwischen Vortrag und  Kleingruppenarbeit. \u201eIn der Gruppe lernen die Studierenden am meisten.\u201c  <\/p>\n\n\n\n<p>Die eigenen Redeanteile sollte man bei einer Online-Vorlesung  reduzieren, sagt die Lehrbeauftragte, denn die virtuellen Zuh\u00f6rerinnen  und Zuh\u00f6rer erm\u00fcdeten schneller als in einer Pr\u00e4senzveranstaltung. F\u00fcnf  Minuten Redezeit, dann m\u00fcsste man die Teilnehmenden wieder ansprechen  und zur Mitarbeit animieren. Immerhin hat sie 60 Teilnehmende in der  Vorlesung, die zum Semesterende in einer Klausur m\u00fcndet. \u201eDaf\u00fcr, dass  dieses Semester wirklich ein Ausnahmesemester ist und die  Vorbereitungszeit extrem kurz war, hat das schon sehr gut geklappt\u201c,  bilanziert Kamuff. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-very-light-gray-background-color\"><strong>ZAHLEN ZUR ONLINE-LEHRE<\/strong><br><br>W\u00e4hrend im ganzen Monat April 2019 gerade einmal 36 000 Views auf dem Streamingserver verzeichnet wurden, waren es allein am 20. April 2020 (Semesterstart) \u00fcber 46 000 Views. Inzwischen findet bis zu 95 Prozent der sonst \u00fcblichen Lehre an den 16 Fachbereichen virtuell statt, insgesamt ca. 80 bis 90 Prozent. Die Lernplattform OLAT nutzen bis zu 10 000 Nutzer*innen gleichzeitig.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie f\u00fchlt sich vom Hochschulrechenzentrum und  studiumdigitale sehr gut betreut und schmiedet schon eifrig Pl\u00e4ne f\u00fcr  die n\u00e4chsten Sitzungen: Sie m\u00f6chte ein Quiz in der Vorlesung nutzen \u2013  dabei steige die Aufmerksamkeit, bemerkt Kamuff. Interaktive Elemente  h\u00e4lt sie ohnehin f\u00fcr sehr wichtig, gerade wenn der \u201ereale\u201c Kontakt  fehlt. Den sie im \u00dcbrigen auch vermisse \u2013 \u201eeine reine Online-Lehre halte  ich nicht f\u00fcr sinnvoll.\u201c Alexander Tillmann erinnert gerne daran, dass  digitale Medien Kommunikation beschleunigen und es auch erm\u00f6glichen,  leichter mit vielen Personen in Kontakt zu bleiben. Die Gefahr der  Vereinzelung durch Digitalisierung sieht er nicht, er konzediert aber  auch: \u201eBei der Online- Lehre entsteht aber immer auch der Wunsch, sich  physisch gegen\u00fcber zu stehen. Das ist hoffentlich sehr bald auch wieder  m\u00f6glich.\u201c <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Keep it simple! <\/h3>\n\n\n\n<p>Vor ganz andere Herausforderungen hat das  virtuelle Semester jene Dozierenden gestellt, die vorher kaum oder  \u00fcberhaupt keine Erfahrungen mit der digitalen Lehre gemacht hatten. \u201eIch  bin ja eher ein Neuling in diesem Bereich\u201c, lacht Dr. Ulrike Sell,  Erziehungswissenschaftlerin im Institut f\u00fcr P\u00e4dagogik der Elementar- und  Primarstufe. Sie vertritt gerade die Professur f\u00fcr Kindheitsforschung,  drei Lehrveranstaltungen bietet Sell pro Semester an. Bei ihr l\u00f6ste die  Meldung der Hochschulleitung, dass das Sommersemester erstmal als rein  virtuelles anzugehen ist, zun\u00e4chst eine gewisse Irritation aus, denn sie  hatte vorab nur wenig im E-Learning-Bereich gemacht. <\/p>\n\n\n\n<p>OLAT, die  Lernplattform der Goethe-Universit\u00e4t, hatte sie zwar immer genutzt, um  Texte und Materialien hochzuladen. Aber wie man OLAT als  Kommunikationsplattform nutzt, war ihr noch nicht klar. Nun galt es,  auch unter Zeitdruck die Seminarpl\u00e4ne zu digitalisieren. Eine gro\u00dfe  Hilfe war der Erziehungswissenschaftlerin das Portal \u201eLehre  Sommersemester 2020\u201c, das unter hohem Zeitdruck von studiumdigitale  zusammen mit dem Interdisziplin\u00e4ren Kolleg f\u00fcr Hochschuldidaktik (IKH),  dem Hochschulrechenzentrum (HRZ) und der Abteilung Lehre und  Qualit\u00e4tssicherung (LuQ) entwickelt wurde. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDass man sein Konzept  einfach und klar halten soll, die Regeln zu Beginn der Lehrveranstaltung  transparent und dauerhaft an alle Studierenden kommuniziert werden und  asynchrone Angebote bevorzugt eingesetzt werden sollen, synchrone  hingegen nur sparsam, hat mir einen Rahmen f\u00fcr meine Lehre vorgegeben\u201c,  sagt Ulrike Sell. F\u00fcr ihre Veranstaltung zum Thema \u201eKindheitsforschung  und Beteiligungsstruktur\u201c entschied sie sich f\u00fcr den Typus  Lehrveranstaltung mit Gruppenarbeit. Dabei bekommen ihre Studierenden  auf der Lernplattform OLAT alles, was sie f\u00fcr das Seminar ben\u00f6tigen:  Texte, Materialien sowie eine begleitende Powerpoint-Pr\u00e4sentation der  Dozentin. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Studierenden ordnen sich Kleingruppen zu und k\u00f6nnen sich  dort \u00fcber die Seminarfragen austauschen. Zus\u00e4tzlich findet jeder  Teilnehmende eine sogenannte Feedbackpartnerschaft, in der die zu  erstellenden Essays besprochen werden. Auf Pr\u00e4senzphasen verzichtet Sell  ganz bewusst und bietet synchrone Videokonferenzen lediglich auf  Kleingruppen-Ebene nach Bedarf an, will sie doch auch den technischen  Aufwand zumindest in diesem Semester begrenzen. \u201eIch wei\u00df ja auch nicht,  \u00fcber welche digitale Ausstattung die Studis verf\u00fcgen. Auch so gesehen  halte ich die Beschr\u00e4nkung auf textbasiertes Wissen f\u00fcr angemessener.\u201c  <\/p>\n\n\n\n<p>Sell betont die gute Betreuung auf mehreren Ebenen: Kolleginnen und  Kollegen aus ihrem Institut standen ihr anfangs zur Seite, daneben waren  f\u00fcr vertiefende Fragen studiumdigitale und die Interdisziplin\u00e4re  Hochschuldidaktik produktive Ansprechpartner, das HRZ sorgte f\u00fcr die  technische Unterst\u00fctzung. Dennoch freut sich Ulrike Sell wieder auf  Pr\u00e4senzveranstaltungen, die f\u00fcr sie nicht ersetzbar sind. Allerdings  m\u00f6chte sie ihre Kompetenzen in der Online-Lehre gerne noch erweitern und  zieht jetzt schon eine positive Zwischenbilanz: <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch kenne mich mit  OLAT schon wesentlich besser aus und werde damit in den kommenden  Semestern sicherlich viel intensiver arbeiten.\u201c Sie sieht zudem f\u00fcr  viele Studierende, gerade f\u00fcr jene mit Kindern und anderen sozialen  Verpflichtungen, den Vorteil der Flexibilit\u00e4t: Die Aufgaben k\u00f6nnen je  nach zeitlicher Pr\u00e4ferenz bearbeitet werden. Alexander Tillmann von  studiumdigitale: \u201eDie Studierendenschaft wird ja, so wie unsere  Gesellschaft auch, immer heterogener und damit auch die  unterschiedlichen Anforderungen und Bed\u00fcrfnisse. Gleichzeitig bieten  sich vielf\u00e4ltige Chancen, gegenseitig voneinander zu \u201aprofitieren\u2018.  <\/p>\n\n\n\n<p>Teilzeitstudierenden, die bereits im Beruf stehen und ihre Erfahrungen  an der Universit\u00e4t teilen, kommt eine zeitliche und r\u00e4umliche  Flexibilisierung durch vermehrte Online-Lehre nat\u00fcrlich entgegen.\u201c  Ebenso erleichtere Online-Lehre den Studienalltag von Studierenden in  Elternschaft oder mit Verpflichtungen h\u00e4uslicher Pflege von Angeh\u00f6rigen.  Je nach Lebenssituation und Bildungszielen stelle daher, so Tillmann,  Online-Lehre eine echte Alternative dar. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Exkursionen auch mal virtuell  <\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr J\u00fcrgen Wunderlich ist die digitale Lehre nicht gerade \u201eNeuland\u201c:  Schon seit 2005 besch\u00e4ftigt sich der Professor f\u00fcr Physische Geographie  mit Lernplattformen und E-Learning, hat gemeinsam mit Alexander Tillmann  Module entwickelt. Was heute in vielen Bereichen bereits Standard ist,  musste damals erst noch entwickelt und im Lehralltag erprobt werden, so  Wunderlich. \u201eIch bin in diese Welt hineingewachsen, verstehe mich aber  nat\u00fcrlich nicht als Digital Native.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Er ist jedenfalls davon \u00fcberzeugt,  dass in seinem Fach digitale Medien dazu beitragen k\u00f6nnen, komplexe  Sachverhalte zu visualisieren und so besser zu verstehen: \u201eIn der  Physischen Geographie geht es ja h\u00e4ufig um das Erfassen und  Interpretieren von Landschaften. Das funktioniert sicherlich auch \u00fcber  Fotos, aber durch Zeichnen ist der Zugang noch viel besser. Ein eigens  daf\u00fcr entwickelter Online-Zeichenkurs vermittelt den Studierenden die  notwendigen Zeichentechniken.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Technisch sei es auch kein Problem mehr,  mit speziellen Virtual-Reality-Brillen durch digitale Landschaften zu  wandeln. Damit k\u00f6nne beispielsweise Studierenden mit Einschr\u00e4nkungen die  Teilnahme an Exkursionen erm\u00f6glicht werden. Trotz seiner langj\u00e4hrigen  Besch\u00e4ftigung mit digitalen Tools war eine komplette Umstellung der  Lehre auf den virtuellen Modus auch f\u00fcr Wunderlich keine  Selbstverst\u00e4ndlichkeit. \u201eIch habe zwar in der Vergangenheit schon des  \u00d6fteren Vorlesungen aufzeichnen lassen, aber es ist aktuell schon ein  h\u00f6herer Aufwand, zumal man sich um die n\u00f6tige technische Infrastruktur  k\u00fcmmern muss.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>J\u00fcrgen Wunderlich  bemerkt, dass er f\u00fcr das Besprechen einer Powerpoint-Pr\u00e4sentation  anfangs schon mal zwei Tage gebraucht habe, dann sei es aber zunehmend  z\u00fcgiger gegangen. Es mache keinen Sinn, die Pr\u00e4senzlehre 1:1 ins  Digitale zu \u00fcbertragen. Bei einem digitalen Seminar entfallen Referate,  daf\u00fcr k\u00f6nnen die Studierenden im Austausch gemeinsam Wissen erarbeiten.  Aber das sei in der Vorbereitung <\/p>\n\n\n\n<p>Zur Entlastung der Lehrenden in der aktuellen  Krisensituation bietet studiumdigitale zwei neue Angebote statt der  sonst \u00fcblichen mobilen Vorlesungsaufzeichnungen. Zum einen werden  Lehrende dabei unterst\u00fctzt, ihre Veranstaltungen vom heimischen Rechner  aus aufzuzeichnen. Bei technischen Problemen mit Bild und Ton,  Ausrichtung der Webcam oder Belichtung steht man den Lehrenden beratend  zur Seite. Zum anderen wurden an allen Campi feste \u201eAufnahmer\u00e4ume\u201c  eingerichtet, in denen das eLecture-Team aufzeichnet. <\/p>\n\n\n\n<p>schon aufwendiger. Wunderlich erwartet durch die nicht ganz  freiwillige Fokussierung auf Online-Lehre im Sommersemester einen  Didaktisierungsschub: \u201eMan wird sich k\u00fcnftig viel st\u00e4rker Gedanken  dar\u00fcber machen, wie man die Lehre unter Einbeziehung digitaler Medien  interessanter gestalten und auch an den Bed\u00fcrfnissen der Studierenden  ausrichten kann.\u201c Gleichwohl m\u00f6chte Wunderlich nicht komplett auf  Pr\u00e4senzlehre verzichten. Zumal der Reiz des Lehrangebotes in der  Physischen Geographie gerade in den Exkursionen liege, die nun erstmal  storniert werden mussten. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber die j\u00e4hrliche Fahrt zum Edersee, so hofft  Wunderlich, kann bald wieder stattfinden, mit den n\u00f6tigen Hygiene- und  Abstandsma\u00dfnahmen ganz \u201ereal\u201c. Nicht alle Lehrveranstaltungen lassen  sich als reine Online-Angebote umsetzen. Gleiches trifft auf  Laborpraktika und schulpraktische Studien zu. \u201eDie theoretische  Auseinandersetzung mit Inhalten und Vorbereitungen der Veranstaltungen  k\u00f6nnen online stattfinden, das gemeinsame forschende Lernen vor Ort und  erforderliche Praxis in Pr\u00e4senz muss erstmal verschoben werden\u201c, stellt  Alexander Tillmann fest. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Beratung, Coaching, Vernetzung <\/h3>\n\n\n\n<p>So  unterschiedlich auch die digitalen Vorkenntnisse und Erfahrungen bei den  Dozierenden sein m\u00f6gen: Das virtuelle Semester, als Experiment  gestartet, hat aus Sicht von Lehrenden und auch Studierenden viele  Potenziale freisetzen k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich musste zum einen auch in die  technische Seite investiert werden: <\/p>\n\n\n\n<p>Die Serverkapazit\u00e4ten wurden um- und  ausgebaut und der dazugeh\u00f6rige Support erweitert. Zum anderen aber  stand und steht ein interdisziplin\u00e4res Team aus P\u00e4dagog*innen,  Mediendidaktiker*innen und -techniker*innen und Informatiker*innen von  studiumdigitale bereit, Forschungsprojekte und Innovationen rund um den  Einsatz digitaler Medien umzusetzen. Dies betrifft sowohl die  Entwicklung, Bereitstellung und Pflege von technischer Infrastruktur als  auch die Beratung und Unterst\u00fctzung im konkreten Einsatz. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn Zeiten  von Corona bedeutete dies, dass wir direkt auf den ver\u00e4nderten Bedarf  der Lehrenden und Studierenden reagieren konnten, um z. B. mit Diensten  wie Etherpads oder Rocket.Chat auch online aus dem Homeoffice heraus  Kollaboration und Kommunikation zu erm\u00f6glichen.\u201c Wichtig f\u00fcr das  Funktionieren der Beratungs- und Unterst\u00fctzungsleistungen ist die  Qualifizierung von Lehrenden und auch studentischen Tutor*innen. Gerade  bei der Tutorenqualifizierung wurde bislang viel Wert auf  Pr\u00e4senztrainings gelegt, erkl\u00e4rt Alexander Tillmann. <\/p>\n\n\n\n<p>Haupts\u00e4chlich sei  mit Selbsterfahrung, Selbstreflexion, \u00dcbungssituationen, Feedback und  Austausch sowie kollegialer Beratung gearbeitet worden: \u201eDer pers\u00f6nliche  Kontakt der angehenden Tutor*innen untereinander, der Aufbau von  Vertrauen und Beziehung sind wesentlich f\u00fcr unsere Trainings. Diese  Schwerpunkte unserer Arbeit von heute auf morgen in reine  Online-Settings umzusetzen, stellte uns vor eine Herausforderung.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Die  Tutorien seien ein wichtiger Bestandteil der Lehre und brauche auch in  der rein digitalen Lehre eine gute Beratung und Qualifizierung. Das  Tutorenqualifizierungsteam hat sich dieser Herausforderung gestellt und  produziert kleine Lerneinheiten zu Themen wie Handlungsempfehlungen,  synchrone Online-Moderation, schriftliche Online-Kommunikation,  Kennenlernen und Feedback in Online-Settings. Tillmann ist sich  insgesamt sicher: Von einem Miteinander von Pr\u00e4senz- und Onlinelehre im  Sinne eines Blended Learning k\u00f6nnte die Lehre insgesamt profitieren. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Zeit in Pr\u00e4senz k\u00f6nnte qualitativ anders genutzt werden, indem  Inhaltsvermittlung stark reduziert und stattdessen Diskussion, Reflexion  und Austausch in den Vordergrund ger\u00fcckt w\u00fcrden \u2013 wenn beispielsweise  Input-Teile in Onlinephasen erarbeitet werden, dazu Fragen gesammelt und  strukturiert und so Diskussionen in Pr\u00e4senz vorbereitet und fundierter  gef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Im Idealfall sind vor allem die Studierenden  selbst aktiv, vernetzen sich untereinander. Online-Kollaboration f\u00f6rdert  so den seminarbegleitenden Austausch.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Universit\u00e4t, verstanden  als lernende Institution, k\u00f6nnte noch st\u00e4rker vom Austausch mit  Studierenden profitieren, die ihr au\u00dferhalb der Universit\u00e4t erworbenes  Wissen und K\u00f6nnen einbringen. Wer gerne mit anderen Dozierenden \u00fcber die  virtuelle Lehre sprechen m\u00f6chte, dem empfiehlt Tillmann den informellen  Austausch, der jeden Mittwoch von 11.00 bis 11.45 Uhr  semesterbegleitend in der AG \u201eVirtuelle Lehre im Sommersemester 2020\u201c in  einer virtuellen Kaffee-\/ Tee-Runde stattfindet. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-small-font-size has-very-light-gray-background-color\"><strong>N\u00dcTZLICHE LINKS<\/strong><br><br>Informationen f\u00fcr Studierende, Forschende, Lehrende und Mitarbeitende  zum \u00bbAusnahmesemester\u00ab 2020<br>&gt;&gt; <a href=\"http:\/\/www.uni-frankfurt.de\/corona\">www.uni-frankfurt.de\/corona<\/a> <br><br>Leitbild  Digitale Lehre der Goethe-Universit\u00e4t<br>&gt;&gt; <a href=\"https:\/\/www.uni-frankfurt.de\/72312239\/RZ_Leitbild_dig_Lehre_ A4_low.pdf\">www.uni-frankfurt.de\/72312239<\/a>  <br><br>Portal \u00bbLehre Sommersemester 2020\u00ab<br>&gt;&gt; <a href=\"https:\/\/lehre-sose2020.uni-frankfurt.de\/\">lehre-sose2020.uni-frankfurt.de<\/a><br><br>Services von studiumdigitale<br>&gt;&gt; <a href=\"https:\/\/www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de\">www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p> <strong><em>Dieser Artikel ist in der&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.unireport.info\/88967034.pdf\" target=\"_blank\">Ausgabe 3.20 des UniReport<\/a>&nbsp;erschienen.<\/em><\/strong> <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Online-Lehrbetrieb im Sommersemester \u2013 Eindr\u00fccke, Erfahrungen und Ausblicke von Lehrenden und E-Learning-Experten Die Corona-Krise kam pl\u00f6tzlich, eine l\u00e4ngere Vorbereitungszeit auf eine rein digitale Lehre h\u00e4tten sich wohl die meisten 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