{"id":47819,"date":"2020-11-25T08:12:00","date_gmt":"2020-11-25T07:12:00","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=47819"},"modified":"2020-11-26T11:41:21","modified_gmt":"2020-11-26T10:41:21","slug":"europa-im-20-jahrhundert-interview-mit-christoph-cornelissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/menschen\/europa-im-20-jahrhundert-interview-mit-christoph-cornelissen\/","title":{"rendered":"Europa im 20. Jahrhundert: Interview mit Christoph Corneli\u00dfen"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/beitragsbild_Fischer-NFWG-7-Cornelissen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-47823\" width=\"650\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/beitragsbild_Fischer-NFWG-7-Cornelissen.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/beitragsbild_Fischer-NFWG-7-Cornelissen-300x208.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><figcaption><em> Christoph Corneli\u00dfen, Professor f\u00fcr Neueste Geschichte an der Goethe-Universit\u00e4t<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Soeben ist das Buch \u201eGeschichte Europas im 20. Jahrhundert\u201c des Historikers Christoph Corneli\u00dfen erschienen. Goethe-Uni online sprach mit dem Professor f\u00fcr Neueste Geschichte an der Goethe-Universit\u00e4t \u00fcber Erinnerungskultur beim Schreiben, \u00fcber Trennendes und Verbindendes unter Europ\u00e4ern und wie das Buch seinen Blick auf Europa beeinflusst hat.&nbsp; <\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>\u201eEuropageschichte schreiben\u201c war lange Zeit gleichbedeutend mit \u201eWeltgeschichte schreiben\u201c. In der gegenw\u00e4rtigen Situation eine Geschichte Europas im 20. Jahrhundert zu verfassen \u2013 was war die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prof. Dr. Christoph\nCorneli\u00dfen:<\/strong> Da gibt es eine ganze Anzahl von Herausforderungen &#8211; eine davon\nist aber immer noch, sich vom klassischen eurozentristischen Bild zu l\u00f6sen. Der\nTatsache eben, dass Europa bis ins 20. Jahrhundert eine dominante Weltmacht\ngewesen ist und damit auch den Anspruch verbunden hat, universale Werte zu\nsetzen. Einer meiner Leitpunkte war nun, dieses moderne Europa in seiner\nkomplexen Zusammenstellung nationaler, regionaler, sozialer, aber auch\ngeschlechterbedingte Unterschiede in den Mittelpunkt zu r\u00fccken und ernst zu nehmen.\nAndererseits wollte ich die verbindenden Elemente betonen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Ihr Buch macht\ndeutlich: &nbsp;Was Europa ist, ist gar nicht\nklar. Wann und wo es beginnt &#8211; zeitlich und r\u00e4umlich &#8211; ist offen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Historiker bem\u00fchen sich nicht zuletzt auch darum,\nhistorische Wahrnehmungen zu rekonstruieren. Also habe ich an den Anfang meines\nBuches ein Zitat aus der <em>Enciclopedia\nBritannica<\/em> von 1910 gesetzt: Die Frage der Grenzen sei eine offene, hei\u00dft\nes dort. Alle Definitionen sind abh\u00e4ngig von den Kriterien, die in sie\neinflie\u00dfen. Es gab schon vorher Auffassungen von Europa weit \u00fcber die herk\u00f6mmlichen\nGrenzen hinaus &#8211; im S\u00fcden bis zur Sahara, im Osten entweder Russland\neinschlie\u00dfend oder bewusst ausschlie\u00dfend, im Westen bis nach S\u00fcdamerika und\nNordamerika.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Noch einmal, Ihr Buch\nsoll keine Universalgeschichte liefern. Und doch verlangt die Geschichte Europas\n\u00fcber ein Jahrhundert eine enorme Syntheseleistung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist schon ein bisschen vermessen und braucht auch gro\u00dfen\nMut zur L\u00fccke. Dass aber heute gleich mehrere Historiker den Versuch einer Synthese\nunternehmen, also die sehr intensive Detailforschung der vergangenen Jahre in\neiner Gesamtdarstellung zusammenf\u00fchren wollen, ist kein Zufall. Es hat damit zu\ntun, dass wir uns 30 Jahre nach einer ganz entscheidenden Wende in der\nGlobalgeschichte befinden, der Revolution von 1989\/90. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich geh\u00f6re einer Generation an, die diese Entwicklung als\nZeitzeuge erlebt hat und nun versucht, mit dem Instrumentarium des\nprofessionellen Historikers diese Entwicklung neu einzuordnen. Allerdings sind\ndies Syntheseversuche, die immer nur auf Zeit wirken k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>In Ihrem Buch nennen\nSie drei Kraftzentren, \u00fcber die Sie quasi Schneisen in die europ\u00e4ische Geschichte\ndes 20. Jahrhunderts schlagen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Historiker versuchen immer, Schneisen durch ein Dickicht der\nGeschichte zu legen. Ich habe drei Teilfelder genannt: erstens der fl\u00e4chendeckende\nDurchbruch nationalstaatlicher Ordnungen, zweitens die wirtschaftlichen und\nsozialen Strukturver\u00e4nderungen, die sich auf das gesellschaftliche Selbstverst\u00e4ndnis\nder europ\u00e4ischen L\u00e4nder auswirken, drittens die europ\u00e4ischen Ideen und Utopien.&nbsp; Mein Versuch ist, entlang dieser Teilfelder\ndie europ\u00e4ische Geschichte zu betrachten &#8211; aber nicht nur der Reihe nach, sondern\nwie sie sich verflechten. Das hei\u00dft: Wie sind spezifische Ideologien vor dem Hintergrund\nwirtschaftlicher und sozialer Verh\u00e4ltnisse zu erkl\u00e4ren, und welche\nR\u00fcckwirkungen gibt es auf die nationalstaatlichen Ordnungen? Das Ineinander-verflochten-Sein\ndieser drei Dimensionen w\u00fcrde ich als einen besonderen Anspruch formulieren. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Eines Ihrer\nSpezialgebiete ist die Erinnerungskultur. Inwiefern hat Sie es beim Schreiben\ndes Buches beeinflusst? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe versucht, entscheidende Schl\u00fcsselmarken des 20.\nJahrhunderts zu befragen: Wie haben sie Erinnerungshaushalte von Individuen und\nGesellschaften mitgepr\u00e4gt? Ein herausragendes Ereignis sind die Ereignisse des Ersten\nWeltkriegs. Sie werden ja nicht zuf\u00e4llig in L\u00e4ndern wie Gro\u00dfbritannien,\nFrankreich und Italien bis heute als gro\u00dfer Krieg erinnert. Die Niederlage gibt\nhingegen in \u00d6sterreich-Ungarn und im Deutschen Reich einen ganz anderen Erinnerungshaushalt\nzu erkennen, der viel mit der Schuld am Weltkrieg zu tun hatte. Und im Osten\nist die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg gegen\u00fcber der Erinnerung an die\nNeugr\u00fcndung der Staaten und den Aufbau des Sowjetischen Systems lange eher untergegangen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Sie haben an dem Buch\nmehrere Jahre gearbeitet. Gibt es etwas, was Ihnen \u00fcber die Jahre immer klarer\ngeworden ist?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, das erhebliche Gewicht imperialer Verflechtungen in vielen\neurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. Das ist aus der deutschen Perspektive nicht zuf\u00e4llig in\nVergessenheit geraten, weil mit dem Wegfallen der Kolonien nach dem ersten\nWeltkrieg das imperiale Ged\u00e4chtnis in Deutschland \u2013 vorsichtig gesprochen \u2013\ngelitten hat. Die Restitutions- und auch Restaurationsforderungen erinnern uns\ngerade daran. In anderen L\u00e4ndern ist das sehr viel pr\u00e4senter. Etwa in den\nehemaligen gro\u00dfen westeurop\u00e4ischen Imperien wie Gro\u00dfbritannien und Frankreich,\naber auch in Belgien, den Niederlanden, in Spanien und Portugal; aber auch in den\nL\u00e4ndern mit dem Erbe des Habsburger und des Osmanischen Reiches. Das zeigt dort\neine langfristige Wirkung bis in die Gegenwart.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Aber hat der Zweite\nWeltkrieg, der dieses Europa ja buchst\u00e4blich zerrissen hat und traumatische\nErfahrungen in allen L\u00e4ndern ausgel\u00f6st hat, nicht Europa viel st\u00e4rker gepr\u00e4gt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ohne jeden Zweifel blieben die Erfahrungen aus dem Zweiten\nWeltkrieg f\u00fcr alle Gesellschaften in Europa, auch diejenigen, die nicht direkt\ndavon betroffen waren, \u00fcber viele Jahrzehnte h\u00f6chst pr\u00e4sent. Wir d\u00fcrfen jedoch\n\u00fcber diese Feststellung nicht \u00fcbersehen, wie sehr die Ungeheuerlichkeit der\nmassenhaften Kriegsverbrechen und vor allem der Holocaust lange Zeit mit einem\nberedten Schweigen belegt worden sind. Au\u00dferdem sorgten erst die geopolitischen\nKonstellationen im Kalten Krieg daf\u00fcr, dass in diesen Jahrzehnten Europa in\neinen Ost- und Westblock getrennt worden ist.&nbsp;\n<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Mit dem ge\u00e4nderten\nVerh\u00e4ltnis zu den USA steht auch das Selbstbild Europas in Frage. Gibt die\nGeschichte eine Richtung f\u00fcr eine Neuorientierung vor?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die EU m\u00f6chte nun schon l\u00e4nger das Bild einer zivilen Macht\nverbreiten, die sich mit dem Anspruch universaler Menschenrechte gegen\u00fcber anderen\ngr\u00f6\u00dferen M\u00e4chten behauptet. Dass dieser Anspruch mittlerweile in anderen\nWeltregionen mit gro\u00dfer Skepsis, ja auch mit Widerstand gesehen wird, liegt auf\nder Hand. Es hat deswegen dazu gef\u00fchrt, dass sich in Europa die Kr\u00e4fte scharen,\ndie vielleicht nicht eine vollst\u00e4ndige Abkehr von einer reinen Zivilmacht\neinl\u00e4uten m\u00f6chten, aber doch die M\u00f6glichkeit der Selbstverteidigung oder zumindest\nder Selbstbehauptung mit anderen Mitteln bef\u00fcrworten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Kann der Blick zur\u00fcck\nauf Europas Anf\u00e4nge Orientierung f\u00fcr die Zukunft geben? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Historiker sind r\u00fcckw\u00e4rtsgewandte Propheten und keine\nvorw\u00e4rtsgewandten. Aber in Hinblick auf die Erfahrungen historischer Erkenntnisse\ndes 20. Jahrhunderts k\u00f6nnte man die These aufstellen, dass die Europ\u00e4er entlang\ndes eingeschlagenen Pfades weitergehen m\u00fcssen: Sie m\u00fcssen die Bem\u00fchungen\nerh\u00f6hen, die politische Integration und den \u00f6konomischen Austausch zu\nintensivieren, um ein friedliches Zusammensein zu erm\u00f6glichen. Das hei\u00dft auch:\nMan wird erhebliche Bildungsanstrengungen unternehmen m\u00fcssen. Bei vielen Reisen\nals Historiker ist mir ein gravierendes Problem aufgefallen: Unsere Abtrennung\nist nicht nur institutionell erheblich, sondern auch intellektuell. Wir haben\netwa auch \u2013 anders als in anderen Weltregionen \u2013 eine starke Vorherrschaft von\nEinsprachigkeit. Mit der Folge, dass wir uns wechselseitig innerhalb Europas\nkaum verstehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Was wir weiterhin erkennen k\u00f6nnen: Das Jahrhundert der\nGewalt ist nicht an ein Ende gekommen. Die Kriege sind uns an unseren Grenzen\nf\u00f6rmlich n\u00e4her ger\u00fcckt. Ich erinnere an die Konflikte in Jugoslawien, der Ukraine,\nder Krim, in der \u00c4g\u00e4is, auch an die Bedrohung durch den Terrorismus. Auch hier\nl\u00e4sst sich vom Anarchismus und den terroristischen Attacken um die Wende zum\n20. Jahrhundert eine direkte Linie ziehen zu den gegenw\u00e4rtigen Erfahrungen\neines kulturell-religi\u00f6s aufgeladenen Terrorismus mit politischen\nBegleiterscheinungen. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Welche Schl\u00fcsse\nw\u00fcrden Sie daraus ziehen? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gerade in Bezug auf West- und Osteuropa scheint mir zwingend\nnotwendig, mehr historisches Verst\u00e4ndnis zu entwickeln. Vor allem in Westeuropa\nliegt eine unterentwickelte Kompetenz vor, sich mit den historischen\nHintergr\u00fcnden f\u00fcr anders geartete Entwicklungen in Osteuropa vertraut zu\nmachen. Wobei man hinzuf\u00fcgen muss: Auch in der Gegenrichtung gibt es\nNachholbedarf. Das \u201e\u00dcber-den-nationalen-Tellerrand-Blicken\u201c stellt eines der\ngro\u00dfen Defizite dar.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Sie schreiben ja auch\nals Zeitgenosse. Hat sich Ihr Bild von Europa beim Schreiben ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe schon versucht, mir meine eigene Geschichte mit\nHilfe dieses Buches zu verdeutlichen. Und dabei sind mir sehr positive,\nselbstverst\u00e4ndlich erscheinende Kapitel der europ\u00e4ischen Geschichte in einem\ntr\u00fcberen Licht erschienen. Das betrifft nicht zuletzt auch die Versuche der\nPolitik, in rein zivilgesellschaftlicher Absicht zu agieren. Wir m\u00fcssen uns aber\nalle fragen, wie wir die wirtschaftliche und auch die kulturelle\nSelbstbehauptung Europas vor dem Hintergrund der globalen Verh\u00e4ltnisse\nverteidigen und dies auch durchsetzen k\u00f6nnen. Das ist eine der Erkenntnisse: Da\nbedarf es doch erheblich gesteigerter Anstrengungen, um uns in genau diese Lage\nversetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Eine weitere\nErkenntnis?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich finde interessant zu sehen, dass wir uns im Moment in\neiner Phase bewegen, in der auch die Unterschiede innerhalb Europas wieder\nstark akzentuiert werden. Grenzen werden in der Covid-19-Krise teilweise\ngeschlossen, das jeweilige Gesundheitssystem hat Priorit\u00e4t. Wir erleben nationales\nAufbegehren und Proteste gegen Solidarisierung. Gleichzeitig ist aber das europ\u00e4ische\nBewusstsein, auch durch die europ\u00e4ische Integrationspolitik gef\u00f6rdert, bei\nMillionen Menschen unverkennbar gr\u00f6\u00dfer geworden: Ich denke an alltagskulturelle\nPraktiken wie Speisen, Sport, Kultur, an bi-nationale Ehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber wenn man sich klarmacht, dass genau das Teil des\neurop\u00e4ischen Daseins seit mindestens einem Jahrhundert ist, dann gewinnt man\nmehr Gelassenheit, was die Zukunft angeht. Wir denken, wir sind in einer\nbesonderen, besonders kritischen Lage: Dabei k\u00f6nnen wir sehen, dass\nvorhergehende Generationen gegen\u00fcber \u00e4hnlich gro\u00dfen Herausforderungen L\u00f6sungen\nangestrebt und teilweise auch gefunden haben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Interview: Pia Barth;\nFoto: privat<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-very-light-gray-background-color\"><em>Christoph Corneli\u00dfen:\n\u201eEuropa im 20 Jahrhundert\u201c, Frankfurt 2020 (Reihe Neue Fischer Weltgeschichte),\nISBN 978-3-10-010827-2, 704 Seiten<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Soeben ist das Buch \u201eGeschichte Europas im 20. Jahrhundert\u201c des Historikers Christoph Corneli\u00dfen erschienen. 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