{"id":48205,"date":"2020-12-14T12:43:36","date_gmt":"2020-12-14T11:43:36","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=48205"},"modified":"2020-12-14T12:43:36","modified_gmt":"2020-12-14T11:43:36","slug":"goethe-vigoni-discorsi-blick-auf-die-jugend-covid-19-als-krise-oder-chance-der-europaeischen-demokratie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/gesellschaft\/goethe-vigoni-discorsi-blick-auf-die-jugend-covid-19-als-krise-oder-chance-der-europaeischen-demokratie\/","title":{"rendered":"Goethe-Vigoni Discorsi: Blick auf die Jugend \u2013\u00a0Covid-19 als Krise oder Chance der europ\u00e4ischen Demokratie?"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1500\" height=\"650\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Bild_GoetheVigoniDiscorsi_Blick-auf-Jugend.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-48207\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Bild_GoetheVigoniDiscorsi_Blick-auf-Jugend.jpeg 1500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Bild_GoetheVigoniDiscorsi_Blick-auf-Jugend-300x130.jpeg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Bild_GoetheVigoniDiscorsi_Blick-auf-Jugend-1024x444.jpeg 1024w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Bild_GoetheVigoniDiscorsi_Blick-auf-Jugend-768x333.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em><strong>Ein Beitrag von Anna Braam, Dania H\u00fcckmann und Maria Stalla<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Zukunft der jungen Generation in Deutschland und auch in Italien steht im Schatten zweier Krisen, Covid-19 und dem Klima-Notstand. Dass die Regierungen so unterschiedlich auf diese Szenarien reagieren und in beiden F\u00e4llen die 18- bis 30-J\u00e4hrigen kaum im Blick haben, wirkt auf diese, gelinde gesagt, ern\u00fcchternd. Zum exzessiven Verbrauch der \u00f6kologischen Ressourcen der Zukunft kommen mit den nationalen Konjunkturpaketen und dem europ\u00e4ischen Hilfspaket nun unermessliche finanzielle Schulden hinzu. Heute geboren zu werden, bedeutet eine Welt der Unsicherheit und der \u00f6kologischen und finanziellen Schuldenberge zu erben &#8211; auch die demografische Zuspitzung wird sich ab 2025 enorm bemerkbar machen, wenn die geburtenstarken Jahrg\u00e4nge, die Babyboomer, in Rente gehen. Der Umgang mit der Pandemie ist f\u00fcr junge Menschen nicht ohne Zynismus, wurde die Wissenschaft doch zum engsten Berater der Regierungen, w\u00e4hrend dieselben Regierenden den zentralen Slogan der Jugendbewegung f\u00fcr den Klimaschutz -\u201eListen to Science\u201c &#8211; bisher weitgehend ignorieren.  Das Krisenmanagement stellt die Weichen f\u00fcr eine Zukunft, die von Regierenden wie Angela Merkel (66), Giuseppe Conte (55) und Ursula von der Leyen (61) bestimmt, aber nicht mehr erlebt werden wird. Die Corona-Krise zwingt Regierenden \u2013 und auch der Bev\u00f6lkerung \u2013&nbsp;eine Flexibilit\u00e4t im Denken und ein st\u00e4ndiges Neu-Justieren im Handeln auf, die vor einem Jahr undenkbar gewesen w\u00e4ren. Im Vordergrund steht dabei eine Verantwortung f\u00fcreinander und zwar auf lokaler und europ\u00e4ischer Ebene. Die momentane Situation beinhaltet damit eine Chance, die europ\u00e4ische Jugend auch im politischen Bereich mit in die Verantwortung zu nehmen, ihr also eine aktivere Rolle im Gestalten ihrer Zukunft zuzugestehen und damit den Glauben an die Demokratie und an Europa zu st\u00e4rken.  <\/p>\n\n\n\n<p>Die Corona-Krise belastet die Jugend in Deutschland wie in Italien besonders, da durch sie Zukunftspl\u00e4ne und -perspektiven radikal ins Wanken kommen. In Italien steigt die Jugendarbeitslosigkeit, die nach der Finanzkrise 2008\/9 gerade einem Abw\u00e4rtstrend gefolgt war, seit der Coronakrise wieder dramatisch und auch in Deutschland wird sich der knapp unter 6% liegende Wert in einer Zeit nicht halten k\u00f6nnen, in der der neue Trend Kurzarbeit hei\u00dft und prek\u00e4re weil oft befristete Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse keine Jobsicherheit gew\u00e4hrleisten. Die sogenannten \u201cDigital Natives\u201d d\u00fcrften die gleiche Erfahrung gemacht haben wie wir &#8211; mitnichten f\u00fchlen wir uns wohl in einer voll digitalen Welt, das analoge Miteinander fehlt schmerzlich. Da junge Menschen sozial deutlich aktiver sind und ihre Peer Groups eine wesentliche Rolle bei der Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung spielen, wurden sie durch social distancing viel st\u00e4rker in ihrem Alltag eingeschr\u00e4nkt als \u00c4ltere. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Klima-, aber insbesondere die Corona-Krise bieten nicht zuletzt einen N\u00e4hrboden f\u00fcr negative psychische Auswirkungen bis hin zur Depression bei Jugendlichen. Psychologische Studien belegen, dass junge Menschen besonders stark von den Einschr\u00e4nkungen und Kontaktbeschr\u00e4nkungen betroffen sind. So erf\u00fcllen laut der Mannheimer Studie des Zentralinstituts f\u00fcr Seelische Gesundheit 57 Prozent der befragten 16- bis 25-J\u00e4hrigen Kriterien einer psychischen Belastung (leicht bis schwer), 38 Prozent sogar einer mittleren bis schweren. Im internationalen Vergleich habe sich gezeigt: Je st\u00e4rker der Grad der Isolation, desto gr\u00f6\u00dfer das Risiko einer psychischen Belastung. Vergleicht man den Grad der Einschr\u00e4nkungen in Deutschland mit denen in Italien, dann handelte es sich hier um Ausgangsbeschr\u00e4nkungen und nicht um einen Lockdown wie Italien ihn erlebte. Auch f\u00fcr junge Menschen bedeutete dies oftmals, dass sie in Wohnungen ohne Balkon oder Garten ausharren mussten, eine bislang unbekannte Einschr\u00e4nkung und Disziplinierung, die bis heute die Angst vor weiteren Lockdowns sch\u00fcrt. In Deutschland konnten wir an uns selbst und anderen beobachten, wie der R\u00fcckhalt der Familie f\u00fcr viele junge Deutsche wichtiger wurde, viele verbrachten Monate bei ihren Eltern auf dem Land statt in ihren kleinen Wohnungen in der Stadt. F\u00fcr alle gilt gleicherma\u00dfen &#8211; Covid-19 l\u00e4sst wenig Raum f\u00fcr zwischenmenschlichen Austausch und gemeinsame Erfahrungswelten. Das Anhalten der Krise f\u00fchrte daher auch zu Gegenreaktionen junger Leute wie Abschlussfeiern in Kampanien und geheimen Raves in Berlin. <\/p>\n\n\n\n<p>Die der Covid-Krise zugeschriebene Akzelerator-Funktion trifft die Jugend besonders im sozialen Bereich: Covid versch\u00e4rft Ungleichheiten in jedem Land und in Europa generell. Wer kann es sich leisten, auf den Minijob im Caf\u00e9 zu verzichten, wer kann durch die Eltern weiter unterst\u00fctzt werden, wenn der Ausbildungsplatz gestrichen, der Jobeinstieg erschwert und Abschl\u00fcsse verschoben werden?  Jede Zukunftsperspektive steht im Schatten allt\u00e4glich gewordener Drohkulissen mit denen die junge Generation sich oft allein gelassen f\u00fchlt. \u201cLost\u201d wurde nicht ohne Grund zum Jugendwort 2020 gew\u00e4hlt. <\/p>\n\n\n\n<p>Von den Klimademonstrationen abgesehen, hat unsere Generation sich bisher noch nicht durch ihren besonders revolution\u00e4ren Geist hervorgetan und selbst Fridays for Future l\u00f6st weniger Konflikte als Applaus seitens der Eltern aus. Nat\u00fcrlich reagierte nicht die gesamte junge Generation mit Aktivismus auf den Klima-Notstand, sondern einige auch mit Passivit\u00e4t. Was die junge Generation jedoch klar von ihren Eltern unterscheidet, ist, dass sie aufgrund der demographischen Schieflage nicht nur auf die emotionale, sondern auf die politische Unterst\u00fctzung ihrer Eltern- und Gro\u00dfelterngeneration angewiesen ist. Politiker und Politikerinnen wie Conte und von der Leyen verkaufen das \u201cMeistern\u201d der Corona-Krise als Neustart. Wir hoffen, dass dies auch ein Neustart f\u00fcr die Jugend sein wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Optimistisch stimmt dabei die Reaktion vieler junger Menschen zu Beginn der Krise. Obwohl Corona geradezu zur Passivit\u00e4t verdammt, zeigt sich in unserer Wahrnehmung seit Beginn der Pandemie vor allem die italienische Jugend solidarisch gegen\u00fcber den \u00e4lteren Generationen. Auch in Deutschland gab es viele kreative Initiativen, um \u00c4ltere zu unterst\u00fctzen, beispielsweise die #NachbarschaftsChallenge. Wo die Solidarit\u00e4t anfangs jedoch fehlte, war auf der europ\u00e4ischen Ebene. Italien f\u00fchlte sich alleingelassen und damit stieg auch die Skepsis gegen\u00fcber dem Projekt Europa. Dabei handelt es sich bei der heutigen Jugend um die erste europ\u00e4ische Generation, die ohne Grenzen aufgewachsen und etwa durch Erasmusprogramme eng verflochten ist. Generell ist die EU bei jungen Menschen deutlich beliebter als bei den \u00e4lteren Bev\u00f6lkerungsgruppen. Die Young Europe Studie 2019 der TUI Stiftung zeigte, dass eine positive Einstellung junger Menschen gegen\u00fcber der EU und der europ\u00e4ischen Zusammenarbeit vor allem in Deutschland (Platz 1) und Italien (Platz 2) vorherrscht. <\/p>\n\n\n\n<p>Die globale Jugendbewegung f\u00fcr Klimaschutz zeigt, wie die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem Problem und ein gemeinsames Ziel die junge Generation einen, st\u00e4rken und politisieren kann. Dabei k\u00f6nnte die politische Landschaft unterschiedlicher nicht sein: W\u00e4hrend Deutschland eine zunehmend starke gr\u00fcne Partei hat, ist das italienische Pendant \u00e4u\u00dferst schwach; Klima- und Umweltinitiativen finden meist nur auf lokaler Ebene statt. Trotzdem stehen die jungen Menschen beider L\u00e4nder weiter kreativ f\u00fcr ihre Klimaziele ein, verschieben wegen Corona die Proteste auf Onlineportale und platzieren Schilder statt Menschen vor dem Reichstag. Beispiele wie diese zeugen von einem weitestgehend positiven, verantwortungsvollen und partizipativen Demokratieverst\u00e4ndnis der n\u00e4chsten Generation. Genau diese Werte m\u00fcssen gest\u00e4rkt und vor Desillusionierung gesch\u00fctzt werden. Eine starke europ\u00e4ische Jugend ist der nachhaltigste Schutz gegen rechte Meinungsmache. <\/p>\n\n\n\n<p>Die junge Generation kann insofern als privilegiert gelten, als sie ohne Krieg im eigenen Land und ohne innerdeutsche Grenzen aufgewachsen ist. F\u00fcr uns stellt Covid-19 die erste globale Krise dar, die uns selbst direkt im Alltag erreicht. Zugleich sind die Millennials die erste Generation seit der Nachkriegszeit, der es schlechter geht als ihrer Elterngeneration. Wie die Generationenbilanz der Mittelschichtstudie der OECD von 2019 zeigt, schrumpft die Mittelschicht zusehends: W\u00e4hrend in der Generation der Babyboomer noch 70 Prozent der Haushalte ein mittleres Einkommen verzeichneten, sind es bei den Millennials nur noch 60 Prozent im gleichen Lebensalter. In Italien haben die heute 18- bis 35-J\u00e4hrigen sogar rund 17 Prozent weniger Einkommen als ihre Eltern, wie die renommierte italienische Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore berichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bruch mit dem Status quo, den wir heute erleben, f\u00fchrt der Jugend unmittelbar die Notwendigkeit vor Augen, sich aktiv einzubringen. Das w\u00fcrde aber auch bedeuten, dass die zahlenm\u00e4\u00dfig weit \u00fcberlegenen und damit demokratisch entscheidenden Gruppen, den Jungen Raum zugestehen m\u00fcssen. Es gibt mehr alte W\u00e4hler als junge und damit entscheiden die Alten per se \u00fcber die Zukunft der Jungen. Ihrem politischen Engagement steht also ein demographisches Ungleichgewicht entgegen. Neben einem generations\u00fcbergreifenden Dialog k\u00f6nnte hier die Senkung des Wahlalters helfen. H\u00e4tten etwa mehr junge Briten w\u00e4hlen k\u00f6nnen, w\u00e4re der Brexit am Europagef\u00fchl der Jungen gescheitert. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Bezug auf die Orientierung an und das Ernstnehmen der Wissenschaft klafft der Umgang der Regierenden mit der doppelten Krise harsch auseinander. W\u00e4hrend Regierende wie Bev\u00f6lkerung geradezu obsessiv die Zahlen der Infizierten, der Todesf\u00e4lle, der Betten auf Intensivstationen verfolgen, r\u00fcckt das Ziel, die Erderw\u00e4rmung auf 1,5 \u00b0C zu begrenzen, immer mehr ins Utopische. Eine von Fridays for Future beauftragte Studie des Wuppertaler Instituts geht der Frage nach, ob die Bundesregierung die 1,5 Grad noch einhalten k\u00f6nnte, und zeigt: technisch ist es m\u00f6glich, h\u00e4ngt aber vom politischen Willen ab. Die Flexibilit\u00e4t und das Umdenken, die f\u00fcr eine solche Kehrtwende n\u00f6tig w\u00e4ren, legen die Regierenden in Bezug auf die Corona-Krise durchaus an den Tag. Der Umgang mit der Corona-Krise steht zwar im Zeichen der Exekutive, positiv bewerten wir dagegen den Mut des Ausprobierens und das Abw\u00e4gen der Konsequenzen. Pl\u00f6tzlich l\u00e4sst sogar die deutsche Regierung in Berlin von der schwarzen Null ab und treibt auch in Br\u00fcssel einen 750 Milliarden schweren europ\u00e4ischen Hilfsfonds voran. Diese experimentelle Herangehensweise der Regierenden ist nicht nur &#8211; wie Fridays for Future &#8211; den Prinzipien der Wissenschaft verpflichtet, sondern tr\u00e4gt auch Z\u00fcge des Idealismus junger Menschen, kurz, ihrem Glauben daran, dass struktureller und wirtschaftlicher Wandel und damit eine bessere Zukunft f\u00fcr alle m\u00f6glich ist.  <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Jugend bedeutet das Corona-Hilfspaket \u201cNext Generation EU\u201d zun\u00e4chst einmal eine enorme finanzielle B\u00fcrde, die auf ihrer Zukunft lastet. Das Hilfspaket k\u00f6nnte aber auch f\u00fcr eine Bereitschaft der Europ\u00e4ischen Union stehen, von etablierten Denkmustern abzulassen und eine in diesem Sinne kreative Antwort auf die Corona-Krise und den Klima-Notstand zu finden. Hierf\u00fcr spricht auch, dass 30% der Mittel des Corona-Fonds (wie auch des EU-Haushalts) f\u00fcr Klimaschutz verwendet werden sollen. Um jedoch dem Namen der EU Initiative \u201cNext Generation\u201d gerecht zu werden und die sozialen Unsicherheiten und die Arbeitsmarktprobleme der jungen Menschen zu bek\u00e4mpfen, ist eine st\u00e4rkere F\u00f6rderung von Bildung, beispielsweise von Erasmus+ und zwar auch f\u00fcr Ausbildungspl\u00e4tze sowie Innovationsf\u00f6rderung etwa im Bereich der Gr\u00fcndungsf\u00f6rderung unerl\u00e4sslich. <\/p>\n\n\n\n<p>Liegt in dem EU-Hilfsfonds also die M\u00f6glichkeit, gleich zwei Krisen gemeinsam zu meistern &#8211; und dabei neue, dialogorientierte Beteiligungsformate auszuprobieren? In Bezug auf Corona wird immer wieder die Solidarit\u00e4t der Jugend f\u00fcr die \u00e4lteren Generationen eingefordert. Doch zugleich ist es nun auch an den \u00e4lteren Generationen, sich mit den j\u00fcngeren solidarisch zu zeigen und sich f\u00fcr den Klimaschutz und (Aus-)Bildungsinvestitionen einzusetzen. Um den Generationenkonflikt in Richtung einer gegenseitigen Solidarisierung zu verschieben, braucht es den Dialog, den aktiven Austausch und eine Vorstellung von Generationengerechtigkeit, die in beide Richtungen geht. Ein gelungenes Beispiel daf\u00fcr ist die \u201cRing your Granny\u201d-Kampagne in Irland: Junge Iren riefen ihre Gro\u00dfeltern an, um sie davon zu \u00fcberzeugen, beim Referendum zur Ehe f\u00fcr Alle f\u00fcr die \u00d6ffnung der Ehe zu stimmen. Der Appell der Enkelkinder wurden geh\u00f6rt und das Referendum angenommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine Generation alleine kann die doppelte Krise unserer Zeit nicht meistern. In der generations\u00fcbergreifenden Zusammenarbeit liegt der gr\u00f6\u00dfte Hebel, um gemeinsam Zukunft zu gestalten. Damit dieser Dialog nicht eine blo\u00dfe Floskel bleibt, brauchen junge Menschen jetzt wirkungsvolle Beteiligungsm\u00f6glichkeiten und einen Platz am Verhandlungstisch, angefangen bei einer Wahlaltersenkung \u00fcber Nachwuchsquoten f\u00fcr junge Politiker und Politikerinnen in Parteien und Parlamenten. Zur Bek\u00e4mpfung sowohl der Corona-Pandemie als auch der Klima-Krise brauchen wir neben der gebotenen Kurzfristigkeit im politischen Handeln zugleich eine langfristige Vision, wie wir in Zukunft zusammenleben wollen. Die aktive Mitgestaltung muss aber nicht zuletzt von jungen Menschen in Italien, Deutschland und Europa eingefordert werden, mit dem Mut zum politischen Ausprobieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Anna Braam (32) arbeitet als Vorstandsvorsitzende der Stiftung f\u00fcr die Rechte zuk\u00fcnftiger Generationen und ist Mitglied der Scientists for Future; <\/em><br><em>Dania H\u00fcckmann (42) ist Germanistin und Mitglied des Goethe-Vigoni-Discorsi Kollegiums; <\/em><br><em>Maria Stalla (25) ist Politikwissenschaftlerin und eine der ersten Stipendiat*innen der Goethe-Vigoni Discorsi.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/GUEuropasom-Discorsi-2_logo_jpg.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-45171\" width=\"215\" height=\"82\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/GUEuropasom-Discorsi-2_logo_jpg.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/GUEuropasom-Discorsi-2_logo_jpg-300x115.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong><em>Dieser Artikel erscheint in der Reihe\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.uni-frankfurt.de\/89915159\/Goethe_Vigoni_Discorsi\" target=\"_blank\">Goethe-Vigoni Discorsi<\/a>.<\/em><\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von Anna Braam, Dania H\u00fcckmann und Maria Stalla Die Zukunft der jungen Generation in Deutschland und auch in Italien steht im Schatten zweier Krisen, Covid-19 und dem Klima-Notstand. 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