{"id":4841,"date":"2015-04-08T12:15:34","date_gmt":"2015-04-08T10:15:34","guid":{"rendered":"http:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=4841"},"modified":"2016-03-02T13:05:16","modified_gmt":"2016-03-02T12:05:16","slug":"wie-wird-inklusion-an-den-schulen-wirklichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/gesellschaft\/wie-wird-inklusion-an-den-schulen-wirklichkeit\/","title":{"rendered":"Wie wird Inklusion an den Schulen Wirklichkeit?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_4842\" aria-describedby=\"caption-attachment-4842\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4842 size-medium\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/blog_unireport_inklusion-300x225.png\" alt=\"Foto: Sauter\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/blog_unireport_inklusion-300x225.png 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/blog_unireport_inklusion.png 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4842\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Sauter<\/figcaption><\/figure>\n<p>Menschen mit Behinderung haben dieselben Menschenrechte wie alle anderen Menschen: eigentlich eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Zur Bekr\u00e4ftigung und Pr\u00e4zisierung dieser Tatsache haben die Vereinten Nationen (UN) 2006 die Behindertenrechtskonvention verabschiedet, die von 158 Staaten unterzeichnet wurde \u2013 2009 auch von der Bundesrepublik Deutschland.<\/p>\n<p>Darin werden auch spezifische, vor allem behinderte Menschen betreffende Regelungen getroffen. Artikel 24 bezieht sich auf den Bereich Bildung: Um Diskriminierung zu vermeiden und Chancengleichheit zu verwirklichen, verpflichten sich die Vertragsstaaten, ein integratives bzw. inklusives Schulsystem einzurichten. Dabei liegt der Fokus nicht an der Behinderung an sich, sondern auf den Barrieren, die die soziale Teilhabe einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Ziel ist eine Gesellschaft, in der niemand integriert werden muss, weil jeder von vornherein dazugeh\u00f6rt. Eine Utopie? Auf alle F\u00e4lle ein gro\u00dfes Ziel, an dem stetig und auf vielen Ebenen gearbeitet werden muss. In Deutschland wird \u00fcber das Thema lebhaft diskutiert. Das deutsche Schulsystem mit seiner fr\u00fchen Aufteilung der Kinder auf verschiedene Schulformen tut sich teils schwer mit der Umsetzung der Konvention.<\/p>\n<p>Diese verbietet F\u00f6rderschulen zwar keineswegs, sie schreibt jedoch einen gleichberechtigten Zugang aller zum Bildungswesen vor. Ein R\u00fcckbau der F\u00f6rderschulen w\u00fcrde den inklusiven Prozess beschleunigen und mehr Mittel freisetzen, argumentieren Experten. Auch die Stadt Frankfurt hat sich auf den Weg gemacht:<\/p>\n<p>Im Rahmen des Programms \u201eModellregion Inklusion\u201c sollen F\u00f6rderschulen in F\u00f6rderzentren umgebaut und Ressourcen an die Regelschulen verlagert werden. Auf Einladung des UniReports diskutieren der Frankfurter Erziehungswissenschaftler Prof. Dieter Katzenbach und Martina Franke, Leiterin der Johann-Hinrich-Wichern-Schule (Frankfurt) mit F\u00f6rderschwerpunkt Lernen.<\/p>\n<p><strong>Frau Franke, was meinen Sie: Wird es die Wichern-Schule in 20 Jahren noch geben?<\/strong><\/p>\n<p><em>Martina Franke:<\/em> Das ist eine Frage, die ich mir auch schon oft gestellt habe. Ich w\u00fcrde mich freuen, wenn es in 20 Jahren eine P\u00e4dagogik g\u00e4be, die die Kinder in ihrer Verschiedenheit annimmt. Dann ist es fast gleich, ob an unserer Schule oder woanders.<\/p>\n<p><strong>Herr Katzenbach, Sie pl\u00e4dieren f\u00fcr eine Abschaffung der Sonderschulen. Was sagen Sie Eltern, die denken, ihr Kind wird im gesch\u00fctzten Raum einer F\u00f6rderschule am besten gef\u00f6rdert?<\/strong><\/p>\n<p><em>Dieter Katzenbach:<\/em> Die Forderung richtet sich ja nicht deshalb gegen die Existenz von F\u00f6rderschulen, weil dort schlechte Arbeit gemacht w\u00fcrde. Im Gegenteil: Das, was an F\u00f6rderschulen passiert, soll ins Regelschulsystem transportiert werden. Ich habe im Einzelfall gro\u00dfes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Eltern, die sich f\u00fcr eine inklusive Beschulung entschieden hatten und dann aufgeben und das Kind an die F\u00f6rderschule bringen. Der Punkt ist: Wie k\u00f6nnen wir unser Schulsystem so entwickeln, dass wir auf Aussonderung verzichten k\u00f6nnen? Dass Kinder nicht zu Opfern im Regelschulsystem werden und an der F\u00f6rderschule m\u00fchselig zum Lernen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden m\u00fcssen?<\/p>\n<p><strong>Indem wir die F\u00f6rderschulen abschaffen?<\/strong><\/p>\n<p><em>Katzenbach:<\/em> Die Weiterexistenz von Parallelsystemen festigt genau die Funktion, die die F\u00f6rderschulen schon immer hatten: eine Entlastungsfunktion. Und solange es F\u00f6rderschulen gibt, wird sich die Regelschule f\u00fcr nicht zust\u00e4ndig erkl\u00e4ren f\u00fcr bestimmte Kinder. Mir ist bewusst, dass das f\u00fcr die konkreten Probleme von Eltern und Kindern keine befriedigende Antwort ist.<\/p>\n<p><em>Franke:<\/em> Es ist ein guter Gedanke, dass jedes Kind an der allgemeinen Schule gut aufgehoben sein soll, aber von bildungsbewussten Eltern erfolgt eine Abstimmung mit den F\u00fc\u00dfen, ein Run auf Gymnasien und Privatschulen. Soll aber der Elternwille im einen Bereich gelten, im anderen nicht? Warum glauben Wissenschaft und Politik etwas pushen zu m\u00fcssen, was die Eltern nicht wollen?<\/p>\n<p>Katzenbach: Inklusion ist mitnichten etwas, was sich Wissenschaftler oder Politiker ausgedacht haben. Die Initiative ging in den 1970er Jahren von Eltern und P\u00e4dagogen aus der Praxis aus. Politik und Wissenschaft waren damals noch nicht soweit.<\/p>\n<p><strong>Inzwischen hat sich die Bundesrepublik durch Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention dazu verpflichtet, inklusive Schulen zu schaffen.<\/strong><\/p>\n<p><em>Franke:<\/em> Theoretisch klingt das ja gut. Aber schauen Sie sich doch die Bedingungen an den Schulen an: Wir haben in Frankfurt Regelschulen, die sich viel M\u00fche geben, aber sie f\u00fchlen sich allein gelassen. Solange nicht mehr in die Schulen hineingegeben wird, kann man leicht sagen: Wir machen die F\u00f6rderschulen zu, damit man die Ressourcen in die Regelschulen bekommt. Die Rechnung geht nicht auf: Bei uns stehen f\u00fcr 16 Sch\u00fcler 28 Stunden zur Verf\u00fcgung. Wenn ich einen Sch\u00fcler mit seinen umgerechnet 1,75 Stunden an die Regelschule gebe, dann geht der mir unter.<\/p>\n<p><em>Katzenbach:<\/em> Der Umfang der Ressourcen ist ein Problem. Aber man kann auch nicht sagen, das Kind hat an der Regelschule nur noch 1,75 Stunden Unterricht. Die 1,75 Stunden sind f\u00fcr den zus\u00e4tzlichen Bedarf. Andere L\u00e4nder haben gezeigt, wie es geht: Ressourcen in das System geben, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist, f\u00fcr pr\u00e4ventive Aufgaben. Bei uns hingegen ist zu beobachten: Wir haben zwar immer mehr Kinder in der Inklusion, aber nicht weniger Kinder an den F\u00f6rderschulen.<\/p>\n<p><strong>Wie das?<\/strong><\/p>\n<p><em>Katzenbach:<\/em> Die Zielvorstellung der Politik ist es, die sogenannte Inklusionsquote zu erh\u00f6hen. So wird einfach mehr Kindern F\u00f6rderbedarf attestiert. Das geht, weil sonderp\u00e4dagogischer F\u00f6rderbedarf eine extrem unscharfe Kategorie ist. So haben wir in Deutschland grotesk unterschiedliche Behindertenquoten. Die Wahrscheinlichkeit, als geistig behindert zu gelten, ist in Mecklenburg- Vorpommern 2 \u2013 3 mal so hoch wie in Rheinland-Pfalz. Das ist durch die Eigenschaften der Kinder nicht erkl\u00e4rbar.<\/p>\n<p><strong>Mit welchen Erfahrungen kommen die Kinder aus der Regelschule zu Ihnen, Frau Franke?<\/strong><\/p>\n<p><em>Franke:<\/em> Sie haben erlebt, dass der Lehrer zwar sagt, das hast du gut gemacht, in der Pause stehen sie aber alleine da. Eltern sehen bei uns: Hier darf mein Kind so sein wie es ist, und es findet Freunde.<\/p>\n<p><strong>Passt die inklusive Schule nicht in unsere Leistungsgesellschaft?<\/strong><\/p>\n<p><em>Katzenbach:<\/em> Meines Wissens sind weder Kanada noch die skandinavischen L\u00e4ndern oder Italien sozialistische L\u00e4nder. Dennoch haben sie erfolgreich das F\u00f6rderschulsystem zur\u00fcckgebaut.<\/p>\n<p><strong>Franke:<\/strong> Norwegen und Kanada sind nicht mit uns vergleichbar. In Frankfurt etwa leben Menschen unterschiedlichster Nationen auf engstem Raum zusammen. Italien ist f\u00fcr mich kein Vorbild, dort sind Kinder mit F\u00f6rderbedarf nicht wirklich integriert. Wir k\u00f6nnen viel von Norwegen oder Kanada lernen, aber wir haben das Setting, das wir hier haben.<\/p>\n<p><strong>Katzenbach:<\/strong> Die Frage war ja, ob in einer Leistungsgesellschaft eine inklusive Schule funktionieren kann. Die hohe Sortierneigung, die wir in Deutschland haben, ist problematisch. In kaum einem anderen Land werden Kinder schon nach der vierten Klasse aufgeteilt.<\/p>\n<p><strong>Geht die Modellregion Inklusion in die richtige Richtung?<\/strong><\/p>\n<p><em> Katzenbach:<\/em> Ja, aber ein echtes Umsteuern s\u00e4he anders aus. Bislang bezieht sich der Umbau vor allem auf den F\u00f6rderschwerpunkt Lernen, auf eine Gruppe, die vor allem sozial benachteiligt ist. Das ist zugleich der Bereich, der am schlechtesten ausgestattet ist, und die freiwerdenden Ressourcen werden f\u00fcr ganz Frankfurt nicht reichen. Wir haben Ressourcen, sie werden nur oft nicht zielgerichtet verwendet: Kinder mit geistiger oder k\u00f6rperlicher Behinderung haben einen Anspruch auf einen Integrationshelfer, p\u00e4dagogische Vorbildung ist daf\u00fcr aber nicht unbedingt notwendig: Da gibt es dann in manchen Klassen vier, f\u00fcnf Erwachsene. Und dabei soll die Gemeinsamkeit der Kinder untereinander gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p><strong>Was m\u00fcsste man anders machen?<\/strong><\/p>\n<p><em>Katzenbach:<\/em> Die Haltung macht den Unterschied. Ich w\u00fcrde das mit so einem altmodischen Wert wie F\u00fcrsorge beschreiben. Ein Schulleiter in Kanada hat mir gesagt, wir sorgen daf\u00fcr, dass es f\u00fcr jedes Kind an der Schule einen Erwachsenen gibt, der sagen kann, ich freu mich, dass du kommst. Andere L\u00e4nder haben nicht unbedingt mehr Lehrer oder mehr Sonderp\u00e4dagogen, aber Schule kann immer auch auf andere F\u00f6rdersysteme zugreifen. Die Haltung ist nicht: Guck, wie du im Rahmen unseres Systems funktionierst, und wenn du nicht funktionierst, dann haben wir einen anderen Platz f\u00fcr dich.<\/p>\n<p><strong>Sehen Sie sich als Auffangstation f\u00fcr den Fall, dass Sch\u00fcler \u201enicht richtig funktionieren\u201c?<\/strong><\/p>\n<p><em>Franke:<\/em> Ich denke, im Kern trifft es das schon. Viele Kinder und Eltern kommen im Regelschulsystem an ihre Grenzen. Und auch das Regelschulsystem ist an seinen Grenzen.<\/p>\n<p><em>Katzenbach:<\/em> Die Systeme, die uns voraus sind, haben f\u00fcr die Bereiche Lernen, Sprache, Verhalten keine an einzelnen Kindern festgemachte Personalausstattung, sondern da geh\u00f6rt es zur Grundversorgung einer Schule. Da braucht es dann auch keine aufw\u00e4ndigen Erhebungsverfahren.<\/p>\n<p><em>Franke:<\/em> Mir ist eine gute Diagnostik wichtig. Was ist der Grund f\u00fcr schulisches Versagen? Ist die Begabung zu gering? Liegt es an der Aufmerksamkeit? Oder versagt das Kind, weil es hochbegabt ist und sich langweilt? Oft wird kolportiert, Inklusion hei\u00dft, kein Kind bekommt mehr ein Label. Aber ich finde es wichtig zu wissen, was einem Kind beim Lernen hilft.<\/p>\n<p><em>Katzenbach:<\/em> Sonderp\u00e4dagogen m\u00fcssen auch milieureaktiv vorgehen k\u00f6nnen. Es gibt Familien, die mit den Anforderungen von Schule wenig vertraut sind und nicht wissen, was von ihren Kindern, was von ihnen selbst erwartet wird. Das betrifft nicht nur bildungsferne Schichten. Nur in Deutschland ist die Elternverantwortung so stark \u2013 aber eben auch das Mitspracherecht. Eine hochambivalente Sache.<\/p>\n<p><em>Franke:<\/em> Schule muss sich immer daran messen lassen, wer hat die meisten \u00dcberg\u00e4nge zum Gymnasium. Eltern, die es sich leisten k\u00f6nnen, gehen zur Privatschule. Weder der Wissenschaft noch der Politik gelingt es, einen Konsens zu finden, der die Elternschaft vereint.<\/p>\n<p><em>Katzenbach:<\/em> Deutschland hat die Umstellung auf ein Gesamtschulsystem verpasst. Heute ist der Anteil der Gymnasiasten so hoch, dass kein Politiker mehr wagt, sich f\u00fcr die Gesamtschule als Regelschule einzusetzen. Die Bildungspolitik traut sich derzeit nicht mehr, Entscheidung zu treffen und durchzusetzen, sondern zieht sich darauf zur\u00fcck, Prozesse nur noch zu moderieren. Das sieht man am Beispiel G8\/G9: Es wird nicht mehr regiert, die Entscheidung wird den Schulen \u00fcberlassen.<\/p>\n<p><em>Franke:<\/em> Da ist die Ressourcenfrage auch zu stellen: Es w\u00fcrde mich mal interessieren, was das kostet, G8 und G9 parallel laufen zu lassen.<\/p>\n<p><em>Katzenbach:<\/em> Die Emp\u00f6rung w\u00e4re gro\u00df, wenn man sagen w\u00fcrde: G8 w\u00e4re viel billiger, damit k\u00f6nnte man locker die ganze Inklusion finanzieren.<\/p>\n<p><em>Franke:<\/em> Ich w\u00fcrde mir Wahlfreiheit f\u00fcr alle w\u00fcnschen und eine gute Ressourcenausstattung wie es auch bei G8\/G9 m\u00f6glich ist. Wenn die inklusive Schule gut ausgestattet w\u00e4re, w\u00e4re ich auch daf\u00fcr.<\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; line=&#8220;true&#8220; animation=&#8220;fadeIn&#8220;]<\/p>\n<h3>Dieter Katzenbach : Inklusion als Forschungsgegenstand<\/h3>\n<figure id=\"attachment_4844\" aria-describedby=\"caption-attachment-4844\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-4844\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/blog_unireport_inklusion2.png\" alt=\"Foto: Sauter\" width=\"150\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/blog_unireport_inklusion2.png 315w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/blog_unireport_inklusion2-236x300.png 236w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4844\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Sauter<\/figcaption><\/figure>\n<p>Prof. Dieter Katzenbach (55) hat seit dem Jahr 2000 die Professur f\u00fcr \u201eErziehungswissenschaften mit Schwerpunkt P\u00e4dagogik und Didaktik in den Fachrichtungen Lernbehindertenp\u00e4dagogik (Lernhilfe) und Geistigbehindertenp\u00e4dagogik (P\u00e4dagogik f\u00fcr Menschen mit geistiger Behinderung)\u201c am Fachbereich Erziehungwissenschaften der Goethe-Universit\u00e4t inne.<\/p>\n<p>Seine Arbeitsschwerpunkte sind Inklusion in Bildung und Gemeinwesen, Zusammenh\u00e4nge von kognitiven und affektiven Faktoren in der Genese struktureller Lernst\u00f6rungen sowie Theorie und Praxis Psychoanalytischer P\u00e4dagogik, insbesondere bei Menschen mit geistiger Behinderung. Nach dem Studium der Sonder- und Heilp\u00e4dagogik absolvierte Dieter Katzenbach in Frankfurt den Aufbaustudiengang Diplomp\u00e4dagogik, 1991 wurde er promoviert.<\/p>\n<p>Von 1992 bis 1994 arbeitete er als Sonderschullehrer an einer Schule f\u00fcr Praktisch Bildbare (Geistigbehinderte) in Wiesbaden, zugleich war er am Hessischen Institut f\u00fcr Lehrerfortbildung sowie am Hessischen Institut f\u00fcr Bildungsplanung und Schulentwicklung (HIBS) t\u00e4tig. Das Thema Integration hat Katzenbach schon seit vielen Jahren im Blick, entsprechende Schulversuche gibt es in Hessen schon seit rund 40 Jahren \u2013 und ebenso lange werden solche Projekte am Frankfurter Institut f\u00fcr Sonderp\u00e4dagogik beforscht und begleitet.<\/p>\n<p>Von 2008 bis 2013 hat Katzenbach einen Schulversuch \u201eBegabungsgerechte Schule\/Inklusion\u201c im Landkreis Offenbach wissenschaftlich begleitet und evaluiert: Eine F\u00f6rderschule wurde geschlossen, im Fokus stand die Integration der Kinder in wohnortnahe Schulen. Obwohl selbst aus dem F\u00f6rderschulwesen kommend, ist er inzwischen \u00fcberzeugt:<\/p>\n<p>\u201eDer gemeinsame Unterricht behinderter und nicht-behinderter Kinder ist nicht nur machbar, sondern er ist der f\u00fcr alle Beteiligten bessere Weg \u2013 wenn die Rahmenbedingungen stimmen.\u201c Katzenbach setzt sich f\u00fcr eine P\u00e4dagogik der Diversit\u00e4t ein, die allen Unterschieden gerecht wird. Eine entsprechende Weiterentwicklung der Lehrerbildung sieht er als dringend geboten. Insbesondere das Ein\u00fcben eines heterogenit\u00e4tsgerechten Unterrichts und das Arbeiten im Team w\u00fcrden an allen Schularten immer wichtiger.<\/p>\n<p>[\/dt_call_to_action]<\/p>\n<p>[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; line=&#8220;true&#8220; animation=&#8220;fadeIn&#8220;]<\/p>\n<h3>Schulleiterin auf dem\u00a02. Bildungsweg<\/h3>\n<figure id=\"attachment_4843\" aria-describedby=\"caption-attachment-4843\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-4843\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/blog_unireport_inklusion3.png\" alt=\"Foto: Sauter\" width=\"150\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/blog_unireport_inklusion3.png 315w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/blog_unireport_inklusion3-236x300.png 236w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4843\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Sauter<\/figcaption><\/figure>\n<p>Martina Franke (48) ist seit 2011 Leiterin der Johann-Hinrich-Wichern-Schule, unter deren Dach eine Schule mit F\u00f6rderschwerpunkt Lernen und ein Regionales F\u00f6rderzentrum vereint sind. Sie selbst kam \u00fcber den Zweiten Bildungsweg in diesen Beruf:<\/p>\n<p>Die gelernte Floristin mit eigenem Blumenladen studierte Sozialp\u00e4dagogik und anschlie\u00dfend Lehramt f\u00fcr F\u00f6rderschulen. \u201eIch will auch benachteiligten Kindern helfen, ihre Potenziale zu entfalten\u201c, beschreibt sie ihre Motivation. Deshalb habe sie auch durchgesetzt, dass ihre Sch\u00fcler seit 2012 den Hauptschulabschluss machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>[\/dt_call_to_action]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Menschen mit Behinderung haben dieselben Menschenrechte wie alle anderen Menschen: eigentlich eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. 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