{"id":51769,"date":"2021-07-15T14:13:02","date_gmt":"2021-07-15T12:13:02","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=51769"},"modified":"2022-04-10T14:49:03","modified_gmt":"2022-04-10T12:49:03","slug":"voll-gelohnt-vom-abgebrochenen-studium-ins-handwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/studium\/voll-gelohnt-vom-abgebrochenen-studium-ins-handwerk\/","title":{"rendered":"Voll gelohnt: Vom abgebrochenen Studium ins Handwerk"},"content":{"rendered":"<p><strong>Einige Jahre wurden Universit\u00e4ten und Handwerkskammern dabei unterst\u00fctzt, Studienzweifler gemeinsam zu beraten. Das bundesweite yourPUSH-Projekt ist zu Ende, doch in Frankfurt geht die erfolgreiche Kooperation weiter.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Beitragsbild_UR4.21_yourPUSH.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"450\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Beitragsbild_UR4.21_yourPUSH.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-51770\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Beitragsbild_UR4.21_yourPUSH.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Beitragsbild_UR4.21_yourPUSH-300x208.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><figcaption>Ausbildungsberuf: Augenoptiker\/in.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Auch ermutigende, helle Geschichten k\u00f6nnen einen n\u00fcchternen, dunkel get\u00f6nten Anfang haben, und dies ist so ein Fall. Gespr\u00e4chspartner, die ihre Studienzweifel offenlegen? Eher nicht. \u201eDas Thema Studienabbruch ist sehr sensibel\u201c, wei\u00df Kirsten Brandenburg aus ihrer langj\u00e4hrigen Erfahrung in der Zentralen Studienberatung der Goethe-Universit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweifel im Studium sind ein sensibles Thema, \u00fcber das kaum gesprochen wird. Dabei kennen nicht wenige Studierende Momente, in denen sie das, was sie gerade tun, infrage stellen. Gr\u00fcnde daf\u00fcr, sagt Studienberaterin Brandenburg, gibt es viele. Eine \u00fcberhastete Studienwahl, falsche Erwartungen an den Studiengang, zu wenig Vorkenntnisse \u00fcber das Fach, nicht bestandene Pr\u00fcfungen oder der Wunsch nach mehr Praxiskontakt. Manchmal ist es eine pers\u00f6nliche oder famili\u00e4re Krisensituation oder sind es finanzielle Sorgen, die Zweifel hervorrufen. Kann ich mich lange genug finanzieren? Was kommt nach dem Studium? Manche treiben diese Fragen schon kurz nach dem Beginn ihres Studiums um, andere schleppen sie jahrelang mit sich herum, unbeantwortet, w\u00e4hrend der Kontakt mit ihrem Studium immer loser und der Unialltag immer bedr\u00fcckender wird. Die Zweifel werden gegen\u00fcber Familie und Freunden verschwiegen, weil der Studienabbruch als Scheitern und Makel empfunden wird. Weil es selbstverst\u00e4ndlich erscheint, nach dem Abitur nahtlos ins Studium zu gleiten. Und weil der Zweifel wom\u00f6glich einen Abschied nach sich zieht, den Abschied von vertrauten Zukunftsvorstellungen und Lebenszielen. Studienzweifel hei\u00dft auch, vielleicht den Kurs im Leben \u00e4ndern zu m\u00fcssen. Sich in dieser Situation an die Universit\u00e4t selbst zu wenden, ist das Letzte, was den meisten Studienzweiflern in den Sinn kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eF\u00fcr uns sind Studienzweifel kein Tabuthema\u201c, insistiert Kirsten Brandenburg, die selbst seit Jahren in der Studienzweifelberatung mit jungen Menschen spricht. Es ist ihr ein Anliegen, dass in der Beratung \u00c4ngste und Sorgen offen angesprochen werden. Und dass junge Menschen erfahren, dass sie in der Beratung bei der Suche nach L\u00f6sungen und neuen Perspektiven unterst\u00fctzt werden. \u201eEs braucht n\u00e4mlich Mut, sich die eigene Situation genau anzusehen. Unsere Beratungsgespr\u00e4che sind deshalb so individuell wie die Studierenden selbst und bewusst ergebnisoffen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt Studienzweifler, die durch Gespr\u00e4che mit der Zentralen Studienberatung wieder zur\u00fcck zu einem engagierten Studium finden. Bei vielen aber stellt sich in der Beratung heraus, dass sie ihr Studium besser \u2013 vor\u00fcbergehend \u2013 unterbrechen oder dass sich eine neue Perspektive er\u00f6ffnet durch einen Wechsel an eine Fachhochschule, den Beginn eines Dualen Studiums, einer Ausbildung. Oder eben: das Erlernen eines Handwerks.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auf dem Campus zum Handwerk<\/h3>\n\n\n\n<p>Seit 2015 f\u00f6rderte das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung und der Europ\u00e4ische Sozialfond die Zusammenarbeit von Hochschulen und Handwerkskammern in einem Projekt namens yourPUSH. Studienzweiflern und -abbrechern sollen so die mehr als 130 Berufe im Handwerk nahegebracht und ihnen eine Perspektive in Berufen aufgezeigt werden, \u00fcber die sie vorab niemals nachgedacht hatten. Zwischen der Goethe-Universit\u00e4t und der Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main war diese Kooperation gewisserma\u00dfen der Beginn einer wunderbaren Freundschaft \u2013 was sicher an den beteiligten Personen liegt. Diese sorgten jedenfalls daf\u00fcr, dass beide Partner nun, nach Auslaufen von yourPUSH im Januar 2021, eine Fortsetzung der Kooperation vereinbart haben, ganz ohne externe F\u00f6rderung. Konkret bedeutet das: Die Berater beider Partner stehen weiterhin in engstem Austausch, informieren Studienzweiflerinnen und -zweifler in gemeinsamen Veranstaltungen, und die Handwerkskammer ist wie bislang drei Stunden pro Woche in Gestalt eines Beraters bzw. einer Beraterin vor Ort auf dem Campus pr\u00e4sent. 395 Studierende haben seit 2018 Gespr\u00e4che absolviert, knapp 80 wurden in einen Handwerksberuf vermittelt. Alle Beteiligten werten dies als Erfolg.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00bbAuf jeden Fall etwas f\u00fcrs Gehirn\u00ab<\/h3>\n\n\n\n<p>Eines der beiden Gesichter der Handwerkskammer, genauer des dortigen Berufsbildungs- und Technologiezentrums, ist Sven Hartwig. Der 36-j\u00e4hrige Hartwig ist selbst Ausbilder, inzwischen auch ausgebildeter Coach \u2013 und jemand, der den Projekttitel yourPUSH bei jedem Studienzweifler quasi neu erfindet. \u201eManche haben richtig Angst, wenn sie vor mir sitzen, sind total ungl\u00fccklich\u201c, beschreibt er ein typisches Erstgespr\u00e4ch. Das Selbstbewusstsein im Keller, Scham, Selbstzweifel und die \u00dcberzeugung, bisher nichts im Leben auf die Reihe gebracht zu haben \u2013 Hartwig sieht die Selbstbeschreibung der Studierenden von Berufs wegen nat\u00fcrlich anders. \u201eEine Studentin, die sechs Semester Physik hinter sich hat\u201c, ruft er, \u201eist das nichts? Oder soll es f\u00fcr einen 23-J\u00e4hrigen zu sp\u00e4t sein, etwas Neues anzufangen? K\u00f6nnen Sie sich das vorstellen?\u201c Wer mit Sven Hartwig spricht, kann sich alles vorstellen. Vor allem, dass er es schafft, in Beratungsgespr\u00e4chen irgendwann und allm\u00e4hlich bei seinem Gegen\u00fcber den Blick zu \u00f6ffnen auf Fragen wie: Was macht mir Spa\u00df? Kann es sein, dass ich etwas gut kann? Was kann das sein? Will ich in einem Praktikum ausprobieren, was mir liegt? Die meisten, berichtet Hartwig, k\u00e4men in die Beratung mit dem Wunsch, etwas mit ihren H\u00e4nden tun zu wollen, etwas herzustellen, ein Produkt zu sehen. Gef\u00fchlt 99 Prozent mit der ebenso vagen wie fixen Idee, Tischler werden zu wollen. Dann stellt Hartwig die Frage in den Raum, ob nicht auch andere Materialien als Holz denkbar seien. Nennt Ausbildungsberufe in der Klimatechnik, im Sanit\u00e4rbereich, in der Orthop\u00e4dietechnik, in der H\u00f6rakustik, etwa spezialisiert auf S\u00e4uglinge, nennt Berufe in Optik oder Fotografie. \u201eViele Berufe sind unheimlich komplex und vielseitig. Und st\u00e4ndig im Wandel. Auf jeden Fall etwas f\u00fcrs Gehirn.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Tempo bestimmt der Studierende<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bild_UR4.21_yourPUSH.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bild_UR4.21_yourPUSH.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-51771\" width=\"425\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bild_UR4.21_yourPUSH.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Bild_UR4.21_yourPUSH-300x208.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 425px) 100vw, 425px\" \/><\/a><figcaption>Ausbildungsberuf: Buchbinder\/in.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Hartwig ist jedes Mal aufs Neue erstaunt, wie dankbar die ehemals Studierenden sind, wenn er ihnen seine Visitenkarte mit der Direktdurchwahl \u00fcberreicht. Keine Hotline, keine Warteschleifen: Wer mit Sven Hartwig und seiner Kollegin Deborah Bertolini Kontakt aufnehmen will, bekommt den allerk\u00fcrzesten Weg genannt. Just in time. \u201eWenn mir jemand am Wochenende seine Bewerbungsmappe schickt, dann gucke ich die mir auch am Wochenende an. Wer will, wird begleitet.\u201c Irgendwann summieren sich auf dem Weg zu einer neuen Berufsperspektive n\u00e4mlich ganz handfeste Dinge: Bewerbungsmappe schreiben, in Betrieben anrufen, um Praktika anfragen, einen Ausbildungsvertrag abschlie\u00dfen. Hartwig und seine Kollegin geben keine Ratschl\u00e4ge, sie sind einfach ansprechbar.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir arbeiten so schnell, wie der Student l\u00e4uft\u201c, sagt Sven Hartwig und scheint auf jedes Tempo vorbereitet zu sein. Wenn eine oder einer alle H\u00fcrden im Sprint nimmt, ist er begeistert. Erstgespr\u00e4ch, Zweitgespr\u00e4ch, Coaching, Kompetenzfindungstraining, Bewerbungsmappe, Praktikum, noch ein Praktikum, und wenn n\u00f6tig noch eines, Bedenkzeit, dann Ausbildungsvertrag \u2013 \u201eman kann das in wenigen Wochen schaffen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Knackpunkte und Klicks<\/h3>\n\n\n\n<p>Niklas S. ist einer von denen, die diesen Parcours in Turbogeschwindigkeit genommen haben. Was er selbst vor einem Jahr noch f\u00fcr \u201ekrass unm\u00f6glich\u201c gehalten h\u00e4tte. F\u00fcr vollkommen undenkbar. Total ausgeschlossen. Tatsache ist aber, dass er heute mitten in einer Ausbildung zum Raumausstatter steckt. Boden, Wand, Decke, Polster. Dahinter stehen spannende Projekte, erz\u00e4hlt er angeregt, wie die Schn\u00fcrung von Polstern alter St\u00fchle, die Entdeckung von Farbkombinationen und vieles andere mehr. Wenn Niklas erz\u00e4hlt, fallen Worte wie \u201eKnackpunkt\u201c und \u201eKlick\u201c. Doch vor dem Knackpunkt gab es so etwas wie eine bleierne Zeit. Das Gef\u00fchl, sein musikwissenschaftliches Studium nach zehn Semestern unbedingt zu Ende bringen zu m\u00fcssen. Und gleichzeitig zu sp\u00fcren, dass ihn etwas davon abh\u00e4lt, dieses Ende in Angriff zu nehmen. Er erinnert sich an eine Zeit des Haderns, Gr\u00fcbelns, an Magenschmerzen morgens beim Aufstehen. Und all das mit sich allein auszumachen. Der Knackpunkt kommt, als er irgendwann Freunde und Familie einweiht \u2013 und damit auf Verst\u00e4ndnis st\u00f6\u00dft. Das war befreiend. \u201eInformiere dich doch\u201c \u2013 der Hinweis der Freunde half zwar bereits weiter, aber das Herumsurfen allein auf der Suche nach m\u00f6glichen Ausbildungen brachte noch keine Ver\u00e4nderung. Erst als Niklas in der Mail zum Semesterbeitrag auf yourPUSH stie\u00df, kamen die Dinge in Bewegung. Sa\u00df er pl\u00f6tzlich Sven Hartwig gegen\u00fcber mit der fixen Idee, Schreiner werden zu wollen. Doch warum Schreiner, gab Hartwig zu bedenken, warum nicht Glaser oder &#8230; Da hat es bei Niklas \u201eKlick\u201c gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Dinge haben Niklas in der Beratung beeindruckt: \u201eAlles war null wertend. Ich h\u00e4tte zehn, zwanzig oder hundert Praktika machen k\u00f6nnen. Wichtig war, dass ich das Passende f\u00fcr mich finde.\u201c Und: \u201eIch bin alle Schritte selbst gegangen.\u201c Nichts wurde empfohlen, nichts nahegelegt. Niklas f\u00fchlte sich unterst\u00fctzt, doch jeden Schritt entschied er selbst. Inklusive Bedenkzeit. Heute wei\u00df er auch, dass es nichts bringt, Zeit als verschwendet, verloren zu betrachten. An die Jahre an der Uni, an interessante Seminare, denkt er inzwischen gern zur\u00fcck. \u201eWenn ich diesen Weg nicht gegangen w\u00e4re, st\u00fcnde ich doch nicht, wo ich heute stehe!\u201c Heute geht es ihm richtig gut, er korrigiert sich: heute sei er megagl\u00fccklich. Jeden Morgen freue er sich auf sein Team und was am Tag anstehe. Wie es \u00fcber den Tag hinaus weitergehen soll, geht Niklas vorsichtig an. M\u00f6glich, dass er sich auf Polsterei spezialisiere, m\u00f6glich, dass er den Meister mache. Die Richtung stimmt jedenfalls. Druck habe er sich aber bislang selbst genug gemacht. Wichtig sei im Moment, die Richtung klar zu haben und es einfach laufen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Keine Wunschkandidatin \u2013 aber \u2026<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Richtung klar haben: Diesen Eindruck vermitteln ehemalige Studentinnen und Studenten, sagt die Frankfurter Ausbilderin Fee Dietz, die von der Handwerkskammer aus mit ihr Kontakt aufnehmen. Der Ausbildungsplatz bei Dietz ist attraktiv und anspruchsvoll. Als Ma\u00dfschneiderin bekommt sie Anfragen aus ganz Deutschland, kann sie sich hoch qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber aussuchen, und hat sie die Erfahrung gemacht, dass ihre Lehrlinge nach dem Abschluss vom Fleck weg etwa in der Kost\u00fcmschneiderei eine Anstellung finden. Dennoch besch\u00e4ftigt Fee Dietz eine Auszubildende, die alles andere als ihre Wunschkandidatin war: Ende drei\u00dfig, ein abgeschlossenes Design-Studium in Georgien, das in Deutschland nicht anerkannt wird, ein begonnenes Studium der Kunstgeschichte an der Goethe- Universit\u00e4t, zwei Kinder in schulpflichtigem Alter. \u201eEine Gleichaltrige, bei mir nicht!\u201c, dachte Fee Dietz. Dann stellte sie die Bewerberin ein, weil Sven Hartwig den Kontakt vermittelt hatte und sie die Bewerberin pers\u00f6nlich kennenlernte. Da war sie \u00fcberzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p>Fachkr\u00e4ftemangel, gute Berufsaussichten, wachsende Verdienstm\u00f6glichkeiten, vielleicht sogar als Nachfolgerin in einem Betrieb einsteigen zu k\u00f6nnen, die Durchl\u00e4ssigkeit von Ausbildungswegen, also die M\u00f6glichkeit, das Handwerk sp\u00e4ter mit einem Studium kombinieren zu k\u00f6nnen: Nat\u00fcrlich waren es auch diese Argumente, die Niklas bei seiner Entscheidung f\u00fcrs Handwerk im Kopf hatte. F\u00fcr Frauen h\u00e4lt das Handwerk \u00fcbrigens noch einen weiteren Aspekt bereit: Nur ein Drittel der vermittelten Studienabbrecher im your- PUSH-Projekt sind bislang weiblich, das hei\u00dft, f\u00fcr sie gibt es gef\u00fchlt noch sehr viel Luft nach oben. Kirsten Brandenburg und Sven Hartwig best\u00e4tigen es: In Bezug auf Geschlechterrollen ist die Welt des Handwerks noch vergleichsweise \u00fcbersichtlich sortiert. Was sich aber gerade \u00e4ndert. Die Digitalisierung pr\u00e4gt auch im Handwerk viele Berufsbilder, Rollenbilder werden \u2013 auch vonseiten mancher Betriebe \u2013 gr\u00fcndlich aufgemischt. Ehemalige Studierende werden Dachdeckerinnen? Sven Hartwig hat Kontakt zu einem Betrieb hergestellt, der genau dies sucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Abschluss des Gespr\u00e4chs m\u00f6chte Niklas noch etwas Wichtiges loswerden: Eigentlich habe er gar nicht von sich erz\u00e4hlen wollen; aber anderen Ber\u00fchrungs\u00e4ngste nehmen vor einem Weg, wie er ihn gegangen sei, das wolle er schon. \u201eWenn nur eine, nur einer sich traut, eine \u00e4hnliche Erfahrung zu machen wie ich, dann hat sich mein Erz\u00e4hlen voll gelohnt.\u201c Damit das einmal gesagt ist.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Pia Barth<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#eeeeee\">Was tun bei <strong>Studienzweifeln?<\/strong> Infos gibt es auf der <a href=\"https:\/\/www.uni-frankfurt.de\/94632140\/Studienzweifel\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Website des Studien-Service-Centers<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong><em>Dieser Beitrag ist in der&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.unireport.info\/102989439.pdf\" target=\"_blank\">Ausgabe 4\/2021<\/a>&nbsp;(PDF)&nbsp;des UniReport&nbsp;erschienen.<\/em><\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Jahre wurden Universit\u00e4ten und Handwerkskammern dabei unterst\u00fctzt, Studienzweifler gemeinsam zu beraten. 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