{"id":60218,"date":"2022-07-11T12:27:35","date_gmt":"2022-07-11T10:27:35","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=60218"},"modified":"2024-12-11T14:10:13","modified_gmt":"2024-12-11T13:10:13","slug":"ein-neues-zuhause-fuer-die-kleinen-faecher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/campus\/ein-neues-zuhause-fuer-die-kleinen-faecher\/","title":{"rendered":"Ein neues Zuhause f\u00fcr die \u00bbKleinen F\u00e4cher\u00ab"},"content":{"rendered":"<p class=\"has-drop-cap\"><em>Im September wird das neue Geb\u00e4ude der Sprach- und Kulturwissenschaften auf dem Campus Westend eingeweiht. Der UniReport hat vorab mit dem Architekten Lutz-Matthias Ke\u00dfling von BLK2 B\u00f6ge Lindner K2 Architekten gesprochen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>UniReport: Lieber Herr Ke\u00dfling, Sie haben das Projekt SKW von Anfang an federf\u00fchrend in Ihrem Architekturb\u00fcro begleitet, was zeichnet Ihrer Ansicht nach das Geb\u00e4ude aus? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Lutz-Matthias Ke\u00dfling:<\/em> Wir haben uns im Wettbewerb mit unserem Entwurf f\u00fcr das SKW durchsetzen k\u00f6nnen. Vorgegeben war ja der wirklich gute st\u00e4dtebauliche Rahmenplan von Ferdinand Heide, wie mit der Entwicklung des ganzen Campus umzugehen ist. Uns war ein fixes Baufeld vorgegeben, auf dem ein Geb\u00e4ude f\u00fcr die Vielfalt der sogenannten \u201eKleinen F\u00e4cher\u201c entstehen sollte. Ebenso waren noch die Interessen anderer Nutzer zu ber\u00fccksichtigen. Hinzu kam nun, dass sich auf dem Campus eine kleine Siedlung mit Einfamilienh\u00e4usern befindet, die urspr\u00fcnglich noch aus der Zeit des American Headquarter stammen. Auf den n\u00f6tigen Abstand zu dieser Siedlung zu achten, war bei der Berechnung der Bebauungsgrenze nun auch notwendig, zudem auch in Betracht zu ziehen war, dass auch der Platz f\u00fcr die entsprechende Wegef\u00fchrung miteinzuplanen war. Wir wollten diese Nord-S\u00fcd-Verbindung st\u00e4rken und haben daher die sogenannte Bauk\u00f6rpermasse in unterschiedliche Volumina zerlegt und einen davon einfach zur\u00fcckgeschoben. Damit wollten wir Platz schaffen, um die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, die den Campus Westend mit seinen vielen Freifl\u00e4chen auszeichnet, zu erhalten. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Das SKW kn\u00fcpft architektonisch an die anderen Geb\u00e4ude auf dem Campus an, unterscheidet sich aber auch. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns stand am Anfang die \u00dcberlegung, wie wir einem Geb\u00e4ude, das von ganz unterschiedlichen Nutzungen und Nutzern gepr\u00e4gt sein wird, eine Form, eine Struktur geben, die stringent ist. Der Poelzig-Bau, also das IG Farben-Haus, ist ein reiner Stahlskelettbau, die ganze Fassade ist vorgeh\u00e4ngt. Das ist schon sehr modern gedacht. Wir haben uns das auch angeschaut und gesagt: Ja, richtig, so m\u00fcssen wir weiterarbeiten. Wenn Sie sich das Geb\u00e4ude nun anschauen, sehen Sie, dass die Fassade des SKW in zwei Membrane aufgel\u00f6st wird. Man hat ein vorderes, helleres \u201eGrid\u201c und ein hinteres, dunkleres \u201eGrid\u201c aus Naturstein. Architektonisch ist das durchaus diffizil, wir behandeln den Naturstein, so wie es Poelzig auch gemacht hat, quasi wie eine Tapete. Mit diesen verschobenen Natursteingrids erzeugen wir eine Verschieblichkeit innerhalb dieses Fassadenmotivs. Das ist alles somit dem Gedanken geschuldet, dass wir der Goethe-Universit\u00e4t damit ein Haus anbieten, das vielschichtig und ver\u00e4nderbar ist, dem man die dezidierte Nutzung nicht direkt ablesen kann. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Wie hat man sich nun das Innenleben vorzustellen? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns ist die Fassade in dem Sinne gleichsam wie eine Hecke, hinter der sich das Innenleben des Geb\u00e4udes verbirgt, das ganz anders wirkt als diese \u00e4u\u00dferne Steinigkeit. Als Erg\u00e4nzung zur Ausschreibung wurden wir noch gebeten, einen gro\u00dfen H\u00f6rsaal zu entwerfen. Den haben wir dann noch implantiert, und zwar wie ein ellipsoides Gelenk, dass die unterschiedlichen Bauteile miteinander verbindet. Das passt gut zu einem H\u00f6rsaal, der als Forum f\u00fcr den wissenschaftlichen Austausch im Zentrum des Geb\u00e4udes angesiedelt ist. Er ist dabei wie mit einem gefrorenen Betonvorhang ummantelt. Beim Foyer war uns dann immer wichtig, dass man beim Betreten \u00fcber ein Farbschema einerseits Orientierung erh\u00e4lt, andererseits aber auch einen \u00dcberblick erh\u00e4lt. Das Farbschema durchzieht gewisserma\u00dfen wie ein Sprachsystem den ganzen Geb\u00e4udekomplex. Denn nat\u00fcrlich geht man vom Foyer in einzelne Bauk\u00f6rper hinein, die der hohen Eigenst\u00e4ndigkeit der Institute Rechnung tragen. Die Innenh\u00f6fe sind ganz im Gegensatz zur \u00e4u\u00dferen Natursteinschicht metallen angelegt und mit Glaselementen best\u00fcckt. Damit bringen sie einen ganz anderen Charakter in dieses Haus.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Das SKW erh\u00e4lt auch eine Fachbereichsbibliothek, in der alle unterschiedlichen Disziplinen ihre B\u00fccher und Medien zusammentragen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, das sieht sehr viel Buchfl\u00e4che vor, da mussten wir sehr platzsparend vorgehen. Die Bibliothek verf\u00fcgt aber \u00fcber sehr viele nat\u00fcrlich belichtete, fassadenorientierte Arbeitspl\u00e4tze, deren Tische mit Linoleumfeldern belegt sind. Somit k\u00f6nnen auch diese Orte nachhaltig altern. Wenn man in einigen Jahrzehnten dort lernt, sieht man, da haben schon Generationen vor einem an diesen Pl\u00e4tzen geschwitzt. Insgesamt kann man sagen, dieses ganze Haus ist tats\u00e4chlich ein Organismus, in dem die einzelnen Teile miteinander arbeiten und wirken. Dadurch, dass sich im Foyer und auch in der Cafeteria gro\u00dfe Kommunikationsfl\u00e4chen auftun, hoffen wir, dass sich dort Studierende und Mitarbeitende der unterschiedlichen Institute treffen und austauschen, zudem die B\u00fcros f\u00fcr Wissenschaft und Verwaltung eher klein und abgeschlossen sind. Eine Architektur, in der man W\u00e4nde aufl\u00f6st und Arbeitsgruppen schafft, die man flexibel zusammensetzen kann, w\u00e4re aber etwas, was das Geb\u00e4ude durchaus auch auffangen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>In welcher Weise haben Themen der Nachhaltigkeit und des \u00f6kologischen Bauens eine Rolle gespielt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p> Bei diesem Bauprojekt wurden diesbez\u00fcglich einige Punkte von Vornherein bedacht, wenngleich nat\u00fcrlich neueste Entwicklungen in der Diskussion um den Klimawandel und die Energiewende mit Planungsstart 2015 noch nicht ber\u00fccksichtigt wurden. Eine CO2-Reduktion ist zum Beispiel nicht gegeben, da wir es mit einem Betonbau zu tun haben, der keine Speicherf\u00e4higkeit f\u00fcr Kohlenstoff aufweist, wie es etwa ein Holzbau kann. Aber wir haben energetisch gesehen einen guten Anschluss zur Fernw\u00e4rme, mit einem geringen Prim\u00e4renergiefaktor. Dar\u00fcber hinaus haben wir f\u00fcr eine extensive Dachbegr\u00fcnung in obersten Bereichen Sorge getragen, auch um Regenwasser zur\u00fcckzuhalten. Ebenso wurde darauf geachtet, dass die B\u00f6den in den Innenh\u00f6fen in Teilbereichen eine ca. 80 Zentimeter dicke Humusschicht haben, dort auch eine Baumbepflanzung m\u00f6glich ist. Von Nachhaltigkeit w\u00fcrde ich auch hinsichtlich der Nutzungsflexibilit\u00e4t einzelner Bauteile sprechen: Es gibt demnach eine klare Zuordnung, wo sich die Kerne und das freie St\u00fctzsystem befinden, m\u00f6glichst aber keine tragenden W\u00e4nde. Man k\u00f6nnte das Geb\u00e4ude also flexibel umbauen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Ein gro\u00dfes Thema sind ja mittlerweile auch in Deutschland lang anhaltende Hitzewellen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was wir ebenfalls machen: Wir nutzen die Speichermasse als Bauteiltemperierung. Wir nutzen eine K\u00fchlung des Betonbaus, in dem dort K\u00e4lteschlangen eingelegt sind, mit denen ich im Sommer unterst\u00fctzend k\u00fchlen kann. Das bedarf auch ein bisschen einer Nutzerdisziplin, denn wenn es au\u00dfen 30 Grad ist, sollte ich nicht das Fenster aufrei\u00dfen. Dann kommt die warme Luft hinein und das konterkariert die leichte K\u00fchle aus dem Bauteil, was ich in den Abendund Nachtstunden an K\u00e4lte gewonnen und durchgeschickt habe. Aber das ist tats\u00e4chlich f\u00fcr solche Bauten inzwischen Usus, weil das auch bedeutet, dass ich keinen gro\u00dfen energetischen Aufwand betreiben muss, um zu k\u00fchlen. Heutzutage wird immer deutlicher: Man muss beim Betrieb eines solchen Geb\u00e4udes Energie sparen. Wenn man sich die Haustechnik im zweiten Unterschoss des SKW einmal anschaut, dann sieht man, was f\u00fcr eine gewaltige Anlage zum K\u00fchlen, Pumpen und Bel\u00fcften zum Einsatz kommt. Das Problem nachhaltigen Bauens heute ist ja, dass man im Unterschied zu fr\u00fcheren Jahrhunderten, in denen besonders \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude riesige R\u00e4ume, hohe Decken und dicke W\u00e4nde hatten und daher im Winter warm und im Sommer k\u00fchl blieben, man heute viel weniger Volumen pro Person hat. Heute muss man in einem H\u00f6rsaal, der f\u00fcr 700 Leute ausgelegt ist, erst einmal den Luftwechsel schaffen. Der Anteil an Technik in solchen Geb\u00e4uden wird dadurch immer h\u00f6her, der Hausmeister muss heute \u00fcber ingenieurswissenschaftliche Kenntnisse verf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Im September wird das SKW offiziell er\u00f6ffnet. Was ist das f\u00fcr ein Gef\u00fchl, wenn man als Architekt einen solchen im Kopf entstandenen Plan eines Geb\u00e4udes dann realiter vor sich sieht? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ganz einfach: Das ist ein super Gef\u00fchl! Mit einem lachenden, aber auch weinenden Auge, weil man das Projekt dann \u201alosl\u00e4sst\u2018. Wir betreuen unsere Projekte von Anfang bis Ende. Wenn man wie wir einen solchen Wettbewerb gewonnen hat, startet man wirklich schon sehr positiv. Man muss dann nat\u00fcrlich, wie bei einem Marathon, \u00fcber eine lange Distanz durchhalten. Es kommt vielleicht auch mal eine Durststrecke, da braucht man einen Schluck Wasser oder eine Banane (lacht). Und man hat es bisweilen mit unterschiedlichen Ansprechpartnerinnen im Fachbereich oder den Instituten zu tun, die manches anders sehen und interpretieren. Tats\u00e4chlich ist es auch bei langen Projekten recht h\u00e4ufig, dass sich Normen und Vorschriften \u00e4ndern k\u00f6nnen. Dann aber kommt man schlie\u00dflich auf die Zielgerade. Was nicht bedeutet, dass dann alles auf einmal frisch erstrahlt: Hier ist noch einer am Kloppen, dr\u00fcben wird schon geputzt. Wir hatten ja zum Schluss noch mit mehreren Wassersch\u00e4den zu k\u00e4mpfen. Da kriegt man mitunter Herzklopfen und denkt: Wird das jetzt noch was? Wenn dann aber die \u00dcbergabe geklappt hat, ist das ein sehr, sehr sch\u00f6nes Gef\u00fchl. Ich freue mich darauf, dass dieses Geb\u00e4ude bald auch den Studierenden \u00fcbergeben und von ihnen angenommen wird. Das Feedback von den Nutzerinnen zu bekommen, ist f\u00fcr uns ganz wichtig. Auch wenn das Projekt irgendwann beendet ist: Bei uns ist es sehr h\u00e4ufig so, dass die pers\u00f6nliche Verbindung zum Geb\u00e4ude und dem gesamten Planungsteam bleibt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/UniReport_4-22.pdf-Adobe-Acrobat-Pro-DC-32-bit.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"466\" height=\"478\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/UniReport_4-22.pdf-Adobe-Acrobat-Pro-DC-32-bit.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-60219\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/UniReport_4-22.pdf-Adobe-Acrobat-Pro-DC-32-bit.jpg 466w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/UniReport_4-22.pdf-Adobe-Acrobat-Pro-DC-32-bit-292x300.jpg 292w\" sizes=\"(max-width: 466px) 100vw, 466px\" \/><\/a><figcaption>Fotos: Robert Anton (links) und Uwe Dettmar<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/UniReport_4-22.pdf-Adobe-Acrobat-Pro-DC-32-bit-1.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"466\" height=\"475\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/UniReport_4-22.pdf-Adobe-Acrobat-Pro-DC-32-bit-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-60229\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/UniReport_4-22.pdf-Adobe-Acrobat-Pro-DC-32-bit-1.jpg 466w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/UniReport_4-22.pdf-Adobe-Acrobat-Pro-DC-32-bit-1-294x300.jpg 294w\" sizes=\"(max-width: 466px) 100vw, 466px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Nat\u00fcrlicher Schutz gegen \u00dcberhitzung <\/h4>\n\n\n\n<p style=\"font-size:15px\"><strong><em>Landschaftsarchitekt Robert Anton (Technische Leitung des Wissenschaftsgartens und Leitung Au\u00dfenanlagen der Goethe-Universit\u00e4t) \u00fcber die Begr\u00fcnungsma\u00dfnahmen des SKW <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:15px\">\u201eDie Au\u00dfenanlagen der jeweiligen Geb\u00e4ude, aber auch die extensiven sowie intensiven Begr\u00fcnungen der D\u00e4cher und Innenh\u00f6fe sind bereits im Bebauungsplan der Stadt Frankfurt fest verankert und m\u00fcssen zum jeweiligen Bauantrag in Form von Freifl\u00e4chengestaltungspl\u00e4nen zwingend beigef\u00fcgt sein. Soweit es die Erschlie\u00dfung durch Stra\u00dfen und Wege erlaubt, versucht man in Fortsetzung zu den anderen Gr\u00fcnanlagen m\u00f6glichst viele gro\u00dfkronige Laubb\u00e4ume zu pflanzen, damit die darum angeordneten Pl\u00e4tze, Zuwegungen und Eingangsbereiche attraktiv und einladend aussehen, aber auch ausreichend Schatten gespendet wird. Durch die verschiedenen Dachbegr\u00fcnungen wird ein Gro\u00dfteil der durch diese Bauma\u00dfnahmen versiegelten Fl\u00e4chen zumindest teilweise wieder ausgeglichen. Die aufgetragenen Substrate speichern nicht nur Wasser und vermindern hierdurch einen sofortigen Wasserablauf in die Vorflut, sondern isolieren dar\u00fcber hinaus auch, die Geb\u00e4ude und geben Flora und Fauna einen Teil der \u00fcberbauten Fl\u00e4chen wieder zur\u00fcck. Ein wesentlicher Aspekt ist hierbei auch, die \u00dcberhitzung der st\u00e4dtisch verdichteten Bereiche zu reduzieren. Ohne Begr\u00fcnung heizen sich die Dachfl\u00e4chen im Sommer oft bis zu 80\u00b0 Celsius auf und tragen dann wesentlich zur \u00dcberhitzung der St\u00e4dte bei. Begr\u00fcnte Dachfl\u00e4chen bleiben wesentlich k\u00e4lter und sch\u00fctzen dar\u00fcber hinaus auch die Dachabdichtung vor Verschlei\u00df und verl\u00e4ngern insgesamt die Lebensdauer der D\u00e4cher. Zurzeit beteiligt sich die Goethe-Universit\u00e4t zusammen mit dem Botanischen Garten in Frankfurt an einem Forschungsprojekt (\u201aProjekt lebendige D\u00e4cher am Botanischen Garten der Stadt Frankfurt am Main\u2018) zur Optimierung, insbesondere der extensiven Dachbegr\u00fcnungen. Gerade die Trockenstandorte sind es n\u00e4mlich, die f\u00fcr bestimmte Pflanzen, zum Beispiel auch Orchideen, zur Entwicklung und Verbreitung sehr wichtig sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>ZAHLEN UND FAKTEN ZUM GEB\u00c4UDE <\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p style=\"font-size:15px\">Das <strong>SKW <\/strong>ist einer der letzten gro\u00dfen Bausteine auf dem Campus Westend, mit einer Bruttogeschossfl\u00e4che von 28 000 Quadratmetern. F\u00fcr die Baugrube des Baus fielen rund 50 000 Kubikmeter Erdaushub an, das entspricht ungef\u00e4hr 2500 LKW-Ladungen. Neben einer Bereichsbibliothek, Werkst\u00e4tten, Ateliers, einer Cafeteria und einer Tiefgarage mit \u00fcber 240 Stell- pl\u00e4tzen beherbergt das Geb\u00e4ude auch noch einen ovalen H\u00f6rsaal, der Platz bietet f\u00fcr 700 Personen. Einziehen in das Geb\u00e4ude werden die F\u00e4cher der Sprach- und Kulturwissenschaften, die bislang noch am Campus Bockenheim ans\u00e4ssig waren. Dazu z\u00e4hlen unter anderem die Kunstgeschichte u. Kunstp\u00e4dagogik, Musikwissenschaften, au\u00dfereurop\u00e4ische Sprachen, Empirische Sprachwissenschaften und Judaistik. Insgesamt studieren ca. 3000 Studierende am Fachbereich, der damit gr\u00f6\u00dfer ist, als die Bezeichnung \u201eKleine F\u00e4cher\u201c suggeriert. Untergebracht werden im SKW auch noch andere Nutzungsbereiche, zum Beispiel die Akademie f\u00fcr Bildungsforschung (ABL), das Pr\u00fcfungsamt Geistes-, Kultur- und Sportwissenschaften (ehemals PhilProm), das Studierendenwerk und Teile des Hochschulrechenzentrums. Das Geb\u00e4ude wurde vom Land Hessen, vertreten durch den LBIH (Landesbetrieb Bauen und Immobilien in Hessen), f\u00fcr die Goethe-Universit\u00e4t errichtet; es \u00fcbertrifft die gesetzlich geforderten Standards zur Energieeinsparung und wird in K\u00fcrze auch mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet; der sichere und nachhaltige Geb\u00e4udebetrieb wird durch das Immobilienmanagement der Universit\u00e4t fachkundig gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im September wird das neue Geb\u00e4ude der Sprach- und Kulturwissenschaften auf dem Campus Westend eingeweiht. 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