{"id":71119,"date":"2023-06-26T14:39:00","date_gmt":"2023-06-26T12:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=71119"},"modified":"2025-02-20T12:01:40","modified_gmt":"2025-02-20T11:01:40","slug":"mit-recycelter-energie-auf-den-spuren-schwerer-elemente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/forschung-frankfurt\/mit-recycelter-energie-auf-den-spuren-schwerer-elemente\/","title":{"rendered":"Mit recycelter Energie auf den Spuren schwerer Elemente"},"content":{"rendered":"<h4 class=\"wp-block-heading\">Der supraleitende Beschleuniger in Darmstadt<\/h4>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group alignfull is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-cover alignfull is-light has-custom-content-position is-position-bottom-center\" style=\"min-height:550px;aspect-ratio:unset;\"><span aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-cover__background has-background-dim-10 has-background-dim\"><\/span><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1708\" height=\"2560\" class=\"wp-block-cover__image-background wp-image-71493\" alt=\"\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Aufmacher_DSC6450_RZ-scaled.jpg\" data-object-fit=\"cover\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Aufmacher_DSC6450_RZ-scaled.jpg 1708w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Aufmacher_DSC6450_RZ-200x300.jpg 200w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Aufmacher_DSC6450_RZ-683x1024.jpg 683w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Aufmacher_DSC6450_RZ-768x1151.jpg 768w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Aufmacher_DSC6450_RZ-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Aufmacher_DSC6450_RZ-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Aufmacher_DSC6450_RZ-8x12.jpg 8w\" sizes=\"(max-width: 1708px) 100vw, 1708px\" \/><div class=\"wp-block-cover__inner-container is-layout-flow wp-block-cover-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-white-color has-text-color has-background is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\" style=\"background-color:#54a9b3\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center has-background is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"background-color:#dedede00;flex-basis:100%\">\n<p class=\"has-text-align-left has-white-color has-text-color has-medium-font-size\">In einer thermionischen Elektronenquelle werden aus einer hei\u00dfen Metallplatte unter Hochspannung die Elektronen gel\u00f6st.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Am Teilchenbeschleuniger in Darmstadt werden die extremen Bedingungen unseres Universums im Labor erforscht. Dabei gelang es den Physikerinnen und Physikern, eine Technologie zu ent\u00adwickeln, die Energie zur Teilchenbeschleunigung wiederverwendet und einspart. Der Teilchenbeschleuniger ist eingebunden in das Clusterprojekt ELEMENTS, das gemeinsam von der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt und der TU Darmstadt geleitet wird.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Geht man \u00fcber den Campus Stadtmitte der Technischen Universit\u00e4t Darmstadt, so beeindruckt das Institut f\u00fcr Kernphysik auf den ersten Blick wenig. Ein grauer Siebzigerjahre-Bau, Waschbeton, viele Fenster. Drinnen Linoleumb\u00f6den und Reihen von identischen T\u00fcren. Hinter einer dieser T\u00fcren verbirgt sich jedoch ein beeindruckender Raum mit \u00advielen Monitoren und Steuerpulten, deren zahllose L\u00e4mpchen und Schalter an einen Science-\u00adFiction-Film aus dem vergangenen Jahrhundert erinnern. Es ist der Kontrollraum und zugleich der Eingang einer riesigen Anlage im Keller des Instituts. Dorthin geht es eine Treppe hinunter, nach der man sich durch eine 15\u202fTonnen schwere Betont\u00fcr wagen muss \u2013 und mit einem imposanten Anblick belohnt wird: eine gro\u00dfe Halle voller technischer Ger\u00e4tschaften, Edelstahlrohre und Kabel. Hier steht der \u00bbSuperconducting Darmstadt Linear Accelerator\u00ab, kurz S-DALINAC, einst Europas erster supra\u00adleitender rezirkulierender Linearbeschleuniger.<\/p>\n\n\n\n<p>1991 wurde er in Betrieb genommen, seither arbeiten vor allem junge Forschende kontinuierlich daran, ihn weiterzuentwickeln. So ist erst k\u00fcrzlich ein ph\u00e4nomenaler Durchbruch in der Beschleunigerphysik gelungen: die Wieder\u00adverwendung zuvor eingesetzter Energie durch eine Mehrfachnutzung des Hauptbeschleunigers. Institutsleiter Norbert Pietralla erl\u00e4utert: \u00bbMit diesem mehrstufigen Energier\u00fcckgewinnungsmodus wird es m\u00f6glich, riesige Mengen an Energie zu sparen. Normalerweise nehmen weit unter 1&nbsp;Prozent der beschleunigten Elektronen an wissenschaftlich interessanten Reaktionen teil, den Rest schmei\u00dfen wir praktisch weg, zusammen mit der Energie, die sie tragen. Durch die neue Technologie hingegen kann diese Energie durch Abbremsen der Teilchen wieder genutzt werden, \u00e4hnlich wie in einem Auto mit Hybridantrieb.\u00ab Das hatte sich der geb\u00fcrtige Rhein\u00adl\u00e4nder nicht tr\u00e4umen lassen, als er 2006 seine Stelle an der TU Darmstadt antrat.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-white-color has-text-color has-background is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\" style=\"background-color:#54a9b3\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center has-background is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"background-color:#dedede00;flex-basis:100%\">\n<h5 class=\"wp-block-heading\">AUF DEN PUNKT GEBRACHT<br><\/h5>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Im supraleitenden Beschleuniger S-DALINAC werden Elektronen bis fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Elektronen k\u00f6nnen Atomkerne spalten, deren Fragmente R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Entstehungsweise schwerer Elemente im Universum zulassen.<\/li>\n\n\n\n<li>Nur ein kleiner Teil der Elektronen wird f\u00fcr Experimente genutzt. Die \u00fcbrigen Elektronen werden so in den Beschleuniger zur\u00fcckgef\u00fchrt, dass ihre Energie weiter genutzt werden kann.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein Quantum Gl\u00fcck<\/h3>\n\n\n\n<p>Bereits w\u00e4hrend seiner Doktorarbeit t\u00fcftelte Pietralla am Darmst\u00e4dter Beschleuniger. Damals studierte er in K\u00f6ln und widmete sich der Streuung von Photonen an Atomkernen, also der Ablenkung der Bahn eines dieser Lichtteilchen durch einen Kern. Dies ist m\u00f6glich, weil sich Licht nicht nur wie eine Welle verh\u00e4lt, sondern auch wie ein Teilchenstrom. \u00bbDas war so ein richtiges Nischenthema \u2013 dazu hat zu der Zeit kaum jemand was gemacht\u00ab, erinnert sich Pietralla. Diese Nische sollte f\u00fcr ihn der Schl\u00fcssel zum Erfolg werden. Als er einige Jahre sp\u00e4ter auf einer Konferenz in den USA mitbekam, dass an der Duke University ein millionenschwerer Laser stand, der aufgrund fehlender Finanzierung nicht seine urspr\u00fcngliche Bestimmung in der milit\u00e4rischen Forschung erf\u00fcllen konnte, packte er die Gelegenheit beim Schopfe. \u00bbIch war ja nur so ein kleiner Postdoc, und auf einmal haben die da dieses Riesending und \u00adwissen nicht, was sie damit machen sollen. Das muss man sich mal vorstellen!\u00ab Mit seiner Expertise rund um Photonen durfte Pietralla seine Experimentidee realisieren. Dabei gelang ihm die erste sogenannte Kernresonanzfluoreszenz-Reaktion mit einem Gammastrahl einer bestimmten Wellen\u00adl\u00e4nge (monochromatischer Gammastrahl). Bei der Kernresonanzfluoreszenz nimmt ein Atomkern ein (Gammastrahlen-)Photon auf und gibt daraufhin ein anderes Photon wieder ab. Das Verfahren wird seither vielfach genutzt, um Eigenschaften von Atomkernen zu bestimmen, und konnte Antworten auf lange ungekl\u00e4rte Fragen geben. Die Community war in heller Aufregung, und Pietrallas wissenschaft\u00adlichem Aufstieg stand nichts mehr im Wege. \u00bbDas war der sch\u00f6nste Moment in meiner Karriere\u00ab, stellt er fest.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignfull is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" width=\"762\" height=\"405\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/elektronenbeschleuniger.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-72177 size-full\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/elektronenbeschleuniger.jpg 762w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/elektronenbeschleuniger-300x159.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/elektronenbeschleuniger-18x10.jpg 18w\" sizes=\"(max-width: 762px) 100vw, 762px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Das Konzept des Energier\u00fcckgewinnenden Linearbeschleunigers (engl. Energy Recovery Linac) gelang am S-DALINAC bereits 2017 zum ersten Mal in Deutschland. Dabei wird der Elektronenstrahl zur\u00fcck in den Hauptbeschleuniger gef\u00fchrt, wo er durch ein pr\u00e4zises Abpassen des richtigen Zeitpunkts nach der wissenschaftlichen Nutzung wieder abgebremst wird. Dieser Vorgang kann seit 2021 bis zu dreimal wiederholt werden, indem die Elektronen an einem definierten Zeitpunkt und Ort ihre Energie wieder an das elektromagnetische Feld des Beschleunigers abgeben. So wird die Energieeffizienz des ganzen Systems erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/tinyurl.com\/GreenerBigScience\">https:\/\/tinyurl.com\/GreenerBigScience<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/tinyurl.com\/ITPDarmstadt\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Virtuelle Besichtigung des S-DALINAC<\/a><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schweren Elementen auf der Spur<\/h3>\n\n\n\n<p>Heute konzentriert sich Pietrallas Arbeit beim Clusterprojekt ELEMENTS, einem Forschungsverbund von Goethe-Universit\u00e4t, TU Darmstadt, GSI Helmholtzzentrum und Universit\u00e4t Gie\u00dfen, auf die Entstehung schwerer Elemente wie Gold und Platin. Im Universum entstehen diese nur unter extremen Bedingungen, etwa der Kollision von Neutronensternen. Bei solchen Kollisionen k\u00f6nnen Neutronen in gro\u00dfen Mengen frei umherschwirren. Unter diesen Bedingungen k\u00f6nnen sehr schwere Atomkerne entstehen, indem sie Neutronen einfangen (sogenannter r-Prozess). Es werden gro\u00dfe Mengen an neutronenreicher Materie freigesetzt. Diese Materie ist instabil und unterliegt schnellen Kernspaltungs- und Beta-Zerfalls\u00adprozessen, bei denen die kurzlebigen radio\u00adaktiven Atomkerne anschlie\u00dfend rasch zu stabilen Atom\u00adkernen wie Gold oder Blei oder zu langlebigen \u00adFormen etwa von Uran zerfallen. Die Entdeckung von Gravitationswellen und Lichtsignalen zweier kollidierender Neutronensterne im Jahr 2017 untermauert diese Vorstellung. Theorien von ELEMENTS-Wissenschaftlern betreffen pr\u00e4zisere Analysen der astronomischen Beo\u00adbachtungen und legen eine gro\u00dfe Bedeutung der wenig verstandenen Spaltprozesse superschwerer Kerne nahe. Die Aufgabe des Teams am S-DALINAC ist es nun, diese Erwartungen mit Experimenten zu untermauern.<\/p>\n\n\n\n<p>Als \u00bbAxt\u00ab f\u00fcr die Spaltung von Kernen \u00adnutzen die Forscherinnen und Forscher Elektronen, denn diese sind als Elementarteilchen \u00ad\u00bbstabil\u00ab und nicht weiter teilbar. Die Elektronen werden mit nahezu Lichtgeschwindigkeit (knapp 300\u2009000 Meter pro Sekunde) etwa auf Plutonium-Atomkerne geschossen. Die dabei ent\u00adstehenden Fragmente liefern aufschlussreiche Informationen \u00fcber die Verteilung von Masse im r-Prozess. \u00bbMit diesen Hochpr\u00e4zisions\u00admessungen kommen wir unserem Verst\u00e4ndnis der Entstehung von schweren Elementen ein St\u00fcckchen n\u00e4her\u00ab, sagt Pietralla. \u00bbWie die exotischen Kerne im Inneren von Neutronen\u00adsternen aussehen, dabei helfen uns die Theoretikerinnen und Theoretiker bei ELEMENTS mit ihren Modellen auf die Spr\u00fcnge.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Reise der Elektronen<\/h3>\n\n\n\n<p>Bis die beschleunigten Elektronen bei den schweren Kernen ankommen, m\u00fcssen sie einen weiten Weg zur\u00fccklegen. Der beginnt in einer kleinen Kammer, wo die winzigen Teilchen unter Hochspannung von einer sogenannten Quelle erzeugt werden: Aus einem Heizfaden werden kontinuierlich Elektronen gel\u00f6st, die hier auf etwa 74 Prozent der Lichtgeschwindigkeit vorbeschleunigt werden. Um sie effektiv nutzen zu k\u00f6nnen, wird der Strahl in einzelne Abschnitte getrennt und schlie\u00dflich komprimiert. Diese Elektronenp\u00e4ckchen treten in den supraleitenden Injektorbeschleuniger ein. Die dort verbauten Hohlraumresonatoren, sogenannte Kavit\u00e4ten, werden in einem Bad aus fl\u00fcssigem Helium bei nur 2\u2009\u00b0K betrieben. Das entspricht mit \u2013271\u2009\u00b0C ungef\u00e4hr der Eisesk\u00e4lte im interstellaren Raum. Hier erreicht der Strahl 99 Prozent der Lichtgeschwindigkeit. In einer Art Weiche kann der Elektronenstrahl hier bereits zu einem ersten Experiment gelenkt werden. Alternativ werden die Elektronen in den 15 Meter langen Hauptbeschleuniger gelenkt, wo sie weitere acht Kavit\u00e4ten passieren. Dort nehmen sie durch elektromagnetische Mikrowellenfelder weiter Fahrt auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach gibt es wieder eine Weiche: Entweder werden die Elektronen \u00fcber einen \u00adMagneten direkt in die benachbarte Experimentierhalle geleitet, oder sie werden Teil des \u00adweltweit einzigartigen Energier\u00fcckgewinnungs\u00admodus (siehe Kasten). Schlie\u00dflich geht es mit 99,999 Prozent der Lichtgeschwindigkeit \u00fcber weitere Stationen, die die Qualit\u00e4t des Strahls optimieren, zu den Experimenten. Diese findet man in einem Labyrinth aus Metall und Beton, Stapel von Blei dienen zur Abschirmung, einige Aufbauten ragen mehrere Meter in die H\u00f6he. Hier stehen auch die sogenannten Spektro\u00admeter, mit denen die Fragmente der Kern\u00adspaltungsexperimente gemessen werden. In naher Zukunft sollen hochsensible Detektoren dazukommen, mit denen die Forschenden bei \u00adELEMENTS die Struktur schwerer Atomkerne noch genauer entschl\u00fcsseln k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-cover alignfull is-light has-custom-content-position is-position-bottom-center\" style=\"min-height:550px;aspect-ratio:unset;\"><span aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-cover__background has-background-dim-10 has-background-dim\"><\/span><img decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1708\" class=\"wp-block-cover__image-background wp-image-71495\" alt=\"\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/DSC6497_c_Jan-ChristophHartung_RZ-1-scaled.jpg\" data-object-fit=\"cover\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/DSC6497_c_Jan-ChristophHartung_RZ-1-scaled.jpg 2560w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/DSC6497_c_Jan-ChristophHartung_RZ-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/DSC6497_c_Jan-ChristophHartung_RZ-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/DSC6497_c_Jan-ChristophHartung_RZ-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/DSC6497_c_Jan-ChristophHartung_RZ-1-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/DSC6497_c_Jan-ChristophHartung_RZ-1-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/DSC6497_c_Jan-ChristophHartung_RZ-1-18x12.jpg 18w\" sizes=\"(max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><div class=\"wp-block-cover__inner-container is-layout-flow wp-block-cover-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-white-color has-text-color has-background is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\" style=\"background-color:#54a9b3\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center has-background is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"background-color:#dedede00;flex-basis:100%\">\n<p class=\"has-text-align-left has-white-color has-text-color has-medium-font-size\">Blick in die Beschleunigerhalle. Mithilfe der Pr\u00e4parations\u00adsektion (vorne rechts) werden die Elektronenpakete vorbereitet und im Injektorbeschleuniger (hinten rechts) vorbeschleunigt, um im Hauptbeschleuniger (links) auf nahezu Lichtgeschwindigkeit gebracht zu werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zukunftsweisende Technik<\/h3>\n\n\n\n<p>Die erfolgreiche Umsetzung des Energier\u00fcck\u00adgewinnungsmodus wurde Anfang 2023 im Fachjournal Nature Physics ver\u00f6ffentlicht. Damit ebnet die Forschung am S-DALINAC den Weg f\u00fcr zukunftsweisende Vorhaben. So k\u00f6nnte mit dieser Technologie beispielsweise am CERN der seit Langem diskutierte \u00bbLarge Hadron-Electron Collider\u00ab endlich realisiert werden. Bislang w\u00e4re hierf\u00fcr ein Stromverbrauch im zweistelligen Gigawatt-Bereich vonn\u00f6ten gewesen, was der Leistung mehrerer Kernkraftwerke entspricht. Durch die Darmst\u00e4dter Technologie wird davon nur noch ein Bruchteil ben\u00f6tigt, womit das Vorhaben realistisch wird. Auch die ELEMENTS-Experimente an der GSI werden von den Fortschritten profitieren: Mit dem Bau von DICE (\u00bbDarmstadt Individually Circulating Compact ERL\u00ab) soll die n\u00e4chste Generation des relativ kleinkalibrigen Linearbeschleunigers verwirklicht werden. Wenn es soweit ist, geht der mehr als 30 Jahre alte S-DALINAC in Rente. Bis dahin hei\u00dft es weiter: \u00bbKlein, aber oho!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-background is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\" style=\"background-color:#f0f0f0\">\n<div class=\"wp-block-columns has-background is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\" style=\"background-color:#ededed00\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center has-background is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"background-color:#dedede00;flex-basis:100%\">\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized is-style-rounded\"><a href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/pietralla.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/pietralla-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-71496\" style=\"width:184px;height:184px\" width=\"184\" height=\"184\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/pietralla-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/pietralla-300x300.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/pietralla-150x150.jpg 150w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/pietralla-768x768.jpg 768w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/pietralla-12x12.jpg 12w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/pietralla-700x700.jpg 700w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/pietralla.jpg 1080w\" sizes=\"(max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Zur Person<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Norbert Pietralla<\/strong>, Jahrgang 1967, ist Kernspektroskopiker und Beschleunigerwissenschaftler. Er studierte Physik an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln, war Postdoc an der Yale University und Professor f\u00fcr Kernphysik an der State University of New York sowie an der Univer\u00adsit\u00e4t zu K\u00f6ln. Seit 2006 ist er ordentlicher Professor an der Technischen Universit\u00e4t Darmstadt und seit 2008 Direktor des dortigen Instituts f\u00fcr Kernphysik. F\u00fcr seine Arbeiten zur Kernresonanzfluoreszenz erhielt er Ehrendoktorw\u00fcrden der Polytechnischen Universit\u00e4t in Bukarest sowie der Sofioter Universit\u00e4t Hl. Kliment Ohridski. Seit 2021 ist er Co-Sprecher des Clusterprojekts ELEMENTS, eines Forschungsverbunds von Goethe-Universit\u00e4t, TU Darmstadt, JLU Gie\u00dfen und GSI Helmholtzzentrum f\u00fcr Schwerionenforschung.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"mailto:Pietralla@ikp.tu-darmstadt.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pietralla@ikp.tu-darmstadt.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-default\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Die Autorin:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Phyllis Mania, Jahrgang 1988, studierte Psychologie und Kognitive Neurowissen\u00adschaften in Hamburg und Maastricht. Nach ihrer Promotion arbeitete sie unter anderem als freie Autorin. Sie ist als Referentin f\u00fcr Wissenschaftskommunikation im Clusterprojekt ELEMENTS an der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt t\u00e4tig.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"mailto:mania@physik.uni-frankfurt.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">mania@physik.uni-frankfurt.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-default\"\/>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der supraleitende Beschleuniger in Darmstadt In einer thermionischen Elektronenquelle werden aus einer hei\u00dfen Metallplatte unter Hochspannung die Elektronen gel\u00f6st. 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