{"id":8037,"date":"2016-07-05T09:05:31","date_gmt":"2016-07-05T07:05:31","guid":{"rendered":"http:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=8037"},"modified":"2016-07-06T11:10:29","modified_gmt":"2016-07-06T09:10:29","slug":"1822-universitaetspreis-was-braucht-gute-lehre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/studium\/1822-universitaetspreis-was-braucht-gute-lehre\/","title":{"rendered":"1822-Universit\u00e4tspreis \u2013 Was braucht gute Lehre?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_8043\" aria-describedby=\"caption-attachment-8043\" style=\"width: 750px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8043 size-full\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_1822Preistraeger-Gruppe.jpg\" alt=\": Prof. Dr. Tanja Br\u00fchl, Vize-Pr\u00e4sidentin der Goethe-Universit\u00e4t, Dr. Irene Corvacho del Toro (3. Preistr\u00e4gerin), dahinter Dr. Karsten Tolle (1. Preistr\u00e4ger), Prof. Dr. Bernd Gr\u00fcnewald (2. Preistr\u00e4ger), Prof. Dr. Birgitta Wolff, Pr\u00e4sidentin der Goethe-Universit\u00e4t, Robert Restani, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse. Foto: Lecher\" width=\"750\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_1822Preistraeger-Gruppe.jpg 750w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_1822Preistraeger-Gruppe-300x140.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8043\" class=\"wp-caption-text\">Gemeinsamer Einsatz f\u00fcr gute Lehre: Vize-Pr\u00e4sidentin Prof.\u00a0Tanja Br\u00fchl, Dr. Irene Corvacho del Toro (3. Preistr\u00e4gerin), dahinter Dr. Karsten Tolle (1. Preistr\u00e4ger), Prof.\u00a0Bernd Gr\u00fcnewald (2. Preistr\u00e4ger), Pr\u00e4sidentin Prof.\u00a0Birgitta Wolff und\u00a0Robert Restani, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse. Foto: Lecher<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eDer 1822-Universit\u00e4tspreis hat der Hochschullehre zu st\u00e4rkerer Sichtbarkeit verholfen; engagierte Lehrende bekommen heute wesentlich mehr Anerkennung \u2013 nicht nur von den Studierenden, auch von ihren Kolleginnen und Kollegen\u201c, so die Pr\u00e4sidentin der Goethe-Universit\u00e4t, Prof. Dr. Birgitta Wolff, bei der Verleihung des Preises, der bereits zum 15. Mal vergeben wird. Er hat wesentlich dazu beigetragen hat, dass der Lehre mehr Gesicht und Gewicht verliehen wird. Ausgezeichnet wurden: der Informatiker Dr. Karsten Tolle (1. Preis: 15.000 Euro), der Neurobiologe Prof. Dr. Bernd Gr\u00fcnewald (2. Preis: 10.000 Euro) und die Linguistin Dr. Irene Corvacho (3. Preis: 5.000 Euro).<\/p>\n<p>Der 1822-Preis r\u00fcckt die Qualit\u00e4t der Lehre, die Lehrenden, ihre Interaktion mit den Studierenden in den Blick \u2013 und \u201edamit das Lehren und Lernen, das sich normalerweise hinter verschlossenen Seminart\u00fcren vollzieht\u201c, erg\u00e4nzt die Universit\u00e4tspr\u00e4sidentin. Als entscheidende Voraussetzungen f\u00fcr gelingende Lehre bezeichnet sie: Pers\u00f6nlichkeit und Engagement, Kreativit\u00e4t und didaktisches Geschick, pers\u00f6nliche Reflexion \u00fcber Lehre und Lernen \u2013 und eben auch ausreichend Zeit f\u00fcr die Vorbereitung.<\/p>\n<p>Auch wenn die Reputation der Lehre in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat, so bleibt doch eine Diskrepanz zwischen dem Ansehen von Lehre und Forschung. Denn immer noch steht die Forschungsleistung an erster Stelle, wenn es um die wissenschaftliche Karriere geht. \u201eEngagement in der Forschung darf nicht gegen Engagement in der Lehre ausgespielt werden\u201c, warnt Prof. Karin Donhauser von der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin auch mit Blick auf die n\u00e4chste Runde der Exzellenzinitiative. Die zweimalige Juryvorsitzende des \u201eQualit\u00e4tspakts Lehre\u201c von Bund und L\u00e4ndern setzt auf konsequente Vernetzung derjenigen, die sich umfassend mit wissenschaftlicher Lehre auseinandersetzen: \u201eSystematische Vernetzung bringt mehr als die Einrichtung neuer Gremien\u201c, ist Karin Donhauser \u00fcberzeugt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_8044\" aria-describedby=\"caption-attachment-8044\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_1822Preistraeger-004.jpg\" data-dt-img-description=\": Prof. Dr. Tanja Br\u00fchl, Vize-Pr\u00e4sidentin der Goethe-Universit\u00e4t, Dr. Irene Corvacho del Toro (3. Preistr\u00e4gerin), dahinter Dr. Karsten Tolle (1. Preistr\u00e4ger), Prof. Dr. Bernd Gr\u00fcnewald (2. Preistr\u00e4ger), Prof. Prof. Dr. Bernd Gr\u00fcnewald (2. Preistr\u00e4ger). Foto: Lecher\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8044\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_1822Preistraeger-004-300x233.jpg\" alt=\": Prof. Dr. Tanja Br\u00fchl, Vize-Pr\u00e4sidentin der Goethe-Universit\u00e4t, Dr. Irene Corvacho del Toro (3. Preistr\u00e4gerin), dahinter Dr. Karsten Tolle (1. Preistr\u00e4ger), Prof. Dr. Bernd Gr\u00fcnewald (2. Preistr\u00e4ger), Prof. Prof. Dr. Bernd Gr\u00fcnewald (2. Preistr\u00e4ger). Foto: Lecher\" width=\"300\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_1822Preistraeger-004-300x233.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_1822Preistraeger-004.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-8044\" class=\"wp-caption-text\">Die Preistr\u00e4ger: Dr. Karsten Tolle, Dr. Irene Corvacho del Toro\u00a0und\u00a0Prof.\u00a0Bernd Gr\u00fcnewald. Foto: Lecher<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es zeichnet sich ein langsamer Wandel in der Wertsch\u00e4tzung der Lehre ab, wie die f\u00fcr Lehre verantwortliche Vizepr\u00e4sidentin, Prof. Dr. Tanja Br\u00fchl, beobachtet. Sie hat den 1822-Preis bereits 2008 bekommen, damals war die Politikwissenschaftlerin noch Juniorprofessorin: \u201eDer Preis bedeutete R\u00fcckenwind f\u00fcr meine Karriere als Hochschullehrerin, war Anerkennung und Ansporn zugleich\u201c, erinnert sich Br\u00fchl. \u201eDer Lehrpreis hat mich ermutigt, mit neuen Lehrformen und -formaten zu experimentieren. Neues zu wagen und die eigene Lehre fortw\u00e4hrend zu reflektieren und zu professionalisieren \u2013 das ist es, was in meinen Augen gute Lehrende ausmacht.\u201c<\/p>\n<p>Bei der Vergabe des 1822-Preises spielen die Studierenden eine zentrale Rolle. Dazu Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl, Leiterin der Abteilung Lehre und Qualit\u00e4tssicherung, an die Studierenden ihre Verschl\u00e4ge senden: \u201eDass die Studierenden so rege von ihrem Vorschlagsrecht Gebrauch machen, zeugt von der Wertsch\u00e4tzung, die sie guter Lehre und engagierten Dozenten entgegenbringen.\u201c Gute Lehre ist nicht ohne die Studierenden zu realisieren, hat Schulmeyer-Ahl in den vergangenen Jahren immer wieder beobachten k\u00f6nnen, und sie f\u00fcgt hinzu: \u201eDie Perspektive der Studierenden, ihre Erwartungen, vor allem aber ihr Wissen um die konkrete Studiensituation in den einzelnen F\u00e4chern ist f\u00fcr die Weiterentwicklung von Lehrformaten und Studieng\u00e4ngen unabdingbar.\u201c<\/p>\n<p>Der von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse und der Goethe-Universit\u00e4t ausgelobte \u201e1822-Universit\u00e4tspreis f\u00fcr exzellente Lehre\u201c wird seit 2002 j\u00e4hrlich vergeben und ist insgesamt mit 30.000 Euro dotiert. \u201eDie Stiftung der Frankfurter Sparkasse f\u00f6rdert das Preisgeld f\u00fcr den ersten und den dritten Platz. Exzellente Lehre ist die Voraussetzung, um engagierte und qualifizierte Fachkr\u00e4fte f\u00fcr unsere Region zu gewinnen. Diese wichtige Aufgabe der Lehre wollen wir unterst\u00fctzen\u201c, betont Robert Restani, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse. In diesem Jahr lagen der Jury Nominierungen aus nahezu allen Fachbereichen der Universit\u00e4t vor. Aus diesen w\u00e4hlte eine Kommission, bestehend aus Studierenden, Professoren und Mitarbeitern der Universit\u00e4t sowie eines Vertreters der Stiftung der Frankfurter Sparkasse, die Preistr\u00e4ger aus.<br \/>\n[dt_call_to_action content_size=&#8220;small&#8220; background=&#8220;fancy&#8220; line=&#8220;true&#8220; animation=&#8220;fadeIn&#8220;]<br \/>\nDie Preisverleihung bei <a href=\"http:\/\/www.rheinmaintv.de\/video\/1822-Universitaetspreis-fuer-exzellente-Lehre\/b21c9cc68bce815d31201914be2bcb10\" target=\"_blank\">Rhein-Main-TV<\/a><br \/>\n[\/dt_call_to_action]<\/p>\n<h3>Die Preistr\u00e4ger 2016 des 1822-Universit\u00e4tspreises f\u00fcr exzellente Lehre<\/h3>\n<h3>\u201eWie ein \u201aroter Faden der Motivation\u2018 in meinem Studium\u201c<\/h3>\n<figure id=\"attachment_8038\" aria-describedby=\"caption-attachment-8038\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_Tolle.jpg\" data-dt-img-description=\"Dr. Karsten Tolle, Informatiker (1. Preis). Foto: Dettmar\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8038\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_Tolle-300x233.jpg\" alt=\"Dr. Karsten Tolle, Informatiker (1. Preis). Foto: Dettmar\" width=\"300\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_Tolle-300x233.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_Tolle.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-8038\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Karsten Tolle, Informatiker (1. Preis). Foto: Dettmar<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Dr. Karsten Tolle, Informatiker (1. Preis)<\/strong><\/p>\n<p>Was Dr. Karsten Tolle an der Lehre so gef\u00e4llt: \u201eMan bekommt ein unmittelbares Ergebnis, man wei\u00df, dass man etwas Sinnvolles tut.\u201c Bei einem wissenschaftlichen Aufsatz k\u00f6nne man nicht immer sagen, ob er von vielen gelesen werde. Den Studierenden hingegen merke er schnell an, ob seine Lehre Fr\u00fcchte tr\u00e4gt. Dass sie das tut, wurde ihm nun auch durch den 1822-Preis f\u00fcr gute Lehre best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>In Hannover geboren und aufgewachsen, studierte Karsten Tolle in der nieders\u00e4chsischen Hauptstadt Mathematik mit Studienrichtung Informatik. Damals hatte sich die Informatik in Hannover noch nicht als eigenes Studienfach etabliert \u2013 und auch Tolle machte im Studium die ersten Schritte als Informatiker. Vielleicht kann er sich deshalb so gut in die Studierenden hineinversetzen. Seit 2000 ist er Akademischer Rat am Institut f\u00fcr Informatik der Goethe-Universit\u00e4t. Im Zentrum von Forschung und Lehre steht f\u00fcr ihn das Thema Datenbanken. Als Forscher betreibt er ein Kooperationsprojekt mit den Arch\u00e4ologen der Goethe-Universit\u00e4t und mit der R\u00f6misch-Germanischen Kommission des Deutschen Arch\u00e4ologischen Instituts; dabei geht es um die Erfassung, Ver\u00f6ffentlichung und Interoperabilit\u00e4t antiker M\u00fcnzdaten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Studierende der Informatik geh\u00f6rt die Besch\u00e4ftigung mit Datenbanken zum Basiswissen. In den gro\u00dfen Veranstaltungen im Grundstudium dr\u00e4ngen sich oft fast zweihundert Studierende im H\u00f6rsaal, der L\u00e4rmpegel sei hoch, und darunter leide oft auch das Lernergebnis, berichten Studierende. Nicht so bei Dr. Tolle: Mit feinem Humor, Geduld und Kompetenz schaffe er es, seine Zuh\u00f6rer zu erreichen, so dass sie tats\u00e4chlich etwas lernten. \u201eGrundlagen der Programmierung 2\u201c ist eine solche Veranstaltung. Drei Stunden Vorlesung, das sei schon harter Tobak f\u00fcr alle Beteiligten, meint Tolle. Da sei es wichtig, die Studierenden einzubeziehen, sie zum Mitmachen zu animieren. \u201eAuch bei 150 Zuh\u00f6rern schaffe ich es immer wieder, einzelne Studierenden an die Tafel zu holen und gemeinsam mit ihnen etwas zu erarbeiten\u201c, sagt er stolz.<\/p>\n<p>Als Informatiker vertritt er ein Fach, das einem steten Wandel unterworfen ist. So investiert er viel Zeit in die Vorbereitung und Aktualisierung seiner Lehrveranstaltungen. Um das neueste Wissen weiterzugeben, weicht er von klassischen Vortragsarten ab, tritt in Dialog mit den Studierenden, entwickelt gemeinsam mit ihnen neue Ideen. Dass das nicht die Norm zu sein scheint, l\u00e4sst das Statement einer Studentin erahnen: Karsten Tolle begleite sie als \u201eroten Faden der Motivation\u201c durch ihr Studium.<\/p>\n<p>Was macht gute Lehre f\u00fcr Tolle selbst aus? Vor allem m\u00fcsse der Lehrende motiviert sein, Spa\u00df an der Lehre und an seinem Thema haben, findet er. Und er m\u00fcsse in der Lage sein, Emotionen zu wecken und in Beziehung zu den Zuh\u00f6renden zu treten: \u201eNicht jeder muss mich m\u00f6gen, aber wechselseitiger Respekt von beiden Seiten hilft.\u201c Und auch kritisches Feedback sei wichtig: \u201eWenn ein System nicht gewartet wird, ist es irgendwann tot\u201c, wei\u00df der Informatiker \u2013 und das gilt f\u00fcr ihn auch f\u00fcr die Lehre.<\/p>\n<h3>Der Neurobiologe wei\u00df nicht nur, wie Insekten lernen<\/h3>\n<figure id=\"attachment_8039\" aria-describedby=\"caption-attachment-8039\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_Gr\u00fcnewald.jpg\" data-dt-img-description=\"Prof. Dr. Bernd Gr\u00fcnewald, Neurobiologe (2. Preis). Foto: Dettmar\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8039\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_Gr\u00fcnewald-300x233.jpg\" alt=\"Prof. Dr. Bernd Gr\u00fcnewald, Neurobiologe (2. Preis). Foto: Dettmar\" width=\"300\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_Gr\u00fcnewald-300x233.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_Gr\u00fcnewald.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-8039\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Bernd Gr\u00fcnewald, Neurobiologe (2. Preis). Foto: Dettmar<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Prof. Dr. Bernd Gr\u00fcnewald, Neurobiologe (2. Preis)<\/strong><\/p>\n<p>Eine Sache gern zu tun, ist die Voraussetzung, um sie auch gut zu machen. Diese Voraussetzung erf\u00fcllt Prof. Dr. Bernd Gr\u00fcnewald voll und ganz: \u201eMein Arbeitsplatz in der Lehre ist einer der besten, die es gibt\u201c, sagt er. Es sei eine gro\u00dfe Bereicherung, mit jungen, motivierten Menschen wissenschaftliche Inhalte erarbeiten zu d\u00fcrfen, zu sehen, \u201ewie es fruchtet\u201c. Und auch das hat mit seinem Fachgebiet der Neurobiologie zu tun: Gr\u00fcnewald, der in diesem Jahr den 1822-Universit\u00e4tspreis f\u00fcr exzellente Lehre erh\u00e4lt, besch\u00e4ftigt sich mit der Neurobiologie von Insekten \u2013 damit, wie Insekten lernen. Und er ist Leiter des Instituts f\u00fcr Bienenkunde in Oberursel der Polytechnischen Gesellschaft.<\/p>\n<p>1962 in Remscheid geboren, ging Bernd Gr\u00fcnewald zum Studium ins bayerische Regensburg. Die junge Universit\u00e4t gefiel ihm auf Anhieb: Auf dem Campus lag alles nah beieinander, so dass er neben seinem Biologiestudium auch noch Vorlesungen in Psychologie und Alter Kirchengeschichte besuchen konnte. Eigentlich wollte Gr\u00fcnewald ja Botaniker werden, doch einmal an der Regensburger Universit\u00e4t, \u00e4nderte er diesen Plan: Hier gab es einen Forschungsschwerpunkt zur Sinnesbiologie von Insekten \u2013 der Grundstein f\u00fcr seine sp\u00e4tere wissenschaftliche Spezialisierung war gelegt. Als Doktorand an der Freien Universit\u00e4t Berlin besch\u00e4ftigte sich Bernd Gr\u00fcnewald intensiv mit den Lernprozessen von Honigbienen. Dann wechselte er nach Tucson, Arizona, und erforschte die hormonelle Kontrolle von Ionenstr\u00f6men w\u00e4hrend der Metamorphose des Tabakschw\u00e4rmers, einem Nachtfalter, der sich im Gegensatz zu anderen Insekten von den giftigen Bl\u00e4ttern der Tabakpflanze ern\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Nach Frankfurt kam Gr\u00fcnewald 2007. Im Jahr 2008 \u2013 dem Jahr, in dem die Goethe-Universit\u00e4t zur Stiftungsuniversit\u00e4t wurde \u2013, trat er hier eine Stiftungsprofessur an, gestiftet von der Polytechnischen Gesellschaft, die auch das Institut f\u00fcr Bienenkunde tr\u00e4gt. Gr\u00fcnewald hat \u201edie ganz normalen Aufgaben eines Professors\u201c \u2013 zum Gl\u00fcck. Die Studierenden sch\u00e4tzen an ihm, dass er vom Beginn ihres Studiums an pr\u00e4sent ist; bereits bei den Informationsveranstaltungen f\u00fcr Studieninteressierte und den Willkommenstagen f\u00fcr Anf\u00e4nger ist er anwesend. Er habe den Online-Studienwahl- Assistenten (OSA) des Fachbereiches mitgestaltet, versuche, Kontakte zwischen Erfahrenen und Neulingen zu stiften, und engagiere sich bei der Night of Science. Den Studierenden lege er Vernetzung \u2013 auch international \u2013 ans Herz. Er selbst w\u00fcrde liebend gerne einmal ein Seminar mit Soziologen und Kunsthistorikern halten. Thema: \u201eBienen sind auch nur Menschen\u201c.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnewald wei\u00df jedoch nicht nur, wie Insekten lernen, sondern ist auch ein engagierter Hochschullehrer. In der universit\u00e4ren Lehre ist ihm wichtig, dass die Studierenden die Inhalte nicht in sich hinein pauken; vielmehr m\u00f6chte er sie zu unabh\u00e4ngigem Denken und eigenem Erkennen anregen, oft \u00fcber eigenst\u00e4ndig durchgef\u00fchrte Experimenten. Gr\u00fcnewald duldet Widerspruch nicht nur, er w\u00fcnscht ihn sich. Und wenn die Studierenden mit eigenen Forschungsfragen auf ihn zukommen, freut ihn das besonders. Im Modul \u201eFreies Studium\u201c und in den Masterstudieng\u00e4ngen erhalten die Kursteilnehmer Projektvorschl\u00e4ge aus dem Umfeld von Gr\u00fcnewalds Forschung. Anhand von Versuchen erstellen die Studierenden ein Poster, wie es f\u00fcr eine Fachtagung geeignet w\u00e4re, und schreiben ein Protokoll, das als wissenschaftliche Publikation verwendet werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Auch als Studiendekan setzt sich Bernd Gr\u00fcnewald f\u00fcr die Belange der Studierenden ein. So trug er daf\u00fcr Sorge, dass die Studierenden aktiv in die Studiengangsentwicklung eingebunden wurden, und verschaffte den studentischen Interessen in den Diskussionen um die Reakkreditierung der biologischen Studieng\u00e4nge Geh\u00f6r. Dass die Studierenden ihn daraufhin baten, seine Amtszeit als Studiendekan zu verl\u00e4ngern, ist ebenso Ausdruck ihrer Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr sein Engagement wie der Umstand, dass sie ihn f\u00fcr den 1822-Preis vorgeschlagen haben.<\/p>\n<h3>Rechtschreibung braucht gute Vermittler \u2013 in der Uni wie in der Schule<\/h3>\n<figure id=\"attachment_8040\" aria-describedby=\"caption-attachment-8040\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a class=\"dt-single-image\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_Corvacho-ud.jpg\" data-dt-img-description=\"Dr. Irene Corvacho del Toro, Linguistin (3. Preis). Foto: Dettmar\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8040\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_Corvacho-ud-300x233.jpg\" alt=\"Dr. Irene Corvacho del Toro, Linguistin (3. Preis). Foto: Dettmar\" width=\"300\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_Corvacho-ud-300x233.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/blog_Corvacho-ud.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-8040\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Irene Corvacho del Toro, Linguistin (3. Preis). Foto: Dettmar<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Dr. Irene Corvacho del Toro, Linguistin (3. Preis)<\/strong><\/p>\n<p>Rechtschreibung ist nicht gerade das Lieblingsthema deutscher Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Doch was tun gegen die Rechtschreibprobleme in deutschen Klassenzimmern? Dr. Irene Corvacho del Toro hat viele Ideen, die sie mit ihren Studierenden umsetzt. F\u00fcr ihre innovative Herangehensweise hat sie den diesj\u00e4hrigen 1822-Universit\u00e4tspreis f\u00fcr exzellente Lehre erhalten.<\/p>\n<p>Irene Corvacho del Toro selbst liebt die Orthographie. Die geb\u00fcrtige Kolumbianerin wurde \u2013 wie viele Jugendliche aus der gebildeten Schicht \u2013 fr\u00fch dazu angehalten, Sprachen zu lernen. Und ihre erste Fremdsprache war Deutsch, das sie an der Deutschen Schule in Barranquilla lernte. Sp\u00e4ter ging sie nach Hamburg, um dort Sprachlehrforschung und Anglistik \u2013 nicht etwa Germanistik \u2013 zu studieren. Erst ihre Promotion schrieb sie im Fach Germanistik, und zwar im Rahmen des Projekts PERLE \u2013 \u201ePers\u00f6nlichkeits- und Lernentwicklung von Grundsch\u00fclern\u201c; ihr Doktorvater war Prof. Dr. G\u00fcnther Thom\u00e9. \u201eIch wollte schon immer forschen, hatte aber keine Stelle\u201c, erz\u00e4hlt Corvacho, die zwischendurch auch vier Jahre im Frankfurter Architekturmuseum gearbeitet hat. In ihrer Dissertation konnte sie belegen: Zwischen Lehrerwissen und Sch\u00fclerkompetenzen besteht gerade in der Rechtschreibung ein enger Zusammenhang.<\/p>\n<p>Also muss es darum gehen, den Studierenden zun\u00e4chst die fundierte Kenntnis des Systems \u201eDeutsche Sprache\u201c zu vermitteln, eines faszinierenden Systems, wie Corvacho findet. Die Regelhaftigkeit von Phonologie, Morphematik und Grammatik zu durchdringen, ist eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr guten Deutschunterricht. Dann geht es um die Vermittlung dieses Wissens an die Sch\u00fclerschaft. Bei Irene Corvacho l\u00e4uft beides Hand in Hand: Sie hat ein Format entwickelt, bei dem die Aneignung von Fachwissen mit der didaktischen Praxis parallelisiert wird. Das Hauptseminar \u201eIndividuelle F\u00f6rderung der Rechtschreibentwicklung bis Klasse 9\u201c hat bereits dreimal stattgefunden \u2013 mit gro\u00dfem Erfolg bei den Studierenden.<\/p>\n<p>Die Lehramtsstudentinnen und -studenten suchen sich selbst einen Sch\u00fcler oder eine Sch\u00fclerin mit Schwierigkeiten in der Rechtschreibung, die sie ein Semester lang begleiten. Im Seminar werden die spezifischen Schwierigkeiten der einzelnen Sch\u00fcler diskutiert und analysiert, um das weitere Vorgehen festzulegen. Woran kann es liegen, dass eine Sch\u00fclerin st\u00e4ndig \u201ed\u201c und \u201et\u201c verwechselt? Intuitives Sprachgef\u00fchl, wie es die meist muttersprachlichen Studierenden mitbringen, reicht zur Erkl\u00e4rung ebenso wenig aus wie zur gezielten F\u00f6rderung der Kinder. Daf\u00fcr sind umfassendere Kenntnisse der Phonologie notwendig \u2013 zum Beispiel das Wissen darum, dass sich die beiden Laute allein durch das Merkmal der Stimmhaftigkeit unterscheiden. So vertiefen die Studierenden ihr fachliches Wissen und erweitern zugleich ihr didaktisches Instrumentarium.<\/p>\n<p>Wie Irene Corvacho del Toro fachwissenschaftliche und fachdidaktische Inhalte miteinander verbindet, das findet Lauritz Fastenrath, der an der Goethe-Universit\u00e4t Lehramt f\u00fcr die Grundschule studiert, faszinierend. Er habe bei Corvacho ein Seminar zum Gebrauch des Smartboards im Unterricht besucht und hierf\u00fcr eine Unterrichtsstunde \u00fcber ein Orthographiethema vorbereitet. \u201eSie wusste genau, wo sie uns abholen musste, und hat uns eng begleitet. Wir haben viel bei ihr gelernt\u201c, sagt er. Auch deshalb habe sie den 1822-Preis mehr als verdient.<\/p>\n<h3>Der Band zum Preis \u201eWas braucht gute Lehre? \u2013 Personen, Projekte, Positionen\u201c<\/h3>\n<p>P\u00fcnktlich zum kleinen Jubil\u00e4um, der 15. Vergabe des 1822-Universit\u00e4tspreises, ist dieser Band erschienen. Die 36 Preistr\u00e4gerinnen und Preistr\u00e4ger aus 15 Jahren, die hier ebenso wie ihre Lehrprojekte vorgestellt werden, repr\u00e4sentieren einen breiten Querschnitt durch die Goethe-Universit\u00e4t: vom jungen Nachwuchswissenschaftler zur Vizepr\u00e4sidentin, vom selbst\u00e4ndigen Wissenschaftscoach zum Sprecher eines Exzellenzclusters, von der Judaistin zum Neurobiologen. Die Gruppe der Preistr\u00e4ger ist bunt und sie zeigt, dass gute Lehre durchaus mit Forschungsst\u00e4rke oder der \u00dcbernahme hochschulpolitischer Verantwortung einhergehen kann. Der Band vermittelt Erkenntnisse der aktuellen Lehr- und Lernforschung wie der hochschulpolitischen Diskussion.<\/p>\n<p>Lehre ist immer auch ein Experiment, das Kreativit\u00e4t erfordert. Dieses Element greift der Band auf, indem er mit Textformaten und Visualisierungen spielt. In Portr\u00e4ts und Projektskizzen informieren Journalistinnen \u00fcber die Preistr\u00e4ger, in Interviews antworten diese auf Fragen rund um Studium und Lehre. Dabei zeigt sich: Exzellente akademische Lehre folgt nicht automatisch aus guter Forschung \u2013 auch wenn sie zweifelsohne auf dieser basiert. Exzellente Lehre ist voraussetzungsreich: Sie erfordert Theorien und Konzepte, didaktisches Wissen und (Selbst-)Reflexion und nicht zuletzt hinreichend Vorbereitungszeit.<\/p>\n<p><em>Ulrike Jaspers\/ Anke Sauter<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer 1822-Universit\u00e4tspreis hat der Hochschullehre zu st\u00e4rkerer Sichtbarkeit verholfen; engagierte Lehrende bekommen heute wesentlich mehr Anerkennung \u2013 nicht nur von den Studierenden, auch von ihren Kolleginnen und Kollegen\u201c, so die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":8043,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_eb_attr":"","_price":"","_stock":"","_tribe_ticket_header":"","_tribe_default_ticket_provider":"","_ticket_start_date":"","_ticket_end_date":"","_tribe_ticket_show_description":"","_tribe_ticket_show_not_going":false,"_tribe_ticket_use_global_stock":"","_tribe_ticket_global_stock_level":"","_global_stock_mode":"","_global_stock_cap":"","_tribe_rsvp_for_event":"","_tribe_ticket_going_count":"","_tribe_ticket_not_going_count":"","_tribe_tickets_list":"[]","_tribe_ticket_has_attendee_info_fields":false,"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[55,76],"post_folder":[],"class_list":["post-8037","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-studium","tag-lehre","tag-preise"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>1822-Universit\u00e4tspreis \u2013 Was braucht gute Lehre? 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