{"id":80429,"date":"2024-08-12T09:49:10","date_gmt":"2024-08-12T07:49:10","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=80429"},"modified":"2024-08-14T08:56:55","modified_gmt":"2024-08-14T06:56:55","slug":"rassenungleichheit-in-einer-polarisierten-gesellschaft-ueberwinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/unireport\/rassenungleichheit-in-einer-polarisierten-gesellschaft-ueberwinden\/","title":{"rendered":"Rassenungleichheit in einer polarisierten Gesellschaft \u00fcberwinden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Paul Lichterman, Professor f\u00fcr Soziologie und Religion an der University of Southern California, forscht am Forschungskolleg Humanwissenschaften (FKH) \u00fcber wei\u00dfen Antirassismus. Sein Aufenthalt wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung gef\u00f6rdert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-style-default\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"450\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/12_Rassenungleichheit_6500x450px.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-80430\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/12_Rassenungleichheit_6500x450px.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/12_Rassenungleichheit_6500x450px-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/12_Rassenungleichheit_6500x450px-500x346.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/12_Rassenungleichheit_6500x450px-18x12.jpg 18w\" sizes=\"(max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Paul Lichtermann | Foto: Stefanie Wetzel<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>UniReport: Herr Prof. Lichterman, einleitend m\u00f6chte ich Ihnen zwei Fragen zum amerikanischen Pr\u00e4sidentschaftswahlkampf stellen: In Ihrer Forschung besch\u00e4ftigen Sie sich mit einer sozial ungleichen und kulturell vielf\u00e4ltigen Gesellschaft. Wird die gro\u00dfe Kluft zwischen Republikanern und Demokraten die sozialen Probleme versch\u00e4rfen? Gibt es einen Hoffnungsschimmer, auch wenn Trump die Wahl gewinnen k\u00f6nnte?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Paul Lichterman:<\/em> Die Kluft zwischen Republikanern und Demokraten hat bereits dazu gef\u00fchrt, dass viele nationale Probleme sich versch\u00e4rft haben. Besonders hart trifft es die sozial ausgegrenzten Amerikaner. Die unterschiedlichen politischen Vorstellungen von Demokraten und Republikanern machen es den nationalen Gesetzgebern oft unm\u00f6glich, soziale Ungleichheit \u00fcberhaupt anzugehen, Kompromisse zu suchen oder neue Gesetze auf den Weg zu bringen. Das liegt zum Teil daran, dass seit den 1990er Jahren eine Partei (die Republikaner) die ungeschriebenen Normen der demokratischen Governance zunehmend ablehnt. Die Republikaner neigen dazu, die Demokraten nicht als legitime Konkurrenten, sondern politisch als illegitime Feinde und kulturell als antiamerikanische Au\u00dfenseiter zu betrachten. Trumps spaltende Kraft ist das Ergebnis einer l\u00e4ngerfristigen Erosion des Engagements f\u00fcr die Demokratie in der republikanischen Partei. Aber er f\u00fcgt noch etwas anderes hinzu, das es schwierig macht, soziale Probleme auf nationaler Ebene anzugehen. In der Politik Trumps geht es nicht um Ideen oder die Auseinandersetzung mit Problemen. Sie richtet sich an treue \u201eFans\u201c und nicht so sehr an B\u00fcrger, die konsistente Gr\u00fcnde h\u00f6ren wollen. Sie erinnert ein wenig an die reisenden Medizin-Shows, die die amerikanische Popul\u00e4rkultur des 19. Jahrhunderts pr\u00e4gten. In diesen Shows verkauften schnell sprechende Unternehmer Wundermittel an die Bev\u00f6lkerung auf dem Lande, die ein hartes Leben f\u00fchrte. W\u00e4hrend einige Amerikaner sicherlich Fans der Trump-Show geworden sind, wollen andere demokratische Institutionen haben, auch wenn das als Slogan nicht so spannend klingt. Sollte Trump die Pr\u00e4sidentschaftswahlen im November gewinnen, k\u00f6nnte die antiliberale Politik eine vollst\u00e4ndig autorit\u00e4re Richtung einschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hoffnungsschimmer ist, dass viele Amerikaner keine autorit\u00e4re Regierung haben wollen, die die Wohlhabenden beg\u00fcnstigt und nichtwei\u00dfe, nichtchristliche Menschen abwertet. W\u00e4hrend der Pr\u00e4sidentschaft Trumps (2016\u20132020) entstanden viele neue zivilgesellschaftliche Gruppen, die sich gegen die Pl\u00e4ne des Pr\u00e4sidenten zur Wehr setzten. Dieses W\u00e4hlerengagement hat sich fortgesetzt. Sollte Trump eine zweite Amtszeit bekommen, will er den Protest der B\u00fcrger beschr\u00e4nken. Unklar ist, ob auch andere, unumstrittene Formen des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements riskanter werden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>In Ihrer Studie \u00bbElusive Togetherness\u00ab, f\u00fcr die Sie mehrere Preise erhalten haben, haben Sie untersucht, inwieweit auf gemeinsamem Glauben gr\u00fcndende B\u00fcrgergruppen, die in Amerika seit Langem wichtig sind, in einer ungleichen und vielf\u00e4ltigen Gesellschaft breite soziale Bindungen schaffen k\u00f6nnen. K\u00f6nnen diese Gruppen, auch mit Blick auf die aktuelle Situation in den USA, dazu beitragen, die tiefen Gr\u00e4ben zu \u00fcberbr\u00fccken, und welche Hindernisse gibt es dabei?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als der Staat Mitte der 1990er Jahre seine Verantwortung f\u00fcr die Sozialf\u00fcrsorge sukzessive von sich wies, sagten einige Gesetzgeber, dass religi\u00f6se Freiwilligenverb\u00e4nde besser tun k\u00f6nnten, was fr\u00fcher dem Staat oblag. Stimmt das? In meinem Buch habe ich neun lokale, kirchliche Gruppen miteinander verglichen, die sich f\u00fcr Menschen mit geringem Einkommen engagieren. Den meisten Gruppen gelang es nicht, stabile soziale Bindungen zu diesen Randgruppen aufzubauen. Die Umgangsformen und Gewohnheiten, die die amerikanische Zivilgesellschaft kennzeichnen, hatten die meisten Gruppenmitglieder nicht darauf vorbereitet, mit Menschen zu arbeiten, die anders sozialisiert sind als sie selbst. Auch ihre religi\u00f6sen Verpflichtungen halfen dabei nicht. Es gibt wenig Grund zu der Annahme, dass lokale, religi\u00f6se Freiwilligenvereinigungen neue, verbindliche Beziehungen zwischen politisch gegens\u00e4tzlichen Gruppen kultivieren k\u00f6nnen. Tats\u00e4chlich schlie\u00dfen sich einige (nicht alle) theologisch konservative, evangelikale Kirchen der \u201eMake America Great Again\u201c-Politik an, die kulturell oder politisch Andersdenkenden mit Misstrauen begegnet.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Als Sie mit Prof. Sutterl\u00fcty und anderen Kollegen an der Goethe-Universit\u00e4t und am FKH zu arbeiten begannen, haben Sie sich mit Religion in Gesellschaft und Politik besch\u00e4ftigt. Wie w\u00fcrden Sie die Rollen, die religi\u00f6se Gruppen in der Gesellschaft einnehmen, beschreiben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kann die Religion dem modernen Menschen einen Standpunkt bieten, um groteske soziale Ungleichheit und ihre zerst\u00f6rerischen Auswirkungen auf die soziale Ordnung zu kritisieren? Auf diese Frage, die in US-amerikanischen Soziologiekreisen selten gestellt wird, wurde ich durch ein Forschungsprojekt von Prof. Sutterl\u00fcty aufmerksam. Bevor ich 2019 dazustie\u00df, hatte ich untersucht, wie religi\u00f6se und nichtreligi\u00f6se sozial engagierte Menschen gemeinsam an dem Problem der Wohnungslosigkeit arbeiten. Das US-amerikanische System ist bei der Bek\u00e4mpfung von Obdachlosigkeit st\u00e4rker auf diese nichtstaatlichen Akteure, ob religi\u00f6s oder s\u00e4kular, angewiesen als die meisten europ\u00e4ischen Gesellschaften. Als Ethnograf interessierte mich diese Situation auf der Handlungsebene. Wie w\u00fcrden die Teilnehmer einander verstehen und respektieren, wenn einige ihre Haltung zu Obdachlosigkeit religi\u00f6s und andere nichtreligi\u00f6s begr\u00fcnden? W\u00e4hrend meines ersten Aufenthalts am FKH vor f\u00fcnf Jahren habe ich einen Aufsatz fertiggestellt, in dem ich zeige, dass Geltungsanspr\u00fcche notwendigerweise etwas \u00fcber die soziale Identit\u00e4t und das Ansehen der Menschen aussagen, die sie erheben. Wenn wir diesen Aspekt der b\u00fcrgerlichen Debatte au\u00dfer Acht lassen, k\u00f6nnen wir nicht verstehen, warum Gespr\u00e4che und Diskussionen in einer vielf\u00e4ltigen, \u201eposts\u00e4kularen\u201c Gesellschaft oft selbst unter Menschen scheitern, die die gleichen Ideen vertreten. Das Argument ist immer noch relevant: Immer mehr s\u00e4kulare Amerikaner assoziieren \u201eReligion\u201c im Allgemeinen mit rechtem, christlichem Nationalismus, und dieser Ruf kann dazu f\u00fchren, dass einigeZuh\u00f6rer w\u00fctend werden, ganz gleich, was ein religi\u00f6ser Verfechter sagt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt schreiben Sutterl\u00fcty und ich gemeinsam an einem Aufsatz, und wir planen eine Konferenz, die aus unseren aktuellen Forschungsprojekten erw\u00e4chst. Darin geht es um die Frage, wie ganz gew\u00f6hnliche Menschen Widerstand gegen eine von ihnen als unterdr\u00fcckend empfundene Gesellschaftsordnung leisten. Wir besch\u00e4ftigen uns beide mit der Frage, wie man in sozialwissenschaftlichen Texten ein Gleichgewicht zwischen Interpretation und Sozialkritik findet. Dar\u00fcber werden wir bei der Konferenz, die im Herbst 2025 am FKH stattfindet und durch meinen Humboldt-Forschungspreis gef\u00f6rdert wird, mit Kollegen von der Goethe-Universit\u00e4t und von anderen Universit\u00e4ten diskutieren.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>In einem neuen Buch werden Sie sich mit dem wei\u00dfen Antirassismus besch\u00e4ftigen. Darin betrachten Sie antirassistisches Handeln als ein \u00bbmoralisches Projekt\u00ab und Sie untersuchen kollektives Handeln gegen systemischen Rassismus. K\u00f6nnen Sie erkl\u00e4ren, wie sich diese beiden Aspekte des Antirassismus zueinander verhalten? Wie manifestieren sie sich im Alltagsleben in den USA?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Rassismus ist immer noch auf eine m\u00e4chtige, wenngleich oft subtile Weise in den USA pr\u00e4sent. Am Arbeitsplatz, im Klassenzimmer, im Gerichtssaal und in den allt\u00e4glichen Beziehungen nehmen die Amerikaner die Menschen immer noch nach den \u00fcblichen Vorstellungen wahr, die wei\u00dfe Menschen oft privilegieren. Menschen, die den systemischen Rassismus bek\u00e4mpfen wollen, k\u00f6nnen an vielen Stellen ansetzen. Viele wei\u00dfe amerikanische Antirassisten beginnen damit, an sich selbst zu arbeiten. Sie lernen, dass die Bek\u00e4mpfung des Rassismus eine emotional anstrengende Arbeit erfordert, um den Rassismus \u201ein uns\u201c abzubauen, damit wir ihn nicht unbewusst fortf\u00fchren. Diese Antirassisten engagieren sich f\u00fcr etwas, das ich ein pers\u00f6nliches \u201emoralisches Projekt\u201c nenne. Sie versuchen, ihr wei\u00dfes Privileg zu erkennen und auf antirassistische Weise zu handeln. Sie lernen, \u201eWei\u00dfsein\u201c mit individueller Leistung und Machthunger in Verbindung zu bringen, und bem\u00fchen sich, die Lebenswelten marginalisierter, nichtwei\u00dfer Menschen mehr zu sch\u00e4tzen als die der meisten Wei\u00dfen. Um diese neue Identit\u00e4t zu kultivieren, schlie\u00dfen sie sich Lesegruppen an, um etwas \u00fcber die Geschichte der indigenen V\u00f6lker oder die Geschichte der Polizeipolitik zu lernen, die Schwarze in den USA unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig stark bestraft. Andere schlie\u00dfen sich Gespr\u00e4chsgruppen an, um den Rassismus in ihrem eigenen Leben in einem quasitherapeutischen Rahmen zu erkunden. Einige wei\u00dfe Antirassisten betrachten diese Arbeit als ihren Beitrag zu einer weniger rassistischen Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder andere engagieren sich in kollektiven Aktionen, in denen sie diese pers\u00f6nliche Moral zum Ausdruck bringen. Sie nehmen an \u00f6ffentlichen Versammlungen teil, um rassistische Polizeipraktiken zu kritisieren. Sie unterst\u00fctzen antirassistische Kandidaten f\u00fcr den Stadtrat. Es mag \u00fcberraschen, dass sie nicht viel \u00fcber B\u00fcrgerrechte oder institutionelle Reformen sprechen, obwohl sie diese Dinge sicherlich bef\u00fcrworten. Sie verstehen ihren Antirassismus im Rahmen einer umfassenderen Vision des kulturellen Wandels, in der die Gesellschaft mehr auf moralischen Normen der F\u00fcrsorge und weniger auf Bestrafung beruht. Sie sprechen weniger \u00fcber pers\u00f6nliche Ver\u00e4nderungen als die Teilnehmer der Lese- und Gespr\u00e4chsgruppen, aber auch ihre kollektiven Bem\u00fchungen sind eine Art moralisches Projekt.<br>Es w\u00e4re falsch, die Positionierungen der wei\u00dfen Antirassisten als eine Frage von strategischer Mobilisierung im Gegensatz zu Moral zu interpretieren. Vielmehr organisieren Antirassisten Kampagnen im Einklang mit ihrer Moral. Sie lernen, solidarisch mit nichtwei\u00dfen Aktivistenf\u00fchrern zu arbeiten, ohne \u201ezu viel Raum einzunehmen\u201c. Sie versuchen zu vermeiden, andere Aktivisten als \u201eArbeitskr\u00e4fte\u201c f\u00fcr die Bewegung zu behandeln, und sie halten die Pflege von f\u00fcrsorglichen, nichtinstrumentellen Beziehungen f\u00fcr strategisch wichtig, um eine Bewegung gegen den systemischen Rassismus aufzubauen. Diese moralisierte Art der Mobilisierung geht mit Kompromissen einher. In meinem Buch werden diese Aktivisten mit einer anderen Gruppe verglichen, die f\u00fcr rassenbezogene B\u00fcrgerrechte und konventionellere institutionelle Reformen k\u00e4mpft. Sie sind mit einer anderen Reihe von Kompromissen konfrontiert.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Worin besteht Ihrer Meinung nach der Unterschied zwischen den Diskussionen \u00fcber die Ursachen des Rassismus und seine \u00dcberwindung in den USA und in Deutschland?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einige Amerikaner gehen immer noch davon aus, dass Rassismus aus rein pers\u00f6nlichen Vorurteilen entsteht, aber eine wachsende Zahl sieht systemische, strukturelle Kr\u00e4fte der Gesellschaft am Werk. Die meisten wei\u00dfen Kritiker des systemischen Rassismus betrachten diesen als eine institutionalisierte Gewalt. Ich denke, dass sich dieses amerikanische Verst\u00e4ndnis nicht so sehr von dem deutschen unterscheidet, insbesondere in Universit\u00e4tskreisen. Es ist auff\u00e4llig, dass seit der Ermordung des schwarzen Amerikaners George Floyd durch die Polizei im Jahr 2020 Journalisten und Beamte viel h\u00e4ufiger auf die weitreichenden Auswirkungen der Rassenungleichheit auf das Gesundheitswesen oder die Schulbildung verweisen \u2013 oder darauf, wer Filmpreise gewinnt. W\u00e4hrend viele die institutionelle Dimension sehen, sind vielleicht mehr Amerikaner als Deutsche der Meinung, dass die Verringerung des systemischen Rassismus nachhaltige pers\u00f6nliche Anstrengungen jenseits von Gesetzesreformen erfordert. Die Amerikaner versuchen dies mit Bestseller-B\u00fcchern, in Highschool- und Universit\u00e4tsklassen oder in \u201eDiversity-Trainings\u201c f\u00fcr Mitarbeiter von Unternehmen und Universit\u00e4ten im ganzen Land. Bem\u00fchungen, den systemischen Rassismus abzubauen, werden von konservativen Politikern ins Visier genommen, um B\u00fccher zu verbieten und Lehrpl\u00e4ne in den Schulen einzuschr\u00e4nken. Unabh\u00e4ngig davon, ob diese Gegenkampagnen erfolgreich sind oder nicht, ist es unwahrscheinlich, dass sich die moralische Einstellung der Amerikaner zum Rassismus in naher Zukunft \u00e4ndern wird. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Questions: Dirk Frank<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paul Lichterman, Professor f\u00fcr Soziologie und Religion an der University of Southern California, forscht am Forschungskolleg Humanwissenschaften (FKH) \u00fcber wei\u00dfen Antirassismus. Sein Aufenthalt wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung gef\u00f6rdert. 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