{"id":80873,"date":"2024-09-12T11:28:51","date_gmt":"2024-09-12T09:28:51","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=80873"},"modified":"2024-09-13T10:03:23","modified_gmt":"2024-09-13T08:03:23","slug":"2-mio-euro-fuer-die-frage-lassen-sich-psychische-erkrankungen-vorhersagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/forschung\/2-mio-euro-fuer-die-frage-lassen-sich-psychische-erkrankungen-vorhersagen\/","title":{"rendered":"2 Mio Euro f\u00fcr die Frage: Lassen sich psychische Erkrankungen vorhersagen?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Forschungsprojekt LOCUS-MENTAL soll kl\u00e4ren, ob ein Teil des Risikos f\u00fcr psychische Erkrankungen vorhergesagt werden kann, indem wir Reaktionen der Pupille bei Kleinkindern messen. Klein- und Schulkinder mit einem erh\u00f6hten Risiko k\u00f6nnten dann gezielt gef\u00f6rdert werden, um eine Ersterkrankung zu verhindern. Das Forschungsvorhaben von Dr. Nico Bast, Psychotherapeut und Leiter der Klinischen Forschung an der Klinik f\u00fcr Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, wird jetzt im Rahmen des Emmy Noether-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 2 Millionen Euro gef\u00f6rdert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"346\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/beitragsbild_Bast_Nico-500x346.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-80875\" style=\"width:437px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/beitragsbild_Bast_Nico-500x346.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/beitragsbild_Bast_Nico-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/beitragsbild_Bast_Nico-18x12.jpg 18w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/beitragsbild_Bast_Nico.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Dr. Nico Bast<\/strong>, Bild: Universit\u00e4tsmedizin Frankfurt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In Deutschland ist jedes Jahr fast ein Drittel der Erwachsenen von einer psychischen Erkrankung betroffen. Oft zeigen sich Symptome bereits in der Kindheit. Wenn diese nicht erkannt oder sogar manifeste Erkrankungen \u00fcbersehen werden, kann dies h\u00e4ufig schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Wer zum Beispiel als Kind an einer Angstst\u00f6rung leidet, hat als Erwachsener ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr eine schwere oder chronische Depression. \u201eGenau hier setzt das Projekt LOCUS-MENTAL an: Die zentrale Frage ist, ob wir bestimmte biologische Risiken hinsichtlich der individuellen Entwicklung einer psychischen Erkrankung vorhersagen k\u00f6nnen. Dann k\u00f6nnten wir Kinder mit einem erh\u00f6hten Risiko gezielt sehr fr\u00fchzeitig f\u00f6rdern\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Nico Bast, Leiter der Klinischen Forschung an der Klinik f\u00fcr Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters. Das Forschungsvorhaben wird im Rahmen des Emmy Noether-Programms der DFG mit 1 Millionen Euro gef\u00f6rdert und stellt eine weitere Million Euro nach positiver Zwischenevaluation des Projektes in Aussicht. \u201eDas ist eine der begehrtesten Forschungsf\u00f6rderungen in Deutschland \u2013 herzlichen Gl\u00fcckwunsch an Dr. Nico Bast! Die F\u00f6rderung verdeutlicht, dass er mit LOCUS-MENTAL einen innovativen und vielversprechenden Forschungsansatz verfolgt\u201c, sagt Professorin Dr. Christine M. Freitag, Direktorin der Klinik f\u00fcr Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wann reagieren Menschen auf Stress mit psychischem Leid?<\/h2>\n\n\n\n<p>LOCUS-MENTAL steht f\u00fcr \u201cLocus-Coeruleus Norepinephrine functioning as a predictor of childhood mental health\u201d. Konkret basiert das Forschungsprojekt auf der Eigenschaft von Menschen, unterschiedlich anf\u00e4llig f\u00fcr Stress zu sein. W\u00e4hrend manche Kinder unter widrigen Umst\u00e4nden eher aufbl\u00fchen, sind andere Kinder bereits mit allt\u00e4glichen Anforderungen \u00fcberfordert. \u201eDabei spielt wahrscheinlich ein das Locus Coeruleus \u2013 Norepinephrine System (LC-NE) eine moderierende Rolle\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Bast. Der LC-NE umschreibt einen winzigen Bereich im Hirnstamm, der f\u00fcr die Produktion des Botenstoffs Noradrenalins zust\u00e4ndig ist und mit seinen Verbindungen im Gehirn bestimmt, wie stark wir auf sensorische Reize reagieren. \u201eUntersuchungen haben gezeigt, dass die Aktivit\u00e4t des LC-NE vorhersagt, ob Menschen auf herausfordernde Situationen eher mit psychischen Leid reagieren. Unsere Forschung hat gezeigt, wie wir dieses LC-NE System \u00fcber die Reaktionen der Pupille mittels Kameras bei Kindern messen und charakterisieren k\u00f6nnen\u201c, sagt Dr. Bast. Zus\u00e4tzlich werden weitere biologische Parameter wie Kortisol in Speichel- und Haarproben bestimmt und das Temperament der Kinder mittels Frageb\u00f6gen erfasst. Das Ziel ist, ein objektives Instrument zur Vorhersage des individuellen Erkrankungsrisikos zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sprechstunde zur Fr\u00fcherkennung geplant<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Tests im Rahmen der Studie lassen sich gut in klinische Untersuchungen integrieren. Sie bedeuten kaum zus\u00e4tzliche Belastung f\u00fcr die Kinder und machen Spa\u00df, da sie am Computer durchgef\u00fchrt werden. \u201eMit LOCUS-MENTAL bauen wir daf\u00fcr in unserer Psychiatrischen Institutsambulanz eine <em>Sprechstunde zur Fr\u00fcherkennung<\/em> aus\u201c, sagt Professorin Dr. Freitag. \u201eDas weitere Ziel ist, ein Fr\u00fchf\u00f6rderzentrum f\u00fcr Kleinkinder mit erh\u00f6htem Risiko oder einer manifesten psychischen St\u00f6rung (PTFZ) zu etablieren. Dies ist grunds\u00e4tzlich von der Stadt Frankfurt als relevant und f\u00f6rderungsw\u00fcrdig anerkannt worden; die finanziellen Verhandlungen m\u00fcssen noch abgeschlossen werden. Aufgrund der Kombination von Fr\u00fchdiagnostik und Fr\u00fchintervention haben wir mit beiden Einrichtungen und zusammen mit dem innovativen Forschungsprojekt LOCUS-MENTAL eine echte Chance, Kinder mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr psychische Erkrankungen fr\u00fchzeitig zu identifizieren und zu f\u00f6rdern. So wollen wir zuk\u00fcnftig chronische psychische Erkrankungen sekund\u00e4r pr\u00e4ventiv deutlich reduzieren.\u201c<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Forschungsprojekt LOCUS-MENTAL soll kl\u00e4ren, ob ein Teil des Risikos f\u00fcr psychische Erkrankungen vorhergesagt werden kann, indem wir Reaktionen der Pupille bei Kleinkindern messen. 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