{"id":84995,"date":"2025-08-07T10:00:00","date_gmt":"2025-08-07T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=84995"},"modified":"2025-10-20T16:43:32","modified_gmt":"2025-10-20T14:43:32","slug":"der-vergessene-versoehner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/forschung\/der-vergessene-versoehner\/","title":{"rendered":"Der vergessene Vers\u00f6hner"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Raphael Straus hielt auch w\u00e4hrend des NS-Terrors noch am Verbindenden zwischen Juden und Christen fest<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"321\" height=\"500\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_Raphael-Strauss-321x500.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-84996\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_Raphael-Strauss-321x500.jpg 321w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_Raphael-Strauss-193x300.jpg 193w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_Raphael-Strauss-8x12.jpg 8w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_Raphael-Strauss.jpg 411w\" sizes=\"(max-width: 321px) 100vw, 321px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Raphael Straus<br>Foto: Courtesy of the Leo Baeck Institute<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Anfang der 1940er Jahre verfasste ein vor den Nazis nach Pal\u00e4stina geflohener j\u00fcdischer Gelehrter \u00bbEine friedvolle Betrachtung \u00fcber Judentum und Christentum\u00ab. Wer war Raphael Straus? Und woher nahm er die Kraft zur Verst\u00e4ndigung in Zeiten der Shoah?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>\u00dcber Leben und Tod des Raphael Straus ist wenig bekannt. Der deutsche Gelehrte j\u00fcdischen Glaubens und Experte f\u00fcr j\u00fcdische Geschichte des Mittelalters war 1933 mit seiner Ehefrau und seinen vier Kindern vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in das damalige britische Mandatsgebiet Pal\u00e4stina, das heutige Israel, geflohen. Doch Straus, der seit seiner Jugend die Errichtung eines j\u00fcdischen Nationalstaats in Pal\u00e4stina bef\u00fcrwortete, konnte in Jerusalem nie richtig Fu\u00df fassen. Vergeblich bem\u00fchte sich Straus um eine Anstellung an der bereits 1925 er\u00f6ffneten Hebr\u00e4ischen Universit\u00e4t von Jerusalem. Durch Stipendien und T\u00e4tig\u00adkeiten in der Erwachsenenbildung hielt sich Straus \u00fcber Wasser. 1945 emigrierte er nach New York, wo der deutsch-j\u00fcdische Gelehrte von seinen Zeitgenossen weitgehend vergessen mit nur 60&nbsp;Jahren an einem Herzinfarkt starb.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verstorben, vergessen \u2013 und wiederentdeckt<\/h3>\n\n\n\n<p>\u00bbEs kann durchaus sein, dass sein Schicksal von Emigration, Exil und prek\u00e4rer Existenz zu dem fr\u00fchen Tod beigetragen hat\u00ab, sagt Christian Wiese, Inhaber der Martin-Buber-Professur f\u00fcr J\u00fcdische Religionsphilosophie, der als Judaist Leben und Werk von Raphael Straus erforscht. Und vor allem ein Werk beeindruckt: Trotz Verfolgung und Ermordung der europ\u00e4ischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland, trotz des Schweigens der meisten christlichen Theologen und Gl\u00e4ubigen hielt Straus in seiner um 1940 verfassten und noch unver\u00f6ffentlichten Schrift \u00bbApokatastis. Eine friedvolle Betrachtung \u00fcber Judentum und Christentum\u00ab an seiner Deutung beider Religionen als Nachbarn fest, die er durch \u00c4hnlichkeiten in der religi\u00f6sen Lehre sowie eine jahrtausendelange soziale Beziehungs- und wirtschaftliche Verflechtungsgeschichte verbunden sah. Den Begriff der \u00bbNachbarschaft\u00ab hatte Straus wahrscheinlich von dem englisch-anglikanischen Theologen und Aktivisten f\u00fcr christlich-j\u00fcdische Verst\u00e4ndigung James Parkes (1896\u20131981) \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Straus\u2019 Werk eignet sich damit gut als Fallstudie im Kontext des interdisziplin\u00e4ren Forschungsprojekts \u00bbDynamiken des Religi\u00f6sen: Ambivalente Nachbarschaften zwischen Judentum, Christentum und Islam\u00ab, dessen akademischer Sprecher Christian Wiese ist. Mit dem Projekt hat Wiese gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Disziplinen wie Judaistik, Islamische Studien, Religions- und Geschichtswissenschaft, Arch\u00e4ologie und Ethnologie, Sozial- und Erziehungswissenschaften einen international sichtbaren Forschungsverbund aufgebaut, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt, der Philipps-Universit\u00e4t Marburg, der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen und weiterer Partnerinstitutionen kooperieren. Die Erforschung der Nachbarschaften zwischen Judentum, Christentum und Islam in Geschichte und Gegenwart und in ihren unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen vom gelingenden Zusammenleben bis hin zu Gewalt und V\u00f6lkermord soll die Grundlage liefern f\u00fcr Bildungsstrategien zur Bek\u00e4mpfung von religi\u00f6s motiviertem Hass.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"336\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_BerlinSchaufenster_38_picture-alliance-AP-Images-Uncredited-500x336.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-84997\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_BerlinSchaufenster_38_picture-alliance-AP-Images-Uncredited-500x336.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_BerlinSchaufenster_38_picture-alliance-AP-Images-Uncredited-300x202.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_BerlinSchaufenster_38_picture-alliance-AP-Images-Uncredited-18x12.jpg 18w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_BerlinSchaufenster_38_picture-alliance-AP-Images-Uncredited.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die neue Normalit\u00e4t: Eine Frau l\u00e4uft am 10. November 1938 an einer j\u00fcdischen Druckerei in Berlin vorbei, deren Fenster vom NS-P\u00f6bel zerst\u00f6rt worden waren. Raphael Straus erlebte die stetige Eskalation des Terrors aus der Ferne mit.<br>Foto: Picture Alliance\/AP Images<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-background is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\" style=\"background-color:#eeeeee\">\n<p class=\"has-text-align-center\">AUF DEN PUNKT GEBRACHT<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der j\u00fcdische Gelehrte Raphael Straus hielt trotz der Verfolgung durch die Nationalsozialisten an der Verst\u00e4ndigung zwischen Judentum und Christentum fest. Er betonte die historische Nachbarschaft und geistige Verbundenheit der Religionen.<br><\/li>\n\n\n\n<li>Straus floh 1933 mit seiner Familie nach Pal\u00e4stina, konnte dort aber nie richtig Fu\u00df fassen. Er musste sich mit Stipendien und Erwachsenenbildung \u00fcber Wasser halten und wanderte sp\u00e4ter in die USA aus.<br><\/li>\n\n\n\n<li>Straus war ersch\u00fcttert von der Reaktion vieler christlicher Theologen, die sich w\u00e4hrend der Nazi-Zeit von den j\u00fcdischen \u00bbNachbarn\u00ab distanzierten und antisemitische Thesen unterst\u00fctzten.<br><\/li>\n\n\n\n<li>In seiner Arbeit zu den Juden im mittelalterlichen Regensburg kritisierte Straus die einseitige Darstellung der j\u00fcdischen Geschichte als Abfolge von Verfolgung und Pogromen und arbeitete die wirtschaftlichen und kulturellen Verflechtungen von Juden und Christen heraus.<br><\/li>\n\n\n\n<li>Zu Lebzeiten fast vergessen, wird Straus\u2019 Werk heute wiederentdeckt. Der Frankfurter Judaist Christian Wiese sieht in seiner \u00bbfriedvollen Betrachtung\u00ab einen wichtigen Beitrag zur christlich-j\u00fcdischen Verst\u00e4ndigung und zur moralischen Reflexion \u00fcber die Verantwortung der Theologie in Zeiten des Hasses.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verrat und Selbstverrat<\/h3>\n\n\n\n<p>Was Hass anrichten kann, hat Raphael Straus im Exil in Pal\u00e4stina aus der Ferne erlebt: die stetige, pr\u00e4zedenzlose Eskalation antisemitischer Verfolgung und Gewalt seit 1933 mit den N\u00fcrnberger Rassengesetzen 1935 und den Pogromen vom 7. bis 13. November 1938, als im gesamten Deutschen Reich Gesch\u00e4fte und Synagogen in Brand gesetzt und J\u00fcdinnen und Juden zu \u00adTausenden in Konzentrationslager verschleppt, gefoltert und ermordet wurden, bis hin zur systematischen Vernichtungspolitik w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs. Ersch\u00fcttert war Straus von der Reaktion christlicher Theologen auf die Gr\u00e4ueltaten: Statt ihren j\u00fcdischen \u00bbNachbarn im Geiste\u00ab mit Solidarit\u00e4t zu begegnen, bef\u00fcrworteten Theologen bis hinein in die in Teilen eigentlich NS-kritische Bekennende Kirche eine \u00bbEmanzipation\u00ab des Christentums vom \u00bbDruck des j\u00fcdischen Geistes\u00ab. Nazi-Theologen aus dem Umfeld des 1939 gegr\u00fcndeten \u00bbInstituts f\u00fcr die Erforschung und Beseitigung des j\u00fcdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben\u00ab in Eisenach behaupteten gar, Jesus sei \u00bbArier\u00ab gewesen, habe aus rassischen Gr\u00fcnden den Konflikt mit dem Judentum gesucht und sei deshalb gekreuzigt worden. Damit war sogar eine christliche Rechtfertigung f\u00fcr antisemitischen Vernichtungswillen gegen die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung Europas nicht mehr ausgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Eine moralische Kraft, die nachhallt<\/h3>\n\n\n\n<p>\u00bbVor diesem Hintergrund l\u00e4sst sich Straus\u2019 beschw\u00f6rende Betonung der historischen \u203aSchicksalsgemeinschaft\u2039 von Judentum und Christentum als verzweifelter Versuch einer Gegengeschichte zur Distanzierung von allem J\u00fcdischen lesen\u00ab, sagt Christian Wiese. Der evangelische Theologe und Judaist war Ende der 1990er Jahre bei Forschungen am Salomon Ludwig Steinheim-Institut f\u00fcr deutsch-j\u00fcdische Geschichte in Essen zuf\u00e4llig auf eine Abschrift des Typoskripts von Raphael Straus aufmerksam geworden. Das Original liegt zusammen mit weiteren Materialien in Jerusalem, einen zugeh\u00f6rigen Zettelkasten mit Notizen und Zitaten f\u00fcr die Fu\u00dfnoten entdeckte Wiese sp\u00e4ter im Leo Baeck Institute in New York. Die bibliografischen Verweise m\u00fcssten f\u00fcr eine Edition des Werks den jeweiligen Textstellen zugeordnet werden. Aufbereitung und Erforschung von Straus\u2019 Nachlass w\u00fcrden aufwendig werden. \u00bbFraglich war damals au\u00dferdem, ob sich f\u00fcr einen selbst unter Wissenschaftlern gr\u00f6\u00dftenteils vergessenen Gelehrten wie Straus ein Verlag finden lassen w\u00fcrde\u00ab, erinnert sich Wiese, der damals mit seiner Habilitation zu Leben und Denken des gro\u00dfen deutsch-j\u00fcdisch-amerikanischen Philosophen Hans Jonas besch\u00e4ftigt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen sind die Notizen von Straus im New Yorker Archiv zumindest digital zug\u00e4nglich \u2013 und Christian Wiese m\u00f6chte das Werk des \u00adHistorikers, das ihn seit den Tagen in Duisburg nicht losgelassen hat, nun im Rahmen des Forschungsprojekts \u00bbNachbarschaften\u00ab erforschen und publizieren. \u00bbMir geht es darum, Straus\u2019 \u203afriedvolle Betrachtung \u00fcber Christentum und Judentum\u2039 historisch einzuordnen\u00ab, umrei\u00dft Wiese Erkenntnisinteresse und Forschungs\u00admotivation: \u00bbAls einsames Gespr\u00e4ch eines \u00advertriebenen j\u00fcdischen Gelehrten mit einer \u00adchrist\u00adlichen Theologie, die ihre Verantwortung gegen\u00fcber dem Judentum zutiefst verfehlte, aber auch als Ausdruck einer verzweifelten Hoffnung auf christliche Solidarit\u00e4t in dunkelster Zeit verdient das Werk von Raphael Straus, in seiner moralischen Kraft gew\u00fcrdigt zu werden.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"393\" height=\"500\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_Entjudungsinstitut_Eroeffnungsfeier-393x500.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-84998\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_Entjudungsinstitut_Eroeffnungsfeier-393x500.jpg 393w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_Entjudungsinstitut_Eroeffnungsfeier-236x300.jpg 236w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_Entjudungsinstitut_Eroeffnungsfeier-9x12.jpg 9w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.3_Entjudungsinstitut_Eroeffnungsfeier.jpg 511w\" sizes=\"(max-width: 393px) 100vw, 393px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Jesus als \u00bbArier\u00ab, der aus rassischen Gr\u00fcnden den Konflikt mit dem Judentum gesucht hat und deshalb umgebracht wurde? Das behaupteten allen Ernstes Nazi-Theologen aus dem Umfeld des 1939 gegr\u00fcndeten \u00bbInstituts f\u00fcr die Erforschung und Beseitigung des j\u00fcdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben\u00ab.<br>Quelle: Landeskirchenarchiv Eisenach<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein erstaunlich moderner Geist<\/h3>\n\n\n\n<p>Was Wiese schon herausgearbeitet hat: Raphael Straus\u2019 Perspektive auf das Verh\u00e4ltnis von Christentum und Judentum war \u2013 gemessen an bis heute bekannteren zeitgen\u00f6ssischen Denkern wie dem liberalen protestantischen Theologen Adolf von Harnack oder dem ebenfalls liberalen Rabbiner Leo Baeck \u2013 erstaunlich modern. Straus deutete die sich Anfang des 19. Jahrhunderts verst\u00e4rkenden Konflikte zwischen Judentum und Christentum als Versuch von Vertretern beider Seiten, ihre jeweiligen religi\u00f6sen Identit\u00e4ten zu verteidigen \u2013 gerade weil Unterschiede in religi\u00f6ser Praxis und Lebenswelt durch die Anpassung beider Religionen an die Moderne aufgeweicht worden seien. Straus forderte von christlichen wie j\u00fcdischen Theologen, sich \u00fcber die Befangenheit eigener religi\u00f6ser Bindungen zu erheben und einen freien Blick auf die jeweils andere Religion zu werfen. Dann, so meinte er, \u00f6ffne sich der Blick f\u00fcr die N\u00e4he j\u00fcdischer und christlicher Lehren. F\u00fcr ihn blieb das Christentum dem Judentum verbunden, weil \u00bbsein Gott einmal ein j\u00fcdischer Fischer gewesen war, seine \u203aMutter Gottes\u2039 eine j\u00fcdische Zimmermannsfrau, seine Propheten j\u00fcdische M\u00e4nner von hier und dort, seine Heilige Schrift und Lehren j\u00fcdischen Ursprungs, seiner und der Gesamtmenschheit Gl\u00fcck und Zukunft gebunden an das Gl\u00fcck und die Zukunft der Juden\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbStraus\u2019 Darstellung gewinnt ihre kritische Kraft dort, wo er die antisemitisch motivierte Distanzierung vom \u203aAlten Testament\u2039 als widersinnige Illusion, ja als radikalen Wesensverlust charakterisiert, der das Christentum an seiner Wurzel zu besch\u00e4digen drohe\u00ab, res\u00fcmiert Christian Wiese. Die Kraft zum Dialog sei umso \u00fcberraschender, als Straus aus einer orthodoxen, also traditionell gepr\u00e4gten j\u00fcdischen Familie stammte. Straus selbst lebte vor, was er seinen Zeitgenossen abverlangte.<\/p>\n\n\n\n<p>Woher kam diese intellektuelle Beweglichkeit? \u00bbWir wissen noch nicht, warum sich Straus\u2019 urspr\u00fcnglich orthodoxe Herkunft nicht in seiner wissenschaftlichen Arbeit spiegelt\u00ab, sagt Christian Wiese. F\u00fcr einen m\u00f6glichen Grund h\u00e4lt der Judaist das geschichtswissenschaftliche Selbstverst\u00e4ndnis von Straus. Dieser hatte in seinem 1932 erschienenen und bis heute bekanntesten Werk \u00bbDie Judengemeinde Regensburg im ausgehenden Mittelalter\u00ab die Geschichte der j\u00fcdischen Gemeinde Regensburg anhand der Quellen kritisch untersucht und neu dargestellt. In seiner Studie im Auftrag der Historischen Kommission des Verbandes Bayrischer Israelitischer Gemeinden arbeitete Straus die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Verflechtung von Juden und Christen seit dem \u00adMittel\u00adalter heraus. \u00bbDamit nimmt Straus schon 1932 Tendenzen der heutigen historischen Forschung vorweg und wendet sich gegen eine, wie er es nannte, \u203aweinerliche Geschichte\u2039, die die Geschichte der Juden im europ\u00e4ischen Mittel\u00adalter als blo\u00dfe Abfolge von Verfolgungen und Pogromen erz\u00e4hlt\u00ab, erkl\u00e4rt Christian Wiese.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Betrogen und verbrannt<\/h3>\n\n\n\n<p>Straus\u2019 Bem\u00fchungen um interreligi\u00f6se Verst\u00e4ndigung auf Grundlage gemeinsamer Geschichte war den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge. Wilhelm Grau, ein Doktorand aus M\u00fcnchen, der sich als Demokrat und \u00bbJudenfreund\u00ab ausgab und behauptete, eine Ausstellung zur Geschichte der Regensburger Juden vorbereiten zu wollen, erschlich sich Straus\u2019 Vertrauen, erhielt, plagiierte und verdrehte dessen noch unver\u00f6ffentlichte \u00bbUrkunden und Aktenst\u00fccke zur Geschichte der Juden in Regensburg im ausgehenden Mittelalter\u00ab in antisemitischer Weise. 1938 verbrannte die Gestapo die Druckfahnen von Straus\u2019 \u00bbUrkunden und Aktenst\u00fccken\u00ab, einige Exemplare aber blieben erhalten. Erst 1960 wurde das Werk dank der Verbindungen des j\u00fcdischen Historikers Guido Kisch zu Straus\u2019 Witwe Erna in Deutschland ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"500\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Christian-Wiese_Stefanie-Wetzel_Freigabe-1-500x500.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-85000\" style=\"width:150px\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Christian-Wiese_Stefanie-Wetzel_Freigabe-1-500x500.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Christian-Wiese_Stefanie-Wetzel_Freigabe-1-300x300.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Christian-Wiese_Stefanie-Wetzel_Freigabe-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Christian-Wiese_Stefanie-Wetzel_Freigabe-1-12x12.jpg 12w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Christian-Wiese_Stefanie-Wetzel_Freigabe-1.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Photo: Stefanie Wetzel<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#eeeeee\"><strong>Zur Person<\/strong><br>Christian Wiese, geboren 1961 in Bonn, ist evangelischer Theologe und Judaist. Schwerpunkte seiner Forschung sind die j\u00fcdische Religionsphilosophie der Neuzeit, die j\u00fcdisch-christlichen Beziehungen, die Antisemitismusforschung und j\u00fcdisches Denken nach der Shoah. Wiese wurde 1997 an der Goethe-Universit\u00e4t promoviert und habilitierte sich 2006 an der Universit\u00e4t Erfurt f\u00fcr Religionswissenschaft und Judaistik. Von 2007 bis 2010 war Wiese Direktor des Centre for German-Jewish Studies und Professor f\u00fcr j\u00fcdische Geschichte an der University of Sussex. Seit Oktober 2010 hat Wiese die Martin-Buber-Professur f\u00fcr J\u00fcdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universit\u00e4t inne. Seit 2021 leitet er das Buber-Rosenzweig-Institut f\u00fcr j\u00fcdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart an der Goethe-Universit\u00e4t.<br><a href=\"mailto:C.Wiese@em.uni-frankfurt.de\">C.Wiese@em.uni-frankfurt.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"500\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/JonasKrumbein_Foto_privat_bitte_dieses_verwenden-500x500.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-84999\" style=\"width:150px\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/JonasKrumbein_Foto_privat_bitte_dieses_verwenden-500x500.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/JonasKrumbein_Foto_privat_bitte_dieses_verwenden-300x300.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/JonasKrumbein_Foto_privat_bitte_dieses_verwenden-150x150.jpg 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