{"id":88003,"date":"2026-04-17T09:00:00","date_gmt":"2026-04-17T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=88003"},"modified":"2026-04-20T10:53:20","modified_gmt":"2026-04-20T08:53:20","slug":"vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/","title":{"rendered":"Vier Wege aus dem Krieg und an die Goethe-Universit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"450\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88012\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE-500x346.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE-18x12.jpg 18w\" sizes=\"(max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Nataliia Aliabieva, Dr. Nataliia Medzhybovska, Olha Huzhva und Olha Vashchenko \u00a9 privat<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Mehr als 1.500 Tage sind seit Russlands Invasion am 24. Februar 2022 vergangen. Sechs Millionen Ukrainer*innen haben im Ausland Zuflucht gesucht und gefunden \u2013 1,1 Millionen von ihnen in Deutschland. Vier ukrainische Wissenschaftlerinnen, die 2022 ihren Weg nach Deutschland und an die Goethe-Universit\u00e4t gefunden haben, teilen ihre Erfahrungen und Gedanken anl\u00e4sslich des vierten Kriegsjahres. <\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eVesn\u00e1 pryide \u2013 vse zm\u00ednytsia\u201c<\/em>: Der Fr\u00fchling wird kommen \u2013 und alles wird sich ver\u00e4ndern. Das alte ukrainische Sprichwort wirkt auf den ersten Blick schlicht. Grammatisch verwendet es das einfache Futur \u2013 weniger als Vorhersage, denn als Ausdruck von Unausweichlichkeit: Der Fr\u00fchling wird kommen, und mit ihm die Ver\u00e4nderung. Doch der Fr\u00fchling steht in der ukrainischen Folklore f\u00fcr weitaus mehr als Ver\u00e4nderung: Er verk\u00f6rpert \u00dcberleben, Neuanfang und den Beginn eines neuen landwirtschaftlichen Zyklus, und er bildet einen starken Kontrast zu den langen Wintermonaten voller K\u00e4lte, Dunkelheit und Knappheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Symbolik des Fr\u00fchlings ist tief in der ukrainischen Kultur verankert. In den vergangenen Jahren hat sie jedoch eine neue, komplexere Bedeutung erhalten \u2013 gepr\u00e4gt von Erinnerungen an Umbruch, Unsicherheit und Widerstandskraft. Ein solcher Moment war der Februar 2014. Nach Monaten der Maidan-Proteste floh Pr\u00e4sident Viktor Janukowytsch aus dem Land. Viele Ukrainer*innen hofften auf einen Neuanfang. Doch w\u00e4hrend sich die Machtverh\u00e4ltnisse verschoben und die staatlichen Institutionen fragil waren, nutzte Russland die Situation. Binnen weniger Tage erschienen auf der Krim bewaffnete M\u00e4nner ohne Hoheitsabzeichen, besetzten strategische Punkte und \u00fcbernahmen die Kontrolle \u00fcber das Regionalparlament. Am 18. M\u00e4rz 2014 annektierte Russland die Halbinsel offiziell \u2013 und aus der Hoffnung auf politischen Aufbruch wurde der Beginn eines neuen Konflikts.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"450\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-2026-adobe-stock-studio-kivi-650x450px_DE.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88004\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-2026-adobe-stock-studio-kivi-650x450px_DE.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-2026-adobe-stock-studio-kivi-650x450px_DE-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-2026-adobe-stock-studio-kivi-650x450px_DE-500x346.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-2026-adobe-stock-studio-kivi-650x450px_DE-18x12.jpg 18w\" sizes=\"(max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 Adobe Stock \/ Studio KIVI<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Die Krim erwies sich acht Jahre sp\u00e4ter zugleich als Ausgangspunkt und Blaupause. Am 24. Februar 2022 begann Russland seine gro\u00dfangelegte Invasion der Ukraine und griff das Land aus mehreren Richtungen an. Aus einem regionalen Konflikt wurde eine verheerende internationale Krise. In der russischen Darstellung besitzt die Invasion ihre eigene saisonale Metapher. Die Wurzeln dieses sogenannten Russkaja wesna \u2013 des \u201eRussischen Fr\u00fchlings\u201c \u2013 reichen bis ins Jahr 2014 zur\u00fcck und kn\u00fcpfen an die Vorstellung eines politischen Erwachens russischer Bev\u00f6lkerungsgruppen an, auch in Donezk und Luhansk. In den Tagen rund um die Invasion erkannte Moskau diese seit 2014 umk\u00e4mpften selbsternannten \u201eVolksrepubliken\u201c an, bevor es sp\u00e4ter \u2013 nach international nicht anerkannten Referenden \u2013 ihre Annexion beansprucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Invasion l\u00f6st die laut dem UN-Fl\u00fcchtlingshilfswerk UNHCR \u201e<a href=\"https:\/\/www.unhcr.org\/europe\/publications\/regional-refugee-response-plan-2025-2026\" type=\"link\" id=\"https:\/\/www.unhcr.org\/europe\/publications\/regional-refugee-response-plan-2025-2026\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">am schnellsten wachsende und gr\u00f6\u00dfte Vertreibungskrise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg aus<\/a>\u201c. Die <a href=\"https:\/\/data.unhcr.org\/en\/situations\/ukraine\" type=\"link\" id=\"https:\/\/data.unhcr.org\/en\/situations\/ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Datenlage<\/a> der Organisation weist Mitte Februar 2026 nahezu sechs Millionen registrierte Ukrainer*innen aus, die infolge der K\u00e4mpfe ihr Land verlassen mussten. Die gro\u00dfe Mehrheit von ihnen \u2013 rund 5,4 Millionen \u2013 fand Zuflucht in europ\u00e4ischen Staaten. Allein in Deutschland leben heute mehr als 1,1 Millionen Menschen aus der Ukraine, zwei Drittel von ihnen Frauen. Im Jahr des Kriegsausbruchs suchten laut Destatis 730.000 Ukrainerinnen hierzulande Zuflucht, <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/EN\/Press\/2023\/02\/PE23_N010_12411.html\" type=\"link\" id=\"https:\/\/www.destatis.de\/EN\/Press\/2023\/02\/PE23_N010_12411.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">400.000<\/a> kamen im M\u00e4rz 2022 an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt reagierte schnell und auf mehreren Ebenen auf den russischen Angriff. Institutionell richtete das B\u00fcro f\u00fcr Private Hochschulf\u00f6rderung in enger Abstimmung mit dem Pr\u00e4sidium den Goethe Ukraine Fund ein. Ende M\u00e4rz 2022 gestartet, stellte er Soforthilfen und Programme f\u00fcr ukrainische Studierende und Forschende bereit. Gleichzeitig engagierten sich zahlreiche Mitarbeitende aus Verwaltung, Lehre und Forschung pers\u00f6nlich. \u00dcber die praktische Unterst\u00fctzung hinaus trugen ihre Spenden zu einem Gesamtvolumen von mehr als 400.000 \u20ac bei (siehe Kasten). Ihr Einsatz half mit, Frankfurt f\u00fcr viele ukrainische Wissenschaftler*innen zu einem Ort der Sicherheit, der Solidarit\u00e4t und neuer akademischer Perspektiven zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>UniReport<\/em> sprach mit vier ukrainischen Wissenschaftlerinnen dar\u00fcber, wie sich ihr Leben seit dem Fr\u00fchjahr 2022 ver\u00e4ndert hat, was es bedeutet, fern der Heimat eine Zukunft neu aufzubauen \u2013 und welche Hoffnung sie mit Blick auf den Februar 2027 haben.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Dr. Nataliia Aliabieva<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"346\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-aliabieva-4-2026-privat-650x450-1-500x346.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88006\" style=\"width:400px\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-aliabieva-4-2026-privat-650x450-1-500x346.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-aliabieva-4-2026-privat-650x450-1-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-aliabieva-4-2026-privat-650x450-1-18x12.jpg 18w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-aliabieva-4-2026-privat-650x450-1.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Nataliia Aliabieva \u00a9 privat<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Dr. Nataliia Aliabieva stammt aus Donezk. Als der Krieg 2022 ausbricht, befindet sie sich gerade in Frankfurt zu Besuch bei Verwandten. \u201eIch schlief friedlich, als gegen f\u00fcnf Uhr morgens das Telefon klingelte\u201c, erinnert sie sich. Es ist ein Familienfreund, der sie \u00fcber den Kriegsausbruch informiert und nach ihren Eltern, die in Donezk wohnen, fragt. \u201eIch konnte lange nicht begreifen, was passiert war; meine Gedanken waren ein einziges Chaos. Ich schaltete den Fernseher ein und sah die Berichte. Der Krieg hatte tats\u00e4chlich begonnen.\u201c In diesem Moment, sagt sie, \u201enahm Verwirrung und Angst \u00fcber. Sie durchdrang quasi jede Zelle meines K\u00f6rpers.\u201c Wie sie ihre Mutter und ihren Sohn \u2013 damals Student an der Universit\u00e4t Kyjiw\u2013 in Sicherheit bringen sollte, wusste sie zun\u00e4chst nicht \u2013 die n\u00e4chsten Tage, Wochen und Monate sind gef\u00fcllt mit zu vielen Eindr\u00fccken. Dr. Aliabieva durchlebt die neue Realit\u00e4t wie in einem Autopilot-Modus, alles dreht sich ums Funktionieren und \u00dcberleben \u2013 es ist wie ein Filmriss. Irgendwie gelingt es ihr, nach Donezk zu reisen. Bei ihrer Ankunft erf\u00e4hrt sie, dass ihr Vater wenige Stunden zuvor verstorben ist. Weitere Eindr\u00fccke von der Flucht und der Ankunft in Deutschland schilderte sie uns bereits 2024. <a href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/english\/goethe-university-frankfurts-2024-summer-party-for-international-researchers\/\" type=\"link\" id=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/english\/goethe-university-frankfurts-2024-summer-party-for-international-researchers\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Lesen Sie hier mehr<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor ihrer Flucht arbeitete die promovierte Expertin f\u00fcr Internetrecht in unterschiedlichen internationalen Projekten mit einem Schwerpunkt auf Konfliktlinien, u. a. im Rahmen des UNHCR-Programms, bei der OSZE sowie beim Norwegischen Fl\u00fcchtlingsrat. Ihr Schwerpunkt lag dabei stets an der Schnittstelle zwischen Aktivismus, politischer Bildungsarbeit und angewandter Forschung (einen \u00dcberblick \u00fcber ihr T\u00e4tigkeitsumfeld liefert auch der hier verlinkte Bericht der Berlin-basierten Comparative Research Network e.V. und der Organisation UNAEDI Kyiv). Dar\u00fcber hinaus unterrichtete sie an der Nationalen Luftfahrtuniversit\u00e4t Kyjiw am Lehrstuhl f\u00fcr Internationales Recht u.a. \u00fcber das Recht internationaler Organisationen, Weltraumrecht sowie weitere einschl\u00e4gige Themen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute wohnt Dr. Aliabieva mit ihrem Sohn in der Universit\u00e4tsstadt Marburg, wo sie sich aus mehreren Gr\u00fcnden nicht wirklich wohlf\u00fchlt. Da ist zum einen ihre Forschungst\u00e4tigkeit und ihre Verwandtschaft in der Rhein-Main-Region. Gerne w\u00e4re sie n\u00e4her angebunden, doch aufgrund der Regelungen zur Verteilung von Gefl\u00fcchteten ist es der ukrainischen Wissenschaftlerin und ihrem Sohn unm\u00f6glich, den Wohnort vor Ablauf einer dreij\u00e4hrigen Frist zu wechseln. \u201eDie b\u00fcrokratischen Verfahren, die mit einem Umzug verbunden sind, stellen f\u00fcr mich eine sehr gro\u00dfe Herausforderung dar und bleiben nach wie vor ungel\u00f6st.\u201c Die weiten Strecken, die sie t\u00e4glich zur\u00fccklegen muss, erweisen sich sowohl k\u00f6rperlich als auch psychisch als belastend. Zudem, sagt sie, biete Marburg als kleine Stadt nur begrenzte M\u00f6glichkeiten f\u00fcr berufliche Entwicklung, Arbeit und Integration. Gerade letzteres sei in Gro\u00dfst\u00e4dten wie Berlin, Frankfurt oder M\u00fcnchen ganz anders, auch aufgrund der gr\u00f6\u00dferen Anzahl an M\u00f6glichkeiten. F\u00fcr sie steht fest: \u201eArbeitsf\u00e4hige Migrant*innen und Studierende k\u00f6nnten in gro\u00dfen St\u00e4dten deutlich mehr beitragen. W\u00e4hrend ein kleinerer Ort f\u00fcr \u00e4ltere Menschen und junge M\u00fctter sinnvoll sein kann, ergeben sich f\u00fcr Erwerbst\u00e4tige durchaus Schwierigkeiten, beispielsweise durch eingeschr\u00e4nkten Transport oder fehlende Infrastruktur.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Erfahrungen in Frankfurt bilden einen wichtigen Gegenpol. \u201eDie Goethe-Universit\u00e4t war f\u00fcr mich von Anfang an ein Ort, an dem ich nicht nur gro\u00dfe Unterst\u00fctzung erhielt. Hier f\u00fchle ich gelebte Solidarit\u00e4t.\u201c Dabei gilt ihr besonderer Dank Prof. Dr. Roland Broemel vom Fachbereich Rechtswissenschaften, der sie in ihrem Postdoc-Vorhaben unterst\u00fctzt. \u201eEr hat mich aufgenommen und mir vertraut, obwohl ich anfangs kaum ein Wort Deutsch sprach.\u201c Dr. Aliabieva unterstreicht auch die wertvolle Unterst\u00fctzung ihrer Deutschlehrer*innen, deren innovative Methoden und Engagement deutlich \u00fcber das Level von Integrationskursen auf B1-Niveau hinausgehen. Aber f\u00fcr sie h\u00e4lt die Universit\u00e4t auch gr\u00f6\u00dfere symbolische Bedeutung. \u201eSchon zu Studienzeiten habe ich mich intensiv mit der Literatur und Philosophie Goethes besch\u00e4ftigt. Es war mir daher in gewisser Hinsicht ein besonderes Anliegen, Teil dieser wissenschaftlichen Umgebung zu werden und an einer international anerkannten Universit\u00e4t zu forschen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Thema Forschen stellt sie auch fest, dass der Krieg ihre Ausrichtung ebenfalls nachhaltig ver\u00e4ndert hat. \u201eDie Themen, mit denen ich mich zuvor in der Ukraine befasst hatte, wurden weniger relevant. Auch aufgrund meiner neuen Umgebung in der deutschen Forschungslandschaft sah ich mich gezwungen, mich auf vor Ort relevante Fragestellungen zu konzentrieren.\u201c Ihre Wahl fiel auf ein Thema mit pers\u00f6nlicher Relevanz: Die Integration ukrainischer Gefl\u00fcchteter in den deutschen Arbeitsmarkt. Eine entsprechende wissenschaftliche Studie stellte sie im Mai 2025 auf der Jahreskonferenz des Viadrina Center of Polish and Ukrainian Studies gemeinsam mit Prof. Dr. Iryna Shvetsova vor. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse \u2013 die unter anderem auch auf ihren pers\u00f6nlichen Erfahrungen fu\u00dfen \u2013 hat sie in Form einer Empfehlung an den Bundestag weitergegeben. \u201eDie Einschr\u00e4nkungen in der Mobilit\u00e4t der Gefl\u00fcchteten zwischen Bundesl\u00e4ndern und St\u00e4dten und deren Einfluss auf den deutschen Arbeitsmarkt bilden einen Schwerpunkt.\u201c Auch der Lehre m\u00f6chte sie in der Zukunft treu bleiben. \u201eIch plane, meine Erfahrungen aus internationalen Organisationen und der praktischen Arbeit in Konflikt- und ,Grauzonen\u2018 mit Studierenden zu teilen, die sich f\u00fcr internationales Recht interessieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re der Krieg nicht ausgebrochen, so Dr. Aliabieva, h\u00e4tte sie ihre T\u00e4tigkeiten in internationalen Organisationen fortgesetzt, weiterhin wissenschaftlich geforscht und m\u00f6glicherweise auch Projekte im Ausland umgesetzt \u2013 stets mit dem Anspruch, Erfahrungen auszutauschen und neues Wissen zu generieren. Derzeit kann selbst dieser rudiment\u00e4re wissenschaftliche Ansatz vor Ort in der Ukraine nur schwer verfolgt werden. Durch die Abwanderung vieler exzellenter Akademiker*innen herrscht eine gro\u00dfe L\u00fccke in der ukrainischen Wissenschaftslandschaft. Schlecht f\u00fcr die Ukraine, und \u2013 vermeintlich zumindest \u2013 gut f\u00fcr die L\u00e4nder, in denen diese Expertinnen nun wohnen, erhalten sie doch einen pl\u00f6tzlichen Zuwachs an wertvollem Fachwissen. W\u00e4hrend diese Expertise sowohl gesehen als auch gef\u00f6rdert wird \u2013 u. a. durch zahlreiche Unterst\u00fctzungsprogramme f\u00fcr ukrainische Forschende in Deutschland \u2013 weist Dr. Aliabieva darauf hin, dass \u201eviele Kolleg*innen nicht in ihren Fachbereichen, sondern auf Positionen, die weder ihrem Abschluss noch ihrer Qualifikation entsprechen, arbeiten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auch hier hat sie seit ihrer Ankunft bereits Erfahrungen gesammelt. \u201eBevor ich meinen Deutschunterricht antrat, landete ich kleinere Rollen in Massenszenen deutscher Fernsehserien. Einmal spielte ich eine Gerichtsmedizinerin, einmal eine Abgeordnete, und ein anderes Mal die Mitarbeiterin einer Detektei.\u201c \u00dcber die ihr angebotenen Rollen ist sie sehr dankbar: Neben der N\u00e4he zu ihrem T\u00e4tigkeitsfeld und einem kleinen Gehalt war es eine gute M\u00f6glichkeit, Deutsch zu \u00fcben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sie den m\u00f6glicherweise n\u00e4chsten Jahrestag des Kriegs im Fr\u00fchjahr 2027 erleben wird, wei\u00df sie noch nicht. \u201eDie Zukunft l\u00e4sst sich aufgrund der milit\u00e4rischen und politischen Ereignisse schwer planen. Wenn alles so kommt, wie ich es mir w\u00fcnsche, kann ich mein wissenschaftliches Bestreben verwirklichen \u2013 idealerweise hier an der Goethe-Universit\u00e4t, ansonsten hoffentlich in der Rhein-Main Region.\u201c Sie glaubt fest daran, und sp\u00fcrt bei jeder ihrer Begegnungen auf dem Campus, wie sehr sie Goethes \u201eTempel der Wissenschaft\u201c immer wieder aufs Neue motiviert.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-essential-blocks-slider  root-eb-slider-r5nzp\"><div class=\"eb-parent-wrapper eb-parent-eb-slider-r5nzp\"><div class=\"eb-slider-wrapper eb-slider-r5nzp default-slider\" data-blockid=\"eb-slider-r5nzp\" data-version=\"v4\" data-settings=\"eyJhcnJvd3MiOnRydWUsImFkYXB0aXZlSGVpZ2h0Ijp0cnVlLCJhdXRvcGxheSI6dHJ1ZSwiYXV0b3BsYXlTcGVlZCI6NzAwMCwiZG90cyI6dHJ1ZSwiZmFkZSI6ZmFsc2UsImluZmluaXRlIjp0cnVlLCJwYXVzZU9uSG92ZXIiOnRydWUsInNsaWRlc1RvU2hvdyI6MSwic3BlZWQiOjUwMCwidmVydGljYWwiOmZhbHNlLCJjdXJyZW50U2xpZGUiOjAsInJ0bCI6ZmFsc2UsInJlc3BvbnNpdmUiOlt7ImJyZWFrcG9pbnQiOjEwMjUsInNldHRpbmdzIjp7InNsaWRlc1RvU2hvdyI6MX19LHsiYnJlYWtwb2ludCI6NzY3LCJzZXR0aW5ncyI6eyJzbGlkZXNUb1Nob3ciOjF9fV19\" data-arrownexticon=\"fas fa-arrow-alt-circle-right\" data-arrowprevicon=\"fas fa-arrow-alt-circle-left\" data-lightbox=\"false\"><div class=\"eb-slider-init eb-slider-type-content\"><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-aliabieva-1-2026-privat-790x450-verpixelt.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-aliabieva-1-2026-privat-790x450-verpixelt.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Dr. Nataliia Aliabieva mit ihren Studierenden vor der Luftfahrtuniversit\u00e4t Kyjiw im Jahr 2021. \u201eZuvor hatten wir im Radio \u00fcber ehrenamtliches Engagement im Bereich der Menschenrechte gesprochen.\u201c \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-aliabieva-2-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-aliabieva-2-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Dr. Nataliia Aliabieva arbeitete vor ihrer Flucht in unterschiedlichen internationalen Projekten mit einem Schwerpunkt auf Konfliktlinien. In Zukunft m\u00f6chte sie ihre Erfahrungen aus internationalen Organisationen und der praktischen Arbeit in Konflikt- und \u201eGrauzonen\u201c mit Studierenden teilen. \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-aliabieva-3-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-aliabieva-3-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Einen Traum, den sich Dr. Nataliia Aliabieva nach ihrer Ankunft in Deutschland erf\u00fcllt hat, ist die Ukulele zu spielen. \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-aliabieva-4-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-aliabieva-4-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Dr. Nataliia Aliabieva nimmt regelm\u00e4\u00dfig an den von der Goethe-Universit\u00e4t angebotenen Deutschkursen teil. Jede Begegnung in der Umgebung, die sie \u201eGoethes Tempel der Wissenschaft\u201c nennt, motiviert sie immer wieder aufs Neue. \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Dr. Nataliia Medzhybovska<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"346\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-5-2026-privat-650x450-1-500x346.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88013\" style=\"width:400px\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-5-2026-privat-650x450-1-500x346.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-5-2026-privat-650x450-1-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-5-2026-privat-650x450-1-18x12.jpg 18w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-5-2026-privat-650x450-1.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Nataliia Medzhybovska \u00a9 privat<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Dr. Nataliia Medzhybovska ist promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin mit langj\u00e4hriger Expertise im universit\u00e4ren Projektmanagement und in der Lehre. Vor ihrer Flucht nach Deutschland lebte sie in ihrer Heimatstadt Odessa \u2013 ein wichtiger Schwarzmeerhafen, der in der ersten Welle der russischen Invasion eine strategische Rolle spielte. Die Stadt wurde zwar nie eingenommen, sieht sich aber bis heute regelm\u00e4\u00dfigen Angriffen ausgesetzt. F\u00fcr sie h\u00e4lt der 24. Februar eine besondere Bedeutung \u2013 es ist der Geburtstag ihres Ehemanns. \u201eAls Russland in den fr\u00fchen Morgenstunden des Jahres 2022 in mein Land einmarschierte, legte sich ein schwerer Schatten auf die runde Geburtstagsfeier meines Mannes.\u201c Messenger-Dienste hatten sie \u00fcber den Kriegsausbruch informiert. \u201eWir haben den Krieg erwartet, aber nicht ganz daran geglaubt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zw\u00f6lf Tage und 1.650 Kilometer (per Luftlinie gemessen) sp\u00e4ter erreichen sie und ihr j\u00fcngster Sohn am 8. M\u00e4rz 2022 Frankfurt. Die Solidarit\u00e4t mit ukrainischen Gefl\u00fcchteten ist gro\u00df, und eine deutsche Familie bietet ihnen Wohnraum. Die Erfahrung mit solch menschlicher W\u00e4rme und Gro\u00dfz\u00fcgigkeit hat sich tief eingepr\u00e4gt. \u201eWir haben sechs Monate mit der Familie von Rundstedt zusammengelebt, und sie unterst\u00fctzen uns immer noch.\u201c Im September des Jahres tritt Dr. Medzhybovska eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team von Prof. Dr. Oliver Hinz im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universit\u00e4t an. In den n\u00e4chsten drei Jahren, bis September 2025, recherchiert sie den Einfluss sozialer Medien auf die Zivilgesellschaft. \u201eGegenstand meiner Untersuchung waren die Aktivit\u00e4ten einer Online-Community, die sich der Bek\u00e4mpfung russischer Propaganda und der Unterst\u00fctzung der Ukraine widmete. Die Gemeinschaft entstand unmittelbar nach Ausbruch des Krieges mit dem Ziel, Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine zu mobilisieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Neben ihrer deutschen Gastfamilie ist Dr. Medzhybovska Prof. Hinz und dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften f\u00fcr die Unterst\u00fctzung in den letzten Jahren sehr dankbar. \u201eEr schenkte mir sein Vertrauen und gab mir die M\u00f6glichkeit, in seinem Bereich zu forschen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen erhielt sie w\u00e4hrend dieser dreij\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit auch tiefere Einblicke in das deutsche Wissenschaftssystem. \u201eMeines Erachtens ist die Forschung in Deutschland st\u00e4rker fundiert und weist klarere Bez\u00fcge zur bestehenden Forschungsliteratur auf. In der Ukraine gen\u00fcgte es in einem Artikel oftmals, eine Liste von Wissenschaftler*innen anzuf\u00fchren, ohne deren Positionen oder konkrete Referenzen ausf\u00fchrlich darzulegen. Hier ist es hingegen erforderlich, nahezu jede Aussage detailliert zu begr\u00fcnden und sorgf\u00e4ltig einzuordnen.\u201c Eine wertvolle Lernerfahrung f\u00fcr die Wirtschaftswissenschaftlerin, die bis zu Kriegsausbruch regelm\u00e4\u00dfig an Weiterbildungen, viele davon im Ausland, u. a. den USA, Deutschland, Litauen, Polen und Bulgarien, teilnahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Ende des letzten Jahres sucht Dr. Medzhybovska, die fast 26 Jahre als Dozentin und Lehrkraft an der Nationalen Wirtschaftsuniversit\u00e4t Odessa zu Wirtschaftskybernetik und Informationstechnologien lehrte und forschte, nach einer neuen Anstellung. \u201eEinen neuen Job nach Beendigung meiner Anstellung an der Goethe-Universit\u00e4t zu finden, hat sich als die schwierigste Herausforderung bisher erwiesen,\u201c sagt sie. Teilweise liege das in der Natur der T\u00e4tigkeit wissenschaftlicher Mitarbeitenden \u2013 viele Unternehmen suchen eher nach praktischer Berufserfahrung und legen weniger Wert auf analytische und wissenschaftliche F\u00e4higkeiten, sagt sie. Aber es ist auch klar, dass die \u00f6ffentliche Wahrnehmung ukrainischer Gefl\u00fcchteter abgenommen hat \u2013 sowohl aufgrund der L\u00e4nge des Kriegs als auch aufgrund der Vielzahl weiterer globaler Krisen. \u201eAnfangs war die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Ukrainerinnen immens. In meiner heutigen Jobsuche dagegen begegnet mir niemand mehr mit dem gleichen Ma\u00df an Offenheit und Vertrauen, das mir Prof. Hinz entgegenbrachte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch f\u00fchle mich hier sicher,\u201c sagt sie in Bezug auf Deutschland und erg\u00e4nzt: \u201eIch hoffe, dass ich einen angemessenen Job \u2013 h\u00f6chstwahrscheinlich au\u00dferhalb der Forschung \u2013 finden werde. W\u00e4re ich in der Ukraine geblieben, w\u00e4re ich jetzt wahrscheinlich Abteilungsleiterin und w\u00fcrde ein Master-Programm betreuen.\u201c Ihr Heimatland spielt nach wie vor eine wichtige Rolle in Dr. Medzhybovskas Alltag, auch da ihr \u00e4ltester Sohn nach wie vor mit seiner Familie im kriegsgebeutelten Odessa wohnt. Ein weiteres besonderes Anliegen ist ihr die kulturelle Verst\u00e4ndigung; in ihrer Freizeit leitet sie einen Buchclub und unterst\u00fctzt zudem ukrainische Gefl\u00fcchtete in Hessen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-essential-blocks-slider  root-eb-slider-iqavp\"><div class=\"eb-parent-wrapper eb-parent-eb-slider-iqavp\"><div class=\"eb-slider-wrapper eb-slider-iqavp default-slider\" data-blockid=\"eb-slider-iqavp\" data-version=\"v4\" data-settings=\"eyJhcnJvd3MiOnRydWUsImFkYXB0aXZlSGVpZ2h0Ijp0cnVlLCJhdXRvcGxheSI6dHJ1ZSwiYXV0b3BsYXlTcGVlZCI6NzAwMCwiZG90cyI6dHJ1ZSwiZmFkZSI6ZmFsc2UsImluZmluaXRlIjp0cnVlLCJwYXVzZU9uSG92ZXIiOnRydWUsInNsaWRlc1RvU2hvdyI6MSwic3BlZWQiOjUwMCwidmVydGljYWwiOmZhbHNlLCJjdXJyZW50U2xpZGUiOjAsInJ0bCI6ZmFsc2UsInJlc3BvbnNpdmUiOlt7ImJyZWFrcG9pbnQiOjEwMjUsInNldHRpbmdzIjp7InNsaWRlc1RvU2hvdyI6MX19LHsiYnJlYWtwb2ludCI6NzY3LCJzZXR0aW5ncyI6eyJzbGlkZXNUb1Nob3ciOjF9fV19\" data-arrownexticon=\"fas fa-arrow-alt-circle-right\" data-arrowprevicon=\"fas fa-arrow-alt-circle-left\" data-lightbox=\"false\"><div class=\"eb-slider-init eb-slider-type-content\"><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-1-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-1-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Vor Kriegsausbruch lehrte und forschte Dr. Nataliia Medzhybovska 26 Jahre an der Nationalen Wirtschaftsuniversit\u00e4t Odessa zu den Schwerpunkten Wirtschaftskybernetik und Informationstechnologien. \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-2-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-2-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Unmittelbar nach ihrer Ankunft in Deutschland, gemeinsam mit einer Freundin aus Odessa, die bereits einige Tage zuvor angekommen war. \u201eUnsere Flucht wurde zun\u00e4chst von der J\u00fcdischen Gemeinde Odessa organisiert, die uns half, nach Moldau zu gelangen. Unsere Weiterreise von dort nach Frankfurt wurde von der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland organisiert.\u201c \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-3-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-3-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left has-content-link\" data-content-link=\"https:\/\/fluechtlingshilfe-badvilbel.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Sammelmappe1.pdf\" data-content-target=\"_blank\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Dr. Nataliia Medzhybovska wurde auch im Rahmen der Fotoausstellung \u201eStarke Frauen: 14 Ukrainerinnen zwischen Krieg, Flucht und Hoffnung\u201c vorgestellt. Auf Seite 89 der hier verlinkten Sammelmappe gibt sie weitere Einblicke in ihre Flucht. \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-4-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-4-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Die \u00d6konomin arbeitete drei Jahre im Team von Prof. Dr. Oliver Hinz, wo sie den Einfluss sozialer Medien auf die Zivilgesellschaft recherchiert. \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-5-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nataliia-medzhybovska-5-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Dr. Nataliia Medzhybovska leitet in ihrer Freizeit einen Buchclub und engagiert sich dar\u00fcber hinaus f\u00fcr ukrainische Gefl\u00fcchtete in Hessen. \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Olha Huzhva<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"346\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-huzhva-4-2026-privat-650x450-1-500x346.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88015\" style=\"width:400px\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-huzhva-4-2026-privat-650x450-1-500x346.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-huzhva-4-2026-privat-650x450-1-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-huzhva-4-2026-privat-650x450-1-18x12.jpg 18w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-huzhva-4-2026-privat-650x450-1.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Olha Huzhva \u00a9 privat<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Olha Huzhva stammt aus Pokrowsk, einer der bedeutendsten St\u00e4dte in der Region Donezk im Osten der Ukraine, die seit Ausbruch des gro\u00dffl\u00e4chigen Krieges im Jahr 2022 wiederholt schweren Zerst\u00f6rungen durch Raketenangriffe und Artilleriebeschuss ausgesetzt war und in der auch heute noch erbitterte K\u00e4mpfe gef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn ich heute an meine Heimat denke, h\u00f6re ich nicht nur Sirenen, sondern auch ,Schtschedryk\u2018 \u2013 die Melodie, die die Welt als ,Carol of the Bells\u2018 kennt.\u201c Das Werk von Komponist Mykola Leontovych, der 1921 von einem sowjetischen Agenten ermordet wurde, z\u00e4hlt zu den wichtigsten Kulturg\u00fctern des Landes und ist tief mit der Idee eines ukrainischen Fr\u00fchlings verwurzelt. F\u00fcr sie ist es wichtig, nicht pauschal vom \u201eDonbas\u201c zu sprechen, da die geografische Bezeichnung mehr umfasst als das Gebiet in der Ukraine: \u201eRussland nutzt diesen Begriff, um die realen administrativen Grenzen zu verwischen. Wir nennen es weiterhin Doneztschyna \u2013 die Region um die besetzte Stadt Donezk.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Juristin spielt die Geschichte ihrer Heimat eine zentrale Rolle. Auch wenn sie damals noch ein Kind war, erinnert sie sich gut an die Maidan-Proteste. \u201eIch war Teil dieser Bewegung \u2013 die bei uns als Revolution der W\u00fcrde bekannt ist \u2013 und nahm an Aktionen in meiner Heimatstadt teil. Ich erinnere mich, dass auch unsere Lehrer*innen unsere Teilnahme unterst\u00fctzten.\u201c Olha Huzhva hat fr\u00fch gelernt, wie sehr die Vergangenheit die Gegenwart pr\u00e4gt. Ihr Heimatland versteht sie seit jeher als Teil Europas \u2013 und verweist auf Jaroslaw den Weisen, nach dem auch ihre sp\u00e4tere Alma Mater in Charkiw benannt ist. Seine T\u00f6chter wurden zu K\u00f6niginnen von Frankreich und Ungarn und st\u00e4rkten damit bereits im 11. Jahrhundert die dynastischen Verflechtungen, die das europ\u00e4ische Grundverst\u00e4ndnis der Ukraine bis heute pr\u00e4gen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist die Faszination f\u00fcr gute Nachbarschaft, Selbstbestimmung und Freiheit, die Olha Huzhva dazu bewegt, Recht und Geschichte zu studieren. \u201eMich interessierte, wie Staaten aufgebaut sind, wie Gesellschaften funktionieren, wie man Rechte sch\u00fctzt und Verantwortung \u00fcbernimmt.\u201c An der Universit\u00e4t Charkiw, sagt sie, sei sie erwachsen geworden. Neben ihrem Jurastudium absolviert sie Praktika bei Polizei, Gericht und in der Anwaltschaft, bevor sie eine Anstellung bei einem Recyclingunternehmen antritt. Bereits mit 23 Jahren sammelt sie erste F\u00fchrungserfahrung, vertritt ihren Arbeitgeber vor Gericht und gegen\u00fcber staatlichen Stellen. \u201eIch habe viel gearbeitet, mit \u00dcberzeugung gearbeitet \u2013 und hatte das Gef\u00fchl, dass mein Leben Richtung bekommt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die gewaltsame Auseinandersetzung mit Russland begleitet sie jedoch schon lange. \u201eF\u00fcr mich begann der Krieg nicht erst 2022. Meine Heimatregion lebt seit 2014 mit Frontn\u00e4he, Bedrohung und dem Gef\u00fchl, dass Gewalt jederzeit n\u00e4her r\u00fccken kann.\u201c Ihr Geschichtsstudium macht ihr bewusst, wie lange die Ukraine dieser Bedrohung ausgesetzt ist. \u201eAnfangs fragte ich mich, wie es m\u00f6glich ist, dass wir im 21. Jahrhundert Krieg erleben. Doch dann wurde mir klar: Russland hat mir nicht nur H\u00e4user und St\u00e4dte genommen, sondern ganze Jahre meines Lebens.\u201c Ihr Elternhaus wurde zerst\u00f6rt, ihre Heimatstadt schwer getroffen, ebenso gro\u00dfe Teile von Charkiw.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Olha Huzhva ist Krieg mehr als bewaffnete Gewalt. Es gehe nicht nur um Panzer und Raketen, sondern auch um Sprache, Kultur und Geschichte \u2013 um eine \u201elangsame Gew\u00f6hnung an etwas, das nie normal sein darf.\u201c Noch kurz vor Kriegsausbruch begegnet sie in der Ukraine Menschen, die die Gefahr durch russische Propaganda und Imperialismus untersch\u00e4tzen. Zu diesen z\u00e4hlen die Juristin und ihre Familie nicht. \u201eBereits vor dem Krieg trafen wir die bewusste Entscheidung, uns vollst\u00e4ndig auf unsere eigene Sprache zu verlassen \u2013 auch was Informationsquellen angeht.\u201c Das Risiko einer gr\u00f6\u00dferen Invasion nimmt zu, und die Familie reist angesichts der drohenden Gefahr eine Woche vor Kriegsausbruch nach Kyjiw.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir backten zuhause Brot. Alle schliefen in einem Zimmer, ,zwischen zwei W\u00e4nden\u2018.\u201c Ein Satz, der zuvor kaum benutzt wurde, wird zur \u00dcberlebensregel: Zwei W\u00e4nde k\u00f6nnen im Fall von Splittern Schutz bieten. Bei einem direkten Treffer, wei\u00df die Familie, gibt es ohnehin keine Sicherheit. Kyjiw steht in den ersten Kriegstagen unter Beschuss \u2013 eine Erfahrung, die sie als zutiefst pr\u00e4gend beschreibt. Gleichzeitig erinnert sie sich an den Mut vieler Menschen, die trotz der Angriffe Superm\u00e4rkte weiter belieferten. \u201eKrieg zeigt einem, wie d\u00fcnn die Schicht ist, die wir Alltag nennen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz vor Kriegsausbruch stirbt ihr Vater. \u201eUnsere Familie hatte gerade einen schweren pers\u00f6nlichen Verlust erlitten, als das Land in die n\u00e4chste Katastrophe st\u00fcrzte.\u201c Sie beginnt, Autofahren zu \u00fcben, um ihre Mutter und Tante im Notfall selbst evakuieren zu k\u00f6nnen. \u201eAber um zu fahren, musste man erst einmal Benzin finden. Auch das geh\u00f6rte pl\u00f6tzlich zum Alltag.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Als die drei Frauen im Fr\u00fchjahr 2022 nach Deutschland fliehen, glaubt Olha Huzhva zun\u00e4chst an eine kurze Abwesenheit. \u201eDoch aus Monaten wurden Jahre.\u201c Die Flucht dauert mehrere Tage. \u201eWir fuhren mit einem Evakuierungszug nach Lwiw. Im Waggon waren unz\u00e4hlige Menschen, Katzen und Hunde. Neben mir sa\u00df ein gro\u00dfer deutscher Sch\u00e4ferhund.\u201c In Lwiw verbringen sie mehrere N\u00e4chte in einer Turnhalle, versorgt von Freiwilligen \u2013 mit Essen, Tee und einfachen, vertrauten Gerichten, deren Geschmack f\u00fcr einen Moment Normalit\u00e4t zur\u00fcckbringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Weiterreise ist unsicher. Schlie\u00dflich nehmen sie die Hilfe litauischer Freiwilliger an und gelangen \u00fcber Polen nach Deutschland. \u201eDen Menschen an der Grenze danke ich bis heute von Herzen. Sie boten uns den ersten sicheren R\u00fcckzugsraum.\u201c In Wiesbaden finden sie schlie\u00dflich Unterkunft bei einer Bekannten. \u201eNach Tagen in Angst wird selbst etwas so Allt\u00e4gliches wie eine Dusche zu einem Moment, den man nie vergisst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Angst bleibt \u2013 auch weil ihre Schwester weiterhin in Kyjiw lebt. Gleichzeitig beginnt ein neues Leben, das sich zun\u00e4chst fremd anf\u00fchlt. \u201eMigration war f\u00fcr mich zuerst ein Vakuum. Man verliert nicht nur Arbeit und Alltag, sondern oft auch die eigene Identit\u00e4t.\u201c Trotz geringer Deutschkenntnisse bew\u00e4ltigt die Familie Beh\u00f6rdeng\u00e4nge und Aufenthaltsfragen. Der vor\u00fcbergehende Aufenthaltstitel wird genehmigt \u2013 doch die Phase des Wartens zieht sich. \u201eIn der Ukraine bedeutet ,vor\u00fcbergehend\u2018 Wochen oder Monate. Hier wurde daraus eine neue Realit\u00e4t.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Um Struktur zu gewinnen, arbeitet sie in einem Caf\u00e9 und besucht intensiv Deutschkurse. \u201eMein Leben als Juristin stand still.\u201c Gleichzeitig w\u00e4chst ihr Netzwerk, aus ersten Kontakten werden Freundschaften. Dennoch bleibt das Gef\u00fchl, aufholen zu m\u00fcssen. \u201eIch beginne beruflich fast bei null.\u201c Besonders pr\u00e4gend ist f\u00fcr sie die Erfahrung, sich neu beweisen zu m\u00fcssen. \u201eIch wusste, wer ich bin und was ich kann \u2013 aber niemand konnte es sehen.\u201c B\u00fcrokratische H\u00fcrden, fehlende Anerkennung und automatisierte Auswahlverfahren erschweren den Einstieg zus\u00e4tzlich. \u201eOft gilt man gleichzeitig als \u00fcber- und unterqualifiziert.\u201c Das, sagt sie, sei eine der schmerzhaftesten Erfahrungen von Migration: nicht nur neu anzufangen, sondern zugleich erkl\u00e4ren zu m\u00fcssen, dass man schon einmal jemand war. Dabei, betont sie, vermittle das ukrainische Bildungssystem genau jene F\u00e4higkeiten, die auch in Europa gebraucht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben Geduld \u2013 \u201eeinem der deutschen W\u00f6rter, die mein Leben hier am st\u00e4rksten gepr\u00e4gt haben\u201c \u2013 bleibt dieses Gef\u00fchl bestehen. \u201eWenn ich in der Ukraine meinen Weg weitergegangen w\u00e4re, h\u00e4tte ich mich Schritt f\u00fcr Schritt in Richtung Anwaltschaft entwickelt. In Deutschland bedeutet derselbe Wunsch f\u00fcr mich eine v\u00f6llig neue Langstrecke\u201c \u2013 insgesamt etwa acht Jahre bis zur Zulassung als Rechtsanw\u00e4ltin. Neben der Organisation erfordert dieser Weg vor allem Zeit, Kraft und eine langfristige Lebensplanung.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig hebt sie die Unterst\u00fctzung hervor, die sie unter anderem von der Agentur f\u00fcr Arbeit erhalten hat und durch die sie zum Academic Bridge Program (ABP) der Goethe-Universit\u00e4t gekommen ist. Details zu dem Programm finden Sie hier: https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/unireport\/unterstuetzung-von-hoch-qualifizierten-gefluechteten\/. Im Rahmen der Deutschlandstiftung Integration nimmt sie zudem am \u201eFast Track \u201c-F\u00f6rderprogramm f\u00fcr junge Ukrainerinnen in Deutschland teil. \u201eSolche Erfahrungen zeigen mir, dass Integration nicht nur aus Formularen besteht, sondern auch aus Begegnungen. So sehe ich auch meine heutige Rolle darin, an solchen Br\u00fccken mitzuwirken \u2013 im gesellschaftlichen, akademischen und beruflichen Leben.\u201c F\u00fcr sie ist das ABP mehr als ein Bildungsangebot: \u201eEs ist eine Br\u00fccke zur\u00fcck in ein professionelles und akademisches Umfeld.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Etwas Normalit\u00e4t kehrt zur\u00fcck \u2013 und doch hat sich f\u00fcr sie die Welt verschoben. \u201eDas, was fr\u00fcher klar getrennt schien \u2013 Sicherheit hier, Gefahr dort \u2013, liegt f\u00fcr mich inzwischen \u00fcbereinander. Ich habe oft das Gef\u00fchl, gleichzeitig in zwei Wirklichkeiten zu leben, die sich l\u00e4ngst \u00fcberlagert haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Olha Huzhva ist sich bewusst, wie sehr Wissenschaft und Bildung in der Ukraine unter dem Krieg leiden \u2013 und zugleich stolz darauf, dass Bildung selbst unter diesen Bedingungen nicht zur Nebensache wird. In Charkiw seien Schulen inzwischen in Metrostationen verlegt worden, Soldaten legten ihre Universit\u00e4tspr\u00fcfungen an der Front ab. \u201eEs kann nicht sein, dass Bildung in Sch\u00fctzengr\u00e4ben stattfindet\u201c, sagt sie. Vielleicht ist es auch deshalb so wichtig f\u00fcr sie, wie der Krieg im akademischen Umfeld wahrgenommen wird. Trotz vieler empathischer und hilfsbereiter Begegnungen habe sie den Eindruck, \u201edass der Krieg f\u00fcr einen Teil der Studierenden und jungen Menschen in Frankfurt etwas Entferntes bleibt \u2013 ein Ereignis ,von au\u00dfen\u2018. Doch dieser Krieg ist l\u00e4ngst in Europa und stellt auch die Sicherheit Deutschlands und Europas infrage.\u201c Stabilit\u00e4t, erg\u00e4nzt sie, sei kein Selbstl\u00e4ufer. Wenn sie sich etwas w\u00fcnschen k\u00f6nnte, dann \u201edass mehr Menschen erkennen, wie br\u00fcchig die Trennlinie zwischen ihrem Alltag und unserer Front tats\u00e4chlich ist. Der Krieg sollte nicht nur durch Mitgef\u00fchl, sondern auch durch Analyse wahrgenommen werden \u2013 nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dass jede noch so kleine Handlung z\u00e4hlt, zeigt f\u00fcr sie das Projekt \u201eUnity Net \u201c, das sie initiiert hat: \u00d6ffentlich werden Tarnnetze geflochten, jede*r kann im Vorbeigehen einen Knoten beitragen \u2013 und damit im Zweifel Leben sch\u00fctzen. F\u00fcr die Zukunft w\u00fcnscht sie sich, nicht noch ein weiteres Jahr mit Demonstrationen gegen den Krieg verbringen zu m\u00fcssen. \u201eIch w\u00e4re gl\u00fccklich, wenn die Unterst\u00fctzung schon jetzt ausreichend w\u00e4re \u2013 damit aus Jahren keine Jahrzehnte werden.\u201c Ihre Gedanken kreisen oft um die Menschen in ihrer Heimat \u2013 M\u00e4nner wie Frauen \u2013, die heute Werte wie Frieden, Demokratie und Freiheit verteidigen und viele mit ihrem Leben daf\u00fcr bezahlen. \u201eIch frage mich oft: Sind Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit eine aktive Haltung der europ\u00e4ischen akademischen Gemeinschaft \u2013 oder besteht die Gefahr, dass sie vor allem theoretische Kategorien bleiben?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das wichtigste Konzept f\u00fcr ihre Zukunft ist \u201e\u041d\u0430\u0434\u0456\u044f\u201c \u2013 Nadiia, Hoffnung. Sie zitiert die ukrainische Dichterin Lesja Ukrajinka: \u201eContra spem spero\u201c \u2013 \u201eohne Hoffnung hoffe ich\u201c. Daran erinnere sie sich oft. \u201eIch plane trotz allem nicht aufzugeben. Ich hoffe auf eine freie Ukraine, auf st\u00e4rkere Verbindungen zwischen der Ukraine und Deutschland und auf mehr Sicherheit f\u00fcr ganz Europa.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-essential-blocks-slider  root-eb-slider-izo80\"><div class=\"eb-parent-wrapper eb-parent-eb-slider-izo80\"><div class=\"eb-slider-wrapper eb-slider-izo80 default-slider\" data-blockid=\"eb-slider-izo80\" data-version=\"v4\" data-settings=\"eyJhcnJvd3MiOnRydWUsImFkYXB0aXZlSGVpZ2h0Ijp0cnVlLCJhdXRvcGxheSI6dHJ1ZSwiYXV0b3BsYXlTcGVlZCI6NzAwMCwiZG90cyI6dHJ1ZSwiZmFkZSI6ZmFsc2UsImluZmluaXRlIjp0cnVlLCJwYXVzZU9uSG92ZXIiOnRydWUsInNsaWRlc1RvU2hvdyI6MSwic3BlZWQiOjUwMCwidmVydGljYWwiOmZhbHNlLCJjdXJyZW50U2xpZGUiOjAsInJ0bCI6ZmFsc2UsInJlc3BvbnNpdmUiOlt7ImJyZWFrcG9pbnQiOjEwMjUsInNldHRpbmdzIjp7InNsaWRlc1RvU2hvdyI6MX19LHsiYnJlYWtwb2ludCI6NzY3LCJzZXR0aW5ncyI6eyJzbGlkZXNUb1Nob3ciOjF9fV19\" data-arrownexticon=\"fas fa-arrow-alt-circle-right\" data-arrowprevicon=\"fas fa-arrow-alt-circle-left\" data-lightbox=\"false\"><div class=\"eb-slider-init eb-slider-type-content\"><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-huzhva-1-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-huzhva-1-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Olha Huzhva vor Kriegsbeginn: \u201eWenn ich heute an meine Heimat denke, h\u00f6re ich nicht nur Sirenen, sondern auch ,Schtschedryk\u2018 \u2013 die Melodie, die die Welt als ,Carol of the Bells\u2018 kennt.\u201c \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-huzhva-2-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-huzhva-2-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Im Evakuierungszug nach Lwiw. \u201eIm Waggon waren unz\u00e4hlige Menschen, Katzen und Hunde. Neben mir sa\u00df ein gro\u00dfer deutscher Sch\u00e4ferhund.\u201c \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-huzhva-3-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-huzhva-3-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">An der Goethe-Universit\u00e4t nimmt die junge Frau am Academic Bridge Program teil: \u201eSolche Erfahrungen zeigen mir, dass Integration nicht nur aus Formularen besteht, sondern auch aus Begegnungen.\u201c \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-huzhva-4-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-huzhva-4-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">F\u00fcr die Zukunft w\u00fcnscht sich Olha Huzhva, nicht noch ein weiteres Jahr mit Demonstrationen gegen den Krieg verbringen zu m\u00fcssen. \u201eIch w\u00e4re gl\u00fccklich, wenn die Unterst\u00fctzung schon jetzt ausreichend w\u00e4re \u2013 damit aus Jahren keine Jahrzehnte werden.\u201c \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Olha Vashchenko<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"346\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-1-2026-goethe-universitaet-650x450-1-500x346.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-88016\" style=\"width:400px\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-1-2026-goethe-universitaet-650x450-1-500x346.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-1-2026-goethe-universitaet-650x450-1-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-1-2026-goethe-universitaet-650x450-1-18x12.jpg 18w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-1-2026-goethe-universitaet-650x450-1.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Olha Vashchenko \u00a9 privat<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Olha Vashchenko studiert gerade f\u00fcr ihren Bachelor in Chemie an der Universit\u00e4t Kyjiw, als der Krieg am 24. Februar 2022 ausbricht. Bereits in den Monaten vorher wird viel \u00fcber einen m\u00f6glichen Krieg spekuliert. \u201eDa Russland bereits mehrfach Truppen\u00fcbungen in der N\u00e4he der Grenze vorgenommen hatte, war die gesellschaftliche Meinung geteilt. W\u00e4hrend manche einen Krieg im 21. Jahrhundert f\u00fcr schlichtweg unm\u00f6glich hielten, erschien er f\u00fcr andere jeden Tag wahrscheinlicher.\u201c So empfindet es auch die damals 20-j\u00e4hrige; die Situation ist seit Wochen angespannt, die Nachrichtenlage ist unklar, und die junge Studentin aus Charkiw sorgt sich nicht nur um ihre Familie in der Grenzregion. \u201eIch lebte damals im Studentenwohnheim und hatte \u00fcberhaupt keine Idee, wie ein Kriegsausbruch verlaufen w\u00fcrde. Ich f\u00fcrchtete mich vor Panzerbeschuss, einer \u00dcbernahme durch Truppen. Im Nachhinein war es vollkommen absurd.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Als ihr Telefon am 24. Februar morgens irgendwann zwischen 4 und 5 klingelt, h\u00f6rt sie im Halbschlaf ihren Vater. Er sagt, der Krieg habe begonnen, sie k\u00f6nnten Explosionen h\u00f6ren. \u201eIch erinnere mich noch daran, dass mein Hirn nicht verstehen wollte. Einer meiner ersten Gedanken war: Warum rei\u00dft er mich mit so einem schlechten Witz aus dem Tiefschlaf?\u201c Ihr nervlich bereits angespannter K\u00f6rper m\u00f6chte eigentlich wieder in den Schlaf finden. \u201eEs mag sich f\u00fcr viele unvorstellbar anh\u00f6ren, aber als der Krieg dann offiziell ausbrach, l\u00f6ste sich auch meine Anspannung etwas.\u201c Nachdem sie so viel Zeit damit verbracht hatte, sich dar\u00fcber zu sorgen, wann, wie, wo und ob der Krieg ausbrechen w\u00fcrde, war es f\u00fcr die junge Naturwissenschaftlerin in gewisser Hinsicht leichter, sich nun endlich mit einem Fakt \u2013 nicht mehr nur spekulativer Theorie \u2013 konfrontiert zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem sie auch mit ihrer Mutter und ihren jungen Br\u00fcder gesprochen hat, l\u00e4uft sie \u00fcber die G\u00e4nge des Studierendenwohnheims in Kyjiw. \u201eAlles war ruhig. Meine Freunde schliefen. Es f\u00fchlte sich unwirklich an.\u201c Olha Vashchenko weckt sie; gemeinsam beschlie\u00dfen sie, vorsorglich in einer der nahegelegenen Metrostationen Unterschlupf zu suchen. \u201eWir waren in Panik geraten, auch weil wir in den Nachrichten zun\u00e4chst keine Berichterstattung sahen.\u201c Die Best\u00e4tigung \u00fcber offizielle Medienkan\u00e4le kommt, als sie und ihre Kommiliton*innen bereits in der Station sitzen; vorsorglich haben sie mehrere Wasserflaschen und etwas Proviant \u2013 sie erinnert sich an W\u00fcrstchen \u2013 eingesteckt. Nach vier Stunden kehren sie zur\u00fcck ins Wohnheim; einige Eltern sind gekommen, um ihre Kinder abzuholen und nach Hause oder in andere vermeintlich sicherere Orte zu bringen. Eine R\u00fcckkehr nach Charkiw \u2013 mitten ins Kriegsgeschehen \u2013 stellt f\u00fcr Olha Vashchenko keine Option dar. Die n\u00e4chsten anderthalb Wochen verbringt sie mit der Familie einer Freundin im Westen des Landes. \u201eEs gab regelm\u00e4\u00dfig Fliegeralarm und wir verbrachten viele Stunden in gesch\u00fctzten Kellern.\u201c Unter der Erde bilden sich neue soziale Verbindungen, viele mit \u00e4lteren Damen. Zeit, die pr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Familie, die heute wieder vereint in Frankfurt lebt, erinnert sich oft an diese Zeit. \u201eVoneinander getrennt zu sein war f\u00fcr uns alle hart. Trotzdem war die Situation meiner Eltern deutlich schwieriger. Die Superm\u00e4rkte waren leer, sie wussten nicht, was sie tun sollten. Jedes Gespr\u00e4ch mit ihnen war mit Schlachtl\u00e4rm unterlegt.\u201c Als ihre Mutter am 1. M\u00e4rz russische Panzer auf den Stra\u00dfen sieht und das Rathaus zerst\u00f6rt wird, flieht die Familie nach Dnipro. Angesichts der anhaltenden K\u00e4mpfe und der N\u00e4he zum Kernkraftwerk Saporischschja \u2013 dem gr\u00f6\u00dften Europas, rund 120 Kilometer s\u00fcdwestlich der Stadt \u2013 entschlie\u00dft sich Olha Vashchenkos Mutter einen Monat sp\u00e4ter, mit ihren beiden S\u00f6hnen in Deutschland Sicherheit zu suchen. Ihr Vater wird erst zwei Jahre sp\u00e4ter nachkommen \u2013 gemeinsam mit seinen Eltern. \u201eMeine Gro\u00dfeltern m\u00fctterlicherseits wohnen immer noch in Charkiw. Ihre Heimat zu verlassen, stellt f\u00fcr sie trotz des Kriegs keine Option dar,\u201c sagt sie mit einer Mischung aus Wehmut, Stolz und Liebe. Ihre gewohnte Umgebung, ihr Haus, ihren Garten aufzugeben \u2013 sie kann verstehen, warum das f\u00fcr <em>Babusia <\/em>und <em>Didus <\/em>nie eine Option darstellte.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend ihre Familie fl\u00fcchtet, lebt sie zun\u00e4chst bei ihrer Freundin im Westen. \u201eEines Tages fand ich auf Facebook eine Liste an Laboren, die Hilfe f\u00fcr ukrainische Studierende und Forschende anboten. Da ich in Kyjiw bereits ein Laborpraktikum im Bereich NMR absolviert hatte, fiel meine Suche sehr spezifisch aus. Ein Ergebnis war das Labor von Prof. Harald Schwalbe.\u201c Es ist bereits Abend, als sie ihre Anfrage verschickt. Die positive Antwort erh\u00e4lt sie um kurz vor sechs Uhr morgens am n\u00e4chsten Tag. Mit nur einer Tasche gef\u00fcllt mit einigem Wenigen Hab und Gut \u2013 \u201eals wir Kyjiw fl\u00fcchteten, dachten wir noch wir w\u00fcrden in ein paar Tagen zur\u00fcckkehren\u201c \u2013 macht sie sich auf den Weg nach Frankfurt. Der Weg f\u00fchrt \u00fcber mehrere Stationen \u2013 ein kurzer Aufenthalt bei Freunden hier, eine Nacht in einem Kloster dort, gefolgt von der langen Zugreise durch Polen. Am 11. M\u00e4rz 2022 erreicht sie Frankfurt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur einmal, erz\u00e4hlt sie, habe sie auf der langen Reise Angst bekommen. \u201eMein Ziel nach Ankunft war Schwalbach. Hier wohnte die PhD-Studentin aus Prof. Schwalbes Team, die mir eine Unterkunft angeboten hatte. Als ich in Frankfurt in den entsprechenden Zug stieg, \u00fcberfiel mich erneut eine Welle von Panik: Was w\u00fcrde mich erwarten? Wo fahre ich gerade hin? All diese Gedanken hatte ich w\u00e4hrend der langen Zugreise durch Polen verdr\u00e4ngt.\u201c Die Unterst\u00fctzung, die sie von der jungen Wissenschaftlerin erhielt, als sich die T\u00fcr zu dem Haus in Schwalbach \u00f6ffnete, ist unermesslich, sagt Olha Vashchenko. \u201eSie nahm mich auf, ohne mich zu kennen.\u201c Als ihre Mutter mit ihren Br\u00fcdern sp\u00e4ter nach Deutschland flieht, macht sie \u00e4hnliche Erfahrungen. Die Familie findet \u00fcber einen Matching-Service Unterschlupf bei einer deutschen Gastfamilie. \u201eDie Hilfsbereitschaft war beeindruckend. Menschen boten uns Unterst\u00fctzung an, ohne uns zu kennen. Ich besa\u00df nichts und bekam Kleidung, Schuhe und alles, was man f\u00fcr den Alltag braucht \u2013 genauso wie meine Br\u00fcder.\u201c Die Unterst\u00fctzung von Staat und Zivilgesellschaft war immens, sagt sie r\u00fcckblickend.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Monaten endlich wieder teilweise vereint, hofft die Familie im Sommer 2022 nach wie vor, dass die milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen schnell wieder beendet sein werden. \u201eDass heute noch Krieg herrscht, h\u00e4tten wir uns nie tr\u00e4umen lassen.\u201c Vielleicht ist es gerade auch diese Vorstellung, dass alles bald wieder \u201enormal\u201c wird, die Olha Vashchenko antreibt, ihr Bachelor-Examen hier abzulegen. \u201eDie Universit\u00e4t in Kyjiw hatte mehrere Online-Optionen geschaffen.\u201c Als es anschlie\u00dfend um den weiterf\u00fchrenden Master geht, f\u00e4llt ihre Wahl auf einen der neu geschaffenen Online-Module ihrer Alma Mater. Die Entscheidung f\u00fcr einen Master in ihrem kriegsgebeutelten Heimatland f\u00e4llt auch aufgrund der erforderlichen Deutschkenntnisse f\u00fcr ein Studium in Deutschland leicht. Doch auch wenn der Gro\u00dfteil ihrer Studien digital stattfinden, m\u00fcssen die Studierenden ihre Pr\u00fcfungen vor Ort an der Universit\u00e4t ablegen. Hierf\u00fcr reist Olha Vashchenko im Dezember 2023 in die Ukraine. \u201eIch war in der N\u00e4he einer Forschungseinrichtung untergebracht und hatte mir vor dem Zubettgehen Ohrst\u00f6psel eingesetzt, um gen\u00fcgend Schlaf vor den bevorstehenden Klausuren zu bekommen.\u201c Als die Rakete mitten in der Nacht unmittelbar 200 Meter entfernt einschl\u00e4gt, nutzen auch die Ohrst\u00f6psel nichts. \u201eEin ohrenbet\u00e4ubender L\u00e4rm lie\u00df mich senkrecht im Bett aufsitzen.\u201c Am n\u00e4chsten Tag sieht sie, dass die Druckwelle alle Fenster des nahegelegenen Forschungsinstituts zerst\u00f6rt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcnf Monate sp\u00e4ter, im Mai 2024, reist die zu dem Zeitpunkt 22-J\u00e4hrige erneut in die Ukraine und verteidigt erfolgreich ihre Master-These. Aufgrund des Kriegs hatte sie den praktischen Teil im Labor von Prof. Schwalbe absolviert. Dieser Umstand war auch daf\u00fcr verantwortlich, dass sie ihre These am Ende zuerst auf Englisch schreiben musste, um sie anschlie\u00dfend ins Ukrainische zu \u00fcbersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute forscht die inzwischen 24-J\u00e4hrige an ihrem PhD im Labor von Prof. Schwalbe. \u201eIch erforsche in meiner Promotion ein RNA-Element in Bakterien, das ihren Stoffwechsel steuert. Langfristig k\u00f6nnte dieses Wissen helfen, neue Antibiotika zu entwickeln.\u201c Es ist ihr zweites Jahr, in drei Jahren m\u00f6chte sie fertig sein. Was dann kommt \u2013 wer wei\u00df? F\u00fcr einen Job w\u00fcrde sie \u2013 auch wenn die erweiterte Familie jetzt in Frankfurt einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden hat \u2013 umziehen. Vielleicht heiratet sie auch und kriegt Kinder. \u201eDie Patriotin in mir m\u00f6chte nach Hause zur\u00fcckkehren und die Wiederaufbauma\u00dfnahmen unterst\u00fctzen. Aber das ist wenig realistisch. Ich sehe keine guten Zukunftsperspektiven in der Ukraine. Manchmal frage ich mich, wer au\u00dfer Baufirmen und Psychologen nach Kriegsende noch vor Ort gebraucht wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits vor Kriegsausbruch war die Forschungsinfrastruktur, die sie f\u00fcr ihre Recherchen ben\u00f6tigt, in Deutschland deutlich besser als in der Ukraine. \u201eBei Spektrometern unterscheiden uns Jahre, von Technologiespr\u00fcngen ganz zu schweigen.\u201c Durch den Krieg klafft die L\u00fccke nur noch gr\u00f6\u00dfer. \u201eDer letzte Winter war besonders hart, mit extremen Minustemperaturen und ohne Heizm\u00f6glichkeiten. In einem der Labore, in dem ich fr\u00fcher arbeitete, sind die Rohre geplatzt. Es ist nicht mehr nutzbar.\u201c \u00dcber die L\u00fccken im ukrainischen Schulsystem mag sie gar nicht erst nachdenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen hat sie mehr Verbindungen zu Deutschland als zur Ukraine. \u201eMeine Familie ist hier, meine Forschung findet hier statt. Von allen St\u00e4dten, in denen ich bisher gelebt habe, kenne ich Frankfurt wahrscheinlich am besten. In Kyjiw verbrachte ich die meiste Zeit in meinem Wohnheim und habe die Stadt gar nicht so viel erkundet. Frankfurt ist sehr gut zu Fu\u00df zu erschlie\u00dfen, und der \u00f6ffentliche Nahverkehr ist praktisch \u2013 es gibt \u00fcberall U-Bahn-Stationen.\u201c Dabei fand sie es durchaus gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig, dass diese Stationen anders als in Kyjiw oftmals nur aus einer kleinen \u00dcberdachung und zwei B\u00e4nken bestehen. Es funktioniert \u2013 wenn auch nicht immer p\u00fcnktlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass es mit der Deutschen zugeschriebenen P\u00fcnktlichkeit nicht allzu weit her ist, wei\u00df sie inzwischen. Ein anderes stereotypisches Bild \u2013 dass Deutsche eher k\u00fchl und distanziert sind \u2013 kann sie ebenso wenig best\u00e4tigen. \u201eIch bin immer freundlichen Menschen begegnet. Nat\u00fcrlich sind nicht alle gleich offen gegen\u00fcber Fremden, aber das ist auch verst\u00e4ndlich. Sp\u00e4testens seit meiner Ankunft in Schwalbach wei\u00df ich: in Deutschland werden fremde Menschen umarmt und ihnen Zuflucht gew\u00e4hrt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte sich der Krieg n\u00e4chstes Jahr im Februar zum f\u00fcnften Mal j\u00e4hren, wird man Olha Vashchenko h\u00f6chstwahrscheinlich auf einer Demonstration finden. \u201eDieses Jahr war ich in Paris, wo der Eiffelturm in den ukrainischen Farben angestrahlt wurde. Viele politische Vertreter*innen sprachen, es wurden ukrainische Flaggen geschwenkt.\u201c Auch ihre Eltern nehmen regelm\u00e4\u00dfig an Demonstrationen teil. \u201eF\u00fcr uns ist es wichtig, daran zu erinnern, dass immer noch Krieg herrscht.\u201c Ein Jahrestag spielt dabei in den pers\u00f6nlichen Reflektionen der Familie keine bewusste Rolle \u2013 wohl jedoch die Zeit vor dem Krieg.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin inzwischen nicht mehr sehr optimistisch,\u201c sagt Olha Vashchenko, \u201eauch weil der Krieg schon so lange andauert. Anfangs war ich hoffnungsvoller, doch inzwischen f\u00fchlt es sich oft an, als w\u00fcrde sich nichts wirklich ver\u00e4ndern.\u201c Sollte Russland den Donbas irgendwann vollst\u00e4ndig kontrollieren, l\u00e4ge der Weg zu ihrer Heimatstadt praktisch frei. Und selbst wenn der Krieg unter f\u00fcr die Ukraine guten Umst\u00e4nden enden sollte, bleiben dennoch demografische Probleme. \u201eViele junge Menschen sind gefl\u00fcchtet, haben sich anderswo ein neues Leben aufgebaut, und werden wahrscheinlich nicht zur\u00fcckkehren,\u201c sagt sie, und erg\u00e4nzt, dass sie versucht, nicht allzu viel dar\u00fcber nachzudenken. \u201eDas mag eine Form von Verdr\u00e4ngung sein, aber jedes Mal, wenn ich mich damit besch\u00e4ftige, macht es mich entweder traurig oder w\u00fctend. Und \u00e4ndern kann ich daran ohnehin nichts.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-essential-blocks-slider  root-eb-slider-33jpb\"><div class=\"eb-parent-wrapper eb-parent-eb-slider-33jpb\"><div class=\"eb-slider-wrapper eb-slider-33jpb default-slider\" data-blockid=\"eb-slider-33jpb\" data-version=\"v4\" data-settings=\"eyJhcnJvd3MiOnRydWUsImFkYXB0aXZlSGVpZ2h0Ijp0cnVlLCJhdXRvcGxheSI6dHJ1ZSwiYXV0b3BsYXlTcGVlZCI6NzAwMCwiZG90cyI6dHJ1ZSwiZmFkZSI6ZmFsc2UsImluZmluaXRlIjp0cnVlLCJwYXVzZU9uSG92ZXIiOnRydWUsInNsaWRlc1RvU2hvdyI6MSwic3BlZWQiOjUwMCwidmVydGljYWwiOmZhbHNlLCJjdXJyZW50U2xpZGUiOjAsInJ0bCI6ZmFsc2UsInJlc3BvbnNpdmUiOlt7ImJyZWFrcG9pbnQiOjEwMjUsInNldHRpbmdzIjp7InNsaWRlc1RvU2hvdyI6MX19LHsiYnJlYWtwb2ludCI6NzY3LCJzZXR0aW5ncyI6eyJzbGlkZXNUb1Nob3ciOjF9fV19\" data-arrownexticon=\"fas fa-arrow-alt-circle-right\" data-arrowprevicon=\"fas fa-arrow-alt-circle-left\" data-lightbox=\"false\"><div class=\"eb-slider-init eb-slider-type-content\"><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-1-2026-goethe-universitaet-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-1-2026-goethe-universitaet-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Olha Vashchenko arbeitet derzeit an ihrer Promotion im Labor von Professor Harald Schwalbe: \u201eIch erforsche in meiner Promotion ein RNA-Element in Bakterien, das ihren Stoffwechsel steuert.\u201c \u00a9 Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-2-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-2-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Nach Ausbruch des Kriegs am 24. Februar 2022 verbrachte die 20-j\u00e4hrige Bachelorstudentin die n\u00e4chsten zwei Wochen auf der Flucht und fand an unterschiedlichen Orten \u2013 wie diesem Kloster in Polen \u2013 Unterschlupf, bevor sie am 11. M\u00e4rz in Deutschland ankam. \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-3-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-3-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Damals und heute: Olha Vashchenko mit ihren Eltern an ihrem letzten Schultag, der in der Ukraine als \u201eOstannij dzwonyk\u201c (\u201eletzte Klingel\u201c) gefeiert wird. Als sie im April 2023 zur\u00fcckkehrte, fand sie die Schule zerst\u00f6rt vor. \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-4-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-4-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Ihr Weg nach Deutschland f\u00fchrt sie \u00fcber Polen. Zu sehen ist hier der Bahnhof in Krakau. \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"eb-slider-item content-1\" data-src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-5-2026-privat-790x450-1.jpg\"><div><img class=\"eb-slider-image\" data-lazy=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/olha-vashchenko-5-2026-privat-790x450-1.jpg\"\/><\/div><div class=\"eb-slider-content align-left\" data-content-link=\"\" data-content-target=\"_self\"><p class=\"eb-slider-subtitle\">Dieses Foto nahm Olha Vashchenko im April 2022 auf \u2013 bei einer Demonstration zur Unterst\u00fctzung der Ukraine, nur einen Monat nach ihrer Ankunft in Deutschland. \u00a9 privat<\/p><div class=\"eb-slider-button-wrapper\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#eeeeee\"><strong>Fr\u00fchjahr 2026: Vier Jahre Krieg in der Ukraine<\/strong><br><br>Die ukrainische Melodie Schtschedryk \u2013 weltweit als Carol of the Bells bekannt \u2013 erz\u00e4hlt urspr\u00fcnglich vom Fr\u00fchling. Eine Schwalbe kehrt zur\u00fcck und k\u00fcndigt das Ende des Winters und neues Leben an. Heute wirkt dieses Bild wie ein Echo aus einer anderen Zeit: In der Ukraine f\u00e4llt der Fr\u00fchling seit Jahren in eine Zeit des Krieges.<br><br>Als im Fr\u00fchjahr 2026 Ostern gefeiert wurde, dauerte der Krieg bereits 1.501 Tage. Sch\u00e4tzungen zufolge k\u00f6nnte die Gesamtzahl der Opfer auf beiden Seiten inzwischen \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.csis.org\/analysis\/russias-grinding-war-ukraine\" type=\"link\" id=\"https:\/\/www.csis.org\/analysis\/russias-grinding-war-ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">zwei Millionen<\/a> liegen. Trotz der enormen menschlichen Verluste haben sich die Frontlinien nur wenig ver\u00e4ndert; rund 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets stehen weiterhin unter russischer Kontrolle.<br><br>Vier Jahre Krieg haben das Leben der Zivilbev\u00f6lkerung massiv gepr\u00e4gt. Besonders hart war der vergangene Winter. Nach nahezu t\u00e4glichen Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur hatten Millionen Menschen im Januar 2026 oft nur wenige Stunden Strom am Tag. Heizung und Wasserversorgung fielen immer wieder aus; sch\u00e4tzungsweise <a href=\"https:\/\/ukraine.ohchr.org\/en\/Energy-attacks-amid-an-unusually-harsh-winter-are-exposing-Ukraine-s-civilians-to-extreme-hardship-UN-human-rights-monitors-say\" type=\"link\" id=\"https:\/\/ukraine.ohchr.org\/en\/Energy-attacks-amid-an-unusually-harsh-winter-are-exposing-Ukraine-s-civilians-to-extreme-hardship-UN-human-rights-monitors-say\">10,8 Millionen<\/a> Menschen waren auf humanit\u00e4re Hilfe angewiesen.<br><br>Der Krieg trifft auch die Wissenschaft des Landes. Nach Angaben der <a href=\"https:\/\/www.unesco.org\/en\/articles\/just-published-resilient-minds-unseen-struggles-scientists-wartime-ukraine\">UNESCO<\/a> mussten bis Ende 2024 mehr als 40 Universit\u00e4ten und Forschungseinrichtungen ihre Standorte vollst\u00e4ndig verlegen. Bis Mitte 2025 hatte fast ein Drittel der wissenschaftlichen Einrichtungen kriegsbedingte Geb\u00e4udesch\u00e4den erlitten. Viele Forschende \u2013 UNESCO sch\u00e4tzt 10 bis 20 Prozent \u2013 verlie\u00dfen ihre Wohn- und Arbeitsorte und suchten Zuflucht in anderen Regionen der Ukraine oder im Ausland. Mehr als die H\u00e4lfte (54,3 Prozent) gab an, ihre Forschung nicht mehr wie vor dem Krieg fortsetzen zu k\u00f6nnen.<br><br>Gleichzeitig ver\u00e4ndern sich auch die Strukturen der ukrainischen Wissenschaft. In den besetzten Gebieten orientiert sich die wissenschaftliche Zusammenarbeit zunehmend nach Russland. Einrichtungen in den von der ukrainischen Regierung kontrollierten Landesteilen arbeiten unter \u00e4u\u00dferst schwierigen Bedingungen und mit deutlich reduzierten Budgets. Viele Forschende <a href=\"https:\/\/cepr.org\/voxeu\/columns\/how-war-has-affected-scientific-research-ukraine#:~:text=Russia's%202014%20invasion%20of%20Ukraine,in%20publications%20and%20international%20collaborations\" type=\"link\" id=\"https:\/\/cepr.org\/voxeu\/columns\/how-war-has-affected-scientific-research-ukraine#:~:text=Russia's%202014%20invasion%20of%20Ukraine,in%20publications%20and%20international%20collaborations\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">berichten<\/a> zudem von einer wachsenden Distanz zur internationalen Wissenschaftsgemeinschaft. Feldforschung und regionale Umweltstudien sind vielerorts kaum noch m\u00f6glich \u2013 eine der weniger sichtbaren Folgen dieses Krieges.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#eeeeee\"><strong>Goethe-Ukraine-Fonds<\/strong><br><br>Mit dem Ziel, gefl\u00fcchtete Studierende und Wissenschaftler*innen zu unterst\u00fctzen, setzte die Goethe-Universit\u00e4t nur zwei Monate nach Kriegsausbruch den Goethe-Ukraine-Fonds auf. Dank der gro\u00dfz\u00fcgigen Spenden von bereits aktiven und neuen F\u00f6rderinnen, Mitarbeitenden und Alumni kamen hier in kurzer Zeit mehr als \u20ac400.000 zusammen. Neben Deutschlandstipendien, aber auch neu konzipierten Perspektivenstipendien f\u00fcr Studierende aus Kriegsregionen wurden die F\u00f6rdergelder unter anderem auch f\u00fcr Sprachkurse und virtuelle Abiturpr\u00fcfungen genutzt. Des Weiteren fanden ab September 2023 mehrfach Summer und Winter Schools f\u00fcr Medizinstudierende aus der Ukraine statt, damit diese ihr virtuelles Studium in der Ukraine durch die n\u00f6tigen Praxiskurse erg\u00e4nzen konnten.<br><br>Der Betrag kam durch insgesamt 200 F\u00f6rder*innen zustande; ungef\u00e4hr 20 % von ihnen bestanden aus Universit\u00e4tsmitarbeitenden. Neben der Jones Day Foundation z\u00e4hlten auch Merck, ein Frankfurter Rotary Club, die Helaba und diverse andere Stiftungen dazu. Andreas Eckel, Leiter Private Hochschulf\u00f6rderung an der Goethe-Universit\u00e4t, blickt auf die Anf\u00e4nge zur\u00fcck: \u201eEinen guten Weg zu finden, wie wir als Goethe-Universit\u00e4t Menschen aus der Ukraine und anderen vom Krieg Betroffenen effektiv helfen k\u00f6nnen, ging nicht von heute auf morgen: In den ersten Wochen gab es immer wieder politische Entscheidungen, die den Handlungsrahmen ver\u00e4nderten.\u201c Umso erfreuter war das Team \u00fcber die zusammengekommenen F\u00f6rdermittel.<br><br>Bis heute werden ukrainische Studierende \u00fcber die Jones Day Foundation auch an den Universit\u00e4ten in M\u00fcnchen und D\u00fcsseldorf gef\u00f6rdert. Andreas Eckel koordiniert die Gesamtf\u00f6rderung gemeinsam mit Frau Prof. Dr. Doroth\u00e9e Weber-Bruls aus dem Frankfurter B\u00fcro. Auch das Ukrainian Coordination Center, das Viktoria von Rosen im M\u00e4rz 2022 etabliert hatte, ist bis heute aktiv. Frau von Rosen wurde 2024 von der Stadt Frankfurt f\u00fcr ihr Engagement f\u00fcr die Ukraine mit der Ehrenplakette ausgezeichnet.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als 1.500 Tage sind seit Russlands Invasion am 24. Februar 2022 vergangen. Sechs Millionen Ukrainer*innen haben im Ausland Zuflucht gesucht und gefunden \u2013 1,1 Millionen von ihnen in Deutschland. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":29,"featured_media":88012,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_eb_attr":"","_price":"","_stock":"","_tribe_ticket_header":"","_tribe_default_ticket_provider":"","_ticket_start_date":"","_ticket_end_date":"","_tribe_ticket_show_description":"","_tribe_ticket_show_not_going":false,"_tribe_ticket_use_global_stock":"","_tribe_ticket_global_stock_level":"","_global_stock_mode":"","_global_stock_cap":"","_tribe_rsvp_for_event":"","_tribe_ticket_going_count":"","_tribe_ticket_not_going_count":"","_tribe_tickets_list":"[]","_tribe_ticket_has_attendee_info_fields":false,"footnotes":""},"categories":[139,6],"tags":[27,424],"post_folder":[],"class_list":["post-88003","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-instagram","category-menschen","tag-internationales","tag-unireport-1-26"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Vier Wege aus dem Krieg und an die Goethe-Universit\u00e4t | Aktuelles aus der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Vier Wege aus dem Krieg und an die Goethe-Universit\u00e4t | Aktuelles aus der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Mehr als 1.500 Tage sind seit Russlands Invasion am 24. Februar 2022 vergangen. Sechs Millionen Ukrainer*innen haben im Ausland Zuflucht gesucht und gefunden \u2013 1,1 Millionen von ihnen in Deutschland. [&hellip;]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Aktuelles aus der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2026-04-17T07:00:00+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2026-04-20T08:53:20+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"650\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"450\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Leonie Schultens\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Written by\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Leonie Schultens\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"37 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/menschen\\\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\\\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/menschen\\\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\\\/\"},\"author\":{\"name\":\"Leonie Schultens\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/3bd0af4f7d40176625e67610dfb7df14\"},\"headline\":\"Vier Wege aus dem Krieg und an die Goethe-Universit\u00e4t\",\"datePublished\":\"2026-04-17T07:00:00+00:00\",\"dateModified\":\"2026-04-20T08:53:20+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/menschen\\\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\\\/\"},\"wordCount\":7385,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/#organization\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/menschen\\\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2026\\\/04\\\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE.jpg\",\"keywords\":[\"Internationales\",\"UniReport 1.26\"],\"articleSection\":[\"Instagram\",\"Menschen\"],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/menschen\\\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/menschen\\\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\\\/\",\"name\":\"Vier Wege aus dem Krieg und an die Goethe-Universit\u00e4t | Aktuelles aus der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/menschen\\\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/menschen\\\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2026\\\/04\\\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE.jpg\",\"datePublished\":\"2026-04-17T07:00:00+00:00\",\"dateModified\":\"2026-04-20T08:53:20+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/menschen\\\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/menschen\\\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/menschen\\\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2026\\\/04\\\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2026\\\/04\\\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE.jpg\",\"width\":650,\"height\":450,\"caption\":\"Dr. Nataliia Aliabieva, Dr. Nataliia Medzhybovska, Olha Huzhva und Olha Vashchenko \u00a9 privat\"},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/menschen\\\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Vier Wege aus dem Krieg und an die Goethe-Universit\u00e4t\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/\",\"name\":\"Aktuelles aus der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt\",\"description\":\"Aktuelles aus der Goethe-Universit\u00e4t | Neues aus Forschung, Lehre, Studium\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/#organization\",\"name\":\"Goethe-Universit\u00e4t\",\"url\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2022\\\/03\\\/800px-Goethe-Logo.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2022\\\/03\\\/800px-Goethe-Logo.png\",\"width\":800,\"height\":436,\"caption\":\"Goethe-Universit\u00e4t\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"}},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/3bd0af4f7d40176625e67610dfb7df14\",\"name\":\"Leonie Schultens\",\"url\":\"https:\\\/\\\/aktuelles.uni-frankfurt.de\\\/en\\\/author\\\/schultens\\\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Vier Wege aus dem Krieg und an die Goethe-Universit\u00e4t | Aktuelles aus der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Vier Wege aus dem Krieg und an die Goethe-Universit\u00e4t | Aktuelles aus der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt","og_description":"Mehr als 1.500 Tage sind seit Russlands Invasion am 24. Februar 2022 vergangen. Sechs Millionen Ukrainer*innen haben im Ausland Zuflucht gesucht und gefunden \u2013 1,1 Millionen von ihnen in Deutschland. [&hellip;]","og_url":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/","og_site_name":"Aktuelles aus der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt","article_published_time":"2026-04-17T07:00:00+00:00","article_modified_time":"2026-04-20T08:53:20+00:00","og_image":[{"width":650,"height":450,"url":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"Leonie Schultens","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Written by":"Leonie Schultens","Estimated reading time":"37 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/"},"author":{"name":"Leonie Schultens","@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/#\/schema\/person\/3bd0af4f7d40176625e67610dfb7df14"},"headline":"Vier Wege aus dem Krieg und an die Goethe-Universit\u00e4t","datePublished":"2026-04-17T07:00:00+00:00","dateModified":"2026-04-20T08:53:20+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/"},"wordCount":7385,"publisher":{"@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/#organization"},"image":{"@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE.jpg","keywords":["Internationales","UniReport 1.26"],"articleSection":["Instagram","Menschen"],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/","url":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/","name":"Vier Wege aus dem Krieg und an die Goethe-Universit\u00e4t | Aktuelles aus der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt","isPartOf":{"@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE.jpg","datePublished":"2026-04-17T07:00:00+00:00","dateModified":"2026-04-20T08:53:20+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/#primaryimage","url":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE.jpg","contentUrl":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-wissenschaftlerinnen-collage-2026-privat-650x450px_DE.jpg","width":650,"height":450,"caption":"Dr. Nataliia Aliabieva, Dr. Nataliia Medzhybovska, Olha Huzhva und Olha Vashchenko \u00a9 privat"},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/menschen\/vier-wege-aus-dem-krieg-und-an-die-goethe-universitaet\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Vier Wege aus dem Krieg und an die Goethe-Universit\u00e4t"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/#website","url":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/","name":"Aktuelles aus der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt","description":"Aktuelles aus der Goethe-Universit\u00e4t | Neues aus Forschung, Lehre, Studium","publisher":{"@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/#organization","name":"Goethe University Frankfurt","url":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/800px-Goethe-Logo.png","contentUrl":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/800px-Goethe-Logo.png","width":800,"height":436,"caption":"Goethe-Universit\u00e4t"},"image":{"@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/#\/schema\/logo\/image\/"}},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/#\/schema\/person\/3bd0af4f7d40176625e67610dfb7df14","name":"Leonie Schultens","url":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/author\/schultens\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88003","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/29"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=88003"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88003\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/88012"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88003"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=88003"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88003"},{"taxonomy":"post_folder","embeddable":true,"href":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/post_folder?post=88003"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}