Als erste hessische Universität und eine der wenigen deutschen Volluniversitäten hat die Goethe-Universität das Systemakkreditierungsverfahren erfolgreich durchlaufen und wurde ohne Auflagen systemakkreditiert. Das bedeutet, dass sie fortan eigenverantwortlich, d.h. unabhängig von externen Akkreditierungsagenturen, über die Ein- und Weiterführung von Studiengängen entscheiden kann. Die Präsidentin der Goethe-Universität Prof. Dr. Birgitta Wolff freut sich und betonte den Mehrwert der Systemakkreditierung:

„Die Universität kann nun erst recht gezielt mit eigenem Know-how und eigenen Ideen auch in der Lehre weiterarbeiten.“

Der ausstehenden rechtlichen Neujustierung des Akkreditierungssystems im Zuge des Urteils des Bundesverfassungsgerichts sieht die Präsidentin gelassen entgegen: „Das Urteil zeigt, dass die bisherigen rechtlichen Grundlagen der Akkreditierungspraxis Lücken aufweisen, die nunmehr gefüllt werden müssen. Da die Goethe-Universität auf diesem Feld zukünftig eigenverantwortlich agiert, ist sie von diesem Urteil wenig berührt. Die Diskussionen um die externe Akkreditierung bestätigen uns in unserer Entscheidung für die Systemakkreditierung.“

Mit der Systemakkreditierung wird der Goethe-Universität bescheinigt, dass ihr Qualitätssicherungssystem in Studium und Lehre die Qualitätsziele und -standards ihrer Studiengänge gewährleisten und weiterentwickeln kann. Die Systemakkreditierung ist befristet auf sechs Jahre bis 2022; durchgeführt wurde sie von der Akkreditierungsagentur ACQUIN. Die Goethe-Universität hat seit 2012 im Rahmen einer Zielvereinbarung mit dem Land Hessen ihr Qualitätssicherungssystem in Studium und Lehre systematisch ausgebaut. Sie folgt dabei einem Qualitätsverständnis, das dem Dialog und der Beteiligung aller relevanten Akteure, vor allem auch der Studierenden, großen Stellenwert zumisst und zugleich den Fachbereichen ein hohes Maß an Selbstverantwortung zuweist. Der Weg hin zur Systemakkreditierung dauerte über drei Jahre  und wurde von einem großen inneruniversitären Diskussionsprozess über Studium und Lehre begleitet. Dass die Goethe-Universität schließlich ohne Auflagen akkreditiert wurde, zeigt, dass sich diese partizipativen Kommunikationsstrukturen nach innen ausgezahlt haben und das neue Qualitätssicherungssystem von allen Gruppen der Universität getragen wird. Insgesamt hat die Systemakkreditierung die Sichtbarkeit von Studium und Lehre  erhöht.

Die Qualitätssicherung der Goethe-Universität basiert auf der Verzahnung quantitativer und qualitativer Evaluationsinstrumente. Exemplarisch lässt sich dieses durch Eigenverantwortung und Dialog geprägte System an der universitätsinternen Akkreditierung darstellen, die die Bachelor- und Masterstudiengänge alle sechs Jahre durchlaufen und bei der in der Regel durch Vor-Ort-Begehungen externe Expertise einfließt. Die externen Gutachten bilden neben internen Richtlinien die Entscheidungsgrundlage für die hochschulinterne Akkreditierungskommission. Der Kommission gehören Vertreterinnen und Vertreter aller Fachkulturen und Statusgruppen an. Sie hat seit ihrer Konstituierung in den letzten zwei Jahren mehr als 40 Studiengänge erfolgreich intern akkreditiert. Bei ihren Entscheidungen spielten Aspekte der Transparenz, Prüfungsvielfalt und Studierbarkeit eine wesentliche Rolle, so dass nach über zwei Jahren Kommissionsarbeit sich erste Richtlinien herauskristallisiert haben.

Dass gerade das „institutionelle Wissen“ ein Vorzug gegenüber den externen Programmakkreditierungen ist, hob die für die Systemakkreditierung verantwortliche Vizepräsidentin Prof. Dr. Tanja Brühl hervor:

„Die Mitglieder der Akkreditierungskommission können im Wissen um die konkreten Bedingungen der Fachbereiche fundiertere und konsequentere Entscheidungen treffen, als es in der Vergangenheit möglich war.“

Und nicht zuletzt das Ringen um unterschiedliche Standpunkte habe, so der Vorsitzende der Akkreditierungskommission Prof. Dr. Jörg Soppa, eine „oft diskursive, aber immer produktive Qualitätskultur“ sowohl in der Kommission als auch insgesamt an der Goethe-Universität entstehen lassen. In den kommenden Jahren soll die inhaltliche Ausgestaltung der Qualitätskultur im Fokus stehen und das Qualitätssicherungssystem noch stärker als in der Vergangenheit an die Herausforderungen einer heterogenen Volluniversität angepasst werden.

Weitere Informationen: Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl, Leiterin Abteilung Lehre und Qualitätssicherung, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (069) 798 12341; E-Mail: schulmeyer@pvw.uni-frankfurt.de; www.luq.uni-frankfurt.de, Dr. Cornelius Lehnguth, Abteilung Lehre und Qualitätssicherung, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (o69) 798 12486; lehnguth@pvw.uni-frankfurt.de

Quelle: Pressemitteilung vom 8. April 2016