Nachrichten aus der Hochschulwelt gibt es jeden Monat im Newsletter des Deutschen Hochschulverbands (DHV). Im Juni werden dabei u.a. die folgenden Themen aufgegriffen:

Nachwuchsprogramm: Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat einen Beschluss über ein Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gefasst, dem die Regierungschefs von Bund und Ländern am 16. Juni 2016 zugestimmt haben. Eine Milliarde Euro wollen Bund und Länder bis zum Jahr 2032 zur Verfügung stellen, damit bundesweit insgesamt 1.000 „Tenure Track“-Stellen der Besoldungsgruppe W1 geschaffen werden, die nach positiver Evaluation in eine höher dotierte Lebenszeitprofessur überführt werden sollen. Verbunden ist dies mit dem Versprechen, die Zahl der unbefristeten Professuren dauerhaft um 1.000 zu erhöhen. Mehr Infos: GWK-Pressemitteilung, HRK-Pressemitteilung

Die Regierungschefs von Bund und Ländern haben sich am 16. Juni 2016 auf die Fortführung der Exzellenzinitiative verständigt. Beim künftigen Wettbewerb mit einem Volumen von 533 Millionen Euro pro Jahr sollen bis zu 50 Forschungsprojekte als Exzellenzcluster gefördert und elf Hochschulen zu Exzellenzuniversitäten gekürt werden. Wenn bei der Evaluation im Jahr 2025 weniger als vier Exzellenzuniversitäten aus der Förderung ausscheiden sollten, soll die Zahl der Förderfälle erhöht werden, sodass zusätzlich vier neue Exzellenzuniversitäten ermittelt werden können. Dadurch entstehende Mehrkosten wird der Bund tragen.

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat sich am 20. Mai 2016 auf das neue Förderformat „Innovative Hochschulen“ verständigt, dem die Regierungschefs von Bund und Ländern am 16. Juni 2016 zugestimmt haben. Erste Wettbewerbsentscheidungen können 2018 fallen. Die neue Initiative bleibt nicht auf Fachhochschulen beschränkt, sondern ist auch an kleinere und mittlere Universitäten adressiert. Als „kleine Schwester“ der Exzellenzinitiative richtet sich das neue Programm an all jene Hochschulen, die im Technologietransfer in die Wirtschaft oder im Wissenstransfer in die Gesellschaft erfolgreich sind. Für den Auf- und Ausbau der strategischen Vernetzung in Verbünden und innovativen Formen wollen Bund und Länder in den nächsten zehn Jahren 550 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Mehr Infos

Wer wird „Hochschullehrer/in der Jahres 2016“? Zum elften Mal lobt der Deutsche Hochschulverband (DHV) ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro für diejenige Hochschullehrerin bzw. denjenigen Hochschullehrer aus, die oder der sich durch außergewöhnliches Engagement besonders verdient gemacht hat. Der Preis wird vom DHV mit Unterstützung der ZEIT-Verlagsgruppe verliehen. Vorschläge sind bis zum 30. September 2016 möglich. Mehr Infos

Gleichzeitig sucht das Karriereportal academics.de den/die „Nachwuchswissenschaftler/in des Jahres“. Mit einem Preisgeld von 5.000 Euro wird eine Nachwuchswissenschaftlerin bzw. ein Nachwuchswissenschaftler prämiert, die bzw. der im vergangenen Jahr durch herausragendes Engagement, zukunftsweisende Ideen oder beispielhaftes Handeln Forschung und Lehre nachhaltig beeinflusst hat. Frist für Vorschläge ist auch hier der 30. September 2016 vorgeschlagen. Mehr Infos

Der Senat der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat sich am 15. Juni 2016 gegen gesetzliche Vorgaben zur Anwesenheitspflicht in Lehrveranstaltungen ausgesprochen. Ob eine Anwesenheit bei einer Lernveranstaltung notwendig sei, könnten letztlich nur die Hochschulen selbst beurteilen. Die Hochschulleitungen zeigten sich angesichts jüngster Hochschulgesetzesnovellen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein an dieser Stelle um die Hochschulautonomie besorgt. Mehr Infos

Hochschulausgaben auf Rekordhöhe: Im Jahr 2014 gaben die deutschen öffentlichen, kirchlichen und privaten Hochschulen 48,2 Milliarden Euro für Lehre, Forschung und Krankenbehandlung aus. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 4,1 Prozent mehr als im Jahr 2013 (46,3 Milliarden Euro). Mit 27,9 Milliarden Euro waren die Personalausgaben – wie in den Jahren zuvor – der größte Ausgabeposten der deutschen Hochschulen. Der laufende Sachaufwand betrug 16,3 Milliarden Euro. Die Investitionen lagen mit vier Milliarden Euro auf dem Stand des Vorjahres. Die Ausgabensteigerungen konnten die Hochschulen zu einem beträchtlichen Teil über höhere eigene Einnahmen finanzieren. Beiträge der Studierenden an die Hochschulen sanken – vor allem durch den Wegfall von Studiengebühren – um 6,3 Prozent auf eine Milliarde Euro. Mehr Infos

Die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin (AG Med) will die Qualität medizinischer Promotionen weiter verbessern. Medizinische Dissertationen sollten nur für solche Themen vergeben werden, die einen substantiellen Beitrag zum wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt erwarten ließen. Zudem sollte eine Publikation der Ergebnisse grundsätzliche Voraussetzung sein. Nach den Vorstellungen der AG Med muss die Promotion in der Medizin stärker als in der Vergangenheit eine klar definierte forschungsorientierte Ausbildungsphase sein. Zur Resolution

Open Access: Der EU-Wettbewerbsrat hat beschlossen, dass bis zum Jahr 2020 alle öffentlich finanzierten wissenschaftlichen Publikationen in der EU frei zugänglich sein sollen. Auch die zugrunde liegenden Forschungsdaten sollen künftig einsehbar werden. Die Ratsentscheidung hat für die Mitgliedstaaten keinen rechtsverbindlichen Charakter. Derweil hat die Helmholtz-Gemeinschaft eine Richtlinie verabschiedet, nach der wissenschaftliche Publikationen, an denen Wissenschaftler der Helmholtz-Gemeinschaft beteiligt sind, der Allgemeinheit offen zur Verfügung stehen sollen.

Hochschulen in Deutschland bereiten die Studierenden zu wenig auf die Arbeitswelt der Zukunft vor. So lautet die Kernbotschaft des aktuellen Hochschul-Bildungs-Reports des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und der Unternehmensberatung McKinsey, für den 300 Unternehmen befragt wurden. Viele akademische Tätigkeiten auch in „technikfernen“ Berufen, etwa in der Verwaltung von Unternehmen, würden durch die zunehmende Digitalisierung entfallen, heißt es dort. Fast jedes vierte Unternehmen gehe davon aus, dass akademische Berufe von Maschinen übernommen werden könnten. Akademiker müssten sich deshalb neue Tätigkeitsfelder erschließen, etwa in der Auswertung von Statistiken oder in der digitalen Analyse großer Datenmengen. Wichtig seien zudem Praxiserfahrung und Fremdsprachen. Mehr Infos

Im Prüfungsjahr 2014 absolvierten 40 Prozent der Studierenden ihr Studium innerhalb der Regelstudienzeit. Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Bachelor-Abschlüsse wurden von den Studierenden zu 46 Prozent innerhalb der Regelstudienzeit erlangt, Master-Abschlüsse zu 34 Prozent. Innerhalb der vorgesehenen Studiendauer plus zwei Semester wurden 85 Prozent der Bachelor-Abschlüsse und 87 Prozent der Master-Abschlüsse erworben. Mehr Infos

Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat die Gewinnerhochschulen und -forschungseinrichtungen der ersten Runde der Philipp Schwartz-Initiative ausgewählt. Sie können mit Hilfe der Initiative gefährdete ausländische Wissenschaftler bei sich aufnehmen. Die ausgewählten Gasteinrichtungen sind: die Universität Bayreuth, aus Berlin die Freie Universität und die Humboldt-Universität, die Universitäten Bochum, Bonn, Bremen, Duisburg-Essen, Erlangen-Nürnberg, Frankfurt, Gießen, Göttingen, Heidelberg, Köln, Leipzig, Mainz und Tübingen sowie das Karlsruher Institut für Technologie und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig.

Im Jahr 2015 erhielten laut Statistischem Bundesamt 24.300 Studierende ein Deutschlandstipendium. Das entsprach einem Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gemessen an der vorläufigen Gesamtzahl der Studierenden des Wintersemesters 2015/2016 liegt der Anteil jedoch lediglich bei 0,9 Prozent. Das Stipendienprogramm-Gesetz sieht acht Prozent als Höchstgrenze vor. Die Deutschlandstipendien in Höhe von monatlich 300 Euro werden je zur Hälfte vom Bund und von privaten Mittelgebern finanziert. Dafür warben die Hochschulen 2015 Fördermittel in Höhe von 25,3 Millionen Euro von privaten Mittelgebern ein. Im Vergleich zu 2014 ist das ein Anstieg von sechs Prozent. Mehr Infos

Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass viele Universitäten unzureichende Online-Tests zur Selbsteinschätzung der Studieneignung anbieten. So seien nur 61 Prozent der untersuchten Tests bei der Entwicklung wissenschaftlich begleitet worden. Drei Universitäten können nach dem Ergebnis der Untersuchung mit ihren sogenannten „Online Self-Assessments“ (OSA) den zu erwartenden Studienerfolg valide vorhersagen: Die RWTH Aachen, die Universität Marburg und die Technische Universität Braunschweig bieten insgesamt OSA für 31 Fächer an. Diese Tests hat Bildung & Begabung, das Talentförderzentrum des Bundes und der Länder, nun auf einer Website gebündelt.

Das Netzwerk „Prekäres Wissen“, eine Initiative um den Soziologen Peter Ullrich von der Technischen Universität Berlin, hat in einem Bericht 60 Beispiele von Honorartätigkeiten an Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen zusammengetragen. Die Studie zeigt, dass die Bezahlung für Lehraufträge an Hochschulen mit Stundenlöhnen zwischen 25 und 45 Euro – je nach Qualifikation und Universität – den realen Arbeitsaufwand nicht abdeckt. Oftmals lag der tatsächliche Brutto-Stundenlohn unter dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro. Mehr Infos

Im Land Hessen wird eine Besoldungsanpassung um ein Prozent realisiert. Entsprechend steigen die Grundgehälter in den jeweiligen Erfahrungsstufen. Auf der ersten Erfahrungsstufe beträgt das W2-Grundgehalt in Hessen nunmehr 5.082,11 Euro und das W3-Grundgehalt 5.634,97 Euro. Das W1-Grundgehalt in Hessen beläuft sich auf 4.048,04 Euro. Eine Besoldungstabelle findet sich auf dem DHV-W-Portal.

Diese und weitere Meldungen sind nachzulesen im DHV-Newsletter 6/2016.