Goethe-Universität, TU Darmstadt und Johannes Gutenberg-Universität Mainz bilden künftig eine strategische Allianz. Mit dem Mitte Dezember abgeschlossenen trilateralen Abkommen wollen die drei Universitäten die Entwicklung der Wissenschaftsregion Rhein-Main insgesamt befördern und deren internationale Sichtbarkeit und Attraktivität stärken. Die Landesregierungen in Hessen und Rheinland-Pfalz unterstützen das Vorhaben. Das Rhein-Main-Gebiet positioniert sich mit den Rhein-Main-Universitäten als leistungsstarker Wissenschaftsstandort:

Nach den Zahlen des jüngsten Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gehören die drei Rhein-Main-Universitäten gemeinsam hinsichtlich ihrer Drittmitteleinwerbung in den zentralen Wissenschaftsbereichen sowie hinsichtlich der gesamten Drittmitteleinwerbung von über 450 Millionen Euro pro Jahr zu den fünf führenden Wissenschaftsregionen Deutschlands.

Vier Exzellenzcluster, drei Exzellenzgraduiertenschulen und 27 Sonderforschungsbereiche der DFG belegen eindrucksvoll die Forschungsleistung der drei Universitäten. Hierbei spielt die enge Zusammenarbeit mit den 20 Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz- Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft sowie der Akademien in der Rhein-Main-Region eine wichtige Rolle.

Die Rhein-Main-Universitäten – Daten und Fakten

107.400 Studierende (WS 2014/15)
15.000 Absolventen (2014)
1.860 Promotionen (2014)
31 ERC-Förderungen
450 Mio. Euro Drittmittel (Einnahmen 2014)
Platz 5 im DFG-Förderranking
20 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
16 DFG-Graduiertenkollegs
27 Sonderforschungsbereiche

Über 70 Projekte und fächerspezifische Verbünde

Bereits im Jahr 2004 wurde die erste Rahmenvereinbarung zwischen den Universitäten Frankfurt und Mainz unterschrieben; seither sind auch jeweils bilaterale Abkommen mit der TU Darmstadt abgeschlossen worden. Die drei Universitäten haben inzwischen in mehr als 70 Projekten und fächerspezifischen Verbünden reichlich Kooperationserfahrung gesammelt.

Es gibt gemeinsam getragene Exzellenzcluster, Sonderforschungsbereiche, Studiengänge, Akademienprojekte und Graduiertenkollegs, die kooperierenden Fächer reichen von Politikwissenschaft bis Kernphysik und von Neurobiologie bis Informatik. Die bearbeiteten Themen kommen aus dem gesamten Spektrum der Disziplinen der Rhein-Main-Universitäten – von der Medizin über die Naturwissenschaften, Geistesund Sozialwissenschaften bis zu den Ingenieurwissenschaften.

Mit dem trilateralen Abkommen bekräftigen die Universitäten, dass sie im Rahmen von nationalen wie internationalen Förderprogrammen gemeinsame Forschungsprojekte und strategische Verbünde beantragen werden. Für den wissenschaftlichen Nachwuchs wollen die Partneruniversitäten gemeinsame Bewerbungen um drittmittelgeförderte Graduiertenprogramme voranbringen und die Vernetzungsmöglichkeiten verbessern.

Von Vorteil ist die Rahmenvereinbarung auch für die Studierenden der drei Universitäten: Sie können die Infrastruktur – etwa die Bibliotheken – aller Universitäten nutzen; der Erwerb eines Teils der Studien- und Prüfungsleistungen an einer der anderen Universitäten soll leichter werden. Weitere gemeinsame Studiengänge der Rhein-Main-Universitäten sind geplant. Lehrende einer Universität haben die Möglichkeit, auch an einer weiteren Rhein-Main-Partneruniversität zu lehren und Prüfungen abzunehmen. Die Beschäftigten der Universitäten sollen die jeweiligen Weiterbildungsangebote verstärkt wechselseitig nutzen können. Um die strategische Entwicklung der Partnerschaft zu befördern, haben die Präsidentin und die Präsidenten einen Initiativfonds aufgesetzt, mit dem sie neue Kooperationen gezielt anstoßen wollen. Zugleich ermuntern sie Fachbereiche und Einrichtungen ihrer Universitäten, weitere Felder der Zusammenarbeit zu erschließen.