Nachrichten aus der Hochschulwelt gibt es jeden Monat im Newsletter des Deutschen Hochschulverbands (DHV). In der März-Ausgabe geht es unter anderem um die Eckdaten, die für die nächste Runde der Exzellenzinitiative gelten sollen, um ein künftiges Tenure Track-Programm, Beratungen zu einem möglichen Förderpaket „Innovative Hochschule“, eine Zwischenbilanz nach fünf Jahren Deutschlandstipendium und die neue GSO Leadership Academy, die exzellente Nachwuchswissenschaftler in ihrer Entwicklung fördern will.

Die Staatssekretäre der Wissenschaftsministerien von Bund und Ländern sollen sich über die Grundlinien des geplanten „Tenure Track“-Programms verständigt haben, über die die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz am 22. April 2016 und die Regierungschefs von Bund und Ländern am 18. Juni 2016 abschließend entscheiden werden. Das berichtet Wissenschaftsjournalist Jan-Martin Wiarda in seinem Blog. Demnach sollen sich die Länder verpflichten, die 1.000 angestrebten „Tenure Track“-Stellen dauerhaft zur Verfügung zu stellen. Diese sollen nach dem Programmende bestehen bleiben und werden wieder neu besetzt, sobald ein Nachwuchswissenschaftler den Sprung auf eine unbefristete Professur geschafft hat. Insgesamt sollen sich die Länder allerdings nicht dazu verpflichten, mehr Universitätsprofessuren als die gegenwärtig rund 26.000 zu schaffen. Pro Jahr und Professur (inklusive Ausstattung) setzen Bund und Länder rund 120.000 Euro an, die Laufzeit des Programms soll acht Jahre betragen. Die von einigen Ländern geforderte Finanzierung von Mittelbaustellen soll es nicht geben.

Ebenfalls in Wiardas Blog ist zu lesen, dass sich die Staatssekretäre der Wissenschaftsministerien von Bund und Ländern auf Eckpunkte der nächsten Exzellenzinitiative geeinigt haben sollen. Über diese müssen die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) am 22. April 2016 und die Regierungschefs von Bund und Ländern am 18. Juni 2016 abschließend befinden. Die neue Runde der Exzellenzinitiative soll demnach mit zweijähriger Verzögerung starten. Bis dahin solle es eine Überbrückungsfinanzierung im bisherigen Umfang geben.

In dem neuen Wettbewerb soll es zwei Förderlinien geben. Für die erste Förderlinie Exzellenzcluster sollen im Jahr 385 Millionen Euro zur Verfügung stehen, für die zweite Förderlinie Exzellenzuniversitäten 148 Millionen Euro. Acht bis elf Exzellenzuniversitäten sind vorgesehen, wobei sowohl Einzel- als auch Verbundbewerbungen möglich sein sollen. Pro Exzellenzuniversität und Jahr sind 10 bis zu 15 Millionen Euro Förderung geplant. Bei erfolgreichen Verbundbewerbungen soll die Fördersumme dann unter den Universitäten gestaffelt werden. 45 bis 50 Exzellenzcluster sollen nur auf Zeit, nämlich maximal zweimal sieben Jahre, gefördert werden können, während der Bund bei den Exzellenzuniversitäten in die Dauerförderung einsteigen soll. Die jährliche Förderung pro Cluster soll sich in einer Bandbreite zwischen drei und zehn Millionen Euro bewegen. Zusätzlich zum Overhead soll eine in der Höhe noch nicht definierte Universitätspauschale hinzukommen.

Die Wettbewerbe um beide Förderlinien sollen entzerrt werden. Zuerst sollen sich die Universitäten um die Cluster bewerben, ehe das Antragsverfahren um den Exzellenzstatus mit abgespeckten Zukunftskonzepten folgen soll. Voraussetzung für die Einzelbewerbungen sollen zwei eingeworbene Cluster sein.

Neu soll das Entscheidungsverfahren gestaltet werden. Deutsche Forschungsgemeinschaft und Wissenschaftsrat sollen insgesamt 40 Wissenschaftler und Wissenschaftsmanager vorschlagen, die jeweils bei allen Entscheidungen ein einfaches Stimmrecht erhalten. Zu ihnen sollen 17 Vertreter aus Bund und Ländern mit einfachem Stimmrecht hinzukommen. Bei den Clustern soll eine einfache Mehrheit im Gremium reichen, bei den Exzellenzuniversitäten soll dagegen eine Mehrheit sowohl bei der Wissenschaft als auch bei der Politik erforderlich sein.

Die Exzellenzinitiative wird von einer großen Mehrheit der Hochschulleitungen befürwortet. Das geht aus dem aktuellen Hochschul-Barometer vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und von der Heinz Nixdorf Stiftung hervor. Nach dem Willen der Hochschulleitungen sollten 32 Prozent der finanziellen Mittel für exzellente Forschungsbereiche ausgegeben werden (Exzellenzcluster). 21 Prozent müssten für den Ausbau universitärer Förderung zur Verfügung stehen (Zukunftskonzepte) und 19 Prozent für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (Graduiertenschulen). Für besonders förderungswürdig hielten die Rektoren und Präsidenten laut Hochschul-Barometer das Themenfeld regionale Kooperationen und Wissenstransfer. Würde es eine solche Förderlinie geben, sollten sogar 26 Prozent der gesamten Fördermittel dafür verwendet werden. Mehr Infos

Bund und Länder verhandeln nach Angaben der „ZEIT“ nicht nur über die Fortführung der Exzellenzinitiative, sondern auch über ein weiteres Förderpaket. Unter dem Titel „Innovative Hochschule“ wollen die Wissenschaftsminister Unternehmungen belohnen, mit denen Hochschulen ihre Wissensschätze neuen Zielgruppen zugänglich machen: Firmen oder Schulen, Bürgerinitiativen oder Nachbarn. Der Wettbewerb solle besonders den Fachhochschulen zugutekommen, die bei der Exzellenzinitiative leer ausgegangen waren. Die Rede ist von mehreren Hundert Millionen Euro vom Bund über zehn Jahre und möglicherweise zusätzlichem Geld von den Ländern. Noch beraten die Staatssekretäre von Bund und Ländern.

Prof: Miriam Tariba Richter ist die 500. Hochschullehrerin, die im Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder gefördert wird. Das teilte das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit. Richter nimmt zum 1. März 2016 ihre Arbeit als Professorin im Fach Pflegewissenschaft mit den Schwerpunkten Gender und Migration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg auf. Da wissenschaftliche Karrierewege für Frauen immer noch weniger durchlässig sind als für Männer, haben Bund und Länder 2008 das Professorinnenprogramm beschlossen und stellen hierfür insgesamt 300 Millionen Euro zur Verfügung. Zurzeit ist in Deutschland jede fünfte Professur mit einer Frau besetzt.

Im Jahr 2015 haben rund 443.000 Schüler/innen in Deutschland die Hochschul- oder Fachhochschulreife erworben, das sind nach vorläufigen Ergebnissen 1,9 Prozent mehr Studienberechtigte als im Vorjahr. Während es einen starken Anstieg in den neuen Ländern einschließlich Berlin von insgesamt 8,3 Prozent gab, waren die Absolvengenzahlen in Schleswig-Holstein (- 2,9 Prozent) und insbesondere Hessen (- 9,5 Prozent), wo im Vorjahr noch ein doppelter Jahrgang Abitur gemacht hatte, rückgängig.

Im Jahr 2014 wurden in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 265,5 Milliarden Euro für Bildung, Forschung und Wissenschaft ausgegeben; 3,2 Prozent mehr als 2013. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch den Kinderbetreuungsausbau und die Zunahme von Forschung und Entwicklung. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2014 wurden 9,1 Prozent für Bildung, Forschung und Wissenschaft verwendet. Deutschland ist damit noch deutlich vom selbst gesteckten Ziel entfernt, die gesamtstaatlichen Aufwendungen in diesem Bereich bis 2015 auf zehn Prozent des BIP zu steigern. Für Forschung und Entwicklung wendeten Unternehmen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen 69,3 Milliarden Euro auf, während die Ausgaben für die Bildungs- und Wissenschaftsinfrastruktur 5,5 Milliarden Euro betrugen. Mehr Infos

Das „Deutschlandstipendium“ soll in seiner jetzigen Form beibehalten werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Evaluationsbericht, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Auftrag gegeben und den das Bundeskabinett am 9. März 2016 verabschiedet hat. „Das Deutschlandstipendium hat einen Grundstein für eine neue Stipendienkultur in Deutschland gelegt“, heißt es in dem Bericht. Mit dem „Deutschlandstipendium“ werden laut Bericht überdurchschnittlich viele Studierende mit Migrationshintergrund (28 Prozent) gefördert. In Bezug auf Bildungsherkunft, Geschlecht, Alter und Familienstand der Stipendiaten sei das Förderprogramm sozial ausgewogen. 2014 wurden mehr als 22.500 Studierende mit einem „Deutschlandstipendium“ gefördert – 0,84 Prozent der Studierenden. Nach ursprünglicher Planung sollten acht Prozent der Studierenden in Deutschland mittelfristig durch das Deutschlandstipendium gefördert werden, inzwischen senkte die Große Koalition diese Zielvorgabe auf zwei Prozent ab.

Nur jeder zehnte Studiengang in Deutschland kann auch in Teilzeit studiert werden. Das geht aus einer Analyse des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) hervor. Den höchsten Anteil an in Teilzeit angebotenen Studiengängen im Wintersemester 2015/16 gibt es demnach im Saarland mit 64 Prozent, gefolgt von Hamburg mit 42,6 Prozent und Brandenburg, wo jeder dritte Studiengang in Teilzeit studiert werden kann. An Deutschlands Hochschulen sind zudem deutlich mehr Menschen ohne Abitur eingeschrieben als noch vor etwa 20 Jahren. Während 1997 knapp 8.500 Menschen ohne allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife studierten, waren es 2014 fast 50.000, heißt es in einer weiteren Studie des CHE. Vor allem Fachhochschulen sind demnach bei Studierenden ohne Hochschulreife gefragt. Ihr Anteil dort beträgt vier Prozent, an Universitäten sind es lediglich zwei.

Der US-Konzern Facebook strebt europaweite Forschungspartnerschaften im Bereich Künstliche Intelligenz an. Deshalb wird das Unternehmen in einem ersten Schritt 25 Hochleistungsserver im Wert von insgesamt rund 1,1 Millionen Euro an Forschungsinstitute in Deutschland und Europa zur Verfügung stellen. Mit den Großrechnern sollen Wissenschaftler zügiger forschen können. Auf die Forschungsinhalte will Facebook keinen Einfluss nehmen. Zu den ersten Zuwendungsempfängern gehört die Technische Universität Berlin. Weitere Rechner will Facebook über ein Auswahlverfahren vergeben. Hochschulen oder öffentlich finanzierte Forschungseinrichtungen, die sich beteiligen wollen, müssen sich dazu bereiterklären, ihre Forschungsergebnisse unter freier Lizenz zu veröffentlichen.

Die German Scholars Organization (GSO) möchte Nachwuchswissenschaftler/innen dabei unterstützen, sich systematisch weiterzuentwickeln, und hat daher gemeinsam mit Partnern wie der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, dem Zentrum für Wissenschaftsmanagement, der Klaus Tschira Stiftung und der Joachim Herz Stiftung die GSO Leadership Academy gegründet. Die Academy richtet sich an exzellente deutschsprachige Nachwuchswissenschaftler aller Fachrichtungen, die im Ausland leben und arbeiten und vor dem nächsten Karriereschritt stehen und eine Rückkehr nach Deutschland anstreben. Während zwei intensiver Trainingsphasen in den USA und Deutschland werden die Fellows der Academy durch individuelle Karriereplanung, Leadership Development und konkretes Managementwissen auf ihrem Weg in eine Führungsrolle begleitet. Bewerbungen sind bis zum 20. April 2016 möglich. Mehr Infos

Der Anstieg der Prüfungszahlen durch die Umsetzung der Bologna-Reform hat zu einer erheblichen Belastung des Hochschulpersonals geführt. Hier bieten sich E-Prüfungen als Ausweg an. Vor welchen Herausforderungen deren Gestaltung und Durchführung an den Hochschulen stehen, beschreibt Professor Heinz-Werner Wollersheim in der März-Ausgabe der Zeitschrift „Forschung & Lehre“. Artikel lesen

Erstmals sucht die „Initiative Pro Recyclingpapier“ Deutschlands Hochschulen mit den höchsten Recyclingpapierquoten. Universitäten und Fachhochschulen mit mehr als 5.000 Studierenden können sich um den Titel „Recyclingpapierfreundlichste Hochschule“ bewerben, indem Sie ihren Einsatz von Recyclingpapier mit dem „Blauen Engel“ bekanntgeben und damit ihr Engagement für ressourceneffizientes Handeln transparent machen. Die Ergebnisse werden im „Papieratlas 2016“ zusammengefasst und veranschaulichen die ökologischen Vorteile der Nutzung von Recyclingpapier in den Bereichen Energie, Wasser und CO2-Emissionen. Kooperationspartner des neuen Hochschulwettbewerbs, der bis zum 10. Mai 2016 läuft, sind das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt sowie der Deutsche Hochschulverband. Nähere Informationen zum Wettbewerb gibt es hier.

Am 11. April 2016 findet in Kooperation mit dem Deutschen Hochschulverband in Frankfurt der diesjährige Santander-Stipendiatentag statt. Eingeladen zu dem Treffen auf dem Campus Westend der Goethe-Universität sind rund 140 Deutschlandstipendiaten der Partner-Universitäten und 30 durch Santander geförderte TANDEM-Stipendiaten der Deutschen Universitätsstiftung. Thematisch stehen Fragen der persönliche Karriereplanung im Mittelpunkt des gemeinsamen Tages.

MINT Excellence vergibt auch in diesem Jahr 30 Stipendien von je 3.000 Euro an Studierende der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Bewerbungsschluss ist der 15. April 2016. Bewerben können sich Bachelor- und Masterstudenten sowie Doktoranden in der Promotionsphase in einer der drei Kategorien: „Studies Excellence“ für herausragende Studienleistungen, „Social Excellence“ für gesellschaftliches Engagement und „Science Excellence“ für besondere wissenschaftliche Leistungen. Zusätzlich schreibt MINT Excellence fünf Promotionspreise für junge promovierte MINT-Wissenschaftler aus, dotiert mit je 5.000 Euro. Mehr Informationen

Diese und weitere Meldungen sind nachzulesen im DHV-Newsletter 3/2016.