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„Demokratie lebt von Streit und Zusammenarbeit“: Minister Gremmels im Austausch mit Studierenden

Wie können wir die Demokratie stärken? Darüber diskutierten Wissenschaftsminister Timo Gremmels und Politologin Nicole Deitelhoff mit Studierenden der Goethe-Universität. (Foto: HMWK/Habeck)

Was bewegt Studierende in einer Zeit, in der unsere Demokratie unter Feuer steht? Diese Frage haben Studierende und Doktoranden beim „Check-up Demokratie“ am Forschungszentrum Normative Ordnungen mit Wissenschaftsminister Timon Gremmels diskutiert. Im Fokus stand dabei insbesondere der Ausbau der Demokratieforschung, den die neue Landesregierung anstrebt. „Demokratie lebt vom konstruktiven Streit und von Zusammenarbeit. Deswegen freue ich mich sehr über das große Interesse der Studierenden und den regen Austausch“, so der Wissenschaftsminister. „Wir wollen die exzellente Forschung, die hier in Hessen und insbesondere an der Goethe-Universität zur Demokratiesicherung geleistet wird, noch stärker ins Rampenlicht rücken. Mein Ziel ist es, gesellschaftliche Prozesse bewusster in die Forschungsarbeit einfließen zu lassen. Wir müssen aktiv werden, um unsere Gesellschaft widerstandsfähiger zu machen“, erklärte Gremmels.

Im Rahmen eines neuen, breit aufgesetzten Förderprogramms soll die Demokratieforschung in Hessen weiter ausgebaut, Wissenschaft und lokale Projekte sollen enger verzahnt werden. In Planung sei zudem eine Professur zur Demokratiegeschichte. Im Gespräch mit den Studierenden ging es auch um deren Perspektiven und Wünsche an die Politik im Hinblick auf die Sicherung und den Ausbau der Demokratie in Hessen und darüber hinaus. So wurde die Frage aufgeworfen, welche Rolle Enttäuschungserfahrungen und Frustration im öffentlichen Diskurs zukommen sollten und wie der Entfremdung von Demokratie und dem Aufwind demokratiefeindlicher Positionen auf affektiver Ebene entgegengetreten werden kann. Gemeinsam wurde darüber diskutiert, wie die Universität durch Kooperation mit Praxispartnern direkter in die Gesellschaft hineinwirken könnte und was der Beitrag des angekündigten Förderprogramms in dieser Hinsicht wäre. Viele Mitdiskutanten trieb auch die Frage um, wie zu erklären ist, dass die Bereitschaft, sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen, immer weiter sinkt und dass gesellschaftliche Konflikte immer stärker ideologisch aufgeladen sind.

Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie und Co-Direktor des Forschungszentrums Normative Ordnungen an der Goethe-Universität, betonte: „In einer Zeit, in der demokratiefeindliche Positionen nicht ohne Erfolg beanspruchen, für die ,wahre‘ Demokratie zu stehen, ist die umfassende Erforschung der Demokratie dringend geboten – von der normativen Grundlagenreflexion über die Analyse der Bedingungen und Gefährdungen der Demokratie bis hin zur Diskussion ihrer Potenziale. Frankfurt ist ein Zentrum für solche interdisziplinäre Forschung, etwa zur Produktivität von Konflikten, zum demokratischen Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft oder zum Verhältnis von Demokratie und Gerechtigkeit. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir diese Fragen mit Minister Gremmels und unseren Studierenden sowie jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Goethe-Universität diskutieren konnten.“

Forst war sich mit Prof. Nicole Deitelhoff und Prof. Christopher Daase einig, dass das gegenseitige Zuhören essentiell für eine funktionierende Demokratie sei. Wo das Gesprochene nicht gehört oder unterdrückt werde, komme es zur Radikalisierung. Entsprechend groß sei die Herausforderung, vor der man stehe.

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