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„Architekturen Organisieren“: Neues Graduiertenkolleg an der Goethe-Universität untersucht Gebautes unter interdisziplinären Aspekten

Die Goethe-Universität hat ein weiteres Graduiertenkolleg eingeworben: Unter dem Titel „Architekturen Organisieren“ sollen am Institut für Kunstgeschichte Arbeiten entstehen, die Planen, Bauen und Gebautes aus einem gesellschaftlichen Blickwinkel betrachten. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das neue Graduiertenkolleg 3022 zunächst für fünf Jahre. Es hat seinen Ursprung in dem durch den RMU-Initiativfonds geförderten Projekt und Ende 2023 abgeschlossenen LOEWE-Schwerpunkt „Architekturen des Ordnens“  

Das Graduiertenkolleg fragt danach, wer die Produktion und Wahrnehmung von Architekturen bestimmt und welche Machtbeziehungen sich darin zeigen – wie zum Beispiel in diesem als Panoptikum angelegten Gefängnisbau im niederländischen Breda. (Foto: G.Lanting, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons)

Architektur einerseits als Produkt, andererseits auch als Anstoß kollektiver Prozesse: Darum geht es im neuen Graduiertenkolleg am Institut für Kunstgeschichte der Goethe-Universität, das die DFG nun bewilligt hat. Diese Doppelsinnigkeit drückt sich auch im Titel aus: „Architekturen Organisieren“ lautet er – was zum einen heißen kann, dass Architekturen organisiert werden, zum anderen, dass Architekturen selbst etwas organisieren können. Die im Kolleg entstehenden Doktorarbeiten betrachten Architektur nicht allein als Produkt von Planung und Bauen, sondern von vielschichtigen gesellschaftlichen Prozessen, die damit verbunden sind.

„Architekturen Organisieren” widmet sich also dem Spannungsraum zwischen organisierten und organisierenden Architekturen. „Damit verschieben wir den Fokus von bis heute dominanten Architekturkonzepten und Dispositiven (das schöpferische Subjekt, das künstlerische Einzelwerk, das Gebaute als Abschluss des Planens) hin zu einer Betrachtung ihrer prozessualen Bedingungen. Das Graduiertenkolleg betrachtet Architekturen entsprechend neuerer interdisziplinärer Ansätze auch als deren Auslöser und Katalysatoren“, erklärt Prof. Carsten Ruhl, der an der Goethe-Universität Architekturgeschichte lehrt und Sprecher des Graduiertenkollegs ist.

Das Kolleg sieht Architekturen als Räume dynamischer Aushandlungsprozesse, die direkt und unauflöslich mit Organisationsformen wie Institutionen, Netzwerken und Diskursen verbunden sind. Als Arbeitsfelder strukturieren sie das Forschungsprogramm des Kollegs. Im Graduiertenkolleg arbeiten zwölf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität, der TU Darmstadt, der Universität Kassel und des Max-Planck-Instituts für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie zusammen. Neben der Architekturgeschichte, den Sozial-, Kultur-, Rechts- und Geschichtswissenschaften sind auch die Disziplinen Architektur und Städtebau beteiligt. Co-Sprecherin des Kollegs ist Prof. Sybille Frank, Stadt- und Raumsoziologie, TU Darmstadt. Die DFG fördert das Kolleg ab dem 1. November 2024 für eine Laufzeit von zunächst fünf Jahren mit einer Bewilligungssumme von rund 8,1 Millionen Euro.

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