Persönliche Finanzentscheidungen im Blick
Ob Altersvorsorge oder Diversifikation: Frühzeitige Finanzplanung ist wichtig, kann unter Umständen aber durchaus herausfordernd sein. Mit dem Alter steigen meist auch die Ansprüche. Es kommen Fragen auf wie: „Reicht mein erarbeiteter Betrag später für die Rente?“ oder „Wie viel sollte ich monatlich sparen?“. So kann das finanzielle Leben schnell komplex werden. Umso schwieriger wird es, dabei den Überblick zu behalten.
Um dem entgegenzuwirken hat Andreas Hackethal, Professor für Finanzen an der Goethe-Universität, gemeinsam mit seinem Team am House of Finance die App „Seasn“ entwickelt. Das Ziel der App: Den Usern eine solide Übersicht ihrer Altersvorsorge bieten und ihnen dabei helfen, Finanzprodukte und Planungsmöglichkeiten besser zu verstehen.
„Dafür legt der User in der App einen ,finanziellen Zwilling‘ an, der die persönliche Einkommens- und Vermögenssituation widerspiegelt,“ erklärt Prof. Hackethal. Mit diesem Zwilling können verschiedene Szenarien durchgespielt werden, beispielsweise eine andauernde Inflation oder eine Auszeit vom Job. Die Auswirkungen auf die eigene finanzielle Situation sind unmittelbar sichtbar. Diese Simulation soll den Usern die Möglichkeit bieten, die eigene Finanzplanung zu verstehen und bessere Finanzentscheidungen für die Zukunft zu treffen.
Nicht nur Finanzplanung, sondern auch Finanzbildung
Die Seasn-App ist durchaus komplex. Bevor es losgehen kann, muss sich der User erst einmal mit den zahlreichen Oberflächen vertraut machen. Doch auch hier haben die Entwickler*innen aus dem House of Finance vorgesorgt und kurze Erklärvideos erstellt, die einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten schaffen. Das wiederum unterstreicht den Bildungsanspruch der App.
Deshalb gibt es in der App auch einen Lernmodus: Er ermöglicht es Lehrkräften, Finanzwissen wissenschaftlich fundiert zu vermitteln. Dadurch sollen junge Menschen an das Thema Finanzplanung herangeführt werden. „Finanzplanung ist ein komplexes Thema, mit dem man sich früh auseinandersetzen sollte. Die Seasn-App bietet eine gute Gelegenheit, sich dem zunächst grundlegend, dann aber auch zunehmend anspruchsvoller zu widmen,“ betont Prof. Hackethal.
Eigene Forschungsdaten

Andreas Hackethal betreibt an der Goethe-Universität Forschung zu Finanzentscheidungen. Die Daten dafür stammen meist von Banken. Um nicht gänzlich abhängig von den Banken zu sein, wollten die Wissenschaftler*innen ihre eigenen Daten sammeln. So entstand kurzerhand die Idee zur App: Die User füttern sie mit Daten zu Depots, Altersvorsorge oder Immobilien und behalten dadurch ihre finanzielle Situation im Blick. Die Wissenschaftler*innen wiederum können die (natürlich anonymisierten) Daten für ihre Forschung nutzen. Sozusagen eine Win-Win-Situation.
Die in der App gewonnenen Daten fließen direkt in die Forschung ein. Prof. Hackethal und sein Team können so untersuchen, warum Menschen in bestimmten Situationen bestimmte finanzielle Entscheidungen treffen. Damit möchten sie neue Wege zur Verbesserung der finanziellen Entscheidungsfindung identifizieren.
Mit den ersten Daten aus der App können die Wirtschaftswissenschaftler bereits arbeiten. Die Seasn-App ist also bislang ein voller Erfolg. Das zeigen nicht nur die vielen registrierten User. Erst kürzlich wurde „Seasn“ mit dem German App-Award 2026 des Deutschen Instituts für Service-Qualität DISQ und des Nachrichtensenders ntv ausgezeichnet. Sie konnte in der Kategorie Finanzbildung überzeugen.
Die Seasn-App steht zum kostenlosen Download im AppStore und bei Google Play bereit. Weitere Informationen zur App →
Isabelle Hammerschmiedt











