Der Preis „Ausgezeichnet Ausgestellt“ der Dr. Marschner Stiftung würdigt eine herausragende kuratorische Leistung und geht für 2025 an die Schau „SOLASTALGIE. Spaziergänge durch veränderte Landschaften“ (9.10.2025 bis 15.2.2026) im MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert.

„Ausgezeichnet Ausgestellt“ hebt die Bedeutung einer ganzheitlichen Arbeit von Kuratorinnen und Kuratoren sowie kulturellen Einrichtungen hervor. Mit Dr. Katrin Kolk und Dr. Tim Pickartz erhält erstmals ein Kuratorenteam diese Anerkennung der unabhängigen, siebenköpfigen Jury. Am Donnerstag, dem 26. März 2026, wurde der Preis bei einem Festakt im Frankfurter Literaturhaus überreicht. Die bisherigen Preisträger des jährlich verliehenen Dr. Marschner Ausstellungspreis „Ausgezeichnet Ausgestellt“ waren: 2018 der Portikus mit „o portio n.“, das Städel Museum mit „Making Van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe“ in 2019, 2020 der Frankfurter Kunstverein mit „Jeremy Shaw – Phase Shifting Index“, in 2021 die Schirn Kunsthalle Frankfurt mit „Magnetic North. Mythos Kanada in der Malerei 1910-1940“ und für 2022 das Museum MMK für Moderne Kunst mit der Ausstellung „Rosemarie Trockel“. Die Auszeichnung für 2023 erhielt die Liebieghaus Skulpturensammlung mit der Ausstellung „Maschinenraum der Götter. Wie unsere Zukunft erfunden wurde“. „Hans Haacke. Retrospektive“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt war 2024 der Gewinner.
Peter Gatzemeier, Vorstand der Dr. Marschner Stiftung: „Wenn man auf das kulturelle Leben unserer Stadt blickt, sieht man ein Zusammenspiel aus Ideen, Kooperationen und gegenseitiger Wertschätzung. Als Frankfurter Stiftung freuen wir uns, gemeinsam mit unseren Projektpartnern Teil dieses verlässlichen Netzwerkes zu sein. Unsere Auszeichnung „Ausgezeichnet Ausgestellt“, die wir in diesem Jahr zum achten Mal vergeben, ist Ausdruck für diese kreative Energie, die unsere Stadt weit über ihre Grenzen hinaus kennzeichnet. Auch das Gewinner-Kuratorenteam und die Institution des MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität steht mit ihrer Ausstellung „SOLASTALGIE“ exemplarisch für diese interdisziplinäre, innerstädtische Zusammenarbeit.“
„Die Schau überführt die traditionsreiche Sammlung Giersch und das Stiftermuseum Giersch in seine neue Identität als Universitätsmuseum, indem auf kluge Art und Weise Kunst und Wissenschaft fruchtbar mit- und gegeneinander arbeiten. Historische und aktuelle künstlerische Positionen treten mit akuten Forschungsfragen in Dialog. Kuratorisch und handwerklich versiert, gelingt es dem Kuratorenteam mehrdimensional und spartenübergreifend ein zugleich abstraktes und emotional aufgeladenes als auch äußerst aktuelles Thema mit den unterschiedlichen Anforderungen an ein Universitätsmuseum zu vereinen – das ambivalente Gefühl von Schönheit und Verlust angesichts des Wandels und der Zerstörung von Landschaften und Lebensräumen und die dadurch ausgelöste Sehnsucht“, begründet Dr. Andrea Haller, Mitglied der Jury.
Ina Neddermeyer, Direktorin MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität: „Mit dieser Ausstellung feiern wir ein Doppeljubiläum: 25 Jahre Museum Giersch und zehn Jahre Zugehörigkeit zur Goethe-Universität. Das wir in diesem besonderen Jahr mit dem Dr. Marschner Ausstellungspreis ausgezeichnet werden, freut uns außerordentlich. Damit wird die herausragende kuratorische Arbeit von Dr. Katrin Kolk und Dr. Tim Pickartz gewürdigt und die Bedeutung des MGGU als multidisziplinäres Forum für Kunst und Wissenschaft unterstrichen. Im Namen des gesamten Teams danke ich der Marschner-Stiftung für diese Auszeichnung.“
Dr. Katrin Kolk, Kuratorin und Dr. Tim Pickartz, Kurator für Vermittlung und Diskurs: „Die Ausstellung ist als Spaziergang konzipiert, der die Besucher:innen einlädt, sich treiben zu lassen und eigene Wege durch das Museum zu entdecken. Historische und zeitgenössische Landschaftsbilder treten in einen Dialog mit wissenschaftlichen Perspektiven und zeigen, dass Landschaft gesellschaftliche, politische und ökologische Fragen spiegelt. Auch der Blick aus den Fenstern – auf Main, Stadt und Garten – ist Teil dieses Erfahrungsraums. Somit bietet die Ausstellung sehr unterschiedliche Zugänge und fragt uns, in welcher Beziehung wir selbst zur Landschaft stehen, welche Gefühle wir haben, wenn wir sie betrachten oder in ihr spazieren gehen. Wir bedanken uns herzlich bei der Jury – diese Auszeichnung bedeutet uns wirklich viel!“
Die Jury
– UIrike Berendson, Geschäftsführerin Deutsches Institut für Stadtbaukunst Frankfurt
– Dr. Sandra Danicke, Redakteurin Kunstmagazin art
– Katrin Ewald, Musikpädagogin und Komponistin
– Dr. Andrea Haller, Referentin für Universitäre Kooperationen, DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V.
– Simone Krämer, Referentin Dr. Marschner Stiftung
– Dr. Claudia Orben-Mäckler, Kunsthistorikerin
– Sabine Schirdewahn, Künstlerin und Kuratorin, Geschäftsführerin der RAY – Triennale der Fotografie
Der Preis
Mit dem Preis „Ausgezeichnet Ausgestellt“, der mit 25.000 Euro dotiert ist, prämiert die Dr. Marschner Stiftung die kuratorische Gesamtleistung eines herausragenden Ausstellungsprojekts in Frankfurt am Main und Offenbach. Das Preisgeld ist institutions-, nicht projektgebunden. Die Auszeichnung wird jährlich und an Einrichtungen, die gemeinnützig tätig sind oder von öffentlichen Stellen getragen werden, verliehen. Eine unabhängige und fachkundige Jury verkündet im jeweils folgenden Frühjahr den Preisträger. Kulturelle Einrichtungen, Kuratoren und Künstler werden durch den Dr. Marschner Ausstellungspreis ermutigt, die kreative Verbindung von Konzeption und Rezeption in den Fokus zu stellen. Hierbei sind die Qualität der Exponate im Hinblick auf die thematische Ausarbeitung der Ausstellung, das ganzheitliche Vermittlungskonzept unter Berücksichtigung der Vorkenntnisse des einzelnen Besuchers, das Gesamtgefüge und der Gesamteindruck des Projektes, sowie der Aspekt der Nachhaltigkeit Inhalt der Preisvergabe.
Die Stiftung
Die Dr. Marschner Stiftung zählt zu den größeren Frankfurter Stiftungen. Sie begleitet finanziell sowohl kleinere Projekte als auch ebenso wirkungsvoll große und ambitionierte Vorhaben aus den Bereichen Kultur, Soziales und Wissenschaft. Die Mittel werden dabei ausschließlich regional, dadurch aber besonders kraftvoll und gezielt für die Menschen in Frankfurt am Main und Offenbach eingesetzt. Zurück geht die Stiftung auf Dr. Jürgen Marschner, Hauptgesellschafter des ehemaligen Frankfurter Kaufhauses M. Schneider. Mit dem Fokus auf mildtätige, kulturelle und wissenschaftliche Zwecke, fügt sich der Stiftungsgedanke des Unternehmers in die jahrhundertealte Tradition des bürgerlichen Engagements der Stadt Frankfurt ein. www.marschner-stiftung.de
Weitere Informationen
MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main. Website des MGGU →








