Die Goethe-Universität Frankfurt am Main trauert um Jürgen Habermas

Jürgen Habermas, hier bei einem Vortrag an der Goethe-Universität zu seinem 90. Geburtstag 2019.

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Am Morgen des 14. März 2026 ist Jürgen Habermas in seinem Haus in Starnberg verstorben. Die Goethe-Universität trauert um ihren Kollegen Jürgen Habermas, der der Universität von 1964 bis 1971 als Nachfolger von Max Horkheimer auf dem Lehrstuhl für Philosophie und Soziologie und, nach seiner Zeit als Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg, erneut von 1983 bis zu seiner Emeritierung 1994 als Professor für Philosophie angehörte.

Mit Jürgen Habermas verliert die Goethe-Universität einen der weltweit bedeutendsten Philosophen des 20. und 21. Jahrhunderts und den wichtigsten Vertreter der Kritischen Theorie, die zurecht als „Frankfurter Schule“ bezeichnet wird. Zugleich war Jürgen Habermas der einflußreichste öffentliche Intellektuelle der Bundesrepublik Deutschland, dessen Stimme auch im wiedervereinigten Deutschland nach 1990 und stets weit über Deutschland hinaus wahrgenommen wurde.

Seine Beiträge zu einer philosophischen Theorie kommunikativer Vernunft, zur Grundlegung einer Theorie vernünftiger Freiheit und gesellschaftlicher Gerechtigkeit, zur Normativität und Institutionalisierung des Rechts und zur Rolle von Religion in säkular-pluralistischen Gesellschaften haben zu einer weltweiten Rezeption und zu lebendigen Debatten eingeladen, die an der Goethe-Universität Frankfurt bis auf den heutigen Tag weitergeführt werden. So wirken die bahnbrechenden Arbeiten von Jürgen Habermas, aber auch seine persönliche Präsenz an der Universität und seine vertrauensvolle Nähe zu vielen Mitgliedern unserer Universität weit über die Lebensspanne dieses außerordentlichen Forschers und einzigartigen Hochschullehrers hinaus. Sie werden die Forschung und Lehre an der Goethe-Universität Frankfurt auch in Zukunft im Verbund der Rhein-Main-Universitäten weiterhin nachhaltig prägen.

Prof. Dr. Enrico Schleiff,
Präsident der Goethe-Universität

Frankfurt am Main, den 14.3.2026

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