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„Ein Vorbild als Zahnarzt und als Mensch“: Puria Parvini erstplatziert bei 1822-Universitätspreis für gute Lehre

Zum 22. Mal ist an der Goethe-Universität der 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre verliehen worden. Damit ausgezeichnet wurden der Zahnmediziner PD Dr. Puria Parvini, die Koordinatorin des naturwissenschaftlichen Orientierungsstudiums Dr. Bianca Bertulat und der Professor für Religionspädagogik David Käbisch. Der Preis wird von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse und der Goethe-Universität gemeinsam vergeben.

Oralchirurg PD Dr. Puria Parvini mit Prof. Christiane Thompson und Dr. Ingo Wiedemeier inmitten der Studierenden, die ihn für den 1822-Universitätspreis nominiert hatten.

Fast vollbesetzt war der Renate-von-Metzler-Saal im Casinogebäude bei der Verleihung des 1822-Universitätspreises für exzellente Lehre. Offensichtlich eine beliebte Veranstaltung im Jahreskalender der Goethe-Universität, die immer wieder anders, aber immer sehr munter verläuft. Diesmal schlüpfte das Moderationsteam Thessa König und Felix Burose, beide Studierende der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Goethe-Universität, in die Rolle der Seminarleitung. Ein Proseminar sollte es an diesem Abend sein, Titel: „Einführung in die exzellente Lehre der Goethe-Universität“. Mit ernster Miene wurde der geplante Ablauf erläutert, das Präsentieren von Theorie und Gastbeiträgen, das schließlich zu den praktischen Beispielen führen sollte. Ungewöhnlich für ein Proseminar: Der Abend wurde musikalisch passend begleitet, und zwar von Felix Müller (Klavier/Gesang) und Benedikt Herrmann (Gitarre/Gesang).

Vizepräsidentin Prof. Christiane Thompson erinnerte daran, wie wichtig gute Lehre für Albert Einstein war.

Uni-Vizepräsidentin Prof. Christiane Thompson und Dr. Ingo Wiedemeier, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse waren sich in ihren „Gastbeiträgen“ einig darin, dass gute Lehre unbedingt förderungswürdig sei. Wiedemeier sprach vom zu erwartenden Fachkräftemangel: Gute Lehre sei wichtig, „damit wir die freiwerdenden Stellen auch künftig qualitativ hochwertig besetzen können“. Und Christiane Thompson erinnerte an Albert Einstein, der die universitäre Lehre nicht als Pflicht sehen wollte, sondern als Ausdruck der Begeisterung für das Fach. Wie sich die Studierenden an der Goethe-Universität für die Nominierungen ins Zeug legten – „Einstein wäre begeistert gewesen von so viel Committment“, so Thompson.

Dr. Ingo Wiedemeier, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse, hofft auf gut qualifizierte Uniabsolventen.

Begeisterung für ihr Fach zeigten auch Stefanie Petereit und Adriano Werner vom Improtheater „Der Fuchs“, die für die „praktischen Übungen“ zuständig waren. Die Eingebungen des Publikums bezogen sie atemberaubend temporeif und kreativ in ihr Spiel um den Alltag von Lehrenden ein. Eine improvisierte Rede unter Verwendung der Worte Chirurg, Gänseblümchen und Mücke brachte zwar vielleicht nicht viel Erkenntnis, aber durchaus Heiterkeit.

Was aus ihrer Sicht gute Lehre ausmacht, das erklärten schließlich die Studierenden in ihren Lobreden („Fallbeispielen“). Den mit 15.000 Euro dotierten 1. Preis erhielt PD Dr. Puria Parvini, der als Leitender Oberarzt an der Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie der Goethe-Universität tätig ist. Die Studierenden beschrieben ihn als „außergewöhnliche Person“, über die sich kurz zu halten „unfassbar schwer“ sei – so viele positive Eigenschaften gebe es an ihm. Er begegne den Studierenden auf Augenhöhe, nehme sich für alle Fragen Zeit, lasse den Nachwuchs an seiner Forschung teilhaben. Mit Hilfe einer ausführlichen Dokumentation seiner Patientenfälle fülle er den theoretischen Inhalt seiner Vorlesungen mit Leben. Er ermögliche den Studierenden zum Teil auch eine aktive Teilnahme an Operationen. „Herr Dr. Parvini ist ein Vorbild, nicht nur als Zahnarzt, sondern auch als Mensch“, schloss die Laudatio.

Der 2. Preis (10.000 Euro) ging an Dr. Bianca Bertulat, die als Koordinatorin des Goethe-Orientierungsstudiums Natur- und Lebenswissenschaften der Goethe-Universität wirkt. Das Goethe-Orientierungsstudium richtet sich an Studieninteressierte mit einem ausgeprägten Interesse an Natur- und Lebenswissenschaften, denen die Entscheidung für ein Studienfach noch schwerfällt. Das vorgeschaltete Orientierungsstudium ermöglicht es den teilnehmenden Studierenden, zu einer fundierten Studienwahl zu kommen. Dafür entwickelt Bertulat gemeinsam mit den Fachbereichen Biowissenschaften, Geowissenschaften/Geographie und Sportwissenschaften Lehrveranstaltungen, die hierfür geeignet sind. Bertulat motiviert die Studierenden, sich auf wissenschaftliches Denken einzulassen und fördert die Begeisterung für Natur- und Lebenswissenschaften. In ihrer Laudatio hoben die Studierenden vor allem Bertulats Leidenschaft für die Wissenschaft hervor und die Gabe, die Studienanfänger zu motivieren und zu ermutigen.

Den 3. Preis erhielt Prof. David Käbisch, der an der Goethe-Universität Religionspädagogik und Didaktik des evangelischen Religionsunterrichts lehrt. Käbisch wurde von den Studierenden wegen seines innovativen Lehrangebots ausgewählt. Er vermittele seinen Studierenden eine hohe Kompetenz in multimedialen Lehransätzen. Ein sehr erfolgreiches Lehrprojekt ist Relithek.de, ein Multimediaportal zur (inter)religiösen Verständigung und Bildung, welches einen interreligiösen Dialog bundesweit angeregt hat. Dieses Projekt wurde vor einem Jahr mit einem weiteren Projekt erweitert: SANE, das Selbstlerntool Ambivalente Narrative in Erklärfilmen, womit Lehramtsstudierende erzähltheoretische, mediendidaktische und fachdidaktische Kategorien für die Analyse von Erklärfilmen kennenlernen. Prof. Käbisch vermittele den Studierenden, warum religiöse Bildung wichtig ist, um einen interreligiösen Dialog führen zu können, so Lautdatorin Judith Vater. Er schaffe selbst immer wieder Möglichkeiten der interreligiösen Begegnung.

Der Renate-von-Metzler-Saal war gut besucht bei der zum Proseminar umfunktionierten Preisverleihungsfeier.

Der 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre wird jährlich vergeben. Er soll das Bewusstsein für die Bedeutung innovativer Hochschullehre schärfen und das Engagement herausragender Lehrender sichtbar machen. Den ersten und dritten Preis fördert die Stiftung der Frankfurter Sparkasse mit insgesamt 20.000 Euro, der 2. Preis in Höhe von 10.000 Euro wird von der Goethe-Universität finanziert. Das Nominierungsrecht liegt bei den Studierenden. Die Entscheidung darüber, wer den Preis letztendlich erhält, obliegt einer Kommission, in der alle Statusgruppen sowie die Geschäftsführung der Stiftung der Frankfurter Sparkasse vertreten sind. Die wichtigsten Kriterien für die Vergabe sind: Innovation in der Lehre, besondere Qualität der Lehrveranstaltungen sowie außergewöhnliches Engagement in der Betreuung von Studierenden.

Felix Müller (links) und Benedikt Herrmann gaben dem Abend den musikalischen Rahmen.
Was Gänseblümchen und Mücken mit guter Lehre zu tun haben könnten, das zeigte das Improtheaterduo Stefanie Petereit und Adriano Werner von der Gruppe „Der Fuchs“.

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