
Filmemacher, Fernsehproduzent, Publizist und eine starke Stimme in der kritischen Aufarbeitung deutscher Geschichte und Gegenwart: Die Goethe-Universität trauert um Dr. Alexander Kluge, der im Alter von 94 Jahren in München verstorben ist. Kluge war der Goethe-Universität auf vielfache Weise verbunden: Er studierte Rechtswissenschaft in Frankfurt und leistete in den 1950er Jahren am Institut für Sozialforschung sein juristisches Referendariat ab. 1965 promovierte er in Marburg über die „Universitäts-Selbstverwaltung“. 1973 übernahm Kluge eine Honorarprofessur an der Goethe-Universität. 2012 übernahm er die traditionsreiche Frankfurter Poetikdozentur und begeisterte mit seiner „Theorie der Erzählung“ an vier Abenden jeweils über 1.000 Zuhörerinnen und Zuhörer.
Kluge galt in den 1960er und 1970er Jahren als einer der wichtigsten Vertreter des Neuen Deutschen Films, gehörte zu den Initiatoren des Oberhausener Manifests und verfasste einflussreiche Texte zur Filmtheorie. Er verstand sich selbst vor allem als Buchautor und gehörte zum Kreis um die Gruppe 47. Kluge erhielt im Laufe der Jahre zahlreiche Preise, darunter 1966 den Silbernen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig, 2001 zum zweiten Mal den Bremer Literaturpreis, 2003 den Georg-Büchner-Preis sowie 2008 den Deutschen Filmpreis. 2009 wurde er mit dem Adorno-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. Mit wichtigen Exponenten der Frankfurter Schule stand er in engem Austausch. Mit dem kürzlich verstorbenen Jürgen Habermas verband Kluge eine über 70 Jahre währende intensive Freundschaft.










