Anlässlich des bundesweiten Aktiontags #4genderstudies weist die Gleichstellungsbeauftragte der Goethe-Universität, Anja Wolde, darauf hin, dass Gleichstellung und Geschlechterforschung sowohl in ihrer Entstehung als auch in ihrer heutigen Praxis in einer engen Wechselbeziehung stehen. „Frauenförderungs- und Gleichstellungspolitik sind auf Ergebnisse, Analysen und Anstöße aus der Geschlechterforschung angewiesen. Maßnahmen der Gleichstellungspolitik greifen nicht, wenn sie ohne Kenntnisse gesellschaftlicher und kultureller Zusammenhänge formuliert werden. Gleichstellungsakteur*innen müssen in der Lage sein, soziale Zuschreibungen von Differenz und darin eingelagerte Hierarchien und Machtverhältnisse zu reflektieren. Geschlechterforschung stellt hierfür Konzepte und Analysen zur Verfügung. Geschlechterforschung bedarf wiederum einer Frauenförderungs- und Gleichstellungspolitik an Hochschulen, die Gleichstellung nicht auf Zahlenrelationen reduziert, sondern an einer Hochschul- und Wissenschaftskultur mitarbeitet, die traditionelle Zuweisungen hinterfragt und damit Raum eröffnet für engagierte kritische Wissenschaftler*innen in allen fächerspezifischen Ausdifferenzierungen.“ An der Goethe-Universität wird dieser Zusammenhang auch institutionell gelebt in der produktiven Zusammenarbeit zwischen Gleichstellungsbüro und dem „Cornelia Goethe-Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse“, das gerade sein zwanzigjähriges Jubiläum feierte. Für die Zukunft wünscht sich Anja Wolde, dass Geschlechterforschung in Lehre und Forschung aller Fächern noch mehr an Bedeutung gewinnt. Sie ist überzeugt, dass es kaum einen gesellschaftlichen Bereich gibt, in dem „Geschlecht“ – Gender – nicht von Bedeutung ist. Das gilt für die Medizin, die Biologie, die Chemie, oder alle anwendungsbezogenen Fächer wie die Ingenieurwissenschaften.

Weitere Informationen

Dr. Anja Wolde ist Gleichstellungsbeauftragte und Leiterin des Gleichstellungsbüros der Goethe-Universität. www.gleichstellungsbuero.uni-frankfurt.de

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