Der Deutsche Hochschulverband (DHV) stellt jeden Monat in seinem Newsletter Nachrichten aus der Hochschulwelt zusammen. Unter anderem geht es im Oktober um die folgenden Themen: 

Exzellenzstrategie: Bei der „Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder“ sind Vorentscheidungen gefallen. 88 Projekte von deutschen Hochschulen oder Verbünden wurden zur Antragstellung für die Endrunde des Wettbewerbs aufgefordert, mit dem bis zu 50 Vorhaben gefördert werden sollen. Die erfolgreichen Skizzen kommen von 41 Hochschulen aus 13 Bundesländern; 26 von ihnen waren von mehreren Universitäten eingereicht worden. Rund 40 Prozent der Projekte knüpfen an Exzellenzcluster an, die bereits in der vorausgegangenen Exzellenzinitiative gefördert wurden. 19 Prozent der Skizzen haben ihren thematischen Schwerpunkt in den Geistes- und Sozialwissenschaften, 24 Prozent in den Lebenswissenschaften; 26 Prozent der Vorhaben sind überwiegend den Ingenieurwissenschaften zuzuordnen und 31 Prozent den Naturwissenschaften.

Drittmittel-Einwerbungen: Im Jahr 2015 warb ein/e Professor/in an deutschen Universitäten (ohne medizinische Einrichtungen/Gesundheitswissenschaften) im Durchschnitt Drittmittel in Höhe von 257.600 Euro ein – 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Von den fast 6,8 Milliarden Euro Drittmitteln, die von den Universitäten (einschließlich medizinische Einrichtungen) eingeworben wurden, entfielen 25,8 Prozent auf die medizinischen Einrichtungen. Die meisten Drittmittel warben unter den Universitäten (ohne medizinische Einrichtungen/Gesundheitswissenschaften) im Jahr 2015 die RWTH Aachen (289 Millionen Euro), die Technische Universität München (243 Millionen Euro) und die Technische Universität Dresden (220 Millionen Euro) ein.

Frauenanteil steigt langsam: In Leitungspositionen des Wissenschaftssystems bleiben Frauen weiterhin unterrepräsentiert. Wie die Datenfortschreibung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) zeigt, sind weiterhin vier von fünf Professuren mit Männern besetzt. Dabei sei der Frauenanteil in den vergangenen 20 Jahren stark gestiegen: Bei den Promotionen waren es 1996 31,1 Prozent, inzwischen sind es 44,7 Prozent, die Zahl der Habilitandinnen stieg von 12,9 auf 28,4 Prozent, die der Professorinnen von 8,5 auf 22,7 Prozent. Bei den Professuren sinke der Frauenanteil jedoch, je höher die Besoldungsgruppe werde: Der Frauenanteil auf W1-Professuren liegt inzwischen bei 41,7 Prozent, auf C3/W2-Stellen bei 23,4 Prozent und auf C4/W3-Professuren bei 18,4 Prozent.

Rund 19.000 Studiengänge gibt es aktuell in Deutschland. Ihre Anzahl ist damit zwischen den Jahren 2014 und 2017 um rund 11 Prozent gestiegen, so eine aktuelle Analyse des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Etwa die Hälfte der zusätzlichen Studiengänge entfällt laut CHE auf die Universitäten, die mit rund 60 Prozent weiterhin den größten Anteil der Studiengänge in Deutschland anbieten, darunter alleine 4.000 im Lehramt.

Forderungen für Innovations- und Forschungspolitik: Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft und die großen Wissenschafts- und Forschungsorganisationen haben gemeinsam Anliegen und Empfehlungen für die Innovations- und Forschungspolitik der nächsten Legislaturperiode formuliert. So sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bis zum Jahr 2025 von einem Anteil von drei auf einen Anteil von 3,5 Prozent am Bruttoinlandsprodukt gesteigert werden. Gefordert wird zudem, eine steuerliche Forschungsförderung einzuführen und künftig die Auswirkungen von Gesetzen auf den Forschungs- und Innovationsstandort zu überprüfen. Außerdem sollten Förderschwerpunkte künftig noch stärker ressortübergreifend und methodisch konsistent festgelegt werden.

Druck auf Elsevier wächst: Im Zuge der Auseinandersetzungen der deutschen Wissenschaftsorganisationen mit dem Wissenschaftsverlag Elsevier legen erste Wissenschaftler ihre Mitarbeit als Herausgeber und Mitglieder der Editorial und Advisory Boards für Zeitschriften des Verlags nieder. Damit positionieren sie sich gegen die bislang erfolglos gebliebenen Verhandlungen mit dem Verlag über bundesweite Verträge für den Zugang zu elektronischen Fachzeitschriften. Zukünftig sollen Artikel als Open Access veröffentlicht werden. Damit würde das Lesen wissenschaftlicher Beiträge uneingeschränkt und kostenlos möglich. Lediglich für die Publikation würden einmalig Kosten anfallen.

Verhaltenskodex zur Religionsausübung : Die Universität Hamburg hat als bundesweit erste Hochschule in einem Verhaltenskodex geregelt, wie Universitätsangehörige ihren Glauben leben und ausüben können. Dieser schreibt fest, dass das vom Grundgesetz gewährte Recht auf Religionsfreiheit für die Angehörigen der Universität Hamburg in keiner Weise eingeschränkt ist. Allerdings ende die Ausübung religiöser Freiheit dort, wo der wissenschaftliche Auftrag der Universität Hamburg beeinträchtigt oder gefährdet werde: Laut Kodex wird beispielsweise die Vollverschleierung auf dem Campus erlaubt, allerdings bei Prüfungen wegen der notwendigen Feststellung der Identität nicht gestattet. Wissenschaftliche Standards ließen es zudem nicht zu, wissenschaftliche Inhalte, Methoden oder Personen aus religiösen Gründen abzulehnen. Auch die Durchführung von Forschung und Lehre, also zum Beispiel Vorlesungen, dürften nicht durch eine religiöse Alltagsgestaltung beeinträchtigt werden.

Die Langversionen der Meldungen sind nachzulesen im DHV-Newsletter 10/2017, außerdem weitere Themen, unter anderem:

  • Zweitveröffentlichungsrechte: Verlage nehmen ResearchGate ins Visier
  • Plädoyer für starke Hochschulleitungen
  • Österreich: Anteil der deutschen Professoren wächst weiter
  • NRW: Landesregierung kündigt mehr Freiheiten für Hochschulen an
  • Off University: Online-Universität für entlassene türkische Wissenschaftler
  • Ausschreibung Deutscher Hochschulbaupreis 2018
  • Nobelpreisträger 2017