Der Deutsche Hochschulverband (DHV) stellt jeden Monat in seinem Newsletter Nachrichten aus der Hochschulwelt zusammen. Unter anderem geht es im Januar um die folgenden Themen: 

Hochschulpakt soll verstetigt werden: Im Rahmen der Sonderungsgespräche für eine Große Koalition haben sich die Spitzen von CDU, CSU und SPD darauf geeinigt, die Mittel des Bundes für den Hochschulpakt zu verstetigen und die konkreten Förderkriterien periodisch mit den Ländern und Hochschulen auszuverhandeln. Den „Pakt für Forschung und Innovation“ wollen Union und SPD fortsetzen und von 2021 an jährlich um mindestens drei Prozent aufstocken. Bis zum Jahr 2025 sollen außerdem die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von Bund, Ländern und Unternehmen auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. BAföG-Leistungen sollen ausgebaut und deutlich verbessert werden.

Das Verfahren zur Studienplatzvergabe im Fach Humanmedizin ist teilweise verfassungswidrig; das entschied das Bundesverfassungsgericht im Dezember 2017. Zwar sei die Vergabe nach den besten Abiturnoten, nach Wartezeit und nach einer Auswahl durch die Universitäten mit dem Grundgesetz zu vereinbaren, jedoch werde der grundrechtliche Anspruch der Studienplatzbewerber/innen auf gleiche Teilhabe am staatlichen Studienangebot verletzt. Bund und Länder haben nun bis zum 31. Dezember 2019 Zeit, die Regularien verfassungskonform zu gestalten.

Zum 70. Jubiläum der Kultusministerkonferenz (KMK) haben Bildungspolitiker von SPD und CDU eine grundlegende Reform des Bildungsföderalismus gefordert. In einem Interview mit der „Zeit“ bemängelten Josef Lange (CDU), Burkhard Jungkamp (SPD) und Michael Voges (SPD) die fehlende Vergleichbarkeit zwischen den Bildungssystemen in Deutschland. Diese führe zu einem unfairen Wettbewerb und Ungerechtigkeiten etwa beim Abitur.

Deutschlands Studierende wenden weniger Zeit für das Studium auf als die Jahrgänge zuvor, schreiben aber bessere Noten. Das geht aus dem neuen Studierendensurvey der Arbeitsgruppe Hochschulforschung der Uni Konstanz im Auftrag des BMBF hervor. Gleichwohl sahen sich insbesondere die Studierenden an Universitäten zunehmend hohen Leistungsanforderungen gegenüber. Die Studierenden bewerteten die Qualität der Lehre und des Lehrangebots mit großer Mehrheit positiv. Laut Studierendensurvey hat sich auch die Organisation der Lehre verbessert. Im Survey wurde auch nach der politischen Orientierung und der demokratischen Einstellung unter den Studierenden gefragt. Demnach ist der Anteil der Studierenden, der sich aktiv an der studentischen Selbstverwaltung beteilige, bei etwa fünf Prozent stabil geblieben. Gleichzeitig sank der Anteil derer, die sich dafür interessierten, erneut deutlich: 61 Prozent der Befragten zeigten sich an studentischer Selbstverwaltung nicht interessiert.

Die Stiftung von Lidl-Gründer Dieter Schwarz wird die Technische Universität München (TUM) mit einem hohen Millionenbetrag unterstützen:20 BWL-Stiftungsprofessuren ohne zeitliche Begrenzung soll die TUM erhalten. Mit den 20 Professuren wächst die BWL der TUM von 34 auf 54 Professuren. Lediglich sieben Professuren werden in München angesiedelt sein. Die übrigen 13 Professuren werden am Bildungscampus Heilbronn ihren Sitz haben.

Studium ohne Abitur: Studierende, die mit einer beruflichen Qualifizierung ein Studium beginnen, haben keinen schlechteren Notendurchschnitt als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen, die direkt nach dem Abitur ein Studium aufgenommen haben. Allerdings zeigt sich bei ihnen ein höheres Abbruchrisiko, wie auch bei anderen Gruppen mit beruflicher Qualifikation. Dies sind zwei Ergebnisse einer Studie der Humboldt-Universität zu Berlin und des DZHW.

Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen hat die Rede „Über Wissenschaft in Zeiten des Populismus“ des DFG-Präsidenten Prof. Peter Strohschneider zur „Rede des Jahres 2017“ gekürt. Er habe damit ein engagiertes Plädoyer gegen populistische Vereinfachungen und alternative Fakten gehalten, begründete die Jury ihre Entscheidung. Zugleich liefere Strohschneider eine überraschend kritische Analyse des gegenwärtigen Wissenschaftsbetriebs. Nachlesen können Sie die Rede hier auf der DFG-Website.

Die Langversionen der Meldungen sind nachzulesen im DHV-Newsletter 1/2018, außerdem weitere Themen, unter anderem:

128 Millionen Euro Bildungsausgaben

Mehr als 2,8 Millionen Tierversuche

Uni-Barometer 2016: Keine Verbesserung der Betreuungsrelation

Berlin: Neue Förderprogramme für bedränge Wissenschaftler und Spitzenberufungen

Greifswald: Kompromisslösung im Namensstreit um Ernst Moritz Arndt