Der Deutsche Hochschulverband (DHV) stellt jeden Monat in seinem Newsletter Nachrichten aus der Hochschulwelt zusammen. Unter anderem geht es im Februar um die folgenden Themen:

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) plädiert dafür, die Anzahl unbefristeter Professuren zu erhöhen. Nur so könnten neue Beschäftigungschancen für den wissenschaftlichen Nachwuchs entstehen und zugleich die Qualität von Forschung und Lehre und das Betreuungsverhältnis für die Studierenden nachhaltig verbessert werden. Bei der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses sollten künftig auch Karriereperspektiven außerhalb des Hochschulsektors Berücksichtigung finden.

Die Zahl der wissenschaftlichen Nachwuchskräfte an deutschen Hochschulen ist in den letzten Jahren besonders stark gestiegen, von 82.400 Nachwuchswissenschaftlern im Jahr 2000 auf fast 145.000 im Jahr 2014 bei fast 145.000 – ein Plus von 76 Prozent. Das geht aus dem dritten Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs (BuWiN) hervor. Das Schwerpunktkapitel des Berichts behandelt das Thema Vereinbarkeit von Familie und akademischer Karriere. Demnach wünschen sich die meisten Nachwuchswissenschaftler/innen Kinder. Allerdings schieben sie diesen Wunsch aus beruflichen Gründen auf.

Wie die Wissenschaft finanziert werden soll I: Die Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag hat erste Ideen für die zukünftige Finanzierung von Bildung und Wissenschaft für die kommende Legislaturperiode vorgelegt. Einen Automatismus für die Fortsetzung des Hochschulpakts soll es demnach nicht geben. Freiwerdende Mittel könnten vielmehr auch gezielt für die Stärkung der Schnittstelle zur beruflichen Bildung eingesetzt werden. Leistungen des Bundes für die Hochschulen sollen fortan mit klaren inhaltlichen Anforderungen verbunden werden. Einig ist sich die Arbeitsgruppe dagegen bei höheren Zuwächsen für die außeruniversitären Forschungsorganisationen.

Wie die Wissenschaft finanziert werden soll II: Der Bund soll sich nach den Plänen der SPD im kommenden Jahrzehnt mit rund 33 Milliarden Euro dauerhaft an der Finanzierung der Hochschullehre beteiligen. Das Strategiepapier der Bundes- und Landespolitiker für die Jahre 2021 bis 2030 sieht sechs einzelne Bausteine vor. Im Zentrum steht eine „Qualitätsstrategie Hochschullehre“, die an die Stelle des auslaufenden Hochschulpaktes treten soll. Die Länder sollen für Studierende, die ihren Abschluss in der Regelstudienzeit schaffen, je nach Fachrichtung einen Betrag zwischen 1.000 und 3.000 Euro vom Bund erhalten. Zusätzlich soll es für die Anmeldung zur Abschlussprüfung 1.000 Euro geben. Für Hochschulen, die Studierende ohne Abitur aufnehmen, ist ein Zuschuss von 3.000 Euro pro Student vorgesehen. Darüber hinaus sieht das Papier der Sozialdemokraten für den Zeitraum von zehn Jahren rund 8,6 Milliarden Euro des Bundes für die Forschungsförderung vor.

Die Stiftung für Hochschulzulassung kriegt die Probleme beim „Dialogorientierten Serviceverfahren“ (DoSV), das Mehrfachzulassungen vermeiden und Nachrückverfahren ausschließen sollte, weiterhin nicht in den Griff. Noch im Oktober hieß es, die geplante softwaregestützte Vergabe von NC-Fächern durch die Stiftung laufe „nach Plan“. Inzwischen wurde bekannt, dass aufgrund massiver technischer Probleme und Organisationsdefizite der Termin nicht zu halten sein wird.

Internationalisierungsstrategie: Die Bundesregierung will mehr gute Wissenschaftler in Deutschland zu halten oder zurücklocken. Laut Studien sind gegenwärtig nur sechs von zehn deutschen Forschern, die im Ausland tätig waren, bereit, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Die Bundesregierung werde daher Maßnahmen ergreifen, um Deutschland als international attraktiven Studien- und Forschungsstandort weiter zu festigen, sagte Bundesministerin Johanna Wanka. Gleichzeitig sollen Barrieren für die internationale Mobilität deutscher Wissenschaftler/innen weiter abgebaut werden.

Die Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung, die vom Auswärtigen Amt sowie privaten Stiftungen finanziert wird, geht in die dritte Runde. Das Programm unterstützt Forscher, die Schutz in Deutschland suchen, weil ihnen in ihren Heimatländern Krieg oder Verfolgung drohen. Bis zum 21. April 2017 können sich Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die gefährdete ausländische Forscher für zwei Jahre bei sich aufnehmen wollen, bei der Humboldt-Stiftung bewerben.

Die Langversionen der Meldungen sind nachzulesen im DHV-Newsletter 2/2017, außerdem weitere Themen, unter anderem:
• 1.260 Euro Differenz bei realen Professorengehältern
• Forderung nach Mindeststandards für studiengangsbezogene Kooperationen
• Deutsche Studierende zieht es weiterhin ins Ausland
• 30 Jahre Erasmus
• Kempen: „Wissenschaft muss wandern“
• Sorge über Immigrationsdekrete in den USA
• Türkei: 330 Wissenschaftler an Universitäten entlassen
• Schweiz will bis 2024 auf Open Access umschalten
• Und wie immer: Karriere, Recht aktuell, Personalia