Der Deutsche Hochschulverband (DHV) stellt jeden Monat in seinem Newsletter Nachrichten aus der Hochschulwelt zusammen. Unter anderem ging es im Juni um die folgenden Themen:

Fast jede zweite FH-Professur nach erster Ausschreibung unbesetzt: Staatliche Fachhochschulen haben in manchen Fächern und Regionen große Probleme, Professorinnen und Professoren zu gewinnen. Schwierigkeiten gibt es besonders häufig in den Ingenieurwissenschaften. Die Hälfte aller Berufungsverfahren konnte in dieser Fächergruppe in der ersten Ausschreibungsrunde nicht erfolgreich abgeschlossen werden, wie eine aktuelle Studie belegt. Gravierende Probleme gibt es zudem in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie im Gesundheitswesen mit 40 Prozent oder mehr unabgeschlossenen Verfahren nach der ersten Runde.

Fast jeder Dritte bricht Bachelorstudium ab: 29 Prozent aller Bachelorstudierenden brechen ihr Studium ab. An Universitäten liegt die Quote bei 32 Prozent, an Fachhochschulen bei 27 Prozent. Besonders hoch ist der Anteil unter Studierenden mit Migrationshintergrund (43 Prozent). Dies sind Ergebnisse einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Studie. Die überwiegende Mehrheit der Studienabbrecher gestaltet nach Verlassen der Hochschule ihren weiteren Bildungs- oder Berufsweg allerdings erfolgreich: Ein halbes Jahr nach ihrem Ausscheiden haben 43 Prozent von ihnen eine Berufsausbildung aufgenommen und 31 Prozent sind erwerbstätig. Unter denjenigen, die ein Bachelorstudium abgebrochen haben, sind laut Studie unbewältigte Leistungsanforderungen im Studium der häufigste Grund für den Abbruch (30 Prozent). Am zweithäufigsten (17 Prozent) wurde mangelnde Studienmotivation genannt. Für 15 Prozent sei der Wunsch nach einer praktischen Tätigkeit der Hauptgrund, das geplante Studium vorzeitig zu beenden.

Industriepromotionen: Die Arbeitsgemeinschaft der Technischen Universitäten hat sich in einer Stellungnahme gegen Fehlentwicklungen bei der sogenannten Industriepromotion gewandt. Es sei nicht länger hinnehmbar, wenn – zumeist international tätige – Firmen in Deutschland eigene „Promotionsprogramme“ ausschrieben, bei denen sie von Universitäten und Professoren erwarteten, dass sie ein firmenintern festgelegtes Promotionsthema akzeptierten und eine akademische Betreuung gewährleisteten. Institute, Lehrstühle und Hochschulen, die nicht bereit seien, zu diesen Rahmenbedingungen zu promovieren, würden bei der Vergabe von Drittmittelprojekten ausgegrenzt.

Keine allgemeinen Studiengebühren für NRW geplant: CDU und FDP wollen keine allgemeinen Studiengebühren an den nordrhein-westfälischen Hochschulen einführen. Wie in Baden-Württemberg (vgl. Newsletter 5/2017) sollen jedoch künftig für Nicht-EU-Ausländer Studiengebühren in Höhe von 1.500 Euro pro Semester anfallen. Das kündigten CDU und FDP am 9. Juni 2017 nach der fünften Runde der Koalitionsverhandlungen an.

Internet-Institut geht nach Berlin: Das Deutsche Internet-Institut wird in Berlin von einem Konsortium aus fünf Hochschulen und zwei außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Berlin und Brandenburg gegründet. Dies hat Bundesministerin Professorin Johanna Wanka am 23. Mai 2017 bekannt gegeben.

BAföG-Sätze decken Lebenshaltungskosten Studierender nicht ab: Durchschnittlich 920 bis 950 Euro wenden alleinlebende deutsche Studierende pro Monat für Lebenshaltungskosten an Miete, Krankenversicherung, Lebensmittel, Kleidung, Fahrtkosten, Kommunikation und Lernmitteln auf. Rechnet man noch andere Ausgaben etwa für die Körperpflege oder Einrichtungsgegenstände für die Wohnung dazu, steigen die Kosten um hundert Euro. Das ist das Ergebnis einer statistischen Auswertung des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) im Auftrag des Deutschen Studentenwerks. Der tatsächliche Bedarf schwankt jedoch erheblich und ist u.a von den individuellen Lebensumständen der Studierenden abhängig wie z.B. Studienort, Wohnform, Alter oder der Existenz von Kindern. Vor allem im unteren Einkommenssegment reichten weder das BAföG noch die Zuwendungen der Eltern aus, um eine ausreichende Grundlage zur Finanzierung des Studiums zu ermöglichen. Da die Ausgaben für Lebensmittel die am ehesten beeinflussbaren Kosten seien, sparten einkomensschwache Studierende vor allem beim Essen.

Mehr ausländische Gasthörer: 36.900 Gasthörer besuchten im Wintersemester 2016/2017 Lehrveranstaltungen an deutschen Hochschulen. Gegenüber dem Wintersemester 2015/2016 (34.800) stieg die Zahl der Gaststudierenden um sechs Prozent. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, blieb die Zahl der deutschen Gaststudierenden nahezu unverändert, die Zahl der ausländischen Gaststudierenden stieg jedoch um 58 Prozent. Im Wintersemester 2016/2017 besuchten demnach 4.900 Gasthörer mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit Lehrveranstaltungen an deutschen Hochschulen. 1.600 von ihnen hatten die syrische Staatsangehörigkeit, ihre Anzahl hat sich gegenüber dem Wintersemester 2015/2016 vervierfacht.

Die Langversionen der Meldungen sind nachzulesen im DHV-Newsletter 6/2017, außerdem weitere Themen, unter anderem:

  • Ärzte fordern mehr Medizinstudienplätze
  • Hochschulleitungen sprechen sich gegen Rankings aus
  • 25.500 Deutschlandstipendiaten
  • Kritik an Studie zu Rechtsextremismus in Ostdeutschland
  • Thüringen: Novelle des Hochschulgesetzes: DHV-Vertreter sehen Korrekturbedarf
  • Und wie immer: Karriere, Recht aktuell, Personalia