Der Deutsche Hochschulverband (DHV) stellt jeden Monat in seinem Newsletter Nachrichten aus der Hochschulwelt zusammen. Unter anderem geht es im August um die folgenden Themen: 

Die Wissenschaftsakademien wollen die Qualität von Promotionen erhöhen und schlagen ein modifiziertes Modell der Individualbetreuung vor. Hintergrund seien die „inflationären Tendenzen der Bestnotenvergabe“. Vorgeschlagen wird u.a. die frühzeitige Beteiligung einer zweiten Betreuungsperson. Auch sollen die Promotionsordnungen in der Regel die Beteiligung externer Betreuer/innen vorsehen. Interne und externe Betreuung sollen als gleichrangig bewertet werden. Für die Medizin schlagen sie die Einführung eines regulären Studienabschlusses MD („Medical Doctor“) vor. Damit würde der „Dr. med.“ zu einem wissenschaftlichen Doktorat mit einer Wertigkeit oberhalb des MD.

Digitale Semesterapparate: Hochschulen können auch im kommenden Wintersemester digitale Semesterapparate nutzen, ohne Änderungen bei der Abgeltung urheberrechtlicher Ansprüche für das öffentliche Zugänglichmachen von Schriftwerken für Lehre und Forschung befürchten zu müssen. Die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort haben sich darauf geeinigt, dass die Vergütung für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke in digitalen Semesterapparaten bis Ende Februar 2018 weiterhin pauschal erfolgt. Damit haben sie ein vorangegangenes Moratorium um ein weiteres Semester verlängert. Zum 1. März 2018 wurde inzwischen Rechtssicherheit geschaffen. Dann tritt das neue Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz in Kraft. Darin ist die Pauschalvergütung festgeschrieben.

Brexit schreckt Studierende: Die Zahl der deutschen Bewerber/innen für britische Hochschulen sinkt, seit der Austritt von Großbritannien aus der EU feststeht, berichtet der DAAD. Demnach ging die Interessentenzahl zum Stichtag 30. Juni 2017 im Vergleich zum Vorjahr von 3.570 auf 3.230 (minus 9,5 Prozent) zurück.

Forschungsinvestitionen: Kritik an Kürzungsplänen der EU. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat sich gegen die Forderung der Finanzminister der EU-Mitgliedsländer in Brüssel gewandt, die Investitionen in Forschung und Innovation im nächsten Jahr um 491,47 Millionen Euro zu kürzen. HRK-Präsident Prof. Horst Hippler sprach von einem „Schritt in die völlig falsche Richtung“. Es sei „ein trauriger Treppenwitz, dass die Finanzminister die europäischen Zukunftsinvestitionen in Forschung um rund eine halbe Milliarde Euro kürzen wollen, während die EU-Kommission gleichzeitig einen Bericht veröffentlicht, der die Bedeutung von Forschung für den Wohlstand in Europa belegt und stärkere Investitionen anmahnt“.

Zahl der BAföG-Empfänger weiter rückläufig: Im Jahr 2016 erhielten in Deutschland 823.000 Personen Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Damit fiel die Zahl der BAföG-Empfänger/innen gegenüber 2015 um etwa 47.000 beziehungsweise 5,5 Prozent. Unter den Geförderten waren 2016 rund 239.000 Schüler/innen sowie 584.000 Studierende. Die Zahl der geförderten Schüler ging im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 Prozent zurück, die Zahl der geförderten Studierenden um 4,5 Prozent. Im Durchschnitt erhielten geförderte Schüler monatlich 435 Euro pro Person (+ 14 Euro) und geförderte Studierende 464 Euro pro Person (+ 16 Euro).

Die Langversionen der Meldungen sind nachzulesen im DHV-Newsletter 8/2017, außerdem weitere Themen, unter anderem:
• Statistik: 46.700 Professoren und 182.000 wissenschaftliche Mitarbeiter
• Wissenschaftsrat: Lob für Deutsche Zentren für Gesundheitsforschung
• Uni-Hamburg-Präsident Lenzen: Plädoyer für längeren Bachelor statt Rückkkehr zum G9
• Trotz Boom schlechte Stimmung bei privaten Hochschulen
• Sorge um die akademische Freiheit in der Türkei
• Neues Hochschulgesetz: Zweite Stufe im Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn
• Kleine Fächer: Zweite Ausschreibungsrunde für junge Wissenschaftler läuft
• Prof. Theodor Baums, Rechtswissenschaftler an der Goethe-Universität, erhält Dr.-Michael-Endres-Preis der Hertie School of Governance
• Gesucht: „Hochschullehrer/in des Jahres“ und „Nachwuchswissenschaftler/in des Jahres“