Liebe Mitglieder der Goethe-Community, 
sehr geehrte Damen und Herren,

seit Wochen sind wir an der Goethe-Uni nun schon nicht mehr im „Normalbetrieb“, auch nicht mehr im „Kernbetrieb“. Das gewohnte Uni-Leben ruht. Vor knapp drei Wochen hat das Präsidium einen kleinen und einen großen Krisenstab eingerichtet. Der kleine (Präsidium plus Arbeitssicherheit sowie Human Ressources, Kommunikation und Infrastrukturfachleuten) kommuniziert laufend, der große Krisenstab (kleiner Krisenstab plus Personalrat, Schwerbehindertenbeauftragte, Dekanatsvertretungen, Rechenzentrum, Uni-Bibliothek, Studierendenwerk, Finanzen, Forschungsservices, Campuservice u.a.) trifft sich – ggf. virtuell – regelmäßig und kommuniziert natürlich auch zwischendurch themenbezogen, um das Krisenmanagement fortlaufend weiterzuführen. Auf diese Weise schaffen wir es, auch für unsere Riesen-Uni mit ihren ca. 60.000 Mitgliedern an den verschiedenen Standorten entscheidungsrelevante Informationsflüsse zu sichern, während zugleich die physische Anwesenheit von Mitarbeitenden auf den Campi ja inzwischen auch auf ein Minimum beschränkt ist. 

Mit der durch die 4. Corona-Verordnung der Landesregierung verfügten Schließung der Uni-Bibliothek (bis auf die digitalen Services) sind wir inzwischen auch nicht mehr im „Basisbetrieb“, sondern auf dem Weg in den „Notbetrieb“. Denken Sie dafür an den Zustand zwischen Weihnachten und Neujahr, wenn ja – um Energie zu sparen – nicht einmal richtig geheizt wird. Allerdings haben wir jetzt mit der Corona-Krise einen echten und bisher nicht bekannten Ernstfall. Die genannten Phasen sind dabei nicht in klar abgrenzbare Stufen trennbar, sondern befinden sich auf einem Kontinuum. Die anderen hessischen Universitäten sind mit uns hierbei im Gleichschritt. Ich stehe, auch als Sprecherin der Konferenz der hessischen Universitäten (KHU) in ständigem Austausch mit den anderen hessischen Hochschulen, insbes. den anderen Unis, aber auch mit der Landesregierung. Wir haben es bislang geschafft, unsere Schritte jeweils recht gut landesweit zu synchronisieren. Auch mit Einrichtungen in Berlin stehen wir in engem Austausch. Viele Fragen, z.B. nach mehr Flexibilität beim BAföG, bei DAAD-Stipendien oder bei DFG-Förderungen können nicht dezentral oder auf Landesebene gelöst werden. Berlin reagiert augenblicklich auf Anfragen, die beispielsweise über die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) gestellt werden, sehr schnell und flexibel. Ergebnisse solcher Anfragen sind ja teilweise auch bereits öffentlich kommuniziert worden.  

Wir haben gelernt, dass Rundmails an alle wegen totaler Überlastung der Systeme zur Zeit gerade kein geeignetes Instrument für schnelle Kommunikation sind. Sie brauchen teilweise zwei Tage, um ihre Adressaten zu erreichen. Deshalb bitten wir Sie und alle Mitglieder der Uni-Community, für aktuelle Informationen immer auf die zentrale Corona-Website der Uni zu gehen, die Sie sowohl über das Inter- als auch über das Intranet mit einem Klick erreichen: www.uni-frankfurt.de/corona. Detailliertere Infos, z.B. zu Fragen von Lehre, Prüfungen, Auslandsaufenthalten und Personalangelegenheiten, sind von dort aus zu den jeweils aktuellsten Seiten unserer Fachabteilungen (z.B. SSC, HRZ oder HR) verlinkt. Auf diese Weise können wir gegenwärtig am besten aktuell informieren – wohl wissend, dass was jetzt aktuell ist, schon in zwei Stunden, erst recht in zwei Tagen nicht mehr aktuell sein kann und wird.

Zur Zeit ist nicht ausgeschlossen, dass nicht doch noch weitere gesellschaftliche „Stilllegungsmaßnahmen“ von der Landes- und/oder Bundesregierung verfügt werden. Die Uni-Verwaltung ist auch auf den Fall von Ausgangsbeschränkungen vorbereitet. Wir gehen davon aus, dass diese zumindest zunächst nicht so strikt sein wird, dass Uni-Mitarbeitende, die für die Aufrechterhaltung des Notbetriebs (auch in der Forschung) unerlässlich sind, dann die Uni nicht mehr erreichen können. Auch wenn es hoffentlich nicht soweit kommen wird, bereiten wir derzeit viele Eventualfälle vor, um immer einen halben Schritt vor der Lage zu sein. 

Es gibt gegenwärtig auch viele sehr (fachbereichs-)spezifische Herausforderungen, die sich einer zentralen Lösung nicht erschließen. Insofern sind wir sehr dankbar, dass die DekanInnen und die Leitungen der Zentralen Einrichtungen die (fachbereichs-)spezifischen Regelungen bereits durchweg veranlasst haben; alles, was wir bislang sehen, steht im Einklang mit der großen Linie, die ja immer darauf abzielt, Infektionsgelegenheiten zu minimieren. Flatten the Curve! Das ist oberste Priorität. Das bedeutet nicht, dass wir im Hintergrund nicht auch bereits an Lösungen für entstehende finanzielle Folgen und andere „Kollateralschäden“ arbeiten. U.a. machen wir seit gestern (20.3.) den „Goethe-Corona-Fonds“ intensiv bekannt, um 5 Mio. Euro zusätzliche Mittel einzuwerben. Diese sind insbesondere, aber keineswegs ausschließlich, für Zusatzbedarfe in der Medizin gedacht. Einige größere Spenden sind bereits eingegangen. Die Spendenwebseite ist über folgenden Link erreichbar.

Wir sind auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, allen Studierenden sehr dankbar, die sich an so vielen Stellen so schnell der täglichen neuen Herausforderungen annehmen und immer wieder Hilfe anbieten. Diese Hilfe werden wir brauchen, insbesondere auch an der Uni-Klinik. 

Wir werden noch eine Weile in einem sich weiter wandelnden Ausnahmezustand leben und arbeiten. Und auch, wenn die akute Krise vorbei ist, wird bei weitem nicht alles gleich wieder normal sein. Beispielsweise arbeiten wir gemeinsam mit den Studiendekanen an virtuellen Lösungen für Fragen des Lehr- und Prüfungsbetriebs auch nach dem 20.4. Auch dadurch, dass wir systemakkreditiert sind, haben wir in der Organisation der Lehre Spielräume, die wir in dieser besonderen Lage nutzen sollten. Wir werden Sie jeweils zeitnah informieren. Und wie gesagt: zentral ist die Corona-Website der Uni. Der Kanzler und ich stehen jederzeit auch für alle spezifischeren Fragen und Rückmeldungen zur Verfügung. Ebenso wie alle, die Sie über die genannte Corona-Website und unter der Mail-Adresse krisenstab@uni-frankfurt.de erreichen können.

Wir sind uns sicher, dass wir es gemeinsam schaffen, diese auch für die Goethe-Universität sehr schwierige Zeit zu meistern, und ich bitte Sie alle herzlich um Ihre fortwährende Unterstützung!

Herzliche Grüße
Birgitta Wolff 
Präsidentin der Goethe-Universität

Aktuelle Informationen unter www.uni-frankfurt.de/corona