Studierende erstellen im Workshop Kurzfilme zu (nicht-)urbanen Landschaften.

Im Oktober 2025 fand zum dritten Mal der einwöchige, interdisziplinäre Workshop Erasmus+ Blended Intensive Program (BIP) statt, dieses Mal in Madrid mit knapp 50 Studierenden aus Europa. Aus Frankfurt haben daran 13 BA- und Master-Studierende der Kunstgeschichte, Curatorial Studies und des Center for Critical Studies in Architecture der Goethe-Universität teilgenommen.
Nach anregenden BIPs in Lissabon zu „Living in Lisbon“ (2023) und Frankfurt zu „Spatial Practises and Housing in Frankfurt“ (2024) fand die Kooperation der Goethe-Universität mit den Architekturfakultäten der Universitäten Lissabon und Madrid damit eine weitere Fortsetzung. Gastgeberin war in diesem Jahr die Escuela Técnica Superior de Arquitectura der Polytechnischen Universität in Madrid. Neue Kooperationspartnerin war die Architekturfakultät der Polytechnischen Universität in Mailand.
Unter dem Titel Living Landscapes standen urbane und nicht-urbane Landschaften und deren besondere Bedeutung und Wandlungsfähigkeit im Spannungsfeld von Klimakrise, historischem Kulturerbe und gesellschaftlicher Sozialpolitik im Fokus. Das BIP diskutierte das Aufeinandertreffen verschiedener Interessen und Gemeinschaften – von Menschen, Tieren und Pflanzen, von Studierenden aus verschiedenen Kontinenten, insbesondere aus Südamerika, von Einwohnern und Touristen – im Kontext von Architektur, nationaler und kolonialer Geschichte, von Kunst und Ökonomie. Besonders gewinnbringend war es, die unterschiedlichen theoretischen und praktischen Perspektiven von Architekten, Stadtplanern, Landschaftsarchitekten, Kunsthistorikern und Künstlern miteinander ins Gespräch zu bringen. Das dichte Wochenprogramm bestand aus einem Wechsel aus Vorträgen, ortsspezifischen Besichtigungen und Spaziergängen mit Spezialisten, Workshops und Museumsbesuchen.
Die Kurzfilme, die die Studierenden erarbeitet und produziert haben, sind derzeit im Museum Giersch als Teil der Ausstellung Solastalgie zu sehen. Sie zeigen fünf Natur- und Stadträume aus Madrid: (1) Die Casa de Campo, ein ehemaliges Jagdgebiet der spanischen Könige und heute der größte öffentliche Park Madrids mit ländlichem Gepräge und großem Waldbestand. (2) Der wie ein eigener Stadtteil angelegte und später von Franco stark geprägte Campus der polytechnischen Universität mit zahlreichen Fakultäten und Wohnheimen, die durch hohe Zäune voneinander getrennt sind. (3) Das 2021 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Stadtviertel Paisaje de la Luz mit den Kunstmuseen Prado und Reina Sofia und dem Retiro-Park, der seither unverändert erhalten werden muss. (4) Das renaturierte Flussufer Madrid Río, eines der größten innerstädtischen Begrünungsprojekte Europas, dessen Voraussetzung die kilometerlange Untertunnelung der Stadtautobahn war. (5) Der Cerro Almodóvar, der auf einem Hügel liegt und als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und Teil des neuen Metropolwaldes von Madrid ist.
Stefanie Heraeus, Daniela Ortiz dos Santos, Carsten Ruhl
Weitere Infromationen
– Center for Critical Studies in Architecture →
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