
tartup Modulux3D eröffnet neue Wege in der präklinischen Forschung
Mithilfe einer patentierten Lasertechnologie stellt das innovative Startup Modulux3D in einem 3D-Biodrucker realistische Modelle menschlicher Gewebe und Organe her. Die Gründer bieten damit eine vielversprechende Alternative zu Tierversuchen in der Pharmaforschung an. Das Startup, hervorgegangen aus der Forschung an der Goethe-Universität, profitiert von der Startup-Factory Futury, an der die Rhein-Main-Universitäten beteiligt sind. Das Ziel ist es, Grundlagenforschung in die Anwendung zu bringen.
Tierversuche sind bis heute ein fester Bestandteil der präklinischen Forschung. Gleichzeitig gelten sie als ethisch sensibel, kostenintensiv und nur eingeschränkt auf den Menschen übertragbar. Genau an diesem Punkt setzt Modulux3D an: Das interdisziplinäre Team hat mit dem 3D-Biodrucker LUMINATE ein System entwickelt, das menschliche Gewebemodelle mit hoher räumlicher Präzision erzeugt. Grundlage ist eine patentierte Technologie, bei der kollidierende Laserstrahlen Zellen gezielt in einem Hydrogel positionieren. So entstehen dreidimensionale Modelle, die Struktur und Funktion menschlichen Gewebes realitätsnah abbilden. „Unser Anspruch ist es, Forschungsmodelle bereitzustellen, die näher am Menschen sind als klassische Tiermodelle“, sagt Mitgründer Dr. Francesco Pampaloni. „Das erhöht die Aussagekraft von Tests und kann Entwicklungszeiten verkürzen.“ Besonders in der onkologischen Forschung eröffnen die Gewebemodelle neue Möglichkeiten: Wirkstoffe können an menschlichem Gewebe getestet werden, bevor klinische Studien beginnen.
Ausgezeichnet: Von der Forschung zur unternehmerischen Anwendung
Die wissenschaftlichen Wurzeln von Modulux3D liegen an der Goethe-Universität Frankfurt. Insbesondere die Arbeiten von Prof. Ernst Stelzer im Bereich der Physikalischen Biologie bildeten die Grundlage für die heutige Technologie. Für die erfolgreiche Überführung dieser Forschung in eine unternehmerische Anwendung wurde Modulux3D 2025 mit dem New Horizon-Preis des Präsidenten der Goethe-Universität ausgezeichnet. Die Jury würdigte den Transfer von Grundlagenforschung in ein skalierbares Produkt sowie den Aufbau internationaler Partnerschaften. „Die Universität hat uns nicht nur Infrastruktur gegeben, sondern auch Vertrauen“, sagt Co-Founderin Louise Breideband. „Diese Unterstützung war entscheidend, um aus einer wissenschaftlichen Idee ein Unternehmen zu formen.“ Co-Founder Levin Hafa ergänzt: „Wichtig ist für uns auch der Zugang zu jungem Nachwuchspotenzial aus den RMU-Universitäten, nicht nur aus den Naturwissenschaften, sondern auch interdisziplinär aus den Wirtschaftswissenschaften und dem Ingenieurwesen.“
Gut vernetzt: Interdisziplinär und (über-) regional
Das Gründerteam vereint Expertise aus Biotechnologie, Zellbiologie, Optik und Chemie. Diese Kombination ermöglicht es, technologische Entwicklung, wissenschaftliche Validierung und Marktanforderungen parallel zu denken. Eingebettet in das starke Rhein-Main-Startup- Ökosystem wird Modulux3D breit unterstützt durch die Gründungszentren Goethe-Unibator, HIGHEST der TU Darmstadt und Futury – The Future Factory. Heute zählt Modulux3D zu den vielversprechenden Life-Science-Gründungen der Region. Der Fokus liegt derzeit auf der Weiterentwicklung von LUMINATE zur Marktreife und dem Ausbau von Kooperationen mit pharmazeutischen Unternehmen mit dem Ziel, Forschung präziser, effizienter und verantwortungsvoller zu machen.
Autorin: Heike Jüngst










