
Mehr als 1.500 Tage sind seit Russlands Invasion am 24. Februar 2022 vergangen. Sechs Millionen Ukrainer*innen haben im Ausland Zuflucht gesucht und gefunden – 1,1 Millionen von ihnen in Deutschland. Vier ukrainische Wissenschaftlerinnen, die 2022 ihren Weg nach Deutschland und an die Goethe-Universität gefunden haben, teilen ihre Erfahrungen und Gedanken anlässlich des vierten Kriegsjahres.
„Vesná pryide – vse zmínytsia“: Der Frühling wird kommen – und alles wird sich verändern. Das alte ukrainische Sprichwort wirkt auf den ersten Blick schlicht. Grammatisch verwendet es das einfache Futur – weniger als Vorhersage, denn als Ausdruck von Unausweichlichkeit: Der Frühling wird kommen, und mit ihm die Veränderung. Doch der Frühling steht in der ukrainischen Folklore für weitaus mehr als Veränderung: Er verkörpert Überleben, Neuanfang und den Beginn eines neuen landwirtschaftlichen Zyklus, und er bildet einen starken Kontrast zu den langen Wintermonaten voller Kälte, Dunkelheit und Knappheit.
Die Symbolik des Frühlings ist tief in der ukrainischen Kultur verankert. In den vergangenen Jahren hat sie jedoch eine neue, komplexere Bedeutung erhalten – geprägt von Erinnerungen an Umbruch, Unsicherheit und Widerstandskraft. Ein solcher Moment war der Februar 2014. Nach Monaten der Maidan-Proteste floh Präsident Viktor Janukowytsch aus dem Land. Viele Ukrainer*innen hofften auf einen Neuanfang. Doch während sich die Machtverhältnisse verschoben und die staatlichen Institutionen fragil waren, nutzte Russland die Situation. Binnen weniger Tage erschienen auf der Krim bewaffnete Männer ohne Hoheitsabzeichen, besetzten strategische Punkte und übernahmen die Kontrolle über das Regionalparlament. Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel offiziell – und aus der Hoffnung auf politischen Aufbruch wurde der Beginn eines neuen Konflikts.

Die Krim erwies sich acht Jahre später zugleich als Ausgangspunkt und Blaupause. Am 24. Februar 2022 begann Russland seine großangelegte Invasion der Ukraine und griff das Land aus mehreren Richtungen an. Aus einem regionalen Konflikt wurde eine verheerende internationale Krise. In der russischen Darstellung besitzt die Invasion ihre eigene saisonale Metapher. Die Wurzeln dieses sogenannten Russkaja wesna – des „Russischen Frühlings“ – reichen bis ins Jahr 2014 zurück und knüpfen an die Vorstellung eines politischen Erwachens russischer Bevölkerungsgruppen an, auch in Donezk und Luhansk. In den Tagen rund um die Invasion erkannte Moskau diese seit 2014 umkämpften selbsternannten „Volksrepubliken“ an, bevor es später – nach international nicht anerkannten Referenden – ihre Annexion beansprucht.
Die Invasion löst die laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR „am schnellsten wachsende und größte Vertreibungskrise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg aus“. Die Datenlage der Organisation weist Mitte Februar 2026 nahezu sechs Millionen registrierte Ukrainer*innen aus, die infolge der Kämpfe ihr Land verlassen mussten. Die große Mehrheit von ihnen – rund 5,4 Millionen – fand Zuflucht in europäischen Staaten. Allein in Deutschland leben heute mehr als 1,1 Millionen Menschen aus der Ukraine, zwei Drittel von ihnen Frauen. Im Jahr des Kriegsausbruchs suchten laut Destatis 730.000 Ukrainerinnen hierzulande Zuflucht, 400.000 kamen im März 2022 an.
Die Goethe-Universität Frankfurt reagierte schnell und auf mehreren Ebenen auf den russischen Angriff. Institutionell richtete das Büro für Private Hochschulförderung in enger Abstimmung mit dem Präsidium den Goethe Ukraine Fund ein. Ende März 2022 gestartet, stellte er Soforthilfen und Programme für ukrainische Studierende und Forschende bereit. Gleichzeitig engagierten sich zahlreiche Mitarbeitende aus Verwaltung, Lehre und Forschung persönlich. Über die praktische Unterstützung hinaus trugen ihre Spenden zu einem Gesamtvolumen von mehr als 400.000 € bei (siehe Kasten). Ihr Einsatz half mit, Frankfurt für viele ukrainische Wissenschaftler*innen zu einem Ort der Sicherheit, der Solidarität und neuer akademischer Perspektiven zu machen.
UniReport sprach mit vier ukrainischen Wissenschaftlerinnen darüber, wie sich ihr Leben seit dem Frühjahr 2022 verändert hat, was es bedeutet, fern der Heimat eine Zukunft neu aufzubauen – und welche Hoffnung sie mit Blick auf den Februar 2027 haben.
Dr. Nataliia Aliabieva

Dr. Nataliia Aliabieva stammt aus Donezk. Als der Krieg 2022 ausbricht, befindet sie sich gerade in Frankfurt zu Besuch bei Verwandten. „Ich schlief friedlich, als gegen fünf Uhr morgens das Telefon klingelte“, erinnert sie sich. Es ist ein Familienfreund, der sie über den Kriegsausbruch informiert und nach ihren Eltern, die in Donezk wohnen, fragt. „Ich konnte lange nicht begreifen, was passiert war; meine Gedanken waren ein einziges Chaos. Ich schaltete den Fernseher ein und sah die Berichte. Der Krieg hatte tatsächlich begonnen.“ In diesem Moment, sagt sie, „nahm Verwirrung und Angst über. Sie durchdrang quasi jede Zelle meines Körpers.“ Wie sie ihre Mutter und ihren Sohn – damals Student an der Universität Kyjiw– in Sicherheit bringen sollte, wusste sie zunächst nicht – die nächsten Tage, Wochen und Monate sind gefüllt mit zu vielen Eindrücken. Dr. Aliabieva durchlebt die neue Realität wie in einem Autopilot-Modus, alles dreht sich ums Funktionieren und Überleben – es ist wie ein Filmriss. Irgendwie gelingt es ihr, nach Donezk zu reisen. Bei ihrer Ankunft erfährt sie, dass ihr Vater wenige Stunden zuvor verstorben ist. Weitere Eindrücke von der Flucht und der Ankunft in Deutschland schilderte sie uns bereits 2024. Lesen Sie hier mehr.
Vor ihrer Flucht arbeitete die promovierte Expertin für Internetrecht in unterschiedlichen internationalen Projekten mit einem Schwerpunkt auf Konfliktlinien, u. a. im Rahmen des UNHCR-Programms, bei der OSZE sowie beim Norwegischen Flüchtlingsrat. Ihr Schwerpunkt lag dabei stets an der Schnittstelle zwischen Aktivismus, politischer Bildungsarbeit und angewandter Forschung (einen Überblick über ihr Tätigkeitsumfeld liefert auch der hier verlinkte Bericht der Berlin-basierten Comparative Research Network e.V. und der Organisation UNAEDI Kyiv). Darüber hinaus unterrichtete sie an der Nationalen Luftfahrtuniversität Kyjiw am Lehrstuhl für Internationales Recht u.a. über das Recht internationaler Organisationen, Weltraumrecht sowie weitere einschlägige Themen.
Heute wohnt Dr. Aliabieva mit ihrem Sohn in der Universitätsstadt Marburg, wo sie sich aus mehreren Gründen nicht wirklich wohlfühlt. Da ist zum einen ihre Forschungstätigkeit und ihre Verwandtschaft in der Rhein-Main-Region. Gerne wäre sie näher angebunden, doch aufgrund der Regelungen zur Verteilung von Geflüchteten ist es der ukrainischen Wissenschaftlerin und ihrem Sohn unmöglich, den Wohnort vor Ablauf einer dreijährigen Frist zu wechseln. „Die bürokratischen Verfahren, die mit einem Umzug verbunden sind, stellen für mich eine sehr große Herausforderung dar und bleiben nach wie vor ungelöst.“ Die weiten Strecken, die sie täglich zurücklegen muss, erweisen sich sowohl körperlich als auch psychisch als belastend. Zudem, sagt sie, biete Marburg als kleine Stadt nur begrenzte Möglichkeiten für berufliche Entwicklung, Arbeit und Integration. Gerade letzteres sei in Großstädten wie Berlin, Frankfurt oder München ganz anders, auch aufgrund der größeren Anzahl an Möglichkeiten. Für sie steht fest: „Arbeitsfähige Migrant*innen und Studierende könnten in großen Städten deutlich mehr beitragen. Während ein kleinerer Ort für ältere Menschen und junge Mütter sinnvoll sein kann, ergeben sich für Erwerbstätige durchaus Schwierigkeiten, beispielsweise durch eingeschränkten Transport oder fehlende Infrastruktur.“
Ihre Erfahrungen in Frankfurt bilden einen wichtigen Gegenpol. „Die Goethe-Universität war für mich von Anfang an ein Ort, an dem ich nicht nur große Unterstützung erhielt. Hier fühle ich gelebte Solidarität.“ Dabei gilt ihr besonderer Dank Prof. Dr. Roland Broemel vom Fachbereich Rechtswissenschaften, der sie in ihrem Postdoc-Vorhaben unterstützt. „Er hat mich aufgenommen und mir vertraut, obwohl ich anfangs kaum ein Wort Deutsch sprach.“ Dr. Aliabieva unterstreicht auch die wertvolle Unterstützung ihrer Deutschlehrer*innen, deren innovative Methoden und Engagement deutlich über das Level von Integrationskursen auf B1-Niveau hinausgehen. Aber für sie hält die Universität auch größere symbolische Bedeutung. „Schon zu Studienzeiten habe ich mich intensiv mit der Literatur und Philosophie Goethes beschäftigt. Es war mir daher in gewisser Hinsicht ein besonderes Anliegen, Teil dieser wissenschaftlichen Umgebung zu werden und an einer international anerkannten Universität zu forschen.“
Beim Thema Forschen stellt sie auch fest, dass der Krieg ihre Ausrichtung ebenfalls nachhaltig verändert hat. „Die Themen, mit denen ich mich zuvor in der Ukraine befasst hatte, wurden weniger relevant. Auch aufgrund meiner neuen Umgebung in der deutschen Forschungslandschaft sah ich mich gezwungen, mich auf vor Ort relevante Fragestellungen zu konzentrieren.“ Ihre Wahl fiel auf ein Thema mit persönlicher Relevanz: Die Integration ukrainischer Geflüchteter in den deutschen Arbeitsmarkt. Eine entsprechende wissenschaftliche Studie stellte sie im Mai 2025 auf der Jahreskonferenz des Viadrina Center of Polish and Ukrainian Studies gemeinsam mit Prof. Dr. Iryna Shvetsova vor. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse – die unter anderem auch auf ihren persönlichen Erfahrungen fußen – hat sie in Form einer Empfehlung an den Bundestag weitergegeben. „Die Einschränkungen in der Mobilität der Geflüchteten zwischen Bundesländern und Städten und deren Einfluss auf den deutschen Arbeitsmarkt bilden einen Schwerpunkt.“ Auch der Lehre möchte sie in der Zukunft treu bleiben. „Ich plane, meine Erfahrungen aus internationalen Organisationen und der praktischen Arbeit in Konflikt- und ,Grauzonen‘ mit Studierenden zu teilen, die sich für internationales Recht interessieren.“
Wäre der Krieg nicht ausgebrochen, so Dr. Aliabieva, hätte sie ihre Tätigkeiten in internationalen Organisationen fortgesetzt, weiterhin wissenschaftlich geforscht und möglicherweise auch Projekte im Ausland umgesetzt – stets mit dem Anspruch, Erfahrungen auszutauschen und neues Wissen zu generieren. Derzeit kann selbst dieser rudimentäre wissenschaftliche Ansatz vor Ort in der Ukraine nur schwer verfolgt werden. Durch die Abwanderung vieler exzellenter Akademiker*innen herrscht eine große Lücke in der ukrainischen Wissenschaftslandschaft. Schlecht für die Ukraine, und – vermeintlich zumindest – gut für die Länder, in denen diese Expertinnen nun wohnen, erhalten sie doch einen plötzlichen Zuwachs an wertvollem Fachwissen. Während diese Expertise sowohl gesehen als auch gefördert wird – u. a. durch zahlreiche Unterstützungsprogramme für ukrainische Forschende in Deutschland – weist Dr. Aliabieva darauf hin, dass „viele Kolleg*innen nicht in ihren Fachbereichen, sondern auf Positionen, die weder ihrem Abschluss noch ihrer Qualifikation entsprechen, arbeiten.“
Auch hier hat sie seit ihrer Ankunft bereits Erfahrungen gesammelt. „Bevor ich meinen Deutschunterricht antrat, landete ich kleinere Rollen in Massenszenen deutscher Fernsehserien. Einmal spielte ich eine Gerichtsmedizinerin, einmal eine Abgeordnete, und ein anderes Mal die Mitarbeiterin einer Detektei.“ Über die ihr angebotenen Rollen ist sie sehr dankbar: Neben der Nähe zu ihrem Tätigkeitsfeld und einem kleinen Gehalt war es eine gute Möglichkeit, Deutsch zu üben.
Wie sie den möglicherweise nächsten Jahrestag des Kriegs im Frühjahr 2027 erleben wird, weiß sie noch nicht. „Die Zukunft lässt sich aufgrund der militärischen und politischen Ereignisse schwer planen. Wenn alles so kommt, wie ich es mir wünsche, kann ich mein wissenschaftliches Bestreben verwirklichen – idealerweise hier an der Goethe-Universität, ansonsten hoffentlich in der Rhein-Main Region.“ Sie glaubt fest daran, und spürt bei jeder ihrer Begegnungen auf dem Campus, wie sehr sie Goethes „Tempel der Wissenschaft“ immer wieder aufs Neue motiviert.
Dr. Nataliia Aliabieva mit ihren Studierenden vor der Luftfahrtuniversität Kyjiw im Jahr 2021. „Zuvor hatten wir im Radio über ehrenamtliches Engagement im Bereich der Menschenrechte gesprochen.“ © privat

Dr. Nataliia Aliabieva arbeitete vor ihrer Flucht in unterschiedlichen internationalen Projekten mit einem Schwerpunkt auf Konfliktlinien. In Zukunft möchte sie ihre Erfahrungen aus internationalen Organisationen und der praktischen Arbeit in Konflikt- und „Grauzonen“ mit Studierenden teilen. © privat

Einen Traum, den sich Dr. Nataliia Aliabieva nach ihrer Ankunft in Deutschland erfüllt hat, ist die Ukulele zu spielen. © privat

Dr. Nataliia Aliabieva nimmt regelmäßig an den von der Goethe-Universität angebotenen Deutschkursen teil. Jede Begegnung in der Umgebung, die sie „Goethes Tempel der Wissenschaft“ nennt, motiviert sie immer wieder aufs Neue. © privat
Dr. Nataliia Medzhybovska

Dr. Nataliia Medzhybovska ist promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin mit langjähriger Expertise im universitären Projektmanagement und in der Lehre. Vor ihrer Flucht nach Deutschland lebte sie in ihrer Heimatstadt Odessa – ein wichtiger Schwarzmeerhafen, der in der ersten Welle der russischen Invasion eine strategische Rolle spielte. Die Stadt wurde zwar nie eingenommen, sieht sich aber bis heute regelmäßigen Angriffen ausgesetzt. Für sie hält der 24. Februar eine besondere Bedeutung – es ist der Geburtstag ihres Ehemanns. „Als Russland in den frühen Morgenstunden des Jahres 2022 in mein Land einmarschierte, legte sich ein schwerer Schatten auf die runde Geburtstagsfeier meines Mannes.“ Messenger-Dienste hatten sie über den Kriegsausbruch informiert. „Wir haben den Krieg erwartet, aber nicht ganz daran geglaubt.“
Zwölf Tage und 1.650 Kilometer (per Luftlinie gemessen) später erreichen sie und ihr jüngster Sohn am 8. März 2022 Frankfurt. Die Solidarität mit ukrainischen Geflüchteten ist groß, und eine deutsche Familie bietet ihnen Wohnraum. Die Erfahrung mit solch menschlicher Wärme und Großzügigkeit hat sich tief eingeprägt. „Wir haben sechs Monate mit der Familie von Rundstedt zusammengelebt, und sie unterstützen uns immer noch.“ Im September des Jahres tritt Dr. Medzhybovska eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team von Prof. Dr. Oliver Hinz im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität an. In den nächsten drei Jahren, bis September 2025, recherchiert sie den Einfluss sozialer Medien auf die Zivilgesellschaft. „Gegenstand meiner Untersuchung waren die Aktivitäten einer Online-Community, die sich der Bekämpfung russischer Propaganda und der Unterstützung der Ukraine widmete. Die Gemeinschaft entstand unmittelbar nach Ausbruch des Krieges mit dem Ziel, Unterstützung für die Ukraine zu mobilisieren.“
Neben ihrer deutschen Gastfamilie ist Dr. Medzhybovska Prof. Hinz und dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften für die Unterstützung in den letzten Jahren sehr dankbar. „Er schenkte mir sein Vertrauen und gab mir die Möglichkeit, in seinem Bereich zu forschen.“
Zusätzlich zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen erhielt sie während dieser dreijährigen Tätigkeit auch tiefere Einblicke in das deutsche Wissenschaftssystem. „Meines Erachtens ist die Forschung in Deutschland stärker fundiert und weist klarere Bezüge zur bestehenden Forschungsliteratur auf. In der Ukraine genügte es in einem Artikel oftmals, eine Liste von Wissenschaftler*innen anzuführen, ohne deren Positionen oder konkrete Referenzen ausführlich darzulegen. Hier ist es hingegen erforderlich, nahezu jede Aussage detailliert zu begründen und sorgfältig einzuordnen.“ Eine wertvolle Lernerfahrung für die Wirtschaftswissenschaftlerin, die bis zu Kriegsausbruch regelmäßig an Weiterbildungen, viele davon im Ausland, u. a. den USA, Deutschland, Litauen, Polen und Bulgarien, teilnahm.
Seit Ende des letzten Jahres sucht Dr. Medzhybovska, die fast 26 Jahre als Dozentin und Lehrkraft an der Nationalen Wirtschaftsuniversität Odessa zu Wirtschaftskybernetik und Informationstechnologien lehrte und forschte, nach einer neuen Anstellung. „Einen neuen Job nach Beendigung meiner Anstellung an der Goethe-Universität zu finden, hat sich als die schwierigste Herausforderung bisher erwiesen,“ sagt sie. Teilweise liege das in der Natur der Tätigkeit wissenschaftlicher Mitarbeitenden – viele Unternehmen suchen eher nach praktischer Berufserfahrung und legen weniger Wert auf analytische und wissenschaftliche Fähigkeiten, sagt sie. Aber es ist auch klar, dass die öffentliche Wahrnehmung ukrainischer Geflüchteter abgenommen hat – sowohl aufgrund der Länge des Kriegs als auch aufgrund der Vielzahl weiterer globaler Krisen. „Anfangs war die Unterstützung für Ukrainerinnen immens. In meiner heutigen Jobsuche dagegen begegnet mir niemand mehr mit dem gleichen Maß an Offenheit und Vertrauen, das mir Prof. Hinz entgegenbrachte.“
„Ich fühle mich hier sicher,“ sagt sie in Bezug auf Deutschland und ergänzt: „Ich hoffe, dass ich einen angemessenen Job – höchstwahrscheinlich außerhalb der Forschung – finden werde. Wäre ich in der Ukraine geblieben, wäre ich jetzt wahrscheinlich Abteilungsleiterin und würde ein Master-Programm betreuen.“ Ihr Heimatland spielt nach wie vor eine wichtige Rolle in Dr. Medzhybovskas Alltag, auch da ihr ältester Sohn nach wie vor mit seiner Familie im kriegsgebeutelten Odessa wohnt. Ein weiteres besonderes Anliegen ist ihr die kulturelle Verständigung; in ihrer Freizeit leitet sie einen Buchclub und unterstützt zudem ukrainische Geflüchtete in Hessen.

Vor Kriegsausbruch lehrte und forschte Dr. Nataliia Medzhybovska 26 Jahre an der Nationalen Wirtschaftsuniversität Odessa zu den Schwerpunkten Wirtschaftskybernetik und Informationstechnologien. © privat

Unmittelbar nach ihrer Ankunft in Deutschland, gemeinsam mit einer Freundin aus Odessa, die bereits einige Tage zuvor angekommen war. „Unsere Flucht wurde zunächst von der Jüdischen Gemeinde Odessa organisiert, die uns half, nach Moldau zu gelangen. Unsere Weiterreise von dort nach Frankfurt wurde von der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland organisiert.“ © privat

Dr. Nataliia Medzhybovska wurde auch im Rahmen der Fotoausstellung „Starke Frauen: 14 Ukrainerinnen zwischen Krieg, Flucht und Hoffnung“ vorgestellt. Auf Seite 89 der hier verlinkten Sammelmappe gibt sie weitere Einblicke in ihre Flucht. © privat

Die Ökonomin arbeitete drei Jahre im Team von Prof. Dr. Oliver Hinz, wo sie den Einfluss sozialer Medien auf die Zivilgesellschaft recherchiert. © privat

Dr. Nataliia Medzhybovska leitet in ihrer Freizeit einen Buchclub und engagiert sich darüber hinaus für ukrainische Geflüchtete in Hessen. © privat
Olha Huzhva

Olha Huzhva stammt aus Pokrowsk, einer der bedeutendsten Städte in der Region Donezk im Osten der Ukraine, die seit Ausbruch des großflächigen Krieges im Jahr 2022 wiederholt schweren Zerstörungen durch Raketenangriffe und Artilleriebeschuss ausgesetzt war und in der auch heute noch erbitterte Kämpfe geführt werden.
„Wenn ich heute an meine Heimat denke, höre ich nicht nur Sirenen, sondern auch ,Schtschedryk‘ – die Melodie, die die Welt als ,Carol of the Bells‘ kennt.“ Das Werk von Komponist Mykola Leontovych, der 1921 von einem sowjetischen Agenten ermordet wurde, zählt zu den wichtigsten Kulturgütern des Landes und ist tief mit der Idee eines ukrainischen Frühlings verwurzelt. Für sie ist es wichtig, nicht pauschal vom „Donbas“ zu sprechen, da die geografische Bezeichnung mehr umfasst als das Gebiet in der Ukraine: „Russland nutzt diesen Begriff, um die realen administrativen Grenzen zu verwischen. Wir nennen es weiterhin Doneztschyna – die Region um die besetzte Stadt Donezk.“
Für die Juristin spielt die Geschichte ihrer Heimat eine zentrale Rolle. Auch wenn sie damals noch ein Kind war, erinnert sie sich gut an die Maidan-Proteste. „Ich war Teil dieser Bewegung – die bei uns als Revolution der Würde bekannt ist – und nahm an Aktionen in meiner Heimatstadt teil. Ich erinnere mich, dass auch unsere Lehrer*innen unsere Teilnahme unterstützten.“ Olha Huzhva hat früh gelernt, wie sehr die Vergangenheit die Gegenwart prägt. Ihr Heimatland versteht sie seit jeher als Teil Europas – und verweist auf Jaroslaw den Weisen, nach dem auch ihre spätere Alma Mater in Charkiw benannt ist. Seine Töchter wurden zu Königinnen von Frankreich und Ungarn und stärkten damit bereits im 11. Jahrhundert die dynastischen Verflechtungen, die das europäische Grundverständnis der Ukraine bis heute prägen.
Es ist die Faszination für gute Nachbarschaft, Selbstbestimmung und Freiheit, die Olha Huzhva dazu bewegt, Recht und Geschichte zu studieren. „Mich interessierte, wie Staaten aufgebaut sind, wie Gesellschaften funktionieren, wie man Rechte schützt und Verantwortung übernimmt.“ An der Universität Charkiw, sagt sie, sei sie erwachsen geworden. Neben ihrem Jurastudium absolviert sie Praktika bei Polizei, Gericht und in der Anwaltschaft, bevor sie eine Anstellung bei einem Recyclingunternehmen antritt. Bereits mit 23 Jahren sammelt sie erste Führungserfahrung, vertritt ihren Arbeitgeber vor Gericht und gegenüber staatlichen Stellen. „Ich habe viel gearbeitet, mit Überzeugung gearbeitet – und hatte das Gefühl, dass mein Leben Richtung bekommt.“
Die gewaltsame Auseinandersetzung mit Russland begleitet sie jedoch schon lange. „Für mich begann der Krieg nicht erst 2022. Meine Heimatregion lebt seit 2014 mit Frontnähe, Bedrohung und dem Gefühl, dass Gewalt jederzeit näher rücken kann.“ Ihr Geschichtsstudium macht ihr bewusst, wie lange die Ukraine dieser Bedrohung ausgesetzt ist. „Anfangs fragte ich mich, wie es möglich ist, dass wir im 21. Jahrhundert Krieg erleben. Doch dann wurde mir klar: Russland hat mir nicht nur Häuser und Städte genommen, sondern ganze Jahre meines Lebens.“ Ihr Elternhaus wurde zerstört, ihre Heimatstadt schwer getroffen, ebenso große Teile von Charkiw.
Für Olha Huzhva ist Krieg mehr als bewaffnete Gewalt. Es gehe nicht nur um Panzer und Raketen, sondern auch um Sprache, Kultur und Geschichte – um eine „langsame Gewöhnung an etwas, das nie normal sein darf.“ Noch kurz vor Kriegsausbruch begegnet sie in der Ukraine Menschen, die die Gefahr durch russische Propaganda und Imperialismus unterschätzen. Zu diesen zählen die Juristin und ihre Familie nicht. „Bereits vor dem Krieg trafen wir die bewusste Entscheidung, uns vollständig auf unsere eigene Sprache zu verlassen – auch was Informationsquellen angeht.“ Das Risiko einer größeren Invasion nimmt zu, und die Familie reist angesichts der drohenden Gefahr eine Woche vor Kriegsausbruch nach Kyjiw.
„Wir backten zuhause Brot. Alle schliefen in einem Zimmer, ,zwischen zwei Wänden‘.“ Ein Satz, der zuvor kaum benutzt wurde, wird zur Überlebensregel: Zwei Wände können im Fall von Splittern Schutz bieten. Bei einem direkten Treffer, weiß die Familie, gibt es ohnehin keine Sicherheit. Kyjiw steht in den ersten Kriegstagen unter Beschuss – eine Erfahrung, die sie als zutiefst prägend beschreibt. Gleichzeitig erinnert sie sich an den Mut vieler Menschen, die trotz der Angriffe Supermärkte weiter belieferten. „Krieg zeigt einem, wie dünn die Schicht ist, die wir Alltag nennen.“
Kurz vor Kriegsausbruch stirbt ihr Vater. „Unsere Familie hatte gerade einen schweren persönlichen Verlust erlitten, als das Land in die nächste Katastrophe stürzte.“ Sie beginnt, Autofahren zu üben, um ihre Mutter und Tante im Notfall selbst evakuieren zu können. „Aber um zu fahren, musste man erst einmal Benzin finden. Auch das gehörte plötzlich zum Alltag.“
Als die drei Frauen im Frühjahr 2022 nach Deutschland fliehen, glaubt Olha Huzhva zunächst an eine kurze Abwesenheit. „Doch aus Monaten wurden Jahre.“ Die Flucht dauert mehrere Tage. „Wir fuhren mit einem Evakuierungszug nach Lwiw. Im Waggon waren unzählige Menschen, Katzen und Hunde. Neben mir saß ein großer deutscher Schäferhund.“ In Lwiw verbringen sie mehrere Nächte in einer Turnhalle, versorgt von Freiwilligen – mit Essen, Tee und einfachen, vertrauten Gerichten, deren Geschmack für einen Moment Normalität zurückbringt.
Auch die Weiterreise ist unsicher. Schließlich nehmen sie die Hilfe litauischer Freiwilliger an und gelangen über Polen nach Deutschland. „Den Menschen an der Grenze danke ich bis heute von Herzen. Sie boten uns den ersten sicheren Rückzugsraum.“ In Wiesbaden finden sie schließlich Unterkunft bei einer Bekannten. „Nach Tagen in Angst wird selbst etwas so Alltägliches wie eine Dusche zu einem Moment, den man nie vergisst.“
Die Angst bleibt – auch weil ihre Schwester weiterhin in Kyjiw lebt. Gleichzeitig beginnt ein neues Leben, das sich zunächst fremd anfühlt. „Migration war für mich zuerst ein Vakuum. Man verliert nicht nur Arbeit und Alltag, sondern oft auch die eigene Identität.“ Trotz geringer Deutschkenntnisse bewältigt die Familie Behördengänge und Aufenthaltsfragen. Der vorübergehende Aufenthaltstitel wird genehmigt – doch die Phase des Wartens zieht sich. „In der Ukraine bedeutet ,vorübergehend‘ Wochen oder Monate. Hier wurde daraus eine neue Realität.“
Um Struktur zu gewinnen, arbeitet sie in einem Café und besucht intensiv Deutschkurse. „Mein Leben als Juristin stand still.“ Gleichzeitig wächst ihr Netzwerk, aus ersten Kontakten werden Freundschaften. Dennoch bleibt das Gefühl, aufholen zu müssen. „Ich beginne beruflich fast bei null.“ Besonders prägend ist für sie die Erfahrung, sich neu beweisen zu müssen. „Ich wusste, wer ich bin und was ich kann – aber niemand konnte es sehen.“ Bürokratische Hürden, fehlende Anerkennung und automatisierte Auswahlverfahren erschweren den Einstieg zusätzlich. „Oft gilt man gleichzeitig als über- und unterqualifiziert.“ Das, sagt sie, sei eine der schmerzhaftesten Erfahrungen von Migration: nicht nur neu anzufangen, sondern zugleich erklären zu müssen, dass man schon einmal jemand war. Dabei, betont sie, vermittle das ukrainische Bildungssystem genau jene Fähigkeiten, die auch in Europa gebraucht werden.
Neben Geduld – „einem der deutschen Wörter, die mein Leben hier am stärksten geprägt haben“ – bleibt dieses Gefühl bestehen. „Wenn ich in der Ukraine meinen Weg weitergegangen wäre, hätte ich mich Schritt für Schritt in Richtung Anwaltschaft entwickelt. In Deutschland bedeutet derselbe Wunsch für mich eine völlig neue Langstrecke“ – insgesamt etwa acht Jahre bis zur Zulassung als Rechtsanwältin. Neben der Organisation erfordert dieser Weg vor allem Zeit, Kraft und eine langfristige Lebensplanung.
Gleichzeitig hebt sie die Unterstützung hervor, die sie unter anderem von der Agentur für Arbeit erhalten hat und durch die sie zum Academic Bridge Program (ABP) der Goethe-Universität gekommen ist. Details zu dem Programm finden Sie hier: https://aktuelles.uni-frankfurt.de/unireport/unterstuetzung-von-hoch-qualifizierten-gefluechteten/. Im Rahmen der Deutschlandstiftung Integration nimmt sie zudem am „Fast Track “-Förderprogramm für junge Ukrainerinnen in Deutschland teil. „Solche Erfahrungen zeigen mir, dass Integration nicht nur aus Formularen besteht, sondern auch aus Begegnungen. So sehe ich auch meine heutige Rolle darin, an solchen Brücken mitzuwirken – im gesellschaftlichen, akademischen und beruflichen Leben.“ Für sie ist das ABP mehr als ein Bildungsangebot: „Es ist eine Brücke zurück in ein professionelles und akademisches Umfeld.“
Etwas Normalität kehrt zurück – und doch hat sich für sie die Welt verschoben. „Das, was früher klar getrennt schien – Sicherheit hier, Gefahr dort –, liegt für mich inzwischen übereinander. Ich habe oft das Gefühl, gleichzeitig in zwei Wirklichkeiten zu leben, die sich längst überlagert haben.“
Olha Huzhva ist sich bewusst, wie sehr Wissenschaft und Bildung in der Ukraine unter dem Krieg leiden – und zugleich stolz darauf, dass Bildung selbst unter diesen Bedingungen nicht zur Nebensache wird. In Charkiw seien Schulen inzwischen in Metrostationen verlegt worden, Soldaten legten ihre Universitätsprüfungen an der Front ab. „Es kann nicht sein, dass Bildung in Schützengräben stattfindet“, sagt sie. Vielleicht ist es auch deshalb so wichtig für sie, wie der Krieg im akademischen Umfeld wahrgenommen wird. Trotz vieler empathischer und hilfsbereiter Begegnungen habe sie den Eindruck, „dass der Krieg für einen Teil der Studierenden und jungen Menschen in Frankfurt etwas Entferntes bleibt – ein Ereignis ,von außen‘. Doch dieser Krieg ist längst in Europa und stellt auch die Sicherheit Deutschlands und Europas infrage.“ Stabilität, ergänzt sie, sei kein Selbstläufer. Wenn sie sich etwas wünschen könnte, dann „dass mehr Menschen erkennen, wie brüchig die Trennlinie zwischen ihrem Alltag und unserer Front tatsächlich ist. Der Krieg sollte nicht nur durch Mitgefühl, sondern auch durch Analyse wahrgenommen werden – nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung.“
Dass jede noch so kleine Handlung zählt, zeigt für sie das Projekt „Unity Net “, das sie initiiert hat: Öffentlich werden Tarnnetze geflochten, jede*r kann im Vorbeigehen einen Knoten beitragen – und damit im Zweifel Leben schützen. Für die Zukunft wünscht sie sich, nicht noch ein weiteres Jahr mit Demonstrationen gegen den Krieg verbringen zu müssen. „Ich wäre glücklich, wenn die Unterstützung schon jetzt ausreichend wäre – damit aus Jahren keine Jahrzehnte werden.“ Ihre Gedanken kreisen oft um die Menschen in ihrer Heimat – Männer wie Frauen –, die heute Werte wie Frieden, Demokratie und Freiheit verteidigen und viele mit ihrem Leben dafür bezahlen. „Ich frage mich oft: Sind Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit eine aktive Haltung der europäischen akademischen Gemeinschaft – oder besteht die Gefahr, dass sie vor allem theoretische Kategorien bleiben?“
Das wichtigste Konzept für ihre Zukunft ist „Надія“ – Nadiia, Hoffnung. Sie zitiert die ukrainische Dichterin Lesja Ukrajinka: „Contra spem spero“ – „ohne Hoffnung hoffe ich“. Daran erinnere sie sich oft. „Ich plane trotz allem nicht aufzugeben. Ich hoffe auf eine freie Ukraine, auf stärkere Verbindungen zwischen der Ukraine und Deutschland und auf mehr Sicherheit für ganz Europa.“

Olha Huzhva vor Kriegsbeginn: „Wenn ich heute an meine Heimat denke, höre ich nicht nur Sirenen, sondern auch ,Schtschedryk‘ – die Melodie, die die Welt als ,Carol of the Bells‘ kennt.“ © privat

Im Evakuierungszug nach Lwiw. „Im Waggon waren unzählige Menschen, Katzen und Hunde. Neben mir saß ein großer deutscher Schäferhund.“ © privat

An der Goethe-Universität nimmt die junge Frau am Academic Bridge Program teil: „Solche Erfahrungen zeigen mir, dass Integration nicht nur aus Formularen besteht, sondern auch aus Begegnungen.“ © privat

Für die Zukunft wünscht sich Olha Huzhva, nicht noch ein weiteres Jahr mit Demonstrationen gegen den Krieg verbringen zu müssen. „Ich wäre glücklich, wenn die Unterstützung schon jetzt ausreichend wäre – damit aus Jahren keine Jahrzehnte werden.“ © privat
Olha Vashchenko

Olha Vashchenko studiert gerade für ihren Bachelor in Chemie an der Universität Kyjiw, als der Krieg am 24. Februar 2022 ausbricht. Bereits in den Monaten vorher wird viel über einen möglichen Krieg spekuliert. „Da Russland bereits mehrfach Truppenübungen in der Nähe der Grenze vorgenommen hatte, war die gesellschaftliche Meinung geteilt. Während manche einen Krieg im 21. Jahrhundert für schlichtweg unmöglich hielten, erschien er für andere jeden Tag wahrscheinlicher.“ So empfindet es auch die damals 20-jährige; die Situation ist seit Wochen angespannt, die Nachrichtenlage ist unklar, und die junge Studentin aus Charkiw sorgt sich nicht nur um ihre Familie in der Grenzregion. „Ich lebte damals im Studentenwohnheim und hatte überhaupt keine Idee, wie ein Kriegsausbruch verlaufen würde. Ich fürchtete mich vor Panzerbeschuss, einer Übernahme durch Truppen. Im Nachhinein war es vollkommen absurd.“
Als ihr Telefon am 24. Februar morgens irgendwann zwischen 4 und 5 klingelt, hört sie im Halbschlaf ihren Vater. Er sagt, der Krieg habe begonnen, sie könnten Explosionen hören. „Ich erinnere mich noch daran, dass mein Hirn nicht verstehen wollte. Einer meiner ersten Gedanken war: Warum reißt er mich mit so einem schlechten Witz aus dem Tiefschlaf?“ Ihr nervlich bereits angespannter Körper möchte eigentlich wieder in den Schlaf finden. „Es mag sich für viele unvorstellbar anhören, aber als der Krieg dann offiziell ausbrach, löste sich auch meine Anspannung etwas.“ Nachdem sie so viel Zeit damit verbracht hatte, sich darüber zu sorgen, wann, wie, wo und ob der Krieg ausbrechen würde, war es für die junge Naturwissenschaftlerin in gewisser Hinsicht leichter, sich nun endlich mit einem Fakt – nicht mehr nur spekulativer Theorie – konfrontiert zu sehen.
Nachdem sie auch mit ihrer Mutter und ihren jungen Brüder gesprochen hat, läuft sie über die Gänge des Studierendenwohnheims in Kyjiw. „Alles war ruhig. Meine Freunde schliefen. Es fühlte sich unwirklich an.“ Olha Vashchenko weckt sie; gemeinsam beschließen sie, vorsorglich in einer der nahegelegenen Metrostationen Unterschlupf zu suchen. „Wir waren in Panik geraten, auch weil wir in den Nachrichten zunächst keine Berichterstattung sahen.“ Die Bestätigung über offizielle Medienkanäle kommt, als sie und ihre Kommiliton*innen bereits in der Station sitzen; vorsorglich haben sie mehrere Wasserflaschen und etwas Proviant – sie erinnert sich an Würstchen – eingesteckt. Nach vier Stunden kehren sie zurück ins Wohnheim; einige Eltern sind gekommen, um ihre Kinder abzuholen und nach Hause oder in andere vermeintlich sicherere Orte zu bringen. Eine Rückkehr nach Charkiw – mitten ins Kriegsgeschehen – stellt für Olha Vashchenko keine Option dar. Die nächsten anderthalb Wochen verbringt sie mit der Familie einer Freundin im Westen des Landes. „Es gab regelmäßig Fliegeralarm und wir verbrachten viele Stunden in geschützten Kellern.“ Unter der Erde bilden sich neue soziale Verbindungen, viele mit älteren Damen. Zeit, die prägt.
Die Familie, die heute wieder vereint in Frankfurt lebt, erinnert sich oft an diese Zeit. „Voneinander getrennt zu sein war für uns alle hart. Trotzdem war die Situation meiner Eltern deutlich schwieriger. Die Supermärkte waren leer, sie wussten nicht, was sie tun sollten. Jedes Gespräch mit ihnen war mit Schlachtlärm unterlegt.“ Als ihre Mutter am 1. März russische Panzer auf den Straßen sieht und das Rathaus zerstört wird, flieht die Familie nach Dnipro. Angesichts der anhaltenden Kämpfe und der Nähe zum Kernkraftwerk Saporischschja – dem größten Europas, rund 120 Kilometer südwestlich der Stadt – entschließt sich Olha Vashchenkos Mutter einen Monat später, mit ihren beiden Söhnen in Deutschland Sicherheit zu suchen. Ihr Vater wird erst zwei Jahre später nachkommen – gemeinsam mit seinen Eltern. „Meine Großeltern mütterlicherseits wohnen immer noch in Charkiw. Ihre Heimat zu verlassen, stellt für sie trotz des Kriegs keine Option dar,“ sagt sie mit einer Mischung aus Wehmut, Stolz und Liebe. Ihre gewohnte Umgebung, ihr Haus, ihren Garten aufzugeben – sie kann verstehen, warum das für Babusia und Didus nie eine Option darstellte.
Während ihre Familie flüchtet, lebt sie zunächst bei ihrer Freundin im Westen. „Eines Tages fand ich auf Facebook eine Liste an Laboren, die Hilfe für ukrainische Studierende und Forschende anboten. Da ich in Kyjiw bereits ein Laborpraktikum im Bereich NMR absolviert hatte, fiel meine Suche sehr spezifisch aus. Ein Ergebnis war das Labor von Prof. Harald Schwalbe.“ Es ist bereits Abend, als sie ihre Anfrage verschickt. Die positive Antwort erhält sie um kurz vor sechs Uhr morgens am nächsten Tag. Mit nur einer Tasche gefüllt mit einigem Wenigen Hab und Gut – „als wir Kyjiw flüchteten, dachten wir noch wir würden in ein paar Tagen zurückkehren“ – macht sie sich auf den Weg nach Frankfurt. Der Weg führt über mehrere Stationen – ein kurzer Aufenthalt bei Freunden hier, eine Nacht in einem Kloster dort, gefolgt von der langen Zugreise durch Polen. Am 11. März 2022 erreicht sie Frankfurt.
Nur einmal, erzählt sie, habe sie auf der langen Reise Angst bekommen. „Mein Ziel nach Ankunft war Schwalbach. Hier wohnte die PhD-Studentin aus Prof. Schwalbes Team, die mir eine Unterkunft angeboten hatte. Als ich in Frankfurt in den entsprechenden Zug stieg, überfiel mich erneut eine Welle von Panik: Was würde mich erwarten? Wo fahre ich gerade hin? All diese Gedanken hatte ich während der langen Zugreise durch Polen verdrängt.“ Die Unterstützung, die sie von der jungen Wissenschaftlerin erhielt, als sich die Tür zu dem Haus in Schwalbach öffnete, ist unermesslich, sagt Olha Vashchenko. „Sie nahm mich auf, ohne mich zu kennen.“ Als ihre Mutter mit ihren Brüdern später nach Deutschland flieht, macht sie ähnliche Erfahrungen. Die Familie findet über einen Matching-Service Unterschlupf bei einer deutschen Gastfamilie. „Die Hilfsbereitschaft war beeindruckend. Menschen boten uns Unterstützung an, ohne uns zu kennen. Ich besaß nichts und bekam Kleidung, Schuhe und alles, was man für den Alltag braucht – genauso wie meine Brüder.“ Die Unterstützung von Staat und Zivilgesellschaft war immens, sagt sie rückblickend.
Nach Monaten endlich wieder teilweise vereint, hofft die Familie im Sommer 2022 nach wie vor, dass die militärischen Auseinandersetzungen schnell wieder beendet sein werden. „Dass heute noch Krieg herrscht, hätten wir uns nie träumen lassen.“ Vielleicht ist es gerade auch diese Vorstellung, dass alles bald wieder „normal“ wird, die Olha Vashchenko antreibt, ihr Bachelor-Examen hier abzulegen. „Die Universität in Kyjiw hatte mehrere Online-Optionen geschaffen.“ Als es anschließend um den weiterführenden Master geht, fällt ihre Wahl auf einen der neu geschaffenen Online-Module ihrer Alma Mater. Die Entscheidung für einen Master in ihrem kriegsgebeutelten Heimatland fällt auch aufgrund der erforderlichen Deutschkenntnisse für ein Studium in Deutschland leicht. Doch auch wenn der Großteil ihrer Studien digital stattfinden, müssen die Studierenden ihre Prüfungen vor Ort an der Universität ablegen. Hierfür reist Olha Vashchenko im Dezember 2023 in die Ukraine. „Ich war in der Nähe einer Forschungseinrichtung untergebracht und hatte mir vor dem Zubettgehen Ohrstöpsel eingesetzt, um genügend Schlaf vor den bevorstehenden Klausuren zu bekommen.“ Als die Rakete mitten in der Nacht unmittelbar 200 Meter entfernt einschlägt, nutzen auch die Ohrstöpsel nichts. „Ein ohrenbetäubender Lärm ließ mich senkrecht im Bett aufsitzen.“ Am nächsten Tag sieht sie, dass die Druckwelle alle Fenster des nahegelegenen Forschungsinstituts zerstört hat.
Fünf Monate später, im Mai 2024, reist die zu dem Zeitpunkt 22-Jährige erneut in die Ukraine und verteidigt erfolgreich ihre Master-These. Aufgrund des Kriegs hatte sie den praktischen Teil im Labor von Prof. Schwalbe absolviert. Dieser Umstand war auch dafür verantwortlich, dass sie ihre These am Ende zuerst auf Englisch schreiben musste, um sie anschließend ins Ukrainische zu übersetzen.
Heute forscht die inzwischen 24-Jährige an ihrem PhD im Labor von Prof. Schwalbe. „Ich erforsche in meiner Promotion ein RNA-Element in Bakterien, das ihren Stoffwechsel steuert. Langfristig könnte dieses Wissen helfen, neue Antibiotika zu entwickeln.“ Es ist ihr zweites Jahr, in drei Jahren möchte sie fertig sein. Was dann kommt – wer weiß? Für einen Job würde sie – auch wenn die erweiterte Familie jetzt in Frankfurt einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden hat – umziehen. Vielleicht heiratet sie auch und kriegt Kinder. „Die Patriotin in mir möchte nach Hause zurückkehren und die Wiederaufbaumaßnahmen unterstützen. Aber das ist wenig realistisch. Ich sehe keine guten Zukunftsperspektiven in der Ukraine. Manchmal frage ich mich, wer außer Baufirmen und Psychologen nach Kriegsende noch vor Ort gebraucht wird.“
Bereits vor Kriegsausbruch war die Forschungsinfrastruktur, die sie für ihre Recherchen benötigt, in Deutschland deutlich besser als in der Ukraine. „Bei Spektrometern unterscheiden uns Jahre, von Technologiesprüngen ganz zu schweigen.“ Durch den Krieg klafft die Lücke nur noch größer. „Der letzte Winter war besonders hart, mit extremen Minustemperaturen und ohne Heizmöglichkeiten. In einem der Labore, in dem ich früher arbeitete, sind die Rohre geplatzt. Es ist nicht mehr nutzbar.“ Über die Lücken im ukrainischen Schulsystem mag sie gar nicht erst nachdenken.
Inzwischen hat sie mehr Verbindungen zu Deutschland als zur Ukraine. „Meine Familie ist hier, meine Forschung findet hier statt. Von allen Städten, in denen ich bisher gelebt habe, kenne ich Frankfurt wahrscheinlich am besten. In Kyjiw verbrachte ich die meiste Zeit in meinem Wohnheim und habe die Stadt gar nicht so viel erkundet. Frankfurt ist sehr gut zu Fuß zu erschließen, und der öffentliche Nahverkehr ist praktisch – es gibt überall U-Bahn-Stationen.“ Dabei fand sie es durchaus gewöhnungsbedürftig, dass diese Stationen anders als in Kyjiw oftmals nur aus einer kleinen Überdachung und zwei Bänken bestehen. Es funktioniert – wenn auch nicht immer pünktlich.
Dass es mit der Deutschen zugeschriebenen Pünktlichkeit nicht allzu weit her ist, weiß sie inzwischen. Ein anderes stereotypisches Bild – dass Deutsche eher kühl und distanziert sind – kann sie ebenso wenig bestätigen. „Ich bin immer freundlichen Menschen begegnet. Natürlich sind nicht alle gleich offen gegenüber Fremden, aber das ist auch verständlich. Spätestens seit meiner Ankunft in Schwalbach weiß ich: in Deutschland werden fremde Menschen umarmt und ihnen Zuflucht gewährt.“
Sollte sich der Krieg nächstes Jahr im Februar zum fünften Mal jähren, wird man Olha Vashchenko höchstwahrscheinlich auf einer Demonstration finden. „Dieses Jahr war ich in Paris, wo der Eiffelturm in den ukrainischen Farben angestrahlt wurde. Viele politische Vertreter*innen sprachen, es wurden ukrainische Flaggen geschwenkt.“ Auch ihre Eltern nehmen regelmäßig an Demonstrationen teil. „Für uns ist es wichtig, daran zu erinnern, dass immer noch Krieg herrscht.“ Ein Jahrestag spielt dabei in den persönlichen Reflektionen der Familie keine bewusste Rolle – wohl jedoch die Zeit vor dem Krieg.
„Ich bin inzwischen nicht mehr sehr optimistisch,“ sagt Olha Vashchenko, „auch weil der Krieg schon so lange andauert. Anfangs war ich hoffnungsvoller, doch inzwischen fühlt es sich oft an, als würde sich nichts wirklich verändern.“ Sollte Russland den Donbas irgendwann vollständig kontrollieren, läge der Weg zu ihrer Heimatstadt praktisch frei. Und selbst wenn der Krieg unter für die Ukraine guten Umständen enden sollte, bleiben dennoch demografische Probleme. „Viele junge Menschen sind geflüchtet, haben sich anderswo ein neues Leben aufgebaut, und werden wahrscheinlich nicht zurückkehren,“ sagt sie, und ergänzt, dass sie versucht, nicht allzu viel darüber nachzudenken. „Das mag eine Form von Verdrängung sein, aber jedes Mal, wenn ich mich damit beschäftige, macht es mich entweder traurig oder wütend. Und ändern kann ich daran ohnehin nichts.“

Olha Vashchenko arbeitet derzeit an ihrer Promotion im Labor von Professor Harald Schwalbe: „Ich erforsche in meiner Promotion ein RNA-Element in Bakterien, das ihren Stoffwechsel steuert.“ © Goethe-Universität Frankfurt

Nach Ausbruch des Kriegs am 24. Februar 2022 verbrachte die 20-jährige Bachelorstudentin die nächsten zwei Wochen auf der Flucht und fand an unterschiedlichen Orten – wie diesem Kloster in Polen – Unterschlupf, bevor sie am 11. März in Deutschland ankam. © privat

Damals und heute: Olha Vashchenko mit ihren Eltern an ihrem letzten Schultag, der in der Ukraine als „Ostannij dzwonyk“ („letzte Klingel“) gefeiert wird. Als sie im April 2023 zurückkehrte, fand sie die Schule zerstört vor. © privat

Ihr Weg nach Deutschland führt sie über Polen. Zu sehen ist hier der Bahnhof in Krakau. © privat

Dieses Foto nahm Olha Vashchenko im April 2022 auf – bei einer Demonstration zur Unterstützung der Ukraine, nur einen Monat nach ihrer Ankunft in Deutschland. © privat
Frühjahr 2026: Vier Jahre Krieg in der Ukraine
Die ukrainische Melodie Schtschedryk – weltweit als Carol of the Bells bekannt – erzählt ursprünglich vom Frühling. Eine Schwalbe kehrt zurück und kündigt das Ende des Winters und neues Leben an. Heute wirkt dieses Bild wie ein Echo aus einer anderen Zeit: In der Ukraine fällt der Frühling seit Jahren in eine Zeit des Krieges.
Als im Frühjahr 2026 Ostern gefeiert wurde, dauerte der Krieg bereits 1.501 Tage. Schätzungen zufolge könnte die Gesamtzahl der Opfer auf beiden Seiten inzwischen über zwei Millionen liegen. Trotz der enormen menschlichen Verluste haben sich die Frontlinien nur wenig verändert; rund 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets stehen weiterhin unter russischer Kontrolle.
Vier Jahre Krieg haben das Leben der Zivilbevölkerung massiv geprägt. Besonders hart war der vergangene Winter. Nach nahezu täglichen Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur hatten Millionen Menschen im Januar 2026 oft nur wenige Stunden Strom am Tag. Heizung und Wasserversorgung fielen immer wieder aus; schätzungsweise 10,8 Millionen Menschen waren auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Der Krieg trifft auch die Wissenschaft des Landes. Nach Angaben der UNESCO mussten bis Ende 2024 mehr als 40 Universitäten und Forschungseinrichtungen ihre Standorte vollständig verlegen. Bis Mitte 2025 hatte fast ein Drittel der wissenschaftlichen Einrichtungen kriegsbedingte Gebäudeschäden erlitten. Viele Forschende – UNESCO schätzt 10 bis 20 Prozent – verließen ihre Wohn- und Arbeitsorte und suchten Zuflucht in anderen Regionen der Ukraine oder im Ausland. Mehr als die Hälfte (54,3 Prozent) gab an, ihre Forschung nicht mehr wie vor dem Krieg fortsetzen zu können.
Gleichzeitig verändern sich auch die Strukturen der ukrainischen Wissenschaft. In den besetzten Gebieten orientiert sich die wissenschaftliche Zusammenarbeit zunehmend nach Russland. Einrichtungen in den von der ukrainischen Regierung kontrollierten Landesteilen arbeiten unter äußerst schwierigen Bedingungen und mit deutlich reduzierten Budgets. Viele Forschende berichten zudem von einer wachsenden Distanz zur internationalen Wissenschaftsgemeinschaft. Feldforschung und regionale Umweltstudien sind vielerorts kaum noch möglich – eine der weniger sichtbaren Folgen dieses Krieges.
Goethe-Ukraine-Fonds
Mit dem Ziel, geflüchtete Studierende und Wissenschaftler*innen zu unterstützen, setzte die Goethe-Universität nur zwei Monate nach Kriegsausbruch den Goethe-Ukraine-Fonds auf. Dank der großzügigen Spenden von bereits aktiven und neuen Förderinnen, Mitarbeitenden und Alumni kamen hier in kurzer Zeit mehr als €400.000 zusammen. Neben Deutschlandstipendien, aber auch neu konzipierten Perspektivenstipendien für Studierende aus Kriegsregionen wurden die Fördergelder unter anderem auch für Sprachkurse und virtuelle Abiturprüfungen genutzt. Des Weiteren fanden ab September 2023 mehrfach Summer und Winter Schools für Medizinstudierende aus der Ukraine statt, damit diese ihr virtuelles Studium in der Ukraine durch die nötigen Praxiskurse ergänzen konnten.
Der Betrag kam durch insgesamt 200 Förder*innen zustande; ungefähr 20 % von ihnen bestanden aus Universitätsmitarbeitenden. Neben der Jones Day Foundation zählten auch Merck, ein Frankfurter Rotary Club, die Helaba und diverse andere Stiftungen dazu. Andreas Eckel, Leiter Private Hochschulförderung an der Goethe-Universität, blickt auf die Anfänge zurück: „Einen guten Weg zu finden, wie wir als Goethe-Universität Menschen aus der Ukraine und anderen vom Krieg Betroffenen effektiv helfen können, ging nicht von heute auf morgen: In den ersten Wochen gab es immer wieder politische Entscheidungen, die den Handlungsrahmen veränderten.“ Umso erfreuter war das Team über die zusammengekommenen Fördermittel.
Bis heute werden ukrainische Studierende über die Jones Day Foundation auch an den Universitäten in München und Düsseldorf gefördert. Andreas Eckel koordiniert die Gesamtförderung gemeinsam mit Frau Prof. Dr. Dorothée Weber-Bruls aus dem Frankfurter Büro. Auch das Ukrainian Coordination Center, das Viktoria von Rosen im März 2022 etabliert hatte, ist bis heute aktiv. Frau von Rosen wurde 2024 von der Stadt Frankfurt für ihr Engagement für die Ukraine mit der Ehrenplakette ausgezeichnet.











