AFRASO-Dokumentation: Ein Film von Katja Becker und Jonathan Happ (2016) in Zusammenarbeit mit dem vom BMBF-geförderten Forschungsprojekt AFRASO –“Afrika’s asiatische Optionen“.

Das BMBF-geförderte Projekt „Afrikas Asiatische Optionen“ (AFRASO), eine Initiative des Zentrums für Interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) und des Interdisziplinären Zentrums für Ostasienstudien (IZO), untersucht bereits seit Februar 2013 Interaktionen zwischen Afrika und Asien. Im Rahmen des Projektes sind bereits drei Dokumentationen produziert worden, zuletzt zu chinesischem Engagement im Kleinbergbau in Kamerun.

In den vergangenen 10 Jahren hat sich Kameruns Kleinbergbausektor mehrfach gewandelt, nachdem neue politische Maßnahmen zahlreiche internationale Investoren aus Asien, Afrika, Europa und Amerika angezogen hatten. Seit 2012 hat das Engagement von chinesischen Unternehmern die Entwicklungen drastisch beschleunigt. Einige der chinesischen Unternehmer wandten sich diesem Sektor zu, nachdem sie in dem Land bereits andere Projekte betreuten, während andere, die meisten Bergbauspezialisten, aus dem ghanaischen Goldabbau nach Kamerun wechselten.

Schrittweise haben sich die chinesischen Unternehmer zu erfolgreichen Hauptakteuren im Goldabbau entwickelt, während andere, z.B. koreanische Unternehmer, in Konkurs gingen und in vielen Fällen ihr Geschäftskapital konkurrenzlos an die Chinesen verkauften.

Durch die Übernahme solcher Projekte und „Greenfield“-Initiativen haben chinesische Investoren sich das Image von erfolgreichen Unternehmern in der Region erarbeitet. Deswegen übernehmen fast alle lokalen und ausländischen Investoren chinesische Arbeitsweisen und Techniken.

Diese Entwicklungen sind der Grund, dass Diderot Nguepjouo, Forscher bei AFRASO, beschloss, gemeinsam mit den Filmemachern UJUZI in Kamerun die 3. AFRASO-Dokumentation zu produzieren. Diderot Nguepjouo ist Doktorand im BMBF-AFRASO-Teilprojekt von Prof. Dr. Jürgen Runge (FB 11: Institut für Physische Geographie/ZIAF) zu asiatischen Akteuren im Bergbausektor Zentralafrikas.

Der Film beleuchtet mehrere Akteure in den Hauptsegmenten des Kleinbergbausektors in Kamerun: einen chinesischer Investor, lokale Unternehmer (ein Parlamentsmitglied, einen Unternehmer und einen Vermittler); Arbeiter, kleine Betreiber in „Nguéré“, Beamte, aber auch die Betroffenen an ihren Arbeitsplätzen.

Der Film offenbart, dass politische Eliten und Verwaltung anscheinend das Engagement von chinesischen Betreibern bevorzugen, da dies für Regierung und lokale Unternehmer (Dienstleister, Vermittler…) vorteilhafter ist, während traditionelle Eliten und Geschäftsleute, die keine Kooperationen mit den Chinesen unterhalten, das Engagement der Chinesen kritisch sehen.

Darüber hinaus profitieren chinesische Investoren und einige lokale Investoren vom Goldabbau, während die lokalen Gemeinden von Landbeeinträchtigungen, Wasserverschmutzung und Krankheiten betroffenen sind…

Der Film stellt dar, welche Dynamiken und Gegensätze sich derzeit in Kameruns Goldabbau entwickeln.

Zwei weitere AFRASO-Dokumentationen „Just Another Chinese Guy“ und „Malaysia for me is…“ finden Sie im Youtube-Kanal von AFRASO. Mehr Informationen zu AFRASO: www.afraso.org