Der Wissenschaftsrat hat die Bewerbung des LOEWE-Zentrums SAFE als „exzellent“ bewertet und empfiehlt die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft ab 2020. Die finale Entscheidung über die Aufnahme wird die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz voraussichtlich im Zeitraum April/Mai 2019 treffen.

Das Land Hessen hatte im September 2017 die Aufnahme des Forschungszentrums SAFE („Sustainable Architecture for Finance in Europe“) im House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt in die Leibniz-Gemeinschaft beantragt. Nach Annahme der Bewerbung durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz war SAFE im vergangenen Jahr durch die Leibniz-Gemeinschaft und den Wissenschaftsrat evaluiert worden. Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung. SAFE hat mit der Note „exzellent“ die bestmögliche Bewertung erhalten.

Nachdem Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn selbst am vergangenen Freitag an der Sitzung des Wissenschaftsrates teilnahm, dankte sie diesem für seine Arbeit. „Ich freue mich sehr über die hervorragende Bewertung von SAFE durch den Wissenschaftsrat. Auf dieser Grundlage bin ich zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine Aufnahme von SAFE in die Leibniz-Gemeinschaft realisieren werden können.“

„Das ist eine sehr schöne Nachricht“, sagte die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff. „SAFE hat damit einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum Leibniz-Institut erreicht. Ich danke Jan Pieter Krahnen und seinem Team für die enorm produktive und erfolgreiche Arbeit. Und dem HMWK danke ich für die unermüdliche Unterstützung, nicht zuletzt über LOEWE. SAFE zeigt, dass sich die geduldige und nachhaltige Entwicklung leistungsstarker wissenschaftlicher Schwerpunkte mittel- und langfristig auszahlt. Nun drücken wir alle die Daumen, dass auch die letzte wichtige Hürde gemeistert wird.“

Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Wissenschaftlicher Direktor von SAFE

„Wir freuen uns sehr über das Votum des Wissenschaftsrats und sind stolz, dass unsere Arbeit die wissenschaftlichen Gutachterinnen und Gutachter überzeugt hat“, sagt Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen, Wissenschaftlicher Direktor von SAFE. Die Empfehlung bestärke SAFE, die Vorhaben in den Bereichen der Forschung und Politikberatung mit großem Engagement weiter voranzutreiben.  „Nun hoffen wir, dass auch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz eine positive Entscheidung treffen wird und SAFE 2020 als Leibniz-Institut an den Start gehen kann“, so Krahnen.

Das Forschungszentrum SAFE ist ein Kooperationsprojekt der Goethe-Universität Frankfurt und des Center for Financial Studies. Es beschäftigt sich mit der Analyse der europäischen Finanzmärkte und ihrer Regulierung und wird seit 2013 von der hessischen Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischen Exzellenz (LOEWE) gefördert. SAFE hat sich zum Ziel gesetzt, die Anforderungen an einen optimalen Ordnungsrahmen für die europäischen Finanzmärkte und ihre Akteure zu erforschen. Um die Komplexität der Märkte und ihr Zusammenspiel mit Wirtschaft, Politik und Zentralbanken in allen wichtigen Komponenten erfassen zu können, setzt das LOEWE-Zentrum auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit von rund 40 Professorinnen und Professoren, 20 Postdoktorandinnen und Postdoktoranden, 50 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie einem großen Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von Forschungseinrichtungen weltweit aus den Bereichen Finanzwirtschaft, Mikro- und Makroökonomie, Rechtswissenschaft und Soziologie.  Neben der Forschung ist es ein Kernanliegen von SAFE, durch professionelle Politikberatung auf Basis aktueller Forschungsergebnisse zu einer nachhaltigen, an Stabilität und Wachstum orientierten Politik beizutragen. Das SAFE Policy Center unterhält dazu einen kontinuierlichen Dialog mit hochrangigen Entscheidungsträgern aus Politik, Zentralbanken und Regulierungsbehörden in Brüssel, Berlin und Wiesbaden/Frankfurt.

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 95 selbstständige Forschungsinstitute aus verschiedensten Fachbereichen, die sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen widmen. Sie setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer und berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Leibniz-Institute beschäftigen insgesamt rund 19.100 Personen, darunter 9.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Im Bereich der Wirtschaftswissenschaften gehören das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das ifo-Institut, das Leibniz-Institut für Weltwirtschaft (IfW), das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zur Leibniz-Gemeinschaft.

Weitere Informationen in der Pressemitteilung des Wissenschaftsrat (28. Januar 2019).