Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist es entscheidend, dass Konflikte nicht vermieden, sondern sozial produktiv ausgetragen werden. Dieser Gedanke begleitet das Projekt „Frankfurt streitet!“ des Frankfurter Standorts des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) an der Goethe-Universität. Das Projekt verfolgt das Ziel, in drei verschiedenen Veranstaltungsformaten die Bedeutung einer Konfliktkultur des produktiven Streits für gesellschaftlichen Zusammenhalt zu vermitteln und praktisch erlebbar zu machen. Auch zu unterschiedlichen Perspektiven von Wissenschaftler*innen wird im Rahmen des Projekts ein öffentlicher Diskussionsraum geboten. Beim Auftakt der Reihe „Kontrovers: Aus dem FGZ“, in der Themen und Thesen aus der Frankfurter Forschung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt zu kontroversen Positionen zugespitzt, vermittelt und diskutiert werden, wird die Frage „Freiheit und Leben: Wege aus dem Ausnahmezustand?“ im Zentrum der Debatte stehen.

Nach knapp einem Jahr, in dem die Covid-19-Pandemie und der durch sie hervorgerufene Ausnahmezustand unseren Alltag im Privaten wie im Öffentlichen mitbestimmt, rufen verzögerte Impfstofflieferungen, Lockdown-Verlängerungen und  wieder steigende Inzidenzwerte Unmut und Frust in der Bevölkerung hervor. Viele blicken hoffnungsvoll auf den Sommer und auf ein Ende der Kontaktbeschränkungen sowie damit verbundenen Einschnitten im sozialen oder wirtschaftlichen Bereich. Es scheint, dass Einigkeit darüber herrscht, die Zeit der Pandemie schnellstmöglich hinter sich lassen zu wollen.

Doch welchen Regeln sollte eine solche Rückkehr folgen? Sollten bereits geimpfte Personen individuell ihre durch den Staat eingeschränkten Freiheiten zurückerlangen, oder gilt es vielmehr ein No-Covid-Ziel gemeinschaftlich zu verfolgen, bei dem die Aufhebung von Beschränkungen an konkrete Meilensteine geknüpft sind? Können mit einer sinkenden Infektionsrate Freiheitseinschränkungen überhaupt noch gerechtfertigt werden, oder sind sie gar zum Schutz der Bürger*innen weiterhin erforderlich und wenn ja, wie lange? Welche Rolle spielt dabei das Verhältnis von Recht auf Schutz durch den Staat zu dem Recht auf ein selbstbestimmtes Leben?

Darüber diskutieren am 25. März ab 18.30 Uhr Prof. Dr. Uwe Volkmann, Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt und Mitglied des FGZ, und Prof. Dr. Elvira Rosert, Juniorprofessorin für Politikwissenschaft, insbes. Internationale Beziehungen an der Universität Hamburg und am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) sowie Co-Autorin des No-Covid-Strategiepapiers. Moderieren wird die Diskussion zu der hochaktuellen und durchaus polarisierenden Frage Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Professorin für Internationale Beziehungen an der Goethe-Universität Frankfurt, eine der drei Sprecher*innen des FGZ und Co-Sprecherin des Forschungsverbunds Normative Ordnungen der Goethe-Universität.

Die Diskussion findet online via Zoom statt. Eine Anmeldung an veranstaltungen-fgz@uni-frankfurt.de ist erforderlich. Die Logindaten werden nach Anmeldung übermittelt.
Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.