Kleine, feine Geburtstagsfeier: Ehrensenatorin Renate von Metzler mit Präsident Prof. Enrico Schleiff und den Musikern (v.li.n.re.) Andreas Borregaard, Asya Fateyeva und Eckart Runge.

Viele nennen sie eine Mäzenin, sich selbst bezeichnet Renate von Metzler als „Anstifterin“, die gerne „metzlert“. Das tat sie jetzt erneut. Anlässlich ihres 80. Geburtstages aktivierte die Ehrensenatorin der Goethe-Universität ihr großes Netzwerk und lud zu einem Benefizkonzert zu Gunsten der Freundesvereinigung im kleinsten Kreis. Wissenschaftliche, soziale und kulturelle Projekte werden so mittelbar unterstützt. Es wurde ein spendenfreudiger Abend unter Freunden.

Ein warmer Sommerabend, die Ausläufer eines Gewitters liegen noch über dem Campus Westend der Goethe-Universität, ein Luftzug trägt den Duft von Lindenblüten und nassem Gras in den Festsaal des Casinos. Die Gäste handverlesen, wegen der Corona-Pandemiebestimmungen auf eine kleine Runde reduziert. Eine Vielzahl von Geladenen, die die begehrte handgeschriebene Einladung von Renate von Metzler erhielten, verfolgten den Abend virtuell am heimischen Computer. Ihr Verständnis für die Situation wurde belohnt.

Musikertrio bezaubert mit intimem Konzert

Von Bach bis Piazolla: Der dänische Akkordeonvirtuose Andreas Borregaard, der langjährige Cellist des Artemis Quartetts Eckart Runge und die vielseitige klassische Saxophonistin Asya Fateyeva verzaubern mit „barockem Groove“ und „irdischem“ Tango Nuevo.

Das Konzert des Violincellisten Eckart Runge, des Akkordeonisten Andreas Borregaard und der Saxophonistin Asya Fateyeva spiegelte auf wundersame Weise die Leichtigkeit eines wunderbaren Sommerabends: feinsinnig und kraftvoll, dynamisch und lebendig interpretierte das Trio zunächst eine Auswahl eigenarrangierter Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach. Im zweiten Teil ihres Auftritts mischten die drei Musiker mit Domenico Scarlatti, Manuel de Fall und Astor Piazzolla die Farben, Kulturen und Genres zu einem neuen, eigenen „Trialog“. Die Begeisterung des Publikums und Renate von Metzler war ihnen sicher.

Spenden für Projekte der Goethe-Universität

Um die Hochschule auf ihrem Weg in die Zukunft zu unterstützen, vertraut Renate von Metzler in ihrer Doppelrolle als Ehrensenatorin der Goethe-Universität sowie als Vorstandsmitglied der Freundesvereinigung seit 30 Jahren auf ihr großes Netzwerk von Kontakten und potenziellen Spendern. Selten sind an einem einzigen Abend mehr hochkarätige und illustre Gäste an einem Ort vertreten. Auch die Einladung zu ihrem 80igsten Geburtstag verband die unaufgeregte und kluge Frau mit einem Spendenaufruf. Rund 110.000 Euro kamen dieses Mal zusammen. Renate von Metzler bedankte sich dafür auf ihre zurückhaltende Art: „Diese gestutzte, verkleinerte Corona-Geburtstagsfeier – man schaue sich nur mal diese kleinen, einsamen Weinflaschen vor sich an, aber anders geht es im Moment nicht… – diese kleine Geburtstagsfeier hilft den Freunden der Uni in einem Ausmaß, das mich, und uns, Herrn Bender als Vorsitzender der Freunde und Förderer, überrascht und sehr zufrieden macht.“

Aktiv, unkompliziert, pragmatisch

Bescheidene „Anstifterin“ – Renate von Metzler bedankt sich bei der Goethe-Universität: „Ohne die Uni wäre mein Leben sehr viel ärmer!“

Die Goethe-Universität liegt der ehrenamtlich und sozial engagierten Renate von Metzler sehr am Herzen. Sowohl sie selbst als auch Präsident Prof. Enrico Schleiff erinnerten in ihren Reden an die lange Partnerschaft und gemeinsame Geschichte, die Renate von Metzler und die Goethe-Universität verbindet. In den turbulenten Zeiten der 68er-Jahre kam von Metzler als Buchhändlerin nach Bockenheim und lernte die Universität aus zwei Perspektiven kennen: als neugierige Mitarbeiterin der Bockenheimer Bücherwarte, die – wie auch heute noch – das Gespräch mit den Frankfurter Intellektuellen suchte und so die Uni von innen kennenlernte. Jürgen Habermas, Eva Demski, Notker Hammerstein, Michael Stolleis, Silvia Bovenschen, Matthias Belz, Carolin Emcke, Joschka Fischer, Christoph Vitali, Daniel Cohn-Bendit und viele mehr gingen in der Buchhandlung ein und aus. Auf der anderen Seite sah sie als Frau des Bankiers Christoph von Metzler die Universität auch von außen und verfolgte, wie die Stadtgesellschaft nach Bockenheim blickte. Sie erlebte während 50 Jahren, wie der Campus sich immer weiter vergrößerte und verschönerte.

Freunde kann man nie genug haben

Schätzt die enge und vertrauensvolle Partnerschaft mit der Freundesvereinigung: Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität.

Die Goethe-Universität hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Sowohl die Geistes-, Gesellschafts-, Wirtschaftswissenschaften als auch die Naturwissenschaften, die medizinische und pharmazeutische Forschung finden heute auf fünf Campi ein Zuhause. So wie die Welt durch die Globalisierung größer und komplexer geworden ist, haben sich auch die Aufgaben der Goethe-Universität gewandelt. Sie hat die Aufgabe, Antworten auf die wichtigen Fragen unserer Zeit zu finden und die Gesellschaft als Ganzes mit allen ihren Facetten zu reflektieren, zu erforschen und dieses Wissen mit ihr zu teilen. Um diesem Auftrag und Anspruch gerecht werden zu können, kann die Goethe-Universität auch auf die Freundesvereinigung und Freunden wie Renate von Metzler vertrauen. Präsident Prof. Enrico Schleiff weiß dies zu schätzen: „Ich habe den Anspruch, die Goethe-Universität zu einer exzellenten, internationalen Universität im digitalen Zeitalter zu entwickeln, die ihr Wissen für Entwicklung, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert bereitstellt und so Zukunftsfähigkeit schafft, für die Goethe-Universität, für die Stadt Frankfurt am Main, für die globale Gesellschaft. Das ist nur möglich mit guten Freunden wie Ihnen, die unter die Arme greifen und füreinander da sind.“

Freundesvereinigung fördert Zukunft seit mehr als hundert Jahren

Renate von Metzler engagiert sich seit 20 Jahren im Vorstand der Freunde und Förderer für die Goethe-Universität: „Vor allen Dingen aber konnte ich Menschen motivieren, sich für die Universität einzusetzen, durch die Freunde und Förderer Projekte der Uni zu unterstützen, die ohne diese Hilfe nicht hätten verwirklicht werden können.“ Jährlich fördern die Freunde etwa 200 Projekte junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die 1918 gegründete Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität zählt mit ihren 1.600 Mitgliedern zu den größten universitären Fördervereinen in Deutschland. Jede Spende, jeder Mitgliedsbeitrag fließt in die Verbesserung von Forschung und Lehre. Die Freundesvereinigung versteht sich dabei nie nur als finanzielle Unterstützer, sondern immer auch als Ratgeber, Ideenstifter und Brückenbauer in die Stadtgesellschaft. Da passt es gut, Renate von Metzler in den eigenen Reihen zu wissen: auch sie denkt in Möglichkeiten statt in Grenzen.

Autorin: Heike Jüngst; Fotos: Uwe Dettmar