Wer sich wissenschaftlich, zu schulischen Zwecken oder auch rein persönlich für die Zeit des Ersten Weltkrieges interessiert, dem steht künftig eine neue Datenbasis zur Verfügung: Die wissenschaftlichen Bibliotheken Hessens haben mit finanzieller Unterstützung des Wissenschaftsministeriums mehr als 500.000 Zeitungsseiten digitalisiert, die zwischen 1914 und 1918 erschienen sind.

Im Projekt „Der Blick auf den Krieg. Der Erste Weltkrieg im Spiegel der hessischen Regionalpresse 1914–1918“ haben die wissenschaftlichen Bibliotheken in Darmstadt, Frankfurt, Fulda, Gießen, Kassel, Marburg und Wiesbaden, das Hessische Bibliotheksinformationssystem HeBIS sowie das Hessische Landesamt für geschichtliche Landeskunde historische Regionalzeitungen digitalisiert. Dafür haben die Bibliotheken ihre wichtigen Zeitungen aus den Weltkriegsjahren verfügbar gemacht. Der an der Goethe-Universität angesiedelte Bibliotheksverbund HeBIS hat sich darum gekümmert, dass die immense Textmenge über optische Zeichenerkennung (engl. optical character recognition, kurz OCR) erschlossen wurde.

Rechtzeitig zur 100. Wiederkehr des Weltkriegsendes 2018 sollte das Projekt auf diese Weise bislang wenig verfügbare historische Quellen verfügbar machen. Zeitungen waren das Leitmedium jener Epoche, deren regionale und lokale Berichte zeigen das Kriegsgeschehen und seine Auswirkungen auf das Alltagsleben. Mit dem Projekt „Der Blick auf den Krieg“ entsteht somit ein neues Angebot für die historische Rückschau.

Im Laufe des Projekts wurde ein Webarchiv mit insgesamt rund 500.000 Zeitungsseiten aufgebaut. Zentrale Themen aus der Alltags-, Sozial-, Wirtschafts-, Politik- und Kulturgeschichte werden in einführenden Kurztexten präsentiert und mit den digitalisierten Originalquellen verknüpft. Neben Einstiegen über die Auswahl einzelner Zeitungstitel, einer Volltext- und einer Datumssuche stehen ein Themennavigator, eine redaktionell bearbeitete Zeitleiste und eine Karte zur Verfügung. Das Angebot steht allen Interessierten vom 10. April 2018 an kostenlos unter http://hwk1.hebis.de zur Verfügung. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst fördert das Projekt mit rund 630.000 Euro.